Ovids Amores - Die Elegie am. 2,19


Hausarbeit, 2003

28 Seiten, Note: 2.7


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Ovid und Augustus

3. Die Amores

4. Die Elegie am. 2, 19
4.1 Die Verse 1-8: An den Rivalen
4.2 Die Verse 9-18: Schlaue Corinna
4.3 Die Verse 19-26: Ratschläge für die Geliebte
4.4 Die Verse 27-30: Eskapaden des Jupiter
4.5 Die Verse 31-36: Eigene Erfahrungen in Liebesdingen
4.6 Die Verse 37-60: Ehemann - sei kein Kuppler!
4.7 Die Hauptgedanken der Elegie am. 2, 19

5. Schlusswort

6. Lateinische Zitate (ins Deutsche übersetzt)

7. Ovid: Amores 2, 19 (Lateinisch)

8. Ovid: Amores 2, 19 (Deutsch)

Bibliographie

1. Einleitung

In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit einer Elegie aus den Amores des römischen Dichters Publius Ovidius Naso. Die Amores sind eine Sammlung von fünfzig Liebeselegien in drei Büchern, die an eine gewisse Corinna gerichtet sind. Wer diese Corinna war, lässt sich allenfalls vermuten, wenn sie nicht gar eine fiktive Figur ist, die erst in der Phantasie Ovids zum Leben erwachte.

Mit seiner Dichtung knüpfte Ovid an die Tradition eines Catull, Tibull oder Properz an, fand dabei jedoch seinen eigenen Ton: "Tibull und Properz gelingt es jedenfalls, das Gleichgewicht zwischen den konventionellen und persönlichen Elementen in der Liebeselegie mehr oder weniger erfolgreich aufrechtzuerhalten. Aber mit jedem neuen Dichter, der in dieser Gattung schrieb, musste das Problem immer ernster werden, da die möglichen Lösungen erschöpft waren. Natürlich blieb hier wie bei anderen Gattungen ... [als Möglichkeit] die reductio ad absurdum." (Brooks Otis: S. 235-2361 ). Mit reductio ad absurdum meint Otis die scherzhafte Behandlung der üblichen Themen des Genres.

Die Gedichte der Amores sind alle in elegischen Distichen verfasst, die aus einem Hexameter und einem nachfolgenden Pentameter bestehen. Das ist typisch für römische Liebesdichtung. Vergleiche dazu das Epigramma ipsius im Werk:

Quí modo Násonís, fuéramus quínque libélli, trés sumus: hóc illí práetulit áuctor opús ... (1)2

Den Hauptschwerpunkt meiner Arbeit bildet die Elegie am. 2, 19. Darin ermahnt Ovid den Ehemann seiner Geliebten, sie besser zu bewachen: quo magis ipse velim, "damit ich sie umso mehr begehre" (V 2)3. Zum besseren Verständnis möchte ich noch kurz auf des Dichters Leben und Wirken eingehen, sowie die Amores in ihrer Gesamtheit etwas näher betrachten.

2. Ovid und Augustus

Publius Ovidius Naso wurde am 20. März des Jahres 43 v. Chr. im mittelitalienischen Sulmo, dem heutigen Sulmona, geboren. Als Sohn einer wohlhabenden Adelsfamilie erhielt er eine Rhetorikausbildung in Rom, verzichtete später jedoch auf eine Karriere als Politiker oder Jurist. Er fühlte sich eher zum Dichter berufen.

Als sein um ein Jahr älterer Bruder Lucius sehr jung starb, ging Ovid nach Athen, wo er die griechische Sprache erlernte. Zusammen mit seinem Freund Cornelius Macer bereiste er in der Folgezeit Sizilien und Kleinasien. Nach seiner Heimkehr nach Rom hatte er einige kleinere Ämter inne, zog sich dann jedoch vollends ins Privatleben zurück, um sich ganz seiner Dichtung widmen zu können.

"Wer von Ovid spricht, spricht vom augusteischen Rom. In seinem ganzen Werk schimmert die marmorne Stadt als prächtiger Hintergrund, bevölkert von den Geschöpfen seiner Phantasie ... Über Stadt und Imperium herrscht der Princeps, ein Gott schon auf Erden" (G. Luck: S. 1544 ). Der Dichter lebte in einer friedlichen Zeit, das Blutvergießen in Italien hatte endlich ein Ende, römische Legionen kämpften nur noch in den äußersten Gebieten des Reiches zur Verteidigung, Festigung und Ausdehnung der Grenzen. Während der Zeit der Pax Augusta lebte das Imperium auf und erblühte zu vorher nie dagewesenem Glanz.

