Cloud Computing ermöglicht ganz neue Wege im Aufbau und Betrieb einer IT-Infrastruktur. Statt hoher Erst-Investitionskosten für Hardware- oder Softwarelizenzen können IT-Leistungen jetzt „as-a-Service“ bedarfsorientiert zu variablen Kosten bezogen werden. Hierdurch werden Cloud Computing-Lösungen insbesondere für kleine Unternehmen, Startups und sogar Selbstständige attraktiv, die nun auch in den Genuss hochprofessioneller IT-Leistungen kommen können. Mit dem Wegfall dieser Fixkostenblöcke ermöglicht Public Cloud-Services jungen Unternehmen, das begrenzte Startkapital eher für ihr eigentliches Kerngeschäft aufzuwenden. Begriffe wie Lean-IT und Lean-Startup beschreiben hierbei eines der Phänomene, die in den letzten Jahren im Startup-Umfeld zu beobachten sind. Web Startups sind zum Beispiel auf hoch-skalierbare Infrastrukturen angewiesen, um den bei Beginn stark schwankenden und schwer vorhersehbaren Besucheransturm zu bewältigen – denn mit dem globalen Internet kann die kritische Masse an Nachfrage heutzutage wesentlich schneller erreicht werden. Es gibt mittlerweile über 250 erwähnenswerte Cloud Computing-Anbieter, darunter auch IBM, Amazon, Microsoft und Google. Diese weltweiten IT- und Beratungsunternehmen sind besonders bei großen Kunden auf internationalen Märkten bekannt: Hier handelt es sich um einen Zielmarkt, in dem die Gewinnmargen im IT-Bereich besonders hoch sind.
IBM Deutschland warb auf ihrer Webseite: „Cloud-Computing wurde als der nächste große Trend tituliert. Das Nonplusultra für Startups. Eine Idee, deren Zeit gekommen ist ... oder deren Durchbruch kurz bevorsteht.“ Diese Aussage gilt es zu validieren – Was ist der Mehrwert von Cloud Compuinhg für Startups? Lohnt es sich, trotz der eingangs erwähnten Umstände der IT-Riesen, ein aktives Engagement im Bereich des Cloud Computing für Startups zu betreiben? Wie groß ist der potenzielle Markt? Wie sehen die derzeitigen Aktivitäten der großen Marktteilnehmer im Startup-Umfeld aus und was könnte verbessert werden? Diese und viele weitere Fragen wirft das Zitat der Webseite auf.
Ziel dieser Arbeit ist es, umfangreiche Grundlagen hinsichtlich der Problemstellung zu erarbeiten.
Nach dieser Einleitung versucht Teil 2 Grundlagen zu Cloud Computing zu vermitteln ...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2. Grundlagen zu Cloud Computing
2.1 Definitionen
2.2 Ebenen
2.3 Bereitstellungsformen
2.4 Rollen
2.5 Vor- und Nachteile
3. Grundlagen zu Gründungen und Startups
3.1 Begriffsbestimmungen
3.2 Kategorisierung von Startups
3.2.1 nach der Herkunft der Ressourcen
3.2.2 nach Höhe der Reglementierung und Bedeutung von IT
3.2.3 nach der Benutzerrolle einer Cloud
3.2.4 nach den Marmer Stages für Web Startups
3.2.5 innerhalb von Web Startups
3.2.6 Schlussfolgerungen
3.3 Studienkonsolidierung zur Betrachtung des Kundensegments
3.3.1 Marktvolumen
3.3.2 Innovationsgrad
3.3.3 Demographie
3.3.4 Erfolgsindikatoren
3.3.5 Kapitalausstattung
3.3.6 Umsatz und Gewinn
3.3.7 Hochschulen und Absolventen
3.3.8 Veranschaulichung
4. Cloud Computing für Startups aus Kundensicht
4.1 Vorteile
4.2 Der Lean-IT- und Lean Startup-Ansatz
4.3 Typische Anwendungsszenarien für Startups
4.4 Public-Cloud-Angebote ausgewählter Anbieter
4.4.1 Cloud Services für kleine Unternehmen
4.4.2 Cloud Services: IaaS
4.4.3 Cloud Services: PaaS
4.4.4 Cloud Services: SaaS
4.5 Angebote ausgewählten Anbieter anhand der IBM Workloads
4.6 Ausgangsbasis für weitere Untersuchungen
5. Cloud Computing für Startups aus Anbietersicht
5.1 Vorteile
5.2 Möglichkeiten
5.3 Aktivitäten ausgewählter Anbieter im Startupumfeld
5.3.1 Microsoft
5.3.2 Google
5.3.3 Amazon
5.3.4 IBM
5.3.5 Überblick
5.4 Aktivitäten ausgewählter Anbieter im Bildungsbereich
5.4.1 Microsoft
5.4.2 Google
5.4.3 Amazon
5.4.4 IBM
5.4.5 Überblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Marktpotenzial und die Eignung von Cloud-Computing-Diensten für Startups in Deutschland. Ziel ist es, den Mehrwert von Cloud-Lösungen für junge Unternehmen zu analysieren, die strategische Bedeutung des Startup-Segments für IT-Anbieter wie IBM zu beleuchten und Handlungsempfehlungen für das Engagement von Cloud-Providern in diesem Kundensegment abzuleiten.
- Grundlagen des Cloud Computings und der Startup-Definition.
- Analyse von Anforderungen und Anwendungsszenarien für Startups.
