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Die Kritik an David Humes Moraltheorie unter Bezug auf das "Hume‘s Law"

Titel: Die Kritik an David Humes Moraltheorie unter Bezug auf das "Hume‘s Law"

Bachelorarbeit , 2017 , 46 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Martin Ivers (Autor:in)

Philosophie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine Schritt-für-Schritt-Analyse des Humeschen Gesetzes und der Kritik, insbesondere der von John Searle.

Ist in der Philosophiegeschichte die Widerlegung des Hume‘s Law gelungen? Welche Konsequenzen hatte der Versuch dazu? Dazu soll vor allem der Ansatz John Searles nachvollzogen und aus unterschiedlichen Richtungen beleuchtet werden, wie außerdem die verschiedenen Weiterentwicklungen, die als Reaktion auf ihn entstanden sind.

Die Art und Weise, wie das Hume‘s Law von verschiedenen Autoren behandelt wird, ergibt Aufschluss über die dahinterstehenden metaethischen Vorstellungen. Die Auswirkungen, die sich aus der Beantwortung des Is-Ought Problems in einer bestimmten Weise ergeben, werden daher hier ebenfalls erötert. