Folgen von Gewalt für die Opfer


Facharbeit (Schule), 2010

15 Seiten, Note: 1,7

K. Fuchs (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Ursachen
1.1 Misshandlungen (Häusliche Gewalt)
1.2 Jugendgewalt
1.3 Mobbing
1.4 Vergewaltigung
1.5 Ehrenmorde

2 Folgen von Gewalt
2.1 Körperlich
2.2 Seelisch

3 Suizid

4 Opferschutz
4.1 Schutz durch Gesetze
4.2 Hilfsangebote
4.3 Zivilcourage

5 Quellenverzeichnis

1 Ursachen

1.1 Misshandlungen (Häusliche Gewalt)

[1] Die Ursachen von Misshandlungen sind vielfältig. Frust, z. B. aufgrund von Arbeitslosigkeit, führt oftmals zu aggressivem Verhalten gegenüber den Kindern und/oder dem Ehepartner. Ein anderer Grund für Misshandlungen kann auch die Alkoholsucht der Eltern sein, denn durch den Alkohol sind sie gereizt und die Hemmschwelle, Gewalt anzuwenden, sinkt. Durch Alkohol kann ein Streit in der Familie eskalieren. Ein aggressives Wohnumfeld kann zu häuslicher Ge­walt beitragen. Häufig ist dies in sozialschwachen Gegenden der Fall. Ein wichtiger Punkt ist außerdem die soziale Isolation der Familie, viele schämen sich für ihre Lebenssituation und können mit Kritik nicht umgehen. Dies kann zu Gewaltausbrüchen gegenüber Freunden oder auch Mitschülern (in der Schule) führen. Will ein Elternteil sich trennen, wird oft Gewalt ange­droht, um die Trennung zu verhindern. Viele Kinder übernehmen das Verhalten ihrer Eltern und somit entsteht wiederrum ein Gewaltkreislauf. Die Arten von Misshandlungen sind vielfältig. Schläge in verschiedene Körperregionen, Verbrennungen durch auf der Haut ausgedrückte Zigaret­ten oder Verletzungen durch andere Gegenstände kommen oft vor.[2]

1.2 Jugendgewalt

Wie oben bereits erwähnt, übernehmen Kinder das Verhalten ihrer Eltern und werden so auch gewalttätig. Durch die Medien wird ebenfalls, wie z. B. durch bestimmte Filme oder gewalt­same Computerspiele, gewalttätiges Verhalten propagiert. Doch auch aus Langeweile und Frust kommt es zu diesem Verhalten. Oftmals halten sich die Jugendlichen zusätzlich noch in einem Freundeskreis auf, der das Verhalten negativ beeinflusst.[3]

1.3 Mobbing

Menschen werden aus verschiedenen Gründen gemobbt. Sozialer Status, Herkunft, Religion, Aussehen und vieles mehr können Gründe für Mobbingattacken sein. Im Grunde kann jeder ein Opfer von Mobbing werden. Die Folgen sind meist seelisch, körperliche können jedoch auch auftreten. Gemobbt wird auch, wenn z. B. in der Schule jemand bessere Noten schreibt oder im Job erfolgreicher ist. Mobbingopfer werden häufig verspottet, bedroht oder es wer­den Gerüchte über sie verbreitet.[4]

1.4 Vergewaltigung

Laut § 177 StGB ist der Tatbestand einer Vergewaltigung gegeben, wenn jemand eine“ an­dere Person

- mit Gewalt,
- durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder
- unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausge­liefert ist,

nötigt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen und wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr be­straft.“[5]

Bei einer Vergewaltigung geht es dem Täter oder der Täterin meist nur darum, Macht zu zeigen. Der Lustgewinn steht hierbei meist nur an zweiter Stelle. Sie gilt als schwerste Form der sexuellen Nötigung. Durch eine Vergewaltigung wird das Opfer in einer Weise erniedrigt, die im Täter ein Gefühl der Macht auslöst. Oftmals haben Letztere ein geringes Selbstbewusstsein. Oft ist es so, dass der Täter ein „ganz normaler“ Mann ist und sich im Alltag nicht auffällig verhält. Meist wohnt er in der gleichen Gegend wie das Opfer und hat seine Vergewaltigung geplant. Oftmals wird während der Tat zusätzlich Gewalt angewendet.