Bald nachdem er angefangen hatte, seine ersten Verse zu schreiben und auch vorzutragen, wurde ein angesehener Förderer der Literatur auf ihn aufmerksam, Marcus Valerius Messalla Corvinus. Dieser unterstützte ihn, wo er nur konnte, sodass der Dichter schließlich die Amores herausbrachte und auf einen Schlag berühmt wurde. "Jahrzehntelang lebt Ovid als wohlhabender5, angesehener Mann in der Stadt, die er liebt. Er besitzt ein Haus in der Nähe des Capitols, Gärten an der Via Clodia und Weinberge unfern seiner Heimatstadt Sulmo. Sein Haus steht vielen Freunden offen, und manche Schriftsteller seiner Generation finden in Ovid einen selbstlosen Berater ... Plötzlich fällt diese glückliche Welt zusammen. Ein Edikt des Kaisers wirft den Dichter an den Rand der zivilisierten Welt, ins Skythenland ans Schwarze Meer. Was war geschehen?" (G. Luck: S. 160 / 161).

Augustus hatte im Jahre 18 v. Chr. strenge Ehegesetze (die lex Iulia de maritandis ordinibus und die lex Iulia de adulteriis) erlassen. Danach war es Senatoren verboten, Freigelassene zu ehelichen, und auch die Ehe von freigelassenen Bürgern mit "anrüchigen Frauen" wie Dirnen
oder Kupplerinnen war untersagt. Gleichfalls wurde eine Ehepflicht eingeführt. Männer in führenden Positionen zwischen 25 und 60 und Frauen zwischen 20 und 50 wurden angehalten, zu heiraten.

Der Kaiser strebte mit seiner Moralgesetzgebung eine Wiederbelebung altrömischer Werte wie Tugendhaftigkeit und Bescheidenheit an. Kinderreichtum wurde belohnt, Ehebruch konnte sogar mit dem Tod bestraft werden. Im Rom des Augustus hatte die Ehe daher wohl eher weniger mit Liebe und Romantik zu tun, vielmehr sollte sie der Festigung der sozialen Stellung der Familie dienen.

"Die Gesetze waren wirkungslos und selbst Julia, die Tochter des Kaisers Augustus, missachtete die Weisungen ihres Vaters. Ihr Lebenswandel erregte in der Öffentlichkeit derartigen Unmut, dass er sie verbannen musste."6

Offenbar sprach Ovid mit seinen Werken über Liebe und Liebesaffären jedoch ein sehr breites Publikum an, dem die von Augustus postulierten Vorstellungen von Ehe und Familie so gar nicht behagen wollten. Er lieferte den Menschen, die danach verlangten, Anregungen dafür, ihr Liebesleben aufzufrischen. Folglich dürften den sittenstrengen Römern, zu denen auch der Kaiser gehörte, Ovids liberale Ansichten, die er in seinen Elegien offen zum Ausdruck brachte, nicht sehr gefallen haben. Der Dichter selbst nennt deshalb auch seine Ars amatoria als einen der Gründe dafür, dass er Italien für immer verlassen musste. Die Veröffentlichung dieser Gedichtsammlung lag jedoch, als er schließlich ging, schon sieben Jahre zurück. Demnach liegt die Vermutung nahe, dass das Werk dem Kaiser nur als Vorwand diente, damit er den wirklichen Grund für Ovids Verbannung nicht zu nennen brauchte. Weswegen der Dichter tatsächlich gezwungen wurde, aus Rom fortzugehen, ist bis heute unklar.

