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Zu: Michel Foucault - Überwachen und Strafen

Die Geburt des Gefängnisses

Titel: Zu: Michel Foucault - Überwachen und Strafen

Hausarbeit , 2011 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Torsten Müller (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Buch ,,Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses" von Michel Foucault, beschäftigt sich der Autor mit der Entwicklung von unterschiedlichen Strafmechanismen, die durch das soziale Medium der Macht bedingt sind. Dabei geht er genauer auf das Thema Macht, ihre Technik und die Auswirkung ein. Eine seiner interessantesten Aussagen in dem Buch ist, dass das Gefängnis in dem Sinne versagt hat und unfähig ist, indem es Delinquenz also Straffälligkeit bewusst produziert und sogar fast schon aktiv fördert. Doch diese Aussage ist nun schon über 30 Jahre alt und wurde auch damals schon sehr stark kritisiert und angezweifelt. Es ist also zu klären, ob es in der heuten Zeit überhaupt noch zutreffend ist. Im Verlaufe dieser Seminararbeit soll unter anderem genau diese Frage erläutert, diskutiert und vielleicht sogar final beantwortet werden. Zuvor sollte allerdings geklärt werden, wer Michel Foucault eigentlich war und was die essentiellen Inhalte seines Werkes ,,Überwachen und Strafen" waren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wer war Michel Foucault?

Essenzielle Inhalte von „Überwachen und Strafen“

Die Repressionsthese als Machtprinzip

Das Panoptikum-Prinzip

Das moderne Panoptikum

Kritische Stimmen

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Michel Foucaults einflussreiches Werk „Überwachen und Strafen“ unter besonderer Berücksichtigung der Machtmechanismen, des Panoptikum-Prinzips und deren Übertragbarkeit auf moderne gesellschaftliche Strukturen sowie aktuelle kritische Perspektiven aus der heutigen Soziologie und Psychologie.

  • Die theoretischen Grundlagen von Foucaults Machtbegriff und Wissen.
  • Die Untersuchung der „Repressionsthese“ als zentrales Machtprinzip.
  • Die Funktionsweise und Intention des Benthamschen Panoptikums.
  • Die Relevanz des Panoptikum-Prinzips in der heutigen digitalen und analogen Überwachungsgesellschaft.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Effektivität von Strafmechanismen.

Auszug aus dem Buch

Das Panoptikum-Prinzip

Die Bezeichnung Panoptikum setzt sich aus zwei Begriffen zusammen, die ursprünglich aus dem Griechischen stammen. „Optikos“ steht als Synonym für die Zurschaustellung, wobei nicht genau bezeichnet ist, ob es sich dabei um Subjekte oder Objekte handelt. „Pan“ steht im Griechischen für die deutsche Vokabel „gesamt“. Zusammen gefasst könnte man demnach sagen, dass es sich bei einem Panoptikum um eine vollständige Präsentation handelt.

Das von Jeremy Bentham entwickelte Panoptikum-Prinzip sollte auf den Bau von Gefängnissen angewendet werden. Es beruht darauf, dass die Bewacher die Strafgefangenen jederzeit vollständig im Blick behalten können, ohne dabei von diesen wahrgenommen zu werden. In seiner Zeit setzte man dabei auf unterschiedliche Lichtverhältnisse. Die Bereiche der Gefangenen waren hell erleuchtet, während die Räume für die Wärter stark abgedunkelt wurden.

Dieses Phänomen der Einsicht von einem dunklen in einen hellen Raum begegnet einem auch im Alltag, wenn man in der Nacht in ein erleuchtetes Fenster hinein schaut. Aus dieser Richtung kann man jedes Detail sehen. Versucht der Bewohner des erleuchteten Raums allerdings auf die dunkle Straße zu schauen, sorgen die Spiegelungen des Lichts auf den Scheiben dafür, dass er nichts erkennen kann.

