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Die Entwicklung der Reichskanzlei 1933-1945 und deren Einordnung in das System des Dritten Reiches

Title: Die Entwicklung der Reichskanzlei 1933-1945 und deren Einordnung in das System des Dritten Reiches

Seminar Paper , 2002 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Oliver Schirmer (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Otto von Bismarck benötigte für die Erledigung seiner Aufgaben als Reichskanzler Unterstützung. Aus diesem Grund richtete er 1878 ein Büro in der Wilhelmstraße 77 ein, die Reichskanzlei. Gebäude und Garten wurden nach den Wünschen Bismarcks gestaltet, denn es diente den Reichskanzlern als Wohnung und enthielt die Geschäftsräume der Reichskanzlei. Kurz nach der Einweihung fand in der Reichskanzlei im Jahre 1878 der „Berliner Kongreß“ 1 statt, der die wichtige Vermittlerrolle des „ehrlichen Maklers“ Bismarck in er damaligen Zeit verdeutlichte.

In der Weimarer Republik wuchs die Bedeutung der Reichskanzlei an. An ihrer Spitze stand nicht mehr ein Unterstaatssekretär, wie zu Zeiten des Kaisers, sondern ein Staatssekretär. Die Leiter der Reichskanzlei waren in der Kaiserzeit und auch in der Weimarer Republik die engsten Berater und Mitarbeiter der verschiedenen Reichskanzler. So konnten sie auch eine politische Rolle spielen, da sie mit ihrer Beraterfunktion auch auf Sachentscheidungen der jeweiligen Kanzler Einfluß nehmen konnten. In der Weimarer Republik konnte diese entscheidende Position nicht wirklich ausgefüllt werden, da es infolge der „neuen“ parlamentarischen Regierungsweise sehr häufige Regierungs - und Kanzlerwechsel gab. Damit verbunden waren ebenso häufige Umbesetzungen in der Leitung der Reichskanzlei. So gab es in den Jahren 1920 - 1932 zehn verschiedene Staatssekretäre in der Reichskanzlei. Dies sollte sich aber ab dem 30.01.1933 ändern als Hans Heinrich Lammers von Hitler zum Staatssekretär in der Reichskanzlei ernannt wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Die Entwicklung der Reichskanzlei 1933 – 1945 und deren Einordnung in das System des Dritten Reiches

I. Der Lebensweg von Hans Heinrich Lammers

II. Die Entwicklung der Reichskanzlei

1. Januar 1933 – August 1934

2. Herbst 1934 – Ende 1937

3. 1938 – 1945

III. Die Stellung des Chefs der Reichskanzlei in der Hierarchie des Hitler Regimes

C. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die organisatorische Entwicklung der Reichskanzlei zwischen 1933 und 1945 sowie die Rolle ihres Leiters, Hans Heinrich Lammers, im Machtgefüge des nationalsozialistischen Staates. Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Chef der Reichskanzlei entgegen erster Vermutungen keine politische Gestaltungsmacht besaß, sondern primär formell-administrative Aufgaben erfüllte.

  • Biografischer Werdegang von Hans Heinrich Lammers
  • Strukturwandel der Reichskanzlei unter dem NS-Regime
  • Verhältnis zwischen staatlicher Verwaltung und parteipolitischer Führung
  • Abgrenzung der Reichskanzlei zur Partei- und Präsidialkanzlei
  • Die Rolle der Reichskanzlei im Konzentrationsprozess der Macht

Auszug aus dem Buch

II.2. Herbst 1934 – Ende 1937

Wie die Soldaten, so wurden auch alle Beamte im Reich auf die Person Hitlers vereidigt und waren ebenso in ein Abhängigkeitsverhältnis gedrängt worden, aus dem man meist nur durch den Tod ausscheiden konnte. Der Grund hierfür lag in der meist traditionellen und konservativen Erziehung der Beamten und Soldaten. Ein Eid hatte eine sehr große Bedeutung für den Einzelnen und einen Bruch konnten die meisten nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. Aber nichts anderes war das Ziel einer solchen persönlichen Bindung durch Treue und Gehorsam.

Auch nach dem Tod Hindenburgs blieb die Präsidialkanzlei auf Wunsch Hitlers erhalten, obwohl die eigentliche Aufgabe, nämlich das Halten der Verbindung zwischen Reichspräsident und Reichsregierung, erloschen war. Die Reichskanzlei wurde in ihren Aufgaben wiederum erweitert, denn die Vorarbeit für Entscheidungen, die früher vom Reichsoberhaupt und der Reichsregierung oder vom Reichspräsidenten allein geleistet wurde, verlagerte sich in die Reichskanzlei. Außerdem wurde die Behörde Lammers mit der Vorbereitung von Beamtenernennung und Entlassung betraut, was ursprünglich die Aufgabe der Präsidialkanzlei war. Trotzdem behielt die Präsidialkanzlei ihre repräsentativen und formellen Aufgaben, wie die Beamtenernennung selbst, Gnadensachen, Ordensverleihungen und die Vorbereitung von Empfängen. Der Arbeitsanfall in der Reichskanzlei war mengenmäßig gesehen enorm, obwohl die Zahl der Beamten geringer war als in der Weimarer Zeit.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Reichskanzlei vom kaiserlichen Sekretariat bis zur Ära Lammers und definiert die Forschungsfrage bezüglich der tatsächlichen Machtstellung des Chefs der Reichskanzlei.

