Die Behandlung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung nach HGB a. F., Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und IFRS


Seminararbeit, 2011

25 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

A. Einleitung
I. Kapitalkonsolidierung
1. Definition
2. Entstehung eines Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung
II. Kapitalkonsolidierung nach HGB a.F., Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und IFRS

B. Die Behandlung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung nach dem HGB a. F., Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und IFRS
I. Die Behandlung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung nach dem HGB a. F.
1. Gesetzliche Regelung
2. Ausweis und Behandlung eines aktiven Unterschiedsbetrags
3. Ausweis und Behandlung eines passiven Unterschiedsbetrags
4. Beispiel
II. Die Behandlung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
1. Gesetzliche Regelung
2. Ausweis und Behandlung eines aktiven Unterschiedsbetrags
3. Ausweis und Behandlung eines passiven Unterschiedsbetrags
4. Beispiel
III. Die Behandlung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung nach IFRS
1. Gesetzliche Regelung
2. Ausweis und Behandlung eines aktiven Unterschiedsbetrags
3. Ausweis und Behandlung eines passiven Unterschiedsbetrags

C. Schlussbemerkung

Anhang

Literaturverzeichnis

Verzeichnis von Online-Quellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Erstkonsolidierung nach der Buchwertmethode

Abbildung 2: Die Erstkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode

Abbildung 3: Methoden der Vollkonsolidierung nach HGB a. F. und BilMoG

Abbildung 4: Stichtag der Kapitalaufrechnung nach HGB a. F. und BilMoG

A. Einleitung

I. Kapitalkonsolidierung

1. Definition

In einem Konzernabschluss sollen rechtlich selbständige Unternehmen zu einer wirtschaftlichen Einheit zusammengefasst werden, um die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des gesamten Konzerns beurteilen zu können und der Informationsfunktion des Konzernabschlusses gerecht zu werden.1

Dies erfolgt durch Schuldenkonsolidierung, Zwischenergebniseliminierung, Aufwandsund Ertragskonsolidierung sowie Kapitalkonsolidierung.2

Die Kapitalkonsolidierung entspricht der Verrechnung der, im Einzelabschluss eines Mutterunternehmens, ausgewiesenen Anteile an einem Tochterunternehmen mit dem anteiligen Eigenkapital des Mutterunternehmens an diesem Tochterunternehmen.3

Die Kapitalkonsolidierung ist in die Vollkonsolidierung, bei Bestehen einer Beteiligung zwischen 50 und 100 Prozent, die Quoten-Konsolidierung, sofern die Beteiligung 50 Prozent beträgt und die Equity-Konsolidierung bei Beteiligungen zwischen 20 und unter 50 Prozent zu unterscheiden. Es ist anzumerken, dass bei einer Beteiligung zu 50 Prozent gemäß § 310 Abs. 1 HGB das Wahlrecht besteht eine Quoten-Konsolidierung oder eines Equity-Konsolidierung vorzunehmen. Im Rahmen dieser Arbeit wird nur auf die Vollkonsolidierung und die Equity-Konsolidierung eingegangen.

2. Entstehung eines Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung

Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung kann entweder ein aktiver, ein passiver oder auch kein Unterschiedsbetrag entstehen.

Kein Unterschiedsbetrag entsteht, sofern der Buchwert der Anteile des Mutterunternehmens am Tochterunternehmen dem Eigenkapital des Tochterunternehmens entspricht. Dies kann der Fall sein, wenn das Tochterunternehmen vom Mutterunternehmen gegründet wurde und kein käuflicher Erwerb der Anteile stattfand.4

Sofern die Anschaffungskosten der Beteiligung bei dem Mutterunternehmen höher sind als das anteilige Eigenkapital am Tochterunternehmen entsteht ein aktiver Unter- schiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung.5 Dies ist möglich, wenn beispielsweise in Zukunft mit Gewinnen des Tochterunternehmens gerechnet wurde und somit bei Erwerb durch das Mutterunternehmen mehr als nur das anteilige Eigenkapital bezahlt wurde.6 Der aktive Unterschiedsbetrag, der nach Zuordnung der stillen Reserven und stillen Lasten des Tochterunternehmens verbleibt, wird als Geschäfts- oder Firmenwert bzw. „Goodwill“ bezeichnet.

Ist der Wertansatz der Beteiligung bei dem Mutterunternehmen niedriger als das anteilige Eigenkapital am Tochterunternehmen nach Zuordnung der mit den Vermögensgegen- ständen und Schulden erworbenen stillen Reserven und stillen Lasten, so entsteht ein passiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung.7 Ursächlich dafür kann sein, dass im Kaufpreis bereits künftig erwartete Verluste berücksichtigt wurden bzw. Aktiva über oder Passiva unterbewertet wurden. Der passive Unterschiedsbetrag wird in diesem Fall auch als „Badwill“ bezeichnet.