Eine zweite Besonderheit des Panoptikum-Prinzips von Bentham war die Tatsache, dass die Räume, von denen aus die Überwachung erfolgte, sich an zentraler Stelle befanden. Der ideale Gefängnisbau nach den Entwürfen Benthams war also rund mit einem mittig befindlichen Bereich für die Wärter und außen liegenden Zellen für die Gefangenen. Dadurch wurde eine lückenlose Überwachung jeder Bewegung und jedes Verhaltens möglich. Und ein weiterer Vorteil lag darin, dass einerseits die Gefangenen nie konkret wussten, ob sie gerade im Visier eines Wärters waren, und man andererseits eine große Zahl von Gefangenen mit einer geringen Anzahl von Wächtern „in Schach halten“ konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Strafmechanismen und Aufwerfen der zentralen Frage nach der heutigen Relevanz von Foucaults Thesen.

Wer war Michel Foucault?: Biografische Skizze des Autors und Erläuterung seiner grundlegenden Konzepte wie Macht und Wissen.

Essenzielle Inhalte von „Überwachen und Strafen“: Überblick über die Disziplinierung von Individuen und das Konzept der Bio-Macht.

Die Repressionsthese als Machtprinzip: Darlegung der drei Grundelemente Big-Brother-Prinzip, Parzellierung und Hierarchisierung.

Das Panoptikum-Prinzip: Erläuterung der architektonischen und psychologischen Grundlagen des Gefängnisentwurfs nach Bentham.

Das moderne Panoptikum: Analyse der Übertragbarkeit des Überwachungsprinzips auf Internet, moderne Unternehmen und medizinische Einrichtungen.

Kritische Stimmen: Auseinandersetzung mit soziologischer Kritik und der Frage nach der Effektivität von Überwachung zur Kriminalitätsprävention.

Schlussbetrachtung: Reflexion über das Spannungsfeld zwischen staatlicher Ordnung, Resozialisierung und Menschenrechten.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Überwachen und Strafen, Macht, Panoptikum, Jeremy Bentham, Repressionsthese, Disziplinierung, Überwachung, Bio-Macht, Kriminalität, Soziologie, Resozialisierung, Machtstrukturen, Gesellschaft, Menschenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Michel Foucaults Werk „Überwachen und Strafen“ und untersucht, wie Machtmechanismen zur Disziplinierung in Gefängnissen und der Gesellschaft eingesetzt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Repressionsthese, das Panoptikum-Prinzip von Jeremy Bentham sowie die Übertragung dieser Konzepte auf moderne Strukturen wie die digitale Welt und die Arbeitswelt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte klären, ob Foucaults über 30 Jahre alte Thesen zur Wirksamkeit von Gefängnissen und zur Überwachung in der heutigen modernen Zeit noch als zutreffend angesehen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und theorieorientierte Analyse, die die Konzepte Foucaults aufgreift und sie durch aktuelle Beispiele und kritische soziologische Sichtweisen diskutiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Repressionsthese, die detaillierte Beschreibung des Panoptikums und die Erörterung dessen Anwendung in modernen Institutionen sowie eine anschließende kritische Bewertung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Machtverhältnis, Disziplinierung, Panoptikum, Überwachung und Resozialisierung geprägt.

Wie unterscheidet sich das „moderne Panoptikum“ vom historischen Entwurf Benthams?

Während Bentham eine physische Architektur für Gefängnisse entwarf, beschreibt Foucault das moderne Panoptikum als ein abstraktes Grundstrukturprinzip der Gesellschaft, das sich durch digitale Überwachung und moderne Hierarchien äußert.

Warum kritisieren Soziologen wie Raymond Boudon das Werk Foucaults?

Kritiker führen an, dass Foucaults Theorien aus heutiger soziologischer Sicht nicht mehr vertretbar seien, da die Kriminalitätsraten trotz umfassender Überwachung nicht im erwarteten Maße gesunken sind.

Inwiefern ist laut Autor eine konsequente Überwachung problematisch für die Resozialisierung?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein ständiger Überwachungsdruck und ein starrer Tagesablauf der Persönlichkeitsentwicklung entgegenstehen und die Resozialisierung erschweren, da sie keine eigenständige Verantwortungsübernahme fördern.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zu: Michel Foucault - Überwachen und Strafen
Untertitel
Die Geburt des Gefängnisses
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,7
Autor
Torsten Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V178415
ISBN (eBook)
9783656004714
ISBN (Buch)
9783656006350
Sprache
Deutsch
Schlagworte
michel foucault strafen geburt gefängnisses
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Torsten Müller (Autor:in), 2011, Zu: Michel Foucault - Überwachen und Strafen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178415
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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