Die SARFT (State Administration of Radio, Film and Television) entstand 1998 nach dem 9. Chinesischen Volkskongress und ist als Rundfunkverwaltungsamt zu verstehen und somit zuständig für Hörfunk und Fernsehen. Sie untersteht direkt dem Staatsrat. Aufgaben sind die Lizenzvergabe an Sender, Vorgabe der Programmgestaltung, die Verwaltung der Sendeanlagen und die Zensur von Inhalten. Das SANV (Staatliche Amt für Nachrichten und Verlagswesen) ist zuständig für das Verlagswesen und die Printmedien und untersteht dem Staatsrat wie die SARFT. Das Amt genehmigt Neugründungen von Zeitungen und Zeitschriften und regelt die rechtlichen Bestimmungen für den Printbereich. Für das Internet sind mehrere Behörden zuständig. Die wichtigste ist das Staatliche Amt für Internet Propaganda.
Xinhua (Zentrale Nachrichtenagentur) wurde 1931 gegründet. Sie untersteht dem Staatsrat und ist als einzige berechtigt Informationen und Nachrichten in und über China zu sammeln und zu verbreiten. Bei den wichtigsten Nachrichten besteht ein Übernahme- und Meldezwang für die Medienbetriebe in China. Während die Ämter SANV, SARFT und das Staatliche Amt für Internet Propaganda den Output der Medien kontrollieren ist die Nachrichtenagentur Xinhua für den Input zuständig. Xinhua beschäftigt ca. 7000 Mitarbeiter. Die Nachrichtenagentur unterhält selbst ca. 40 Zeitungen und Zeitschriften, darunter die Zeitung Renmin Ribao (Volkszeitung), die seit 1949 das offizielle Verlautbarungsorgan der Partei und Regierung ist und die auflagenstärkste Zeitung Cankao Xiaoxi (Reference News).
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Funktion des Staates und Verständnis von Medien in China
3. Der Aufbau der VR China
4. Wichtige Eckdaten der (Medien)Geschichte der VR China
5. Presse und Print
5.1 Geschichtliche Entwicklung
5.2 Gegenwärtige Situation, Organisation und Struktur
6. Hörfunk
6.1 Geschichtliche Entwicklung
6.2 Gegenwärtige Situation, Organisation und Struktur
7. Fernsehen
7.1 Geschichtliche Entwicklung
7.2 Gegenwärtige Situation, Organisation und Struktur
8. Internet
8.1 Geschichtliche Entwicklung
8.2 Gegenwärtige Situation, Organisation und Struktur
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Mediensystem der Volksrepublik China im Spannungsfeld zwischen staatlicher Kontrolle und wirtschaftlicher Liberalisierung. Ziel ist es, die strukturelle Organisation der Bereiche Print, Hörfunk, Fernsehen und Internet sowie deren Funktion als Instrumente der Kommunistischen Partei Chinas zu analysieren.
- Strukturanalyse der chinesischen Mediensektoren
- Wechselspiel von autoritärer Zensur und wirtschaftlichem Wachstum
- Einfluss der Kommunistischen Partei auf Medieninhalte
- Entwicklung von Medien- und Wirtschaftspolitik seit den 1980er Jahren
- Rolle ausländischer Investitionen nach dem WTO-Beitritt
Auszug aus dem Buch
Gegenwärtige Situation, Organisation und Struktur
Der chinesische Pressemarkt ist durch die hohe Anzahl verschiedener Printherausgeber in seinem Angebot sehr umfangreich und vielfältig. Bis auf regelmäßige regierungskritische Veröffentlichungen ist fast alles zu finden. Die am weitesten verbreiteten Tageszeitungen in China sind die Cankao Xiaoxi und die Renmin Ribao, beide mit Auflagen von über 2,5 Mio. Exemplaren (vgl. DREIER 2006, S. 79). Bei den nichtpolitischen Veröffentlichungen ist das Monatsmagazin Duzhe hervorzuheben, das mit einer Auflage von 3,29 Mio. am meisten gelesen wird (vgl. GUI 2004, S. 56). Ferner existieren viele Periodika, die sich auf Themen spezialisieren.
