Die vorliegende Arbeit untersucht die Effektivität und Qualität interner Supervision in Krankenhausteams im Spannungsfeld zwischen professioneller Distanz, organisationaler Nähe und rollenspezifischen Doppelkonstellationen. Ziel der beziehungsdynamisch fokussierten Studie ist es, zu analysieren, unter welchen Bedingungen interne Supervision als professioneller Reflexionsraum wirksam gestaltet werden kann, der sowohl die Bedürfnisse der Mitarbeitenden als auch die Anforderungen der Organisation berücksichtigt. Die Arbeit kombiniert qualitative und quantitative Daten aus einer Fragebogenerhebung unter Mitarbeitern, Führungskräften und Supervisoren. Es zeigt sich insgesamt eine hohe Wahrnehmung von Vertraulichkeit, Neutralität, professioneller Distanz und Vertrauensqualität in der internen Supervision. Doppelrollen und hierarchische Konstellationen werden zwar wahrgenommen, beeinträchtigen die Offenheit und Wirksamkeit der Supervision jedoch nur begrenzt, sofern Rollen, Rahmenbedingungen und Vertraulichkeit transparent geklärt sind. Besonders deutlich wird die Wirksamkeit der Supervision auf der individuellen Ebene der beruflichen Selbstreflexion und persönlichen Weiterentwicklung, während teambezogene Effekte wie Konfliktbearbeitung und Kooperation weniger ausgeprägt sind. Eine geringe Teilnahmehäufigkeit sowie begrenzte zeitliche und organisatorische Rahmenbedingungen schränken das Potenzial interner Supervision ein. Daraus werden praxisnahe Empfehlungen zur strukturellen Verankerung, Rollenklärung sowie Kombination interner und externer Supervision abgeleitet, und es wird aufgezeigt, wie interne Supervision als qualitätsgesichertes Instrument organisationaler und professioneller Entwicklung gestärkt werden kann. Diese Empfehlungen werden im Sinne eines Proof of Concept durch ein von der Autorin studienbegleitend geführtes Forschungstagebuch untermauert.
- Arbeit zitieren
- Manuela Jerković-Köll (Autor:in), 2026, Interne Supervision im Krankenhaus. Beziehungsdynamik zwischen Supervisoren, klinischen Teams und Führungskräften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1783035