Das Leitmotiv der europäischen Einigung war von Anfang an der Frieden, hatte man doch genug Elend und Leid im 2. Weltkrieg erlebt. Im Laufe der Zeit sind nun mit der Mitgliedschaft zur EU auch ein wirtschaftliche Vorteile und ggf. eine Gemeinschaftswährung verbunden. Im Wege der Osterweiterung können nun noch mehr Staaten von den Vorteilen der Union profitieren. Aber das soll keine einseitige Verpflichtung darstellen, auch die Europäische Union soll davon profitieren. Doch der Beitritt eines Landes, gerade wie der von dem stark landwirtschaftlich geprägten Land Polen, stellt einen solchen Akt vor große Probleme. Es stellt sich z.B. die Frage, ob das Land der starken Konkurrenz im Binnenmarkt gewachsen ist. Diese und weitere Fragen sollen in dieser Seminararbeit, immer mit Blick auf den Beitritt Polens zur EU, näher durchleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitender Teil
I. Begriffsabgrenzung
II. Problemstellung
B. Die Europäische Union und ihre Erweiterung
I. Die Europäische Union
1. Die Geschichtliche Entwicklung im Überblick
2. Der Binnenmarkt als wirtschaftliches Fundament Europas
II. Die Erweiterung der EU
C. Der Beitrittskandidat Polen
I. Das Land Polen
II. Verhandlungen
III. Unterstützung durch die EU
IV. Die Beitrittskriterien
1. Politische Kriterien
2. Wirtschaftliche Kriterien
3. Übernahme des Besitzstandes der Union ("aquis communautaire") sowie der politischen Ziele
V. Vorteile eines EU-Beitritts
VI. Bürgerwahl am 8. Juni 2003
VII. Die weitere Zukunft Polens nach dem EU-Beitritt
D. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen des bevorstehenden EU-Beitritts Polens. Dabei wird analysiert, ob das stark landwirtschaftlich geprägte Land den wirtschaftlichen Anforderungen des Binnenmarktes gewachsen ist und welche Auswirkungen die Integration auf beide Seiten hat.
- Historische und strukturelle Einordnung der Europäischen Union
- Analyse der Beitrittskriterien (politisch und wirtschaftlich)
- Evaluation der EU-Förderprogramme für den Beitrittskandidaten Polen
- Untersuchung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Beitritts
- Betrachtung der öffentlichen Meinung und politischer Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
Die Beitrittskriterien
Bevor ein Land der Europäischen Union beitreten kann, muss es die Beitrittskriterien, die der Europäische Rat von Kopenhagen im Juni 1993 aufgestellt hat, erfüllen.
In einem regelmäßigen Bericht über die Fortschritte Polens, auf dem Weg zum Beitritt, beurteilt die EU, welche Beitrittkriterien erfüllt sind und an welchen Stellen noch Arbeit geleistet werden muss. Seit 1998 wird dieser Bericht jährlich erstellt. Im folgenden sollen einige Punkte dieses Berichtes aus dem Jahre 2002 aufgegriffen werden.
1. Politische Kriterien
Die in Polen eingerichteten Institutionen sind stabil und gewährleisten eine Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Sie ist untergliedert in drei Gewalten: Legislative, Exekutive und Judikative.
Die Probleme bei den Parlamentswahlen haben sich im Vergleich zu den früheren Wahlen verbessert. Wie auch in Deutschland werden Regelungen bezüglich der Sammlung von Spendengeldern nicht beachtet. Bei der Exekutiven sind weitere Anstrengungen zur Verbesserung des Rufes des öffentlichen Dienstes unternommen worden. Die Reform des Justizwesens wurde mit Fortschritten weitergeführt.
Unabhängige Untersuchungen haben ergeben, dass es Anlass zu großer Besorgnis im Rahmen der Korruption gibt. Als Maßnahmen gegen die Korruption wurde unter anderem ein allgemeines Aufsichtsamt für Finanzdaten geschaffen, um die Geldwäsche zu bekämpfen. Weitere Bekämpfungsmaßnahmen durch die Polizei und den Grenzschutz sind von Nöten. Das Funktionieren vieler öffentlicher Bereiche wird durch die Korruption beeinträchtigt. Da das Land und dessen Bevölkerung, durch die vielen Jahre unter der Herrschaft der Sowjetunion, ein verschobenes Bild zu Ehrlichkeit entwickelt hat, lässt sich hier nur mit strengen Maßnahmen eine Änderung erzielen.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitender Teil: Definition der Europäischen Union und Problemstellung der Arbeit im Hinblick auf den polnischen Beitritt.
B. Die Europäische Union und ihre Erweiterung: Historischer Rückblick der EU-Entwicklung und die Bedeutung des Binnenmarktes.
C. Der Beitrittskandidat Polen: Detaillierte Betrachtung der polnischen Situation, der Verhandlungen, Kriterien und zukünftigen Herausforderungen.
D. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Bewertung der Fortschritte Polens und des unausweichlichen Weges in die EU trotz verbleibender Problempunkte.
Schlüsselwörter
Polen, EU-Erweiterung, Beitrittskriterien, Binnenmarkt, PHARE, SAPARD, ISPA, Europarecht, Marktwirtschaft, Korruption, Landwirtschaft, Integration, Euro-Einführung, Maastricht, Strukturwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Voraussetzungen und den Prozess des EU-Beitritts Polens, beleuchtet dabei sowohl politische als auch wirtschaftliche Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den EU-Beitrittskriterien, der Unterstützung durch Förderprogramme wie PHARE und SAPARD sowie den ökonomischen Herausforderungen für die polnische Landwirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Es soll untersucht werden, ob Polen die Kriterien für eine EU-Mitgliedschaft erfüllt und ob das Land der Konkurrenz im EU-Binnenmarkt langfristig standhalten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von offiziellen Berichten der Europäischen Kommission über die Fortschritte Polens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der EU-Strukturen, den spezifischen Beitrittsprozess Polens, die Erfüllung der Beitrittskriterien sowie die Erläuterung der Finanzhilfen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Beitrittskandidat, EU-Erweiterung, Wirtschaftsdaten und EU-Besitzstand charakterisiert.
Warum gibt es in Polen spezielle Bedenken hinsichtlich des EU-Beitritts?
Die polnische Bevölkerung und insbesondere Landwirte befürchten durch den Beitritt Nachteile, etwa durch die Stärke westlicher Agrarkonkurrenz oder den befürchteten Ausverkauf von Grundbesitz.
Welche Rolle spielt die Korruption bei der Beurteilung Polens?
Korruption wird als eines der Hauptprobleme identifiziert, das durch gezielte administrative und polizeiliche Maßnahmen bekämpft werden muss, um dem EU-Standard zu entsprechen.
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- Dipl.-Kfm. (FH) Mike Höltker (Author), 2003, Der EU-Beitritt Polens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17799