Fast alle Printveröffentlichungen sind abhängig von der zentralen Nachrichtenagentur Xinhua, da sie das Informationsmonopol bezüglich Nachrichten über und in China hat, damit also das Angebot steuert. Auch im rechtlichen Bereich findet sich ein ähnliches Bild. Nach Artikel 35 der chinesischen Verfassung von 1982 ist die Presse zwar frei, jedoch wird sie durch etliche andere Bestimmungen eingeschränkt. Diese sind so wage formuliert, dass der Staat die Macht hat problemlos Redaktionen zu bestrafen oder ganz zu schließen. Der Staat sieht sein Handeln dabei in der Verfassung begründet: Da er die Verantwortung für das kulturelle Leben seines Volkes übernehme, müssten auch alle Tätigkeiten der Medien durch ihn überwacht werden. Da viele Medieninstitutionen ohnehin dem Staat oder der KP unterstehen, ereignen sich solche Fälle nicht oft. Wenn sie jedoch eintreten, haben sie auch eine abschreckende Wirkung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Überblick über die demografische und politische Ausgangslage Chinas sowie die rasante Entwicklung der dortigen Kommunikationsindustrie.
2. Funktion des Staates und Verständnis von Medien in China: Darstellung der vier zentralen staatlichen Funktionen bezüglich Medien, die als Organe der Öffentlichkeitsarbeit der Partei fungieren.
3. Der Aufbau der VR China: Visualisierung und Erläuterung der machtpolitischen Struktur zwischen Partei und Staat.
4. Wichtige Eckdaten der (Medien)Geschichte der VR China: Chronologischer Überblick über medienrelevante Ereignisse von der Staatsgründung 1949 bis zum WTO-Beitritt.
5. Presse und Print: Analyse der historischen Entwicklung und der heutigen Abhängigkeiten im Zeitungssektor unter Berücksichtigung des Informationsmonopols von Xinhua.
6. Hörfunk: Untersuchung des Radiosektors, der sich von staatlicher Propaganda hin zu kommerziell spezialisierten Formaten entwickelt hat.
7. Fernsehen: Analyse der dominierenden Rolle des Staatsfernsehens CCTV und der staatlichen Kontrollmechanismen gegenüber privaten Anbietern.
8. Internet: Betrachtung der technischen Expansion und der komplexen staatlichen Überwachungs- und Blockadepraxis gegenüber digitalen Inhalten.
9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Medienlandschaft als ökonomisch wachstumsstarker Sektor unter weiterhin strenger ideologischer Steuerung.
Schlüsselwörter
Mediensystem, Volksrepublik China, KPCh, Propaganda, Zensur, Pressefreiheit, Wirtschaftliche Liberalisierung, Xinhua, CCTV, Internetzensur, Medienkontrolle, Staatssteuerung, Printmedien, Rundfunk, Kommunikationsindustrie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Mediensystem der VR China und untersucht, wie Medien als Instrumente der staatlichen Kontrolle eingesetzt werden und wie sich der Sektor im Zuge wirtschaftlicher Reformen verändert hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die staatliche Regulierung, der Einfluss der Kommunistischen Partei, die wirtschaftliche Kommerzialisierung von Medienprodukten sowie die Rolle von Institutionen wie SARFT und Xinhua.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit fragt nach dem Spannungsverhältnis zwischen der autoritären politischen Steuerung und dem Bedarf an wirtschaftlicher Liberalisierung im chinesischen Medienmarkt.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und strukturierte Aufarbeitung des Mediensystems basierend auf Fachpublikationen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil besonders im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich nach den Medientypen (Print, Hörfunk, Fernsehen, Internet) und beleuchtet jeweils die historische Entwicklung sowie die gegenwärtige organisatorische Struktur.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Schlagworten gehören Medienkontrolle, Zensur, Staatsfernsehen, wirtschaftliche Liberalisierung und die monopolistische Stellung der Nachrichtenagentur Xinhua.
Wie geht der chinesische Staat mit ausländischen Medienanbietern um?
Ausländische Anbieter müssen sich den strengen Auflagen der chinesischen Staatsführung unterordnen, was häufig zur Zensur von Inhalten führt, um auf dem chinesischen Markt tätig sein zu dürfen.
Welche Rolle spielt die Selbstzensur bei chinesischen Journalisten?
Um staatliche Sanktionen oder Betriebsschließungen zu vermeiden, betreiben viele Redaktionen präventive Selbstzensur, indem sie heikle Themen von vornherein aus dem redaktionellen Angebot ausschließen.
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- Master of Arts Stanislaw Schmidt (Autor), Christian Steckroth (Autor), 2007, Das Mediensystem in der Volksrepublik China, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178567