In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit einer Elegie aus den Amores des römischen Dichters Publius Ovidius Naso. Die Amores sind eine Sammlung von fünfzig Liebeselegien in drei Büchern, die an eine gewisse Corinna gerichtet sind. Wer diese Corinna war, lässt sich
allenfalls vermuten, wenn sie nicht gar eine fiktive Figur ist, die erst in der Phantasie Ovids zum Leben erwachte.
Mit seiner Dichtung knüpfte Ovid an die Tradition eines Catull, Tibull oder Properz an, fand dabei jedoch seinen eigenen Ton. Die Gedichte der Amores sind alle in elegischen Distichen verfasst, die aus einem Hexameter und einem nachfolgenden Pentameter bestehen. Das ist typisch für römische Liebesdichtung.
Den Hauptschwerpunkt meiner Arbeit bildet die Elegie am. 2, 19. Darin ermahnt Ovid den Ehemann seiner Geliebten, sie besser zu bewachen: quo magis ipse velim, "damit ich sie umso mehr begehre" (V 2)3. Zum besseren Verständnis möchte ich noch kurz auf des Dichters Leben und Wirken eingehen, sowie die Amores in ihrer Gesamtheit etwas näher betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ovid und Augustus
3. Die Amores
4. Die Elegie am. 2, 19
4.1 Die Verse 1-8: An den Rivalen
4.2 Die Verse 9-18: Schlaue Corinna
4.3 Die Verse 19-26: Ratschläge für die Geliebte
4.4 Die Verse 27-30: Eskapaden des Jupiter
4.5 Die Verse 31-36: Eigene Erfahrungen in Liebesdingen
4.6 Die Verse 37-60: Ehemann - sei kein Kuppler!
4.7 Die Hauptgedanken der Elegie am. 2, 19
5. Schlusswort
6. Lateinische Zitate (ins Deutsche übersetzt)
7. Ovid: Amores 2, 19 (Lateinisch)
8. Ovid: Amores 2, 19 (Deutsch)
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Elegie 2, 19 aus Ovids Sammlung "Amores", in der der Dichter den Ehemann seiner Geliebten dazu auffordert, diese strenger zu bewachen, um das erotische Verlangen des Dichters durch das Hindernis des Verbotenen aufrechtzuerhalten. Ziel ist es, Ovids literarisches Spiel mit den Konventionen der Liebeselegie und seine bewusste Verflechtung von Fiktion und Realität zu analysieren.
- Historischer Kontext: Ovid und die augusteische Zeit
- Die Gattung der römischen Liebeselegie und deren Topoi
- Analyse der rhetorischen und stilistischen Gestaltung der Elegie 2, 19
- Psychologische Aspekte des Begehrens in der Antike
- Vergleich zwischen Ovids Elegien und den Ansichten zeitgenössischer Dichter
Auszug aus dem Buch
4. Die Elegie am. 2, 19
In dieser Elegie beklagt sich Ovid beim Ehemann seiner neuen Geliebten darüber, dass der seine Frau nicht gut genug bewacht. Er meint, dass ihm als Liebhaber dadurch der Spaß am Liebesspiel verdorben werde, denn nur Verbotenes reizt ihn und weckt Verlangen: quod licet, ingratum est; quod non licet, acrius urit: ferreus est si quis, quod sinit alter, amat (V 3 / 4).
Der Dichter zeigt am Beispiel seiner Corinna, wie man es richtig anstellen muss, einen Liebhaber zu fesseln. Er gibt dem Mädchen (in das er wohl seit kurzem verliebt ist) und witzigerweise eben auch ihrem Ehemann Ratschläge, wie sie sich verhalten sollen, damit seine Liebe zu ihr von Dauer ist und er noch lange Zeit seine Freude an ihr hat.
Dass Ovid, wo er doch beteuert, seine Corinna für immer und über alles zu lieben, sich wieder einmal in eine andere verliebt hat, ist nicht verwunderlich. Für ihn ist die Liebe ein vergnügliches Spiel und er fordert dazu auf, sie zu genießen. Schon in den vorangehenden Elegien klingt bisweilen an, dass sie durchaus nicht die einzige für ihn ist, auch wenn er nicht von ihr lassen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Amores des Ovid und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage zur Elegie 2, 19.