Die Aufklärungsrate von Vergewaltigungen beträgt ca. 80 %, dennoch ist die Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle relativ groß. Meist werden Fälle, die im familiären Umfeld oder im Freundeskreis geschehen sind, nicht bekannt gemacht.

Massenvergewaltigungen werden in verschiedenen Ländern als eine Art Kriegsmittel ange­wendet. Diese waren beispielsweise Bestandteil er Strategie der bosnisch-serbischen Kriegs­führung im Jahre 1992. Muslimische Frauen und Mädchen zwischen 12 und 60 Jahren wurden auf grausame Art und Weise mit vergewaltigt, wie z. B. durch die Penetration mit Gewehr­läufen. Dies geschah durch bosnisch-serbische Polizisten und Soldaten, die eigentlich dazu da waren, die Menschen zu bewachen.[6]

Ein Zitat eines Vergewaltigers aus dem Artikel "Universal Soldier" 1992 der Belgrader Feministin Lepa Mladjenovic lautet:

"Ich weiß nur noch, daß ich der zwanzigste war, ihr Haar verklebt war, daß sie ekeler­regend und voller Sperma war, und daß ich sie am Ende getötet habe."
Mit fünf Kugeln in den Bauch.

Durch die Vergewaltigungen gelten die Frauen als unrein, sie werden von ihren Familien ver­stoßen und sogar geächtet.[7]

Eine Vergewaltigung, egal auf welche Art und Weise sie geschieht und durch wen sie durch­geführt wird, ist immer eine Verletzung der Persönlichkeit und eine Überschreitung der persön­lichen Selbstbestimmung. Der Wille einer anderen Person wird dem Opfer aufgezwungen. Die Folgen einer Vergewaltigung können massive Ausnahme annehmen. Wichtig ist, dass das Opfer in keinem Fall die Schuld oder Mitschuld an einer Vergewaltigung hat.[8]

Eine aktuelle Studie besagt, dass Schweden die höchste Quote von gemeldeten Vergewalti­gungen in Europa hat. Diese beträgt 46 Fälle pro 100.000 Einwohner. Großbritannien weist hingegen 23 Fälle auf, also genau die Hälfte. Die schwedische Zahl ist viermal so hoch wie in Deutschland und Frankreich.[9] In Deutschland finden indes täglich ca. 400 Vergewaltigungen statt, meist in der Wohnung des Opfers (75 %). Vor allem durch den „Trend“ zu so genannten „KO-Tropfen“, die das Opfer willenlos machen, steigt die Anzahl der Vergewaltigung. Oft können sich die Opfer durch diese Mittel nicht an die Tat erinnern, sodass auch die Tat nicht aufgeklärt werden kann. Bei Gegenwehr lassen fast 80 % der Täter von dem Versuch ab, weswegen diese eine wich­tige Schutzmaßnahme ist. Durch Selbstverteidigungskurse wird das Vertrauen gestärkt und das nötige Wissen vermittelt, in solch einer Situation richtig handeln zu können. [10]

1.5 Ehrenmorde

Ein Ehrenmord ist ein Mord, der mit dem Schutz der Familienehre begründet wird. Den Mord begeht meist ein männliches Familienmitglied. Hat eine junges, weibliche Familienmit­glied gegen nur eine Regel der Familie verstoßen und somit die Ehre verletzt, wird sie umgebracht, um eben diese Ehre wieder herzustellen. Der Täter handelt nicht im Af­fekt, obwohl der Druck der Gesellschaft, in der er sich befindet, relativ groß ist. In die­sen Gesellschaften steht die Familie über allem, die Persönlichkeit des oder der Einzel­nen wird nicht beachtet. Ein Ehrenmord kann unter anderem folgende Aspekte auf­weisen:

- Nach der Tat fühlt der Täter sich im Recht
- Aussagen des Täters beziehen sich auf die Familienehre oder werden mit dieser begründet
- Die Familie solidarisiert sich mit dem Täter
- Die Tat war geplant
- Der Täter hat ein verzerrtes Bild der Geschlechterrollen, z. B. darf er selbst fremdgehen, hat jedoch seine Frau ermordet, da diese ihn be­trogen hat[11]

Zu erkennen ist, dass vor allem in islamischen Kulturkreisen, in denen die Ehre als eines der wichtigsten Bestandteile der Gesellschaft angesehen wird, Ehrenmorde geschehen. Aufgrund des Fehlverhaltens, welches allein schon der Kontakt einer türkischen Frau zu einem deut­schen Mann sein kann, kommt Schande über die Familie. Diese muss mit allen Mitteln wieder hergestellt werden. Eine Frau kann allein schon ermordet werden, wenn nur vermutet wird, dass sie sich nicht entsprechend der Familienregeln verhalten hat.[12]

Über Ehrenmorde gibt es keine exakte Statistik, da die Gründe für den Mord oftmals nicht be­kannt werden. Gelegentlich werden die Taten sogar als Selbstmord oder Unfall getarnt. Im Jahre 1998 gab es in Jordanien offiziell 30 Fälle. Die Dunkelziffer beträgt zusätzlich noch ein­mal die gleiche Zahl. In Pakistan ist der Ehrenmord ein Bestandteil der Landeskultur und wird als diese auch akzeptiert. Trotzdem wurden 1998 1.974 Fälle gemeldet, in denen Frauen von einem Familienmitglied ermordet worden sind.

[...]


[1] Die Presse, http://diepresse.com/images/uploads/b/8/8/375688/gewaltfrauen_ap_Hans_Klaus_Techt20080410194809.jpg, 09.01.10

[2] Lisum Berlin-Brandenburg, http://www.lisum.berlin-brandenburg.de/toleranz/erklaeren/17erklaer.html, 22.12.09

[3] 09idea e. V., http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/wer-ist-schuld-an-jugendgewalt-1.html, 08.01.09

[4] Public-Tu-bs.de, http://www-public.tu-bs.de:8080/~y0021278/soziologie/psy.htm, 20.12.09idea e. V., http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/wer-ist-schuld-an-jugendgewalt-1.html, 08.01.09

[5] Siehe Juristischer Informationsdienst, http://dejure.org/gesetze/StGB/177.html, 09.10.10

[6] dpa und Anklageschrift vor dem internationalen UNO-Tribunal in Den Haag, März 1998

[7] Jana Arakeljan, http://www.frauennews.de/themen/kriegsmittel/kriegsm2.htm, 07.01.10

[8] Frauennotruf Kiel e. V., http://www.helpline-sh.de/Vergewaltigung.html, 10.01.10

[9] Politically Incorrect, http://www.pi-news.net/2009/05/schweden-fuehrt-eu-vergewalti­gungsstatistik-an/ , 05.01.10

[10] Gegen-Sex-Gewalt.de, http://www.gegen-sex-ge­walt.de/Vergewaltigung/Anschlag_auf%20Koerper_u_Seele.htm , 02.01.10

[11] Uta Glaubitz, http://www.ehrenmord.de/faq/wannehre.php, 05.01.10

[12] Pro Frau, http://www.profrau.at/de/ehrenmorde/verbreitung.htm, 02.01.10

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Folgen von Gewalt für die Opfer
Hochschule
Berufsbildende Schulen Meppen
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V178083
ISBN (eBook)
9783656002963
ISBN (Buch)
9783656003120
Dateigröße
875 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
folgen, gewalt, opfer
Arbeit zitieren
K. Fuchs (Autor), 2010, Folgen von Gewalt für die Opfer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178083

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