Ovids Verbannung nach Tomis7 am Schwarzen Meer nahe der Donaumündung erfolgte im Jahre 8 n. Chr. auf Geheiß des Augustus: "It was not an exsilium but a relegado. He did not lose his citizenship, he was permitted to enjoy the income of his property, to correspond with his friends and to indulge in the hope (alas, illusory!) of ultimate pardon" (J. Lewis May: The Love Books of Ovid. New York, 1930). Dort blieb er bis an sein Lebensende und starb dort im Jahre 17. n. Chr. als Ehrenbürger der Stadt. Bis zu seinem Tode war er literarisch tätig, doch seine Situation betrübte und belastete ihn sehr. All sein Bitten um Vergebung und sein Flehen, doch nach Rom heimkehren zu dürfen, änderten nichts an der Entscheidung des Kaisers und auch dessen Nachfolger Tiberius holte Ovid nicht mehr nach Italien.

3. Die Amores

In den fünfzig Elegien seines Erstlingswerkes schreibt Ovid für und über die Liebe zu einem Mädchen namens Corinna. Seine Abenteuer mit ihr, die er schildert, könnten die jedes beliebigen jungen Römers zu dieser Zeit gewesen sein, und seine Angebetete steht wohl für verschiedene römische Damen. Dabei war jedoch die Liebe als große Leidenschaft nicht des Dichters Sache. "[Er] war der distanzierte liebenswürdige Beobachter menschlicher Schwächen. Sein Privatleben, das er ängstlich von seiner lockeren Muse scheidet, spielt hier keine Rolle." (G. Luck: S. 158)

Wie schon erwähnt, scherzt Ovid in den Amores über das Thema Liebe und spielt mit den Topoi der Liebeselegie. Zum Beispiel hatte er, wie er in am. 1,1 schreibt, sich anfänglich vorgenommen, ein Epos zu verfassen. Doch durch eine List Cupidos, der ihm einen Versfuß stiehlt, ist er dazu gezwungen, Liebesgedichte zu schreiben, ohne verliebt zu sein. Cupido holt dies dann nach, indem er einen Pfeil auf ihn anlegt, sodass Ovid sich in Corinna verliebt.8 In am. 1, 2 überlegt er, ob er sich für, oder gegen die Liebe entscheiden soll.

Schließlich entscheidet er sich dafür und ergibt sich Cupidos Spielchen.9 Der Dichter wird nach seinen eigenen Angaben also, den Launen eines schelmischen Knaben wie Cupido machtlos ausgesetzt, durch höhere Macht verzaubert. Fortan fügt er sich freilich gern diesem Schicksal10: "Die Liebe, die in den Augen der Öffentlichkeit keine ruhmvolle Angelegenheit war - schlimmstenfalls sogar desidia11 oder nequitia12 -, wurde für Tibull und Properz durch den Vorwand gerechtfertigt, dass man dem Joch des Tyrannen Amor nicht entrinnen konnte ... Ovid dagegen rühmt sich frank und frei seiner "nequitia" ... Der Vorwand, Amor sei ein harter Tyrann, der ihn zur Daseinsform der Liebe zwingt, der er nicht entfliehen kann, wird mit launiger Nachlässigkeit wiederholt, die die Entschuldigung in eine unverschämten Feststellung persönlicher Vorliebe verwandelt." (Brooks Otis: S. 238 - 240).

Der Dichter schafft für seine (imaginäre) Liebesbeziehung zu Corinna einen gelungenen Rahmen, er denkt die Geschichte so zu sagen zu Ende. In seinen Elegien lobt er das Mädchen, macht sie berühmt. Dadurch werden jedoch andere Männer auf sie aufmerksam, und andere junge Frauen prahlen alsbald damit, besagte Corinna zu sein. Am Ende verliert Ovid sie schließlich an seine Rivalen.

Auch erweitertet er sein Werk über die Liebe um realistische Themen wie Abtreibung, Impotenz oder Haarausfall, wo der Leser bei Liebeslyrik doch eher eine verklärte, geschönte Welt erwartet, und nicht, dass solche Alltagsprobleme behandelt werden.