Es kann aber auch sein, dass die Beteiligung in einer günstigen Marktsituation erworben wurde und deshalb ein unter dem Substanzwert liegender Preis gezahlt wurde. Diesen Sachverhalt bezeichnet man als „Lucky Buy“.

II. Kapitalkonsolidierung nach HGB a.F., Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und IFRS

Am 3. April 2009 hat der Bundesrat das Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) verabschiedet. Das BilMoG gilt als die größte Reform des Bilanzrechts seit dem Bilanzrichtliniengesetz (BiRiLiG) 1985.8

Ziel des BilMoG war es, das Handelsbilanzrecht zu einer dauerhaften und im Verhältnis zu den internationalen Rechnungslegungsstandards, International Financial Reporting Standards (IFRS), vollwertigen, aber kostengünstigeren und einfacheren Alternative weiter zu entwickeln.9 Es war erstmals verpflichtend für Jahresabschlüsse, betreffend Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2009 begannen, anzuwenden. Optional konnte es auch für Jahresabschlüsse betreffend Geschäftsjahre, die nach dem 31. De- zember 2008 begannen, angewandt werden, jedoch nur in Verbindung mit allen übrigen vorzeitig anwendbaren Vorschriften.10

Neben umfangreichen Änderungen im Bereich der einzelgesellschaftlichen Rechnungslegung wurden auch Gesetzesänderungen im Bereich der Konzernrechnungslegung vorgenommen. Dies betrifft beispielsweise die Behandlung eines im Rahmen der Kapitalkonsolidierung entstehenden Unterschiedsbetrags.

Inhalt dieser Arbeit soll eine gegenüberstellende Darstellung des Ausweises sowie der Behandlung eines aktiven und eines passiven Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung nach dem HGB in alter Fassung, dem BilMoG sowie den IFRS sein.

B. Die Behandlung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung nach dem HGB a. F., Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und IFRS

I. Die Behandlung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung nach dem HGB a. F.

1. Gesetzliche Regelung

Nach dem vormals geltenden Recht bestand das Wahlrecht, die Kapitalkonsolidierung bei Vollkonsolidierung und Unternehmenserwerben nach der Buchwertmethode gemäß § 301 Abs. 1 HGB a. F. oder nach der Neubewertungsmethode entsprechend § 301 Abs. 2 HGB a. F. vorzunehmen.

Bei Anwendung der Buchwertmethode erfolgte zunächst die Verrechnung des Buchwerts des Anteils des Mutterunternehmens an dem Tochterunternehmen mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden anteiligen Eigenkapital des Tochterunternehmens. Daraufhin wurden die in den Aktiva und Passiva des Tochterunternehmens enthaltenen stillen Reserven bzw. stillen Lasten zugeordnet.

Bei der Neubewertungsmethode erfolgte zunächst die Neubewertung der Aktiva und Passiva beim Tochterunternehmen sowie Aufdeckung der stillen Reserven und stillen Lasten. Im nächsten Schritt erst erfolgte die Verrechnung des Buchwerts des Anteils des Mutterunternehmens an dem Tochterunternehmen mit dem anteiligen neubewerteten Eigenkapital des Tochterunternehmens. In der Praxis dominierte weitestgehend die Buchwertmethode.

Es bestand zudem die Möglichkeit, die Kapitalkonsolidierung bei Vollkonsolidierung nach der „Pooling-of-interests-Methode“ gemäß § 302 HGB a. F. durchzuführen, sofern kein Erwerb sondern eine Interessenszusammenführung von zwei Unternehmen mit in etwa gleicher Größe vorlag. Diese Methode wurde jedoch selten angewandt.11

Die Behandlung des Unterschiedsbetrags aus der Vollkonsolidierung war in § 309 HGB a. F. geregelt.

Wurden die Equity-Methode zur Kapitalkonsolidierung angewandt, bestand das Wahl- recht, diese nach der Buchwertmethode oder der Kapitalanteilsmethode vorzunehmen.12 Beide Methoden entsprachen in ihrem systematischen Aufbau der Buchwert- und Neu- bewertungsmethode im Rahmen der Vollkonsolidierung. Die Behandlung des Unter- schiedsbetrags aus der Equity-Konsolidierung war in § 312 Abs. 1 HGB a. F. geregelt.

Hinsic]htlich des Zeitpunkts der Erstkonsolidierung bestand gemäß § 301 Abs. 2 HGB a. F. nach altem Recht das Wahlrecht, diese zum Erwerbszeitpunkt unter Erstellung eines Zwischenabschlusses, zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss oder bei sukzessivem Beteiligungserwerb zu dem Zeitpunkt ab dem die Kriterien für ein Tochterunternehmen vorlagen, durchzuführen.

