Beschäftigung in den Wirtschaftssektoren im 19. und 20. Jahrhundert


Seminararbeit, 2002
15 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Gliederung

A. Einleitung

B. Beschäftigung in den Wirtschaftssektoren im 19. und 20. Jahrhundert
B.I. Einführende Bemerkungen
B.II. Wandel der Erwerbsstruktur
1) Fourastie – Modell (Fisher – Clark – Modell)
2) Die Entwicklung der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren

C. Fazit und Ausblick

D. Anlagen

E. Literaturverzeichnis

A. Einleitung

Die Erwerbstätigkeit nimmt im Leben des modernen Menschen einen zentralen Platz ein, da sie nicht nur der Sicherung des Lebensunterhalts dient, sondern auch Einfluß auf die Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit hat. Erwerbstätig, kann man aber in sehr vielen Bereichen sein.

Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit der Entwicklung der Erwerbstätigen in den einzelnen Sektoren im 19. und 20. Jahrhundert. Dabei soll es Ziel sein, die Entwicklung der Beschäftigten und die Verschiebung/Umstrukturierung zwischen den Wirtschaftssektoren überblickartig aufzuzeigen. Die Ausarbeitung ist in die Teile A, B, C, D und E gegliedert. Im Teil A, der Einleitung, soll der Betrachter zum Thema hingeführt und über die Vorgehensweise informiert werden. Der Teil B ist der Hauptteil dieser Arbeit, der sich mit „einführenden Bemerkungen“ und dem „Wandel der Erwerbsstruktur“ beschäftigt. Dort soll der Leser vorab und kurz über notwendige Grundlagen und Probleme informiert werden, um danach das Fourastie –Modell und die überblickartige Entwicklung der Beschäftigten besser zu verstehen. Der Teil C gibt ein kurzes Fazit und einen Vorschlag für spätere wissenschaftliche Forschungen. Notwendig erschien mir, in dieser Ausarbeitung, einige Anlagen einzufügen, da diese Schaubilder und Statistiken für das Verständnis von großer Bedeutung sind. Im Teil E, dem Literaturverzeichnis, sind alle Werke und Quellen aufgeführt, die ich als Grundlage für meine Arbeit genutzt habe.

Als Quellen – und Literaturbasis habe ich hauptsächlich mit dem Sozialgeschichtlichen Arbeitsbuch (Band 1-3) und dem Werk von Walter G. Hoffmann (Das Wachstum der deutschen Wirtschaft seit Mitte des 19. Jahrhunderts) gearbeitet. Anzumerken ist hier aber, daß das Werk von Hoffmann als Basiswerk zu verstehen ist und viele andere Autoren sich auf Hoffmann und seine Ergebnisse beziehen. Leider beziehen sich Hoffmanns Erhebungen nur auf die Jahre bis einschließlich 1959 und so ist es notwendig, daß diesem Werk, aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, ein neues umfassendes Werk folgt.

B. Beschäftigung in den Wirtschaftssektoren im 19. und 20. Jahrhundert

B.I. Einführende Bemerkungen

In dieser Ausarbeitung werden die verschiedenen Wirtschaftssektoren in drei Bereiche unterteilt, in den primären, den sekundären und den tertiären Bereich. Der primäre Bereich umfaßt die Landwirtschaft, Forstwirtschaft und die Fischerei. Im sekundären Sektor werden Bergbau, Salinen, Industrie und Handwerk zusammengefaßt. Außerdem umfaßt der tertiäre Sektor Handel, Banken, Versicherungen, Gaststättengewerbe, häusliche Dienste, Verwaltung und Verteidigung (ect.).

Die Entwicklung der Beschäftigung wird bestimmt durch das Bevölkerungswachstum, die Veränderung der Erwerbsquote und durch die wöchentliche Arbeitszeit.[1] Im 19. Jahrhundert lag die durchschnittliche Zuwachsrate der Bevölkerung zwischen 0,8% und 1,1%. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag die Zuwachsrate der Bevölkerung im Jahre 1913 bei 1,4%.[2] Eine solche positive Bevölkerungsentwicklung ist abhängig von der Geburtenquote, der Sterbequote und von Wanderungsgewinnen. Ein Anstieg der Bevölkerung hat aber auch zwangsläufig einen Anstieg der Beschäftigten zur Folge.

Betrachtet man die Erwerbsquote ,so wird man feststellen, daß jene von 1850 (43%) bis 1959 (47%) langsam ansteigt. Ausreißer wie 1925 (49,7%) und 1933 (40,9%)[3] können mit „aktuellen“ Ereignissen begründet werden. So ist die hohe Erwerbsquote 1925 mit einem wirtschaftlichen Aufschwung[4] und die niedrige Erwerbsquote 1933 mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise zu erklären. Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit in Deutschland sank von 82 Stunden im Jahre 1825 bis auf 42 Stunden im Jahre 1932[5]. In Krisenzeiten[6] ist natürlich ein kurzfristiger Anstieg zu erkennen aber langfristig kann man eine sinkende

Tendenz betrachten. Die wöchentliche Arbeitszeit, die Erwerbsquote und das Bevölkerungswachstum bestimmen somit auch die Anzahl/Entwicklung der Beschäftigten.

Um Aussagen über Beschäftigung und Beschäftigte machen zu können ist es unumgänglich sich mit der Erfassung jener arbeitenden Menschen zu befassen. Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten Beschäftigte zu erfassen, zum einen gibt es sogenannte Berufszählungen, bei denen die einzelnen Personen nach ihrer Erwerbstätigkeit befragt werden. Zum anderen erfaßt man die Erwerbstätigen vom Betrieb her. In einzelnen Arbeitsstätten und Betrieben wird nachgefragt, wieviel Arbeitnehmer beschäftigt sind. Diese beiden Erfassungsmöglichkeiten können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.[7] Es können drei Hauptgründe angeführt werden: Wenn bei Betriebs –und Arbeitsstättenzählungen die Erwerbstätigen gezählt werden, so ist nicht endgültig sicher, daß die einzelnen Beschäftigten nur an der „gezählten“ Arbeitsstätte einer Arbeit nachgehen. So kann es durchaus passieren, daß ein und derselbe Arbeitnehmer in verschiedenen Betrieben arbeitet und so mehrfach gezählt wird. Diese Verfälschungen der Statistik sind unter anderem auf das Gaststättengewerbe und auf die Landwirtschaft zurückzuführen, denn dort findet man meist Arbeitnehmer, die mehreren Beschäftigungen nachgehen. Bei Berufszählungen werden die einzelnen Personen nach ihrem Beruf befragt. Das tatsächliche Ausmaß der Beschäftigung bleibt verfälscht oder unbekannt, wenn nicht zusätzlich ermittelt wird, ob die Befragten zum Zeitpunkt der Erhebung tatsächlich auch arbeiten und nicht arbeitslos sind. Ein weiteres Problem kann auftreten, wenn die befragten Personen einen Beruf ausüben, den sie nicht erlernt haben. Ein Beispiel für die Probleme bei der Erfassung von Beschäftigten wäre: Der 21 – jährige Ricardo W. hat den Beruf eines Landwirtes erlernt, nach seiner Lehre arbeitete er zwei Jahre am Fließband bei einem großen deutschen Fahrzeughersteller, bis er als Wehrpflichtiger zur Bundeswehr einberufen wurde. Diese Person kann dem primären, sekundären oder tertiären Wirtschaftssektor zugeordnet werden, es kommt nur darauf an wie Ricardo W. befragt wird und was er antwortet.

Den verschiedenen Erfassungsmöglichkeiten von Beschäftigten bietet sich aber ein gemeinsames weiteres Problem, die Definition von Beschäftigten. Grundsätzlich bieten sich drei verschiedene Möglichkeiten an.[8] 1) Es werden alle überhaupt am Erwerbsleben beteiligte Personen erfaßt, egal wieviel Stunden jene pro Woche Arbeiten. Mithelfende Personen oder Familienangehörige, die sich als solche bezeichnen werden ebenfalls als Beschäftigte gezählt, ohne daß die Arbeitswochenstunden ein Rolle spielen. 2) Mann zählt wiederum alle am Erwerbsleben beteiligten Personen, trifft aber eine Regelung für mithelfende Personen und Familienangehörige. Solche Personen werden nur mitgezählt, wenn sie mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten. 3) Bei der dritten Möglichkeit der Definition von Beschäftigten wird eine bestimmte Anzahl von Wochenarbeitsstunden nicht nur von den „Mithelfenden“ verlangt, sondern auch von den Erwerbstätigen selbst. Die Mindestzahl für selbständige und unselbständige Erwerbstätige wird auf 24 Stunden festgesetzt. „Mithelfende müssen weiterhin 15 Stunden pro Woche tätig sein, um zu den Beschäftigten zu zählen.

[...]


[1] Vgl. Hoffmann, Walter G.: Das Wachstum der deutschen Wirtschaft seit Mitte des 19. Jahrhunderts, Berlin/Heidelberg/New York 1965, S. 14.

[2] Vgl. ebd.:, S. 14.

[3] Vgl. ebd.: S. 17 – 18.

[4] z.B. Einführung der Rentenmark, Dawes – Plan.

[5] Vgl. Hoffmann, Walter G.: Das Wachstum der deutschen Wirtschaft, S. 18.

[6] z.B. während des Zweiten Weltkrieg.

[7] Vgl. Hoffmann, Walter G.: Das Wachstum der deutschen Wirtschaft, S. 180.

[8] Vgl. Hoffmann, Walter G.: Das Wachstum der deutschen Wirtschaft, S. 181.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Beschäftigung in den Wirtschaftssektoren im 19. und 20. Jahrhundert
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsgeschichte)
Veranstaltung
Quantitative Methoden zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
15
Katalognummer
V17849
ISBN (eBook)
9783638223195
ISBN (Buch)
9783656899266
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beschäftigung, Wirtschaftssektoren, Jahrhundert, Quantitative, Methoden, Wirtschafts-, Sozialgeschichte
Arbeit zitieren
Oliver Schirmer (Autor), 2002, Beschäftigung in den Wirtschaftssektoren im 19. und 20. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17849

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