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Wesentliche Aspekte der Gesprächsforschung

Title: Wesentliche Aspekte der Gesprächsforschung

Seminar Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Patrick Roesler (Author)

Speech Science / Linguistics
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In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit wesentlichen Aspekten der
Gesprächsforschung. Dabei werde ich sowohl auf theoretische Grundlagen als auch auf einige zentrale Betätigungsfelder näher eingehen. Zunächst scheint es mir wichtig zu klären, was aus sprachwissenschaftlicher Sicht unter einem Gespräch zu verstehen ist
und welche Vorgehensweisen sowie bisherigen Erkenntnisse der linguistischen Gesprächsanalyse existieren. Des weiteren möchte ich verschiedene Ansätze einer Gesprächstypologisierung aufzeigen, denn solche Bemühungen haben einerseits zum Ziel, die Möglichkeiten einer Systematisierung und Kategorisierung des Gegenstandsbereichs
der Gesprächsforschung zu ergründen, andererseits verdeutlichen sie aber auch grundlegende Probleme, die sich bei der wissenschaftlichen Untersuchung von Gesprächen ergeben.
Nicht umsonst hatte Ferdinand de Saussure die langue, das Sprachsystem, und nicht die parole, die Sprachanwendung, zum bevorzugten Gegenstand einer strukturalistischen, d.h. systematischen Sprachwissenschaft erklärt. Dazu sei jedoch bemerkt, dass erst die Entwicklung und Nutzung geeigneter Speichermedien (z.B. Tonbänder, Videos, CDs usw.) eine ernsthafte Beschäftigung mit der gesprochenen Sprache – und damit den Gesprächen – ermöglichte, wodurch sich eine Vielzahl an neuen Perspektiven für die sprachwissenschaftliche Forschung ergeben hat.
Den Abschluss meiner Arbeit bilden Aussagen zum Gespräch als Diskurstradition.
Damit möchte ich vor allem die aufgrund des Vorliegens ausschließlich schriftlicher Quellen aus vergangener Zeit leider nur noch schwer fassbare historische Dimension der Herausbildung und diachronen Entwicklung von Gesprächsformen in meine Betrachtungen
einbeziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kategorie des Gesprächs

3. Gesprächsanalyse

4. Gesprächstypologisierung

5. Das Gespräch als Diskurstradition

6. Schlusswort

7. Bibliographie

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit widmet sich der systematischen Erforschung von Gesprächen aus sprachwissenschaftlicher Perspektive, mit dem Ziel, theoretische Grundlagen sowie Methoden der Gesprächsanalyse und Typologisierung zu beleuchten. Sie untersucht, wie sprachliches Handeln organisiert ist, welche Herausforderungen die Kategorisierung von Gesprächsformen birgt und wie historische Dimensionen durch das Konzept der Diskurstraditionen verständlich gemacht werden können.

  • Grundlagen der Gesprächsforschung und sprachwissenschaftliche Definitionen
  • Methodische Ansätze zur Gesprächsanalyse und Gesprächsstrukturierung
  • Herausforderungen und Kriterien der Gesprächstypologisierung
  • Anwendung des SPEAKING-Modells nach Hymes
  • Die diachrone Perspektive: Das Gespräch als Diskurstradition

Auszug aus dem Buch

3. Gesprächsanalyse

Die Analyse natürlicher Gespräche aus dem Bereich der gesprochenen Sprache unter kommunikativ-pragmatischen Aspekten dient der Erarbeitung allgemeiner Aussagen über die Gesprächsorganisation und die Interpretation der relevanten Gesprächshandlungen durch die Gesprächsteilnehmer. Dabei sind auch die Sprechakttheorie, die Soziolinguistik und die Hermeneutik von Bedeutung (vgl. Lewandowski 1994, Band 1: 357 ff.). Zur wissenschaftlichen Untersuchung wird meist eine Gruppe von Versuchspersonen dazu veranlasst, unter kontrollierten Bedingungen ein Gespräch zu führen, wobei diese sich möglichst unbeeinflusst äußern sollen. Die Analyse soll helfen, die im Zusammenhang mit dem Spracherwerb erlernten, meist unbewussten Regeln und Automatismen zur Organisation des Gesprächsverlaufs sowie die sprachlichen Verhaltensweisen aufzudecken, die es den Gesprächsteilnehmern ermöglichen, Themen zur Sprache zu bringen, zu entwickeln, wieder zu wechseln und auch zu einem gemeinsamen Ende zu führen (vgl. Linke/Nussbaumer/ Portmann 2004: 294 ff.). Für die linguistische Analyse hat es sich als sinnvoll erwiesen, Transkripttexte der zu analysierenden Gespräche unter Verwendung eines geeigneten Notationssystems anzufertigen, wobei auch nonverbale Kommunikation, Pausen und Parallelsprechphasen gekennzeichnet werden können.

Auf der Makroebene ist es möglich, Gespräche in Gesprächsphasen (Gesprächsteile) einzuteilen. Die einzelnen Gesprächsphasen Gesprächseröffnung, Gesprächsmitte und Gesprächsbeendigung lassen sich auf einer Subebene noch einmal in Gesprächsschritte untergliedern, die aus Sprech- und Hörverstehensakt bestehen und Gesprächssequenzen innerhalb der Gesprächsphasen bilden. Auf gleicher Ebene können auch Gliederungssignale des Sprechers sowie Hörersignale angesetzt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung der Arbeit ein, welche die theoretischen Grundlagen der Gesprächsforschung und die linguistische Gesprächsanalyse beleuchten möchte.

2. Die Kategorie des Gesprächs: Dieses Kapitel erläutert die sprachwissenschaftliche Einordnung des Gesprächs als grundlegende Form sprachlich-kommunikativer Handlung unter Rückgriff auf Saussure sowie Koch/Oesterreicher.

3. Gesprächsanalyse: Der Abschnitt untersucht die methodischen Ansätze zur Untersuchung natürlicher Gespräche, einschließlich der Gesprächsphasen (Eröffnung, Mitte, Beendigung) und der Bedeutung von Sprecherwechseln.

4. Gesprächstypologisierung: Hier wird der Versuch diskutiert, Gespräche systematisch zu kategorisieren, wobei die Schwierigkeiten einer umfassenden Typologisierung und alternative Konzepte wie "kommunikative Gattungen" aufgezeigt werden.

5. Das Gespräch als Diskurstradition: Dieses Kapitel analysiert Gespräche aus einer diachronen Perspektive als über Generationen tradierte Muster kommunikativen Verhaltens.

6. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Erkenntnisse zur Komplexität der Gesprächsforschung und betont deren Bedeutung als zentraler Bestandteil linguistischer Arbeit.

7. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche wissenschaftlichen Quellen auf, die für die Erstellung der Arbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Gesprächsforschung, Gesprächsanalyse, Sprechakt, Diskurs, Diskurstradition, Kommunikation, Gesprächsphase, Sprecherwechsel, Interaktion, Sprachhandlung, Typologisierung, verbale Kommunikation, Soziolinguistik, Sprechfähigkeit, Gesprächsertrag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt wesentliche theoretische Aspekte der Gesprächsforschung, von der Definition des Gesprächs bis hin zur systematischen Analyse von Gesprächsformen und deren historischer Entwicklung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Gesprächsorganisation, die methodische Analyse mündlicher Interaktionen sowie die Klassifizierung von Gesprächen durch Diskurstraditionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Probleme bei der Systematisierung und Kategorisierung von Gesprächsverhalten aufzuzeigen und die linguistischen Grundlagen der Gesprächsanalyse zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Diskussion linguistischer Konzepte (z.B. Sprechakttheorie, SPEAKING-Modell) und der Auswertung von Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Gesprächskategorie, die detaillierte Gesprächsanalyse auf Mikro- und Makroebene, Ansätze zur Gesprächstypologisierung sowie das Konzept des Gesprächs als Diskurstradition.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Gesprächsanalyse, Interaktion, Diskurstradition, Sprecherwechsel und Kommunikationsgattungen.

Was unterscheidet die "Gesprächsmitte" von anderen Gesprächsphasen?

Die Gesprächsmitte fungiert als Hauptteil der Interaktion, in der die eigentlichen Themen verhandelt werden, während Eröffnung und Beendigung eher ritualisierte Rahmenfunktionen erfüllen.

Welche Bedeutung hat der Begriff "Gesprächsertrag" nach Kirsten Adamzik?

Der Begriff dient als Alternative zu Ziel oder Zweck und erlaubt es, auch misslungene Dialoge oder negative Ergebnisse in die wissenschaftliche Analyse einzubeziehen.

Was besagt das SPEAKING-Modell von Hymes?

Es ist ein systematisches Modell zur Beschreibung einzelner Gesprächsakte durch Faktoren wie Setting, Teilnehmer, Zweck, Tonfall und Normen.

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Details

Title
Wesentliche Aspekte der Gesprächsforschung
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Romanistik)
Grade
1.7
Author
Patrick Roesler (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V178144
ISBN (eBook)
9783640999347
ISBN (Book)
9783640999224
Language
German
Tags
Gesprächsanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Roesler (Author), 2005, Wesentliche Aspekte der Gesprächsforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178144
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