2. Ovid und Augustus: Biografische Skizze Ovids und Erläuterung des politischen Umfelds der augusteischen Ehegesetze.
3. Die Amores: Betrachtung des Werkes als Spiel mit den Topoi der Liebeselegie und der Rolle Corinnas.
4. Die Elegie am. 2, 19: Detaillierte philologische und inhaltliche Analyse der einzelnen Versgruppen des Gedichts.
4.1 Die Verse 1-8: An den Rivalen: Analyse der Forderung des Dichters an den Ehemann, die Geliebte zu bewachen.
4.2 Die Verse 9-18: Schlaue Corinna: Untersuchung der List und der psychologischen Strategien der Corinna.
4.3 Die Verse 19-26: Ratschläge an die Geliebte: Anleitung des Dichters an Corinna, wie sie durch Distanz sein Verlangen steigern kann.
4.4 Die Verse 27-30: Eskapaden des Jupiter: Verknüpfung der Thematik mit Beispielen aus der griechischen Mythologie.
4.5 Die Verse 31-36: Eigene Erfahrungen in Liebesdingen: Rückbezug auf bukolische Motive zur Darstellung ungestörter Liebe.
4.6 Die Verse 37-60: Ehemann - sei kein Kuppler!: Auseinandersetzung mit der Rolle des Ehemanns und Parallelen zu Tibull.
4.7 Die Hauptgedanken der Elegie am. 2, 19: Systematische Zusammenfassung der Kerngedanken der Elegie.
5. Schlusswort: Reflexion über die Absurdität der Ovidschen Forderungen und die zeitlose menschliche Komponente des Begehrens.
6. Lateinische Zitate (ins Deutsche übersetzt): Zusammenstellung der deutschen Übersetzungen für die verwendeten Primärtexte.
7. Ovid: Amores 2, 19 (Lateinisch): Wiedergabe des lateinischen Originaltextes der Elegie.
8. Ovid: Amores 2, 19 (Deutsch): Wiedergabe der deutschen Übersetzung der Elegie.
Schlüsselwörter
Ovid, Amores, Liebeselegie, Corinna, Augustus, Rom, Begehren, Rivalität, Ehemann, Mythologie, Ars amatoria, Lateinische Literatur, Liebeslyrik, Antike, Eifersucht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert eine spezielle Elegie aus Ovids "Amores", in der der Autor den Ehemann seiner Geliebten auffordert, seine Frau stärker zu überwachen, um so das Interesse des Liebhabers wachzuhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Dynamik des Begehrens, die Rolle der Eifersucht und Hindernisse in der antiken Liebeselegie sowie die literarische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen wie Ehe und Treue.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage befasst sich damit, wie Ovid durch das Spiel mit erotischen Konventionen und die bewusste Provokation des Ehemanns die komische sowie psychologische Wirkung seiner Dichtung erzeugt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philologische Textanalyse, die den lateinischen Wortlaut, die metrische Struktur und stilistische Mittel (wie Alliterationen oder Chiasmen) einbezieht und mit relevanten Sekundärquellen und historischen Kontexten verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Vers-für-Vers-Interpretation der Elegie 2, 19, wobei der Fokus auf der rhetorischen Strategie des Dichters und den Bezügen zu seinen anderen Werken sowie zu anderen antiken Dichtern wie Tibull liegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ovid, Liebeselegie, Begehren, augusteische Zeit und das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Überwachung charakterisiert.
Wie bewertet Ovid das Verhältnis zwischen Ehemann und Liebhaber in dieser Elegie?
Ovid nimmt eine paradoxe Haltung ein: Er verachtet den Ehemann für dessen Nachlässigkeit, fordert ihn aber gleichzeitig auf, eine schützende Rolle einzunehmen, damit das "verbotene Spiel" für den Liebhaber weiterhin reizvoll bleibt.
Warum bezieht sich der Dichter auf mythologische Figuren wie Danae oder Io?
Ovid nutzt diese Mythen als exemplarisches Argument, um zu belegen, dass die Bewachung oder Eifersucht göttlicher Instanzen das Verlangen der jeweiligen Liebhaber gesteigert hat, was seine These untermauert.
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- Patrick Roesler (Author), 2003, Ovids Amores - Die Elegie am. 2,19, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178227