Im vorliegenden Text wird das umweltökonomische Instrument der Handelbaren Emissionsrechte (Emissionshandel) einführend vorgestellt. Es folgt eine Beschreibung der ökonomischen Wirkungsweise des Instruments. Abschließend wird anhand der in der Literatur einschlägigen Kriterien (Effektivität, Kosteneffizienz und dynamischer Anreizwirung) eine Bewertung des Instruments vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung des Instruments
2. Ökonomische Analyse der Wirkungsweise
3. Bewertung des Instruments
3.1 Kosteneffizienz
3.2 Dynamische Anreizwirkung
3.3. Effektivität
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das umweltökonomische Instrument der handelbaren Emissionsrechte (Emissionshandel) mit dem Ziel, dessen ökonomische Wirkungsweise zu analysieren sowie eine fundierte Bewertung hinsichtlich der Effektivität, Kosteneffizienz und dynamischen Anreizwirkung vorzunehmen.
- Funktionsweise des Emissionshandels („Cap and Trade“)
- Zuteilungsmechanismen von Zertifikaten (Grandfathering vs. Auctioning)
- Ökonomische Wirkungsweise auf Unternehmensebene
- Gesamtwirtschaftliche Kosteneffizienz und Allokation
- Anreizstrukturen für technischen Fortschritt
- Bedingungen für ökologische Effektivität und Treffsicherheit
Auszug aus dem Buch
3.1 Kosteneffizienz
In einem vollkommenen Markt bewirkt das beschriebene Verhalten der Unternehmen folglich, dass der entstehende Zertifikatemarktpreis zu einem Ausgleich der Grenzvermeidungskosten aller Unternehmen führt. Die Grenzvermeidungskosten aller Unternehmen sind bei einem Emissionshandel also gleich hoch und entsprechen genau dem Zertifikatepreis. Daraus folgt für die absolute Betrachtung der Emissionsmengen, dass die Unternehmen absolut gesehen umso mehr Emissionen vermeiden, je niedriger ihre individuellen Grenzvermeidungskostenkurven im Vergleich zu anderen Unternehmen sind. Das heißt, die Emissionen werden dort vermieden, wo es mit den geringsten Vermeidungskosten verbunden ist. Deswegen gilt der Emissionshandel als gesamtwirtschaftlich kosteneffizient. Weiterhin bedeutet dies auch, dass die Emissionszertifikate letztlich von den Unternehmen gehalten werden, die die höchsten Vermeidungskosten aufweisen. Man spricht deswegen von einer effizienten Allokation der Zertifikate.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung des Instruments: Dieses Kapitel führt in die Grundkonzeption des Emissionshandels ein, erläutert die Mechanismen des "Cap and Trade" und diskutiert die Zuteilungsvarianten der Erstausgabe von Zertifikaten.
2. Ökonomische Analyse der Wirkungsweise: Der Abschnitt beleuchtet das ökonomische Verhalten von Unternehmen auf dem Sekundärmarkt und zeigt auf, wie Gewinnmaximierung zu einem marktbasierten Ausgleich von Vermeidungsanstrengungen führt.
3. Bewertung des Instruments: In diesem Kapitel werden die theoretischen Vorteile des Emissionshandels hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Kosteneffizienz, der Innovationsanreize durch technischen Fortschritt und der ökologischen Zielerreichung kritisch hinterfragt.
Schlüsselwörter
Emissionshandel, Emissionsrechte, Zertifikate, Umweltökonomie, Cap and Trade, Kosteneffizienz, Grandfathering, Auctioning, Grenzvermeidungskosten, Allokation, ökologische Treffsicherheit, technischer Fortschritt, Umweltschutz, Emissionshöchstgrenze, Sekundärmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Instrument des Emissionsrechtehandels als umweltökonomisches Steuerungsinstrument zur Begrenzung von Schadstoffemissionen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Ausgabemechanismen von Zertifikaten, die ökonomische Logik des Emissionshandels und die Bewertung dieses Systems anhand ökonomischer und ökologischer Kriterien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Funktionsweise des Instruments zu erklären und zu bewerten, inwiefern es Effektivität und Kosteneffizienz in der Umweltpolitik gewährleisten kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine ökonomische Analyse der Wirkungsweise, basierend auf theoretischen Modellen der Umweltökonomie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung des Instruments, die Analyse der ökonomischen Marktmechanismen und eine abschließende Bewertung der Effizienz und Anreizwirkung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Emissionshandel, Zertifikate, Kosteneffizienz, ökologische Treffsicherheit und Grenzvermeidungskosten.
Was versteht man unter dem "Grandfathering"-Prinzip?
Grandfathering beschreibt eine Erstausgabe von Zertifikaten, bei der Unternehmen diese kostenlos basierend auf ihren historischen Emissionsmengen erhalten.
Worin liegt das Risiko beim "Grandfathering" für Neuemittenten?
Neuemittenten werden beim Grandfathering benachteiligt, da sie zu Beginn keine Zertifikate erhalten und diese erst auf dem Sekundärmarkt erwerben müssen.
Warum ist das "Auctioning" aus ökonomischer Sicht effizienter?
Versteigerungen sind effizienter, da die Zertifikate an die Unternehmen gehen, die die höchste Zahlungsbereitschaft aufweisen und somit die höchsten individuellen Vermeidungskosten haben.
Warum können "natürliche Emissionsrückgänge" ein Nachteil des Systems sein?
Wenn Unternehmen ihre Emissionen aus anderen Gründen als durch den Handel reduzieren, können sie die freiwerdenden Zertifikate verkaufen, wodurch das Gesamtemissionsniveau unverändert bleibt.
- Arbeit zitieren
- Felix Reutter (Autor:in), 2011, Vorstellung des umweltökonomischen Instruments Handelbare Emissionsrechte (Emissionshandel), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177992