Es handelt sich bei diesem Text um eine Textstrukturanalyse des Textes von Moise Postone mit dem Titel "Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft".
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Argumentationsanalyse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die von Moishe Postone in seinem Text „Abstrakte Zeit“ entwickelte Argumentation zu analysieren, die den Zusammenhang zwischen der Transformation der Zeitwahrnehmung, der Entstehung abstrakter Zeit und der Etablierung neuer gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse im Kapitalismus beleuchtet.
- Kritische Analyse des Begriffs der konkreten versus der abstrakten Zeit
- Sozio-historische Entstehungsbedingungen abstrakter Zeit und des mechanischen Zeitmesssystems
- Bedeutung der Warenförmigkeit für die Umstrukturierung gesellschaftlicher Zeit
- Entfremdung der Zeit als von der menschlichen Tätigkeit unabhängige, determinierende Variable
- Struktur der Herrschaft der Zeit über alle Gesellschaftsmitglieder im Kapitalismus
Auszug aus dem Buch
Abstrakte Zeit
Im Folgenden definiert er „Abstrakte Zeit“, die er als kontinuierlich, gleichförmig, homogen und leer versteht, als eine von Ereignissen unabhängige Variable. Eingehend auf Newton, Needham, Landes, Bilfinger und Whithrow arbeitet er heraus, das sich jene Zeitvorstellung zunehmend im 14. und 17. Jahrhundert durchsetzte. Dies wird damit belegt, dass es vor der Epoche des modernen Westeuropa, keine von der Zeit abhängigen funktionalen Bewegungen gab, bzw. das diese so nicht wahrgenommen wurden.
Demzufolge bescheibt er abstrakte Zeit als historisch einzigartig. Die Umstände und Bedingungen ihrer Entstehung werden nun dargelegt. Postone sieht die Ursprünge jener Zeitvorstellung im Zusammenhang mit einer spezifischen Form gesellschaftlicher Praxis, die gegen Ende des 17. Jahrhunderts auf dem Weg war eine hegemoniale Stellung in der Gesellschaft einzunehmen und die eine Wandlung der Bedeutung von Zeit in bestimmtem Teilen der gesellschaftlichen Zeitauffassung mit sich brachte. Deutlich betont Postone hier, dass für ihn die Ausbreitung der Warenförmigkeit in den gesellschaftlichen Verhältnissen dafür maßgeblich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Werk von Moishe Postone vor, skizziert seinen biografischen Hintergrund und führt in die zentrale Problemstellung der zeitlichen Entfremdung und der Entstehung abstrakter Zeit ein.
2. Argumentationsanalyse: Hier findet die detaillierte Auseinandersetzung mit Postones Argumenten statt, wobei die Entwicklung von einer ereignisabhängigen konkreten Zeit hin zu einer entfremdeten, abstrakten Zeit und deren Funktion als gesellschaftliche Herrschaftsform untersucht wird.
Schlüsselwörter
Moishe Postone, Abstrakte Zeit, Konkrete Zeit, Kritische Theorie, Kapitalismus, Warenförmigkeit, Zeitmessung, Gesellschaftliche Herrschaft, Entfremdung, Zeitquantum, Mechanische Uhr, Arbeit, Zeitdisziplin, Soziologie, Historische Transformation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Moishe Postones Text „Abstrakte Zeit“, um zu verdeutlichen, wie sich das Verständnis von Zeit im historischen Verlauf verändert hat und warum dies für das Verständnis kapitalistischer Herrschaftsverhältnisse essenziell ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von konkreter und abstrakter Zeit, die Rolle der technologischen Entwicklung im gesellschaftlichen Kontext sowie die Verknüpfung von Zeitdisziplin mit der Warenproduktion.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Beweisführung Postones zur Entstehung der abstrakten Zeit nachzuvollziehen und aufzuzeigen, wie diese Zeitform zu einer eigenständigen, vom Menschen entfremdeten Herrschaftsinstanz wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Textstrukturanalyse, die Postones Argumentationslinie systematisch dekonstruiert, kontextualisiert und kritisch reflektiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der historischen Herleitung des Zeitbegriffs, dem Wandel von variablen zu konstanten Zeiteinheiten und der Analyse der Zeit als unabhängige Variable im Kapitalismus.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Abstrakte Zeit“, „Warenförmigkeit“, „gesellschaftliche Herrschaft“ und „Entfremdung“ geprägt.
Wie unterscheidet sich konkrete von abstrakter Zeit laut Postone?
Konkrete Zeit ist laut Postone eine von Ereignissen abhängige Variable (z.B. durch Naturzyklen bestimmt), während abstrakte Zeit eine kontinuierliche, homogene und von menschlichen Handlungen unabhängige Struktur darstellt.
Welche Rolle spielt die Erfindung der mechanischen Uhr bei der Entstehung abstrakter Zeit?
Obwohl die mechanische Uhr die Messung konstanter Stunden ermöglichte, sieht Postone sie nicht als alleinigen technischen Auslöser, sondern als Ausdruck soziokultureller Prozesse, die bereits gesellschaftlich bedingt waren.
Warum übt die abstrakte Zeit eine Form von Herrschaft aus?
Da die Zeit im Kapitalismus zur normativen, objektiven Variable wurde, die über den Handlungen der Individuen steht und diese zeitlich determiniert, unterwirft sie alle Gesellschaftsmitglieder – unabhängig von ihrem sozialen Status – einem gemeinsamen Zwang.
- Quote paper
- Tobias Neumann (Author), 2007, Textstrukturanalyse über "Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft" von Moishe Postone, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178043