Nachdem Francis Fukuyama 1989 versuchte das Ende der Geschichte einzuleiten begibt sich der Harvard-Politologe Samuel Huntington vier Jahre später in den „Kampf der Kulturen“ und leitet mit seiner umstrittenen These eine breite Diskussion ein, die bis heute fortzudauern scheint.
Nun, fast zwei Jahrzehnte später, gilt es, einen historischen Blick auf Huntingtons Ausgangsthese zu legen und diese in einem zweiten Schritt an der zeitgenössischen Kritik und den Entgegnungen des Autors, sowie der aktuellen Wertungen dieser zu prüfen.
In seinem im Sommer 1993 in der Zeitschrift „Foreign Affairs“ erschienen Artikel „The Clash of Civilization?“ wendet sich Huntington gegen die Vorstellung einer universellen vom liberaler Demokratie gelenkten Weltkultur (Fukuyama). Im Mittelpunkt stehe für die globale Politik nur ein dominierender Konflikt, nämlich der „Kampf der Kulturen“, welcher sich, bedingt durch das Ende des Kalten Krieges, als eine Art Endpunkt aller Konflikte der modernen Welt herausstellen werde.
Inhaltsverzeichnis
- Kampf der Kulturen?
- The Clash of Civilization?
- The West versus the Rest
- China and Islam
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert Samuel P. Huntingtons These vom „Kampf der Kulturen" und setzt diese in den Kontext der Debatte um das Ende des Kalten Krieges. Sie untersucht die Entstehung und Entwicklung der These sowie die Kritik, die sie erfahren hat. Darüber hinaus werden die Relevanz und die Auswirkungen der These auf die aktuelle Weltpolitik beleuchtet.
- Huntingtons These vom „Kampf der Kulturen"
- Kritik an Huntingtons These
- Die Relevanz der These Huntingtons für die aktuelle Weltpolitik
- Die Rolle des Islams in der Weltpolitik
- Die Zukunft der internationalen Beziehungen
Zusammenfassung der Kapitel
- Kampf der Kulturen?: Die Arbeit beginnt mit einer kurzen Einführung in die These von Samuel P. Huntington vom „Kampf der Kulturen". Sie stellt die These in den Kontext der Debatte um das Ende des Kalten Krieges und zeigt auf, wie Huntington die Welt in verschiedene Kulturkreise einteilt.
- The Clash of Civilization?: In diesem Kapitel wird Huntingtons These vom „Kampf der Kulturen" im Detail vorgestellt. Huntington argumentiert, dass die Unterschiede zwischen den Kulturen zu Konflikten führen werden, die durch die Globalisierung und Modernisierung verschärft werden. Er identifiziert verschiedene Gründe für den „Clash", darunter die Verschiedenheiten der Kulturen, die Überlegenheit des Westens und die Unveränderbarkeit der Identität.
- The West versus the Rest: Huntington analysiert die Vormachtstellung der westlichen Kultur gegenüber anderen Kulturen und stellt die Frage, ob die westliche Kultur imstande ist, ihre Vormachtstellung zu halten. Er untersucht die Herausforderungen, die der westlichen Kultur durch andere Kulturen, insbesondere durch China und die islamische Welt, entstehen.
- China and Islam: In diesem Kapitel werden China und die islamische Welt als potenzielle Gegner der westlichen Kultur vorgestellt. Huntington analysiert die Herausforderungen, die diese beiden Kulturen für die westliche Welt darstellen, und diskutiert die Auswirkungen der wachsenden Macht Chinas und des Islams auf die internationale Politik.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den „Kampf der Kulturen", die globale Politik nach dem Kalten Krieg, die Rolle des Westens, die Herausforderungen durch China und die islamische Welt sowie die Zukunft der internationalen Beziehungen. Der Text analysiert die These von Samuel P. Huntington und diskutiert die Kritik, die sie erfahren hat. Die Arbeit setzt sich mit der Relevanz der These für die aktuelle Weltpolitik auseinander und beleuchtet die Auswirkungen der These auf die internationalen Beziehungen. Weitere wichtige Themen sind die kulturelle Identität, die Globalisierung, die Modernisierung und die Bedeutung des Islams in der Weltpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern von Huntingtons These "Kampf der Kulturen"?
Huntington argumentiert, dass nach dem Kalten Krieg globale Konflikte nicht mehr ideologisch oder ökonomisch, sondern primär kulturell zwischen verschiedenen Zivilisationen ausgetragen werden.
Wie grenzt sich Huntington von Francis Fukuyama ab?
Während Fukuyama das "Ende der Geschichte" und den Sieg der liberalen Demokratie proklamierte, sah Huntington neue, tiefe Konfliktlinien zwischen den Kulturkreisen voraus.
Welche Rolle spielen China und der Islam in seiner Analyse?
Er identifiziert die islamische Welt und China als die größten potenziellen Herausforderer der westlichen Vormachtstellung und warnt vor einem "Clash" mit diesen Kulturen.
Was sind die Hauptkritikpunkte an Huntingtons Werk?
Kritiker werfen ihm eine zu starre Einteilung der Welt, die Vernachlässigung von Konflikten innerhalb der Kulturen und eine "selbsterfüllende Prophezeiung" vor.
Warum ist kulturelle Identität laut Huntington so wichtig?
Er glaubt, dass Menschen sich in einer globalisierten Welt verstärkt über ihre Herkunft und Religion definieren, was Unterschiede unüberbrückbarer macht als politische Überzeugungen.
Gilt die These heute noch als relevant?
Die Arbeit untersucht die Relevanz der These für die aktuelle Weltpolitik und wie sie nach wie vor zur Deutung internationaler Spannungen herangezogen wird.
- Quote paper
- Martin Herceg (Author), 2011, Kampf der Kulturen? Samuel P. Huntington und die Welt nach dem Kalten Krieg , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178221