2. Ausweis und Behandlung eines aktiven Unterschiedsbetrags

Zum Ausweis eines aktiven Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung bestand in der alten Fassung des HGB das Wahlrecht, diesen entweder als Geschäfts- oder Firmenwert zu aktivieren13, ihn mit bereits vorhandenen passiven Unterschiedsbeträgen zu saldieren14 oder offen mit den Gewinnrücklagen zu verrechnen.15

Wurde der Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert, war dieser entsprechend § 309 Abs. 1 HGB a. F. in Verbindung mit § 255 Abs. 4 Satz 2 HGB a. F. in den folgenden vier Ge- schäftsjahren zu mindestens 25 Prozent oder planmäßig über die voraussichtliche Nut- zungsdauer abzuschreiben. Wurde die Abschreibung über die voraussichtliche Nut- zungsdauer gewählt, wurde in der Regel eine Nutzungsdauer von 15 Jahren angesetzt, die der steuerrechtlichen Regelung nach § 7 Abs. 1 Satz 3 EStG entsprach. Zudem war ge- mäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB a. F. ein Abschreibungsplan aufzustellen, in dem die voraussichtliche Nutzungsdauer sowie die Abschreibungsmethode darzustellen waren.

Im Falle der Saldierung von aktiven und passiven Unterschiedsbeträgen hatten die planmäßige Abschreibung des aktiven Unterschiedsbetrags sowie zusätzlich eine Erläuterung im Konzernanhang zu erfolgen.

Die Möglichkeit der Verrechnung mit den Gewinnrücklagen war nur im Rahmen der Erstkonsolidierung möglich und wurde allgemeinhin nicht empfohlen, da diese Systematik als nicht mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung vereinbar angesehen wurde und so kein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens,Finanz- und Ertragslage des Konzerns dargestellt wurde.16

Bei Anwendung der Equity-Methode waren die in dem aktiven Unterschiedsbetrag enthaltenen stillen Reserven und stillen Lasten den entsprechenden Vermögensgegenständen und Schulden des assoziierten Unternehmens zuzuordnen.

Die Zuordnung erfolgte erfolgsneutral und ausschließlich in einer statistischen Neben- rechnung, da die einzelnen Posten der Bilanz des Unternehmens nicht in den Konzern- abschluss eingingen. In dieser Nebenrechnung wurde festgelegt, wie der aktive Unter- schiedsbetrag in den Folgejahren fortzuführen, abzuschreiben oder aufzulösen war. Ein nach der Zuordnung verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag war als Geschäfts- oder Firmenwert in die Nebenrechnung aufzunehmen. Auf ihn war § 309 HGB a. F. in Fol- gejahren entsprechend anzuwenden ist, wobei die Abschreibung in den folgenden vier Geschäftsjahren zu mindestens 25 Prozent oder planmäßige über die voraussichtliche Nutzungsdauer zu erfolgen hatte.17

Außerplanmäßige Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert konnten vorge- nommen werden, sofern von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ausge- gangen wurde. Sofern die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestanden, hatte der Bilanzierende gemäß § 253 Abs. 5 HGB a. F. das Wahlrecht, eine Zuschreibung vorzunehmen oder weiterhin den niedrigeren Wert auszuweisen.

[...]


1 Vgl. Wöhe, G. (2002), S. 1023

2 Vgl. Wöhe, G. (2002), S. 1024

3 Vgl. § 301 Abs. 1 HGB

4 Vgl. Wetzel, E. (2001), S. 5

5 Vgl. Förschle, G. / Hoffmann, W.-D. (2009), § 309 Rn. 5

6 Vgl. Wetzel, E. (2001), S. 5 ff.

7 Vgl. Förschle, G. / Hoffmann, W.-D. (2009), § 309 Rn. 20

8 Vgl. Rammert, S. / Thies, A. (2009), S. 34

9 Vgl. Bundesregierung (2008), S. 1

10 Vgl. Art. 66 Abs. 3 EGHGB

11 Vgl. Leinen, M. (2009), S. 586

12 Vgl. Küting, K. / Seel, C. (2011), S. 1005

13 Vgl. § 301 Abs. 3 Satz 1 HGB a. F.

14 Vgl. § 301 Abs. 3 Satz 3 HGB a. F.

15 Vgl. § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB a. F.

16 Vgl. DRSC, DRS 4, Tz. 27 - 31

17 Vgl. Knorr, L. / Seidler, H. (2010), § 312 Rn. 28 ff.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Die Behandlung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung nach HGB a. F., Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und IFRS
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Veranstaltung
USMANU DANFODIYO UNIVERSITY, SOKOTO
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V177923
ISBN (eBook)
9783640998111
ISBN (Buch)
9783640998333
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BilMoG, Kapitalkonsolidierung, IFRS, Unterschiedsbetrag
Arbeit zitieren
Diplom-Betriebswirt (FH) Philipp Jahn (Autor), 2011, Die Behandlung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung nach HGB a. F., Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177923

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Behandlung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung nach HGB a. F., Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und IFRS



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden