Im Seminar Zwischen literarischer Qualität und Inszenierung: Fräuleinwunder
und Popliteratur haben wir die Motive Medien, Drogen, Listen, Körperwahrnehmung,
Sexualität und Stereotype als Leitmotive in Benjamin von
Stuckrad-Barres Roman Soloalbum erkannt. In der vorliegenden Hausarbeit
sollen nun die drei Motive Drogen, Körperwahrnehmung und Sexualität
bezüglich ihrer Darstellung in Buch und Film genauer betrachtet werden.
Zunächst soll die Darstellung dieser Leitmotive im Film betrachtet werden. Im
nächsten Schritt soll eine solche Betrachtung auf Schrifttextebene erfolgen.
Anschließend werden die Resultate in Verbindung zueinander gesetzt. Dabei
soll jedoch kein gesamtheitliches Urteil über die Qualität des Buches bzw. des
Films getroffen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Soloalbum – Der Film
2.1 Drogen
2.2 Körperwahrnehmung
2.3 Sexualität
3. Soloalbum - Das Buch
3.1 Drogen
3.2 Körperwahrnehmung
3.3 Sexualität im Buch
4. Der Vergleich
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Darstellung der Leitmotive Drogen, Körperwahrnehmung und Sexualität in Benjamin von Stuckrad-Barres Roman "Soloalbum" sowie dessen filmischer Adaption von 2003. Ziel ist es, die Unterschiede in der filmischen und literarischen Umsetzung dieser Motive herauszuarbeiten und die Charakterisierung der jeweiligen Protagonisten in ihrem jeweiligen Medium zu analysieren.
- Vergleichende Analyse von Buch und Film
- Darstellung und Konsum von legalen und illegalen Drogen
- Körperwahrnehmung und Selbstbild der Protagonisten
- Sexualität, Geschlechterrollen und sexuelle Frustration
- Medienspezifische Inszenierung literarischer Vorlagen
Auszug aus dem Buch
2.1 Drogen
Im Film sind die legalen Drogen Alkohol und Zigaretten von Bedeutung. Außerdem wird das Medikament Dormital für Bens vorgetäuschten Selbstmordversuch „verwendet“. Bei diesem Präparat handelt es sich um ein Beruhigungsmittel, dass auch bei Epileptikern angewendet wird. Bens Freund Alf mixt regelmäßig sogenannten „Hustensaft“, der sowohl aus Medikamenten als auch frei verkäuflichen Produkten wie Fußbalsam und Klosterfrau Melissengeist besteht. Es fällt auf, dass alle thematisierten Drogen entweder legal sind, oder Mixturen von Alf sind. Es werden hingegen keine allgemein bekannten, illegalen Drogen wie Marihuana, Kokain, Heroin usw. konsumiert.
Bereits in einer der ersten Szenen ist Ben zu sehen, wie er hochprozentigen Alkohol trinkt. Der Impuls geht jedoch nicht von ihm aus. Er bekommt das kleine Fläschchen von „Anastacia“ angeboten. Diese und Christian trinken ebenfalls. Auch auf der Party wird Alkohol getrunken. Als Alf hinzukommt um Ben und Christian abzuholen bringt er seinen „Hustensaft“ mit. Kurz zuvor hat er selber davon getrunken und bricht infolge dessen zusammen. In dieser Szene wird deutlich gemacht, dass „Anastacia“ ihrerseits bereits einige Erfahrung mit Drogenkonsumenten hat: „Hol´ Wasser, Mann, sonst verreckt der!“ Die Vermutung sie könne selber bereits Drogen konsumiert haben bestätigt sich kurz darauf, als sie ein komplettes Fläschchen des Hustensaftes trinkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale Aufgabenstellung vor, die Motive Drogen, Körperwahrnehmung und Sexualität in Buch und Film zu vergleichen, ohne dabei eine qualitative Bewertung der Werke vorzunehmen.
2. Soloalbum – Der Film: Dieses Kapitel analysiert die filmische Darstellung der Leitmotive und beleuchtet Bens Konsumverhalten, sein meist selbstsicheres Auftreten sowie die teils unkonventionelle Sexualität im Film.
3. Soloalbum - Das Buch: Der Abschnitt betrachtet die literarische Vorlage und arbeitet die sehr negative Körperwahrnehmung des Ich-Erzählers sowie sein hohes Suchtpotential und die sexuelle Frustration heraus.
4. Der Vergleich: Das abschließende Kapitel kontrastiert die Ergebnisse, stellt Unterschiede in der Motivnutzung fest und weist auf die Notwendigkeit medienspezifischer Übersetzungen bei der Verfilmung literarischer Stoffe hin.
Schlüsselwörter
Soloalbum, Benjamin von Stuckrad-Barre, Filmvergleich, Literaturverfilmung, Drogenkonsum, Körperwahrnehmung, Sexualität, Geschlechterrollen, Popliteratur, Suchtpotential, Identitätsfindung, Medienspezifische Codes, Selbstbild, Medienanalyse, Adaption.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die drei Leitmotive Drogen, Körperwahrnehmung und Sexualität in Benjamin von Stuckrad-Barres Roman "Soloalbum" im Vergleich zu dessen Verfilmung aus dem Jahr 2003.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Umgang mit Rauschmitteln, die subjektive Wahrnehmung des eigenen Körpers und die Darstellung von Sexualität sowie deren Bedeutung für die Charakterentwicklung.
Was ist das Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Unterschiede in der Darstellung dieser Motive zwischen dem Medium Buch und dem Medium Film aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Analyse durchgeführt, die beide Werke in Hinblick auf die genannten Motive systematisch untersucht und gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst wird der Film analysiert, anschließend die literarische Vorlage, um schließlich in einem Vergleich die medienspezifischen Unterschiede zu diskutieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Soloalbum, Popliteratur, Körperwahrnehmung, Drogenkonsum, Medienanalyse und Adaption.
Wie unterscheidet sich Bens Drogenkonsum im Film von dem im Buch?
Im Film wird der Drogenkonsum oft als flüchtige Erfahrung dargestellt, während der Ich-Erzähler im Buch eine deutlich intensivere und regelmäßige Neigung zu legalen und illegalen Drogen aufweist.
Welche Rolle spielt die Sexualität in der Analyse?
Sexualität dient als Indikator für die psychische Verfassung der Protagonisten, wobei der Film ein eher konventionelles Rollenbild hinter einer offenen Fassade zeigt, während das Buch von einer starken sexuellen Frustration geprägt ist.
Warum wird die Körperwahrnehmung als unterschiedlich eingestuft?
Der Film zeigt Ben meist als selbstsicheren, athletischen Mann, während der Ich-Erzähler im Buch unter einer stark gestörten, negativen Körperwahrnehmung leidet, die an Symptome einer Bulimie erinnert.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Verfilmung?
Der Autor schlussfolgert, dass die Unterschiede durch die notwendige Übersetzung der medienspezifischen Codes von Literatur in Film bedingt sind, um das Werk im neuen Medium stimmig zu inszenieren.
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- Jessica Berger (Author), 2011, "Soloalbum": Das Buch und der Film - Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178536