In der Elegie am. 2, 1 (V 1 - 6) bringt der Dichter noch einmal offen zum Ausdruck, dass sein Buch als ein Spaß für junge Leute gedacht sei, und nicht für seine ernsthafteren, sittenstrengen Zeitgenossen:

Hoc quoque composui Paelignis natus aquosis ille ego nequitiae Naso poeta meae; hoc quoque iussit Amor; procul hinc, procul este, severi: non estis teneris apta theatra modis. me legat in sponsi facie non frigida virgo

4. Die Elegie am. 2, 19

In dieser Elegie beklagt sich Ovid beim Ehemann seiner neuen Geliebten darüber, dass der seine Frau nicht gut genug bewacht. Er meint, dass ihm als Liebhaber dadurch der Spaß am Liebesspiel verdorben werde, denn nur Verbotenes reizt ihn und weckt Verlangen: quod licet, ingratum est; quod non licet, acrius urit: ferreus est si quis, quod sinit alter, amat (V 3 / 4). Der Dichter zeigt am Beispiel seiner Corinna, wie man es richtig anstellen muss, einen Liebhaber zu fesseln. Er gibt dem Mädchen (in das er wohl seit kurzem verliebt ist) und witzigerweise eben auch ihrem Ehemann Ratschläge, wie sie sich verhalten sollen, damit seine Liebe zu ihr von Dauer ist und er noch lange Zeit seine Freude an ihr hat.

Dass Ovid, wo er doch beteuert, seine Corinna für immer und über alles zu lieben13, sich wieder einmal in eine andere verliebt hat, ist nicht verwunderlich. Für ihn ist die Liebe ein vergnügliches Spiel und er fordert dazu auf, sie zu genießen. Schon in den vorangehenden Elegien klingt bisweilen an, dass sie durchaus nicht die einzige für ihn ist, auch wenn er nicht von ihr lassen kann14. Ein Beispiel dafür ist die Elegie am. 2, 4 (V 9 / 10 und V 47 / 48): non est certa meos quae forma invitet amores: centum sunt causae cur ego semper amem.

denique quas tota quisquam probat Urbe puellas,
noster in has omnis ambitiosus amor. (8)

In einer anderen Elegie (am. 2, 7) beschreibt der Dichter Corinnas Eifersucht, und versucht sie zu besänftigen (V 3 -10):

sive ego marmorei respexi summa theatri, elegis e multis unde dolere velis; candida seu tacito vidit me femina vultu, in vultu tacitas arguis esse notas; si quam laudavi, miseros petis ungue capillos, si culpo, crimen dissimulare putas; sive bonus color est, in te quoque frigidus esse, seu malus, alterius dicor amore mori. (9)

Doch auch Corinna selbst scheint es mit der Treue nicht allzu genau zu nehmen15, denn in am. 3, 3 beklagt Ovid sich über ihre Untreue. Gleichzeitig stellt er aber fest, dass sie ihm dadurch nicht weniger gefällt (V 1/2):

Esse deos, i, crede: fidem iurata fefellit, et facies illi quae fuit ante manet. (10)

Letztlich ist all das Teil des Liebesspiels zwischen dem Dichter und seiner Geliebten: sie verehren einander und machen sich gegenseitig eifersüchtig, um das Verlangen zu schüren. Sie nehmen sich die Freiheit, sich auch in andere zu verlieben, kommen jedoch immer wieder zueinander zurück. Eines dieser kleinen Liebesabenteuer und die Schwierigkeiten, auf die Ovid dabei stößt, sind nun Thema der Elegie am. 2, 19.

4.1 Die Verse 1 - 8: An den Rivalen

Si tibi non opus est servata, stulte, puella, at mihi fac serves, quo magis ipse velim!

"Wenn bei dir kein Bedarf an einem bewachten Mädchen besteht, dann sorge mir doch dafür, dass du sie bewachst, damit ich sie umso mehr will!" So beginnt Ovid seine Klage über den allzu sorglosen Ehemann, der ihm doch eigentlich ein Rivale sein soll.

Dem Versmaß geschuldet ist hier der Gebrauch von opus est mit dem Nominativ, der das bezeichnet, was vonnöten ist:

Sí tibi nón opus ést serváta stúlte, puélla ...

Weit häufiger trifft man in der lateinischen Literatur jedoch auf die Verbindung opus est + Ablativ. Dann müsste das /a/ von puella gedehnt sein, jedoch passt das hier nicht recht ins Versmaß. Vergleiche dazu auch folgenden Satz mit dem Ablativ bei opus est:

Auctoritate tua nobis opus est.

"Wir bedürfen deiner Vollmacht."

Dass diese beiden Verse in ähnlicher Weise beginnen - si tibi... / at mihi... -, unterstreicht noch einmal die Forderung des Dichters: "wenn nicht dir, dann tu doch mir den Gefallen."

