"Unter einem Innovationsnetzwerk versteht man den Zusammenschluß verschiedener Institutionen, wie Unternehmen, Universitäten, Forschungseinrichtungen etc. zu dem Zweck die Innovationsrate zu erhöhen und neues technologisches Wissen zu verwerten. Forschungsgegenstand bilden hierbei die betrachteten Institutionen selber und die Art der institutionellen Interdependenzen."
Diese Arbeit behandelt die Bedeutung und Funktionsweise von Innovationsnetzwerken. Im Speziellen wird eine Analyse geliefert, inwiefern Innovationsnetzwerke eine Option zur Lösung von Marktversagenstatbeständen darstellen können. Ebenso werden Möglichkeiten zur Wissensbildung und -verwertung innerhalb von Innovationsnetzwerken beleuchtet. Im Rahmen der Erörterung der Funktionsweise von Innovationsnetzwerken werden Ressourcen innerhalb des Netzwerks, sowie das Koordinationsinstrument Vertrauen im Netzwerk betrachtet. Eine Netzwerktypologie schließt die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1.INNOVATIONSNETZWERKE, EINE BEGRIFFSDEFINITION
1.1.INNOVATION
1.2.NETZWERK
1.3.SUBSUMTION
2.BEDEUTUNG VON INNOVATIONSNETZWERKEN
2.1.NEUES TECHNOLOGISCHES WISSEN
2.2.INNOVATIONSNETZWERKE ALS LÖSUNG VON MARKTVERSAGENSTATBESTÄNDEN
2.2.1.Öffentlicher Guts-Charakter von neuem technologischem Wissen
2.2.2.Externe Erträge der Forschung (Spillover Effekte)
2.2.3.Kapitalmarktversagen
2.3.WEITERE PROBLEME: PATENTRECHTRENNEN & DOPPELFORSCHUNGEN
2.4.NEUE MÖGLICHKEITEN DURCH INNOVATIONSNETZWERKE
2.4.1.Privater Guts-Charakter von neuem technologischem Wissen
2.4.2. Inter- und intraindustrielle Interdependenzen
2.4.3.Cross-Fertilization-Effekte
2.5.GRÜNDE FÜR INNOVATIONSNETZWERKE
3.FUNKTIONSWEISE
3.1.RESSOURCEN INNERHALB DES NETZWERKS
3.1.1. Zugang zu komplementärem Vermögen
3.1.2. Die Kapazität zu lernen
3.2. NETZWERKMECHANISMUS: KOORDINATIONSINSTRUMENT VERTRAUEN
3.3. NETZWERKTYPOLOGIE
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktionsweise von Innovationsnetzwerken als eine eigenständige Organisationsform, die zwischen Markt und Hierarchie angesiedelt ist. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie solche Netzwerke zur Lösung von Marktversagenstatbeständen beitragen und welche spezifischen Ressourcen sowie Koordinationsmechanismen ihren Erfolg in einer zunehmend komplexen und wissensbasierten Wirtschaft ermöglichen.
- Definition und konzeptionelle Einordnung von Innovationsnetzwerken
- Analyse von Marktversagen durch öffentlichen Guts-Charakter von Wissen, Spillover-Effekte und Kapitalmarktversagen
- Die Rolle von Innovationsnetzwerken bei der Überwindung von F&E-Ineffizienzen
- Ressourcenorientierte Sichtweise: Kernkompetenzen, komplementäre Fähigkeiten und Lernfähigkeit
- Koordinationsmechanismen wie Vertrauen und Typologien netzwerkbasierter Innovationsstrategien
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Zugang zu komplementärem Vermögen
Wir haben gesehen, daß die komplementären Fähigkeiten ein konstituierendes Merkmal von Innovationsnetzwerken sind. Um eine Systematisierung von komplementären Fähigkeiten einzuführen, kann, in Anlehnung an David J. Teece zwischen generischen, spezialisierten und kospezialisierten komplementärem Fähigkeiten unterschieden werden. „Generic assets are general-purpose assets that do not need to be tailored to the innovation in question. Specialized assets are those with unilateral dependence between the innovation and the complementary asset. Cospecialized assets are those with bilateral dependence.“ Dadurch ergibt sich die Frage, wie genau sich der Zugang zu komplementärem Vermögen vollzieht bzw. wie Unternehmen, die über die Kernkompetenzen verfügen die benötigten komplementären Fähigkeiten erhalten.
Bei der Analyse dieser Fragestellung wird die Funktionsweise von Netzwerken insbesondere in Abgrenzung zu Markt und Hierarchie sehr schön deutlich, weswegen ich hier auch noch kurz auf marktliche und integrative Möglichkeiten eingehen und im folgenden die Denkweise von David J. Teece präsentieren möchte.
„A key commercialization decision the owners of the new technology have to make is what to do (build, buy, or rent) with respect to the complementary assets . Although there are myriad of possible arrangements, two pure types stand out- namely, owning or renting. At one extreme, the innovator could integrate into (i.e., build or acquire) all of the necessary complementary assets [hierarchy]....At the other extreme, the innovator could attempt to access these assets through collaborative contractual relationships (e.g.., component supply contracts, fabrication contracts, distribution contracts, etc.).“
Zusammenfassung der Kapitel
1.INNOVATIONSNETZWERKE, EINE BEGRIFFSDEFINITION: Dieses Kapitel klärt die grundlegenden Termini Innovation und Netzwerk und leitet daraus eine Definition für Innovationsnetzwerke als Zusammenschluss verschiedener Institutionen ab.
2.BEDEUTUNG VON INNOVATIONSNETZWERKEN: Hier wird diskutiert, wie Netzwerke zur Überwindung von Marktversagen beitragen, etwa durch die gemeinsame Nutzung technologischen Wissens und die geteilte Finanzierung von Forschungsprojekten.
3.FUNKTIONSWEISE: Das abschließende Hauptkapitel erläutert die internen Ressourcen wie Kernkompetenzen und Lernkapazität sowie die Bedeutung von Vertrauen als zentralem Koordinationsmechanismus in Netzwerken.
Schlüsselwörter
Innovationsnetzwerke, Wissensbasierter Ansatz, Marktversagen, F&E-Kooperation, Spillover-Effekte, Technologischer Fortschritt, Kernkompetenzen, Komplementäre Fähigkeiten, Lernfähigkeit, Vertrauen, Systemische Innovation, Netzwerktypologie, Innovationsmanagement, Wettbewerb, Wissensdiffusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert Innovationsnetzwerke als strategische Organisationsform zur Förderung von Innovationen und zum effizienten Umgang mit komplexem technologischem Wissen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Definition von Netzwerken, die Bedeutung für die Korrektur von Marktversagen sowie die Analyse der internen Ressourcen und Koordinationsmechanismen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise von Innovationsnetzwerken zu ergründen und aufzuzeigen, warum sie in der modernen Wirtschaft gegenüber isolierten Unternehmensentscheidungen vorteilhaft sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse, die Konzepte der neoklassischen Theorie mit dem modernen wissensbasierten Ansatz verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bedeutung von Netzwerken bei Marktversagen, die neuen Möglichkeiten für Unternehmen sowie die spezifischen Ressourcen und Typologien von Netzwerken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Innovationsnetzwerke, Spillover-Effekte, komplementäre Fähigkeiten und Wissensdiffusion charakterisiert.
Wie unterscheidet der Autor zwischen generischen und kospezialisierten Fähigkeiten?
Generische Fähigkeiten sind für allgemeine Zwecke nutzbar, während kospezialisierte Fähigkeiten eine bilaterale Abhängigkeit zwischen einer Innovation und dem ergänzenden Vermögen aufweisen.
Welche Rolle spielt das Vertrauen im Netzwerkmechanismus?
Vertrauen dient als Instrument zur Reduktion der Komplexität und ermöglicht es den Akteuren, sich auf kooperative Handlungsoptionen einzulassen, ohne sofortige, messbare Gegenleistungen zu erhalten.
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- Supachat Philuk (Author), 2001, Innovationsnetzwerke: Bedeutung und Funktionsweise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1781