- Wettbewerbsvergleich ausgewählter Cloud-Anbieter im Startup-Umfeld.
- Bewertung der Marktattraktivität von Startups für IT-Provider.
- Untersuchung von Aktivitäten zur Gewinnung von Startups (z.B. Förderprogramme).
Auszug aus dem Buch
4.1 Vorteile
Nicht nur wie zu Beginn erwähnt IBM, sondern auch BITKOM und Experton sehen die Public Cloud als besonders vorteilhaft für Startups an. So sind kleine Unternehmen aus Prozesssicht bereits bestens auf den hohen Standardisierungsgrad eingestellt. Weiterhin können Public Cloud Services dauerhaft ein hohes Sicherheitsniveau wie die großer IT-Provider bieten.
Neben den allgemeinen Vorteilen entfallen beim Einsatz von Cloud Computing wesentliche Posten der Erstinvestitionen wie etwa Serverinvestitionen (Hardware, Softwarelizenzen, Server Peripherie, Geräte zur Datensicherung der Serverfestplatte, Rauminfrastruktur, Klimatisierung, unterbrechungsfreie Stromversorgung) und jährliche Folgekosten wie etwa die anteilige Raummiete oder aufwendige Serverwartung. Dies begünstigt vor allem Investoren und Venture Capitalists, die nicht mehr bereit sind, Investitionen in Hardware-Infrastrukturen vorzufinanzieren.
Die Notwendigkeit von günstigen professionellen und flexibel skalierenden Hardware-Infrastrukturen für Startups, insbesondere zu Entwicklungs- und Testzwecken, wird mit Cloud Computing Rechnung getragen. Hierdurch wird ein wesentlich schnellerer Markteintritt erreicht, das begrenzte Kapital kann hauptsächlich für die Kernaufgaben verwendet werden, die Einnahmen können Kosten besser zugeordnet werden und bedarfsorientiert decken, und schwankende Nachfrage kann kosteneffizienter gedeckt werden (da weniger Fixkosten); hierdurch können sich die Gründer bzw. Mitarbeiter mehr auf das Kerngeschäft konzentrieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt die Problemstellung und die Forschungsfrage der Arbeit vor, insbesondere den Mehrwert von Cloud-Computing für Startups und die Relevanz für IT-Riesen wie IBM.
2. Grundlagen zu Cloud Computing: Definiert Cloud Computing und erläutert die verschiedenen Ebenen (IaaS, PaaS, SaaS), Bereitstellungsformen sowie Rollen im Cloud-Ökosystem.
3. Grundlagen zu Gründungen und Startups: Bietet eine begriffliche Einordnung von Startups, deren Kategorisierung und eine umfassende Analyse der deutschen Gründerszene anhand von Studien.
4. Cloud Computing für Startups aus Kundensicht: Analysiert die Vorteile für Startups, Lean-IT-Ansätze und die spezifischen Cloud-Angebote führender Anbieter sowie Anwendungsszenarien.
5. Cloud Computing für Startups aus Anbietersicht: Untersucht die Motive von Cloud-Providern, Startups zu unterstützen, und stellt konkrete Programme und Aktivitäten von Anbietern im Startup- und Bildungsbereich dar.
Schlüsselwörter
Cloud Computing, Startups, Deutschland, IBM, Public Cloud, SaaS, IaaS, PaaS, Lean Startup, IT-Infrastruktur, Risikokapital, Existenzgründung, Technologiemarkt, Cloud-Service-Provider, Unternehmensförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Nutzen Cloud-Computing-Dienste für Startups bieten und warum dieser Kundensegment für etablierte IT-Großunternehmen wie IBM strategisch interessant ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Cloud-Technologie, die Definition und Charakteristik von Startups, die Analyse des deutschen Gründermarktes sowie die Marketing- und Vertriebsstrategien großer Cloud-Provider im Startup-Umfeld.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist die Validierung des Mehrwerts von Cloud-Diensten für Startups und die Erarbeitung eines Überblicks über die Marktaktivitäten großer Anbieter, um das Potenzial dieses Segments zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine umfassende Literatur- und Studienanalyse durch (Studienkonsolidierung), um Daten zum Gründermarkt zu gewinnen, da keine einheitliche Primärquelle für die spezifische Fragestellung existierte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Cloud-Modelle, Startup-Definition) und eine Analyse aus zwei Perspektiven: der Kundensicht der Startups (Vorteile, Szenarien) und der Anbieterseite (Aktivitäten und Programme für Startups).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Cloud Computing, Startups, Innovationsförderung, IT-Infrastruktur und Geschäftsmodelle für junge Unternehmen definieren.
Wie unterscheiden sich Startups von etablierten Unternehmen in der Nutzung von Cloud-Diensten?
Startups benötigen aufgrund begrenzter Budgets, hoher Dynamik und der Notwendigkeit schneller Skalierbarkeit flexiblere, kostengünstige und standardisierte Lösungen, während etablierte Unternehmen oft komplexere Anforderungen an Sicherheit und Individualisierung stellen.
Warum ist die Identifikation der "Marmer Stages" für Startups relevant?
Die Marmer Stages helfen dabei, die Entwicklungsphase eines Startups zu bestimmen, was für IT-Anbieter entscheidend ist, um zu verstehen, welcher Bedarf an Ressourcen oder Support in der jeweiligen Gründungs- oder Wachstumsphase besteht.
- Quote paper
- Daniel Bartel (Author), 2011, Startups als ein Marktsegment für den Vertrieb von Cloud Computing-Services in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178345