Da im ersten schon opus est servata puella erwähnt wurde, beschränkt sich Ovid im zweiten Vers darauf, seine Forderung prägnant auf den Punkt zu bringen. Fac serves, bittet er den Ehemann des Mädchens nachdrücklich. Dahinter steckt der Satz Fac ut serves puellam, "Mach, dass du dein Mädchen behütest."

[...]


1 Brooks Otis: "Ovids Liebesdichtung und die Augusteische Zeit", in: Michael von
Albrecht und Ernst Zinn: Ovid, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1968.

2 Übersetzung der Lateinischen Zitate, die nicht aus am. 2, 19 stammen: siehe
Abschnitt 6. meiner Arbeit unter der jeweiligen Nummer in Klammern.

3 Eine vollständige Fassung der Elegie am. 2, 19 und die Übersetzung findet sich in den
Abschnitten 7. und 8.

4 G. Luck: Die römische Liebeselegie. Heidelberg.

5 er hatte das Vermögen seines Vaters geerbt

6 aus: www.imperium-romanum.com/gesellschaft/frauen/frauen_05.htm.

7 das heutige Constanta in Rumänien:
"Ein elendes Nest dieses Tomis, das ihm für den Rest seines Lebens zum Aufenthalt angewiesen war. Das Klima, die öde Landschaft, selbst das Trinkwasser, bewegen ihn zur Klage. Die zottigen Mähnen der Barbaren, ihre Hosen, die fremden Laute ihrer Sprache jagen ihm Furcht ein. 'Hier bin ich der Barbar' schreibt er verzweifelt, 'denn mich versteht keiner.'" (G. Luck: S. 162)

8 am. 1, 1 (V 1 - 23):
Arma gravi numero violentaque bella parabam,
edere materia conveniente modis.
par erat inferior versus; risisse Cupido
dicitur atque unum surripuisse pedem.
...
nec mihi materia est numeris levioribus apta,
aut puer aut longas compta puella comas.
questus eram, pharetra cum protinus ille soluta
legit in exitium spicula facta meum
lunavitque genu sinuosum fortiter arcum (2)
Der Dichter verbindet geschickt den imaginären mit dem wirklichen Liebhaber, der er
selbst sein will. Er ersinnt für sich eine Liebe zu einem Mädchen und schafft sich
damit gleich einen Grund, warum er seine Amores schreiben muss. Indem er Realität
und Fiktion verflicht, erreicht er, dass der Leser ihm die Geschichte glaubt, weil er
mitfühlen kann, ihn aber gleichzeitig auch "nur als Dichter" sieht, der Distanz zum
Geschehen bewahrt und es mit viel Witz kommentiert.

9 am. 1, 2 (V 7 - 10):
[sic erit:] haeserunt tenues in corde sagittae
et possessa ferus pectora versat Amor.
cedimus, an subitum luctando accendimus ignem?
cedamus: leve fit, quod bene fertur, onus. (3)

10 vgl. dazu am. 1, 2 (V 19 - 23)
en ego, confiteor, tua sum nova praeda, Cupido;
porrigimus victas ad tua iura manus.
nil opus est bello: veniam pacemque rogamus;
nec tibi laus armis victus inermis ero. (4)

11 Herumsitzen, Nichtstun

12 Nichtsnutzigkeit, Liederlichkeit

13 non mihi mille placent, non sum desultor amoris:
tu mihi, si qua fides, cura perennis eris;
tecum, quos dederint annos mihi fila sororum,
vivere contingat teque dolente mori; (6)

14 vgl. am. 3, 11b (V 37-39):
nequitiam fugio, fugientem forma reducit;
aversor morum crimina, corpus amo.
sic ego nec sine te nec tecum vivere possum. (7)

15 sie betrügt ja außerdem ihren Ehemann

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Ovids Amores - Die Elegie am. 2,19
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Romanistik)
Note
2.7
Autor
Jahr
2003
Seiten
28
Katalognummer
V178227
ISBN (eBook)
9783656000792
ISBN (Buch)
9783656001218
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elegie, Dichtung, Liebe, Ovid, Latein
Arbeit zitieren
Patrick Roesler (Autor), 2003, Ovids Amores - Die Elegie am. 2,19, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178227

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