B. Die Entwicklung der Reichskanzlei 1933 – 1945 und deren Einordnung in das System des Dritten Reiches: Dieser Hauptteil analysiert den Lebenslauf von Lammers sowie die chronologische Entwicklung der Behörde, wobei die zunehmende Marginalisierung des staatlichen Apparats gegenüber der Parteikanzlei hervorgehoben wird.

I. Der Lebensweg von Hans Heinrich Lammers: Ein Überblick über die Herkunft, Ausbildung und Karriere von Lammers bis hin zu seiner Berufung zum Staatssekretär in der Reichskanzlei 1933.

II. Die Entwicklung der Reichskanzlei: Detaillierte Darstellung der administrativen Veränderungen in drei Phasen, von der Machtübernahme bis zum Niedergang der Behörde am Ende des Krieges.

III. Die Stellung des Chefs der Reichskanzlei in der Hierarchie des Hitler Regimes: Untersuchung der spezifischen Rolle des Leiters der Reichskanzlei als reinem Verwaltungsbeamten innerhalb eines autokratisch geführten Staates ohne inhaltliche politische Mitbestimmung.

C. Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung, die festhält, dass Lammers trotz seines hohen Ranges politisch einflusslos blieb und lediglich als formeller Verwaltungsakteur fungierte.

Schlüsselwörter

Reichskanzlei, Hans Heinrich Lammers, Drittes Reich, Hitler, Nationalsozialismus, Verwaltungsgeschichte, Führerstaat, Parteikanzlei, Staatssekretär, Wilhelmstraße, Machtstrukturen, Bürokratie, Gesetzgebung, Diktatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und organisatorischen Einordnung der Reichskanzlei im nationalsozialistischen Deutschland zwischen 1933 und 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Rolle von Hans Heinrich Lammers als Leiter der Reichskanzlei sowie das Spannungsverhältnis zwischen der staatlichen Verwaltung und dem sich ausdehnenden Machtanspruch der NSDAP-Parteikanzlei.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, die weit verbreitete Annahme zu widerlegen, der Chef der Reichskanzlei habe eine machtvolle politische Schlüsselrolle innegehabt. Stattdessen wird aufgezeigt, dass seine Tätigkeit auf rein formelle Verwaltungsaufgaben beschränkt war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer historischen Quellen- und Literaturanalyse, insbesondere unter Nutzung der Standardwerke von Franz-Willing und Rebentisch zur Verwaltungsgeschichte des Dritten Reiches.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Darstellung von Lammers, eine chronologische Analyse der Reichskanzlei in drei Zeitabschnitten sowie eine Untersuchung seiner Stellung innerhalb der staatlichen Hierarchie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Kernbegriff Reichskanzlei prägen Begriffe wie Führerstaat, Verwaltungsgeschichte, Hans Heinrich Lammers, Bürokratie und das Machtverhältnis zwischen Staat und Partei die Arbeit.

Warum verlor die Reichskanzlei im Verlauf des Krieges an Bedeutung?

Mit der zunehmenden Konzentration der Macht in den Händen der Parteikanzlei unter Martin Bormann wurden staatliche Institutionen wie die Reichskanzlei in die Bedeutungslosigkeit gedrängt, da der unmittelbare Zugang zu Hitler zunehmend kontrolliert und auf parteitreue Gefolgsleute verlagert wurde.

Inwieweit hatte Lammers Einfluss auf Gesetze und Erlasse?

Lammers hatte keinen inhaltlichen Einfluss auf die Gesetzgebung. Seine Rolle beschränkte sich darauf, die „Sache“ für Hitler entscheidungsreif vorzubereiten und die formell-juristische Korrektheit von Dokumenten zu gewährleisten.

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Details

Title
Die Entwicklung der Reichskanzlei 1933-1945 und deren Einordnung in das System des Dritten Reiches
College
University of the Federal Armed Forces München  (Staats- und Sozialwissenschaften)
Course
Herrschaft und Ideologie im Dritten Reich
Grade
2,0
Author
Oliver Schirmer (Author)
Publication Year
2002
Pages
17
Catalog Number
V17848
ISBN (eBook)
9783638223188
ISBN (Book)
9783656899235
Language
German
Tags
Entwicklung Reichskanzlei Einordnung System Dritten Reiches Herrschaft Ideologie Dritten Reich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Schirmer (Author), 2002, Die Entwicklung der Reichskanzlei 1933-1945 und deren Einordnung in das System des Dritten Reiches, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17848
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