Erziehung im Dritten Reich

"Du bist nichts, dein Volk ist alles"


Hausarbeit, 2007
11 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Menschenbild des Nationalsozialismus
a) Ideologie der Erziehung
b) Aufbau und Struktur des NS-Erziehungs-Staates
c) Erziehung zum Krieg

III. Erziehung in der Schule

IV. Schlussbetrachtung

V. Quellen & Literatur
a) Quellenverzeichnis
b) Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Wer die Jugend zu erziehen wusste, hatte die einmalige Chance das heranwachsende Volk hinter sich stehen zu haben. Es war einfacher die junge, unerfahrene Generation zu erziehen, als sich die ältere Generation fügig zu machen. Allerdings ist schwer zu sagen, ob und inwiefern die nationalsozialistische Umgestaltung der Erziehung in der Schule erfolgreich gewesen war. Es haben jedoch „renommierte Erziehungswissenschaftler … 1933 zusammen mit vielen Vertretern und Vertreterinnen aus Lehrerschaft … den Machtantritt der Nazis ausdrücklich begrüßt.“[1] Es folgte eine reibungslose Nazifizierung in den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Wie konnte es geschehen, dass sich eine Berufsgruppe, die sich an humanistische Werte orientiert, scheinbar gedankenlos einem solchen Regime anschloss? Allerdings gab es jedoch nicht nur Mitläufer. Unter den Pädagogen regte sich auch Widerstand und oppositionelles Verhalten. Nur musste ich während meiner Arbeit feststellen, dass eine Bereitschaft sich lenken zu lassen und eigenständiges Denken abzugeben, für manche Pädagogen eine sehr bequeme und einfache Art war. Es musste demnach bereits eine Bereitschaft vorhanden sein, sich gleichschalten zu lassen. Um dem genauer folgen zu können, beginne ich meine Arbeit mit dem Menschenbild im Nationalsozialismus, gefolgt von der Ideologie der Erziehung und dem Aufbau und der Struktur des NS-Erziehungs-Staates. In dem Kapitel „Erziehung zum Krieg“ wird deutlich, welche Ziele tatsächlich verfolgt wurden. Das dritte Kapitel widmet sich der Erziehung in der Schule

In der Bildungs- und Wissenschaftspolitik lassen sich drei Phasen feststellen: die erste Phase (1933-1936) war die der Machtergreifung und Machtsicherung, die zweite Phase (bis 1940) diente der Konsolidierung des Erreichten und die dritte Phase umfasste die Zeit des Zweiten Weltkrieges, versuchte man die bildungspolitische Macht auszudehnen. Es endete schließlich mit dem „inneren Zerfall“. In der ersten Phase wurden neue Instanzen geschaffen, z.B. das „Reichsministerium für Erziehung, Wissenschaft und Volksbildung“.[2] Reichserziehungsminister (ab 30.04.1933) war Bernhard Rust.

Auf Veränderungen in Schulbüchern und Lehrplänen werde ich in dieser Arbeit nur partiell eingehen. Es bedarf einer eigenen Arbeit, um auf die Neuerungen, Änderungen, Umsetzungen und Auswirkungen in den Schulen ausreichend einzugehen.

An Literatur zur Erziehung im Nationalsozialismus mangelt es nicht. Es sind sehr viele Schriften nationalsozialistischer Pädagogen erhalten. Eine Vielzahl nationalsozialistischer Literatur mit dem Schwerpunkt der Erziehung erschien Mitte der 90iger Jahre.

II. Menschenbild des Nationalsozialismus

„… Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muß weggehämmert werden. … Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich. … Ich will keine intellektuelle Erziehung. Mit Wissen verderbe ich mir die Jugend.“ Gespräche mit Hitler.[3]

Wie es in der Pädagogik heißt: ohne Gemeinschaft ist der Mensch nichts, kann er nicht werden und wachsen. Die nationalsozialistischen Pädagogen haben sich diesen Leitsatz zu Eigen gemacht und erweiterten ihn: „indem der Mensch in die völkischen Bindungen hineinwächst, … entfaltet er sich zur Persönlichkeit, zur völkischen Persönlichkeit.“[4] Sie behaupten demnach: durch die Einbindung in die völkische Gemeinschaft, wird die Persönlichkeit zur Entfaltung gebracht. Auffallend war, dass in der Regel nur von ‚Züchtung’ und ‚Eigenschaften, die gezüchtet werden sollen’ gesprochen wurde. Die Individualität hatte keinen Wert mehr. Gerade das Humboldt’sche Ideal der allseitigen Bildung der Individualität, zu Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten wurde hier völlig missbraucht und missachtet. Wenn man Pflicht und Gehorsam einimpfen wollte, mussten der Individualismus und auch die Begeisterung der Schüler unter Kontrolle gehalten werden – das ging am ehesten, wenn man den Gemeinschaftssinn einpflanzte.[5]

[...]


[1] Keim, Erziehung unter der Nazi-Diktatur, Bd.1, S. 1.

[2] Tenorth, Bildung und Wissenschaft im „Dritten Reich“, S. 241.

[3] Axhausen, Zur Bildungstheorie der Nationalsozialisten, S. 59.

[4] Axhausen, Zur Bildungstheorie der Nationalsozialisten, S. 3.

[5] Mosse, Der nationalsozialistische Alltag, S. 287.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Erziehung im Dritten Reich
Untertitel
"Du bist nichts, dein Volk ist alles"
Hochschule
Universität zu Köln  (Pädagogisches Seminar)
Veranstaltung
Einführung in die Grundbegriffe der Pädagogik
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
11
Katalognummer
V177979
ISBN (eBook)
9783640998005
ISBN (Buch)
9783640998302
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erziehung, Drittes Reich, Pädagogik, Grundbegriffe, Krieg
Arbeit zitieren
Stephanie Schrön (Autor), 2007, Erziehung im Dritten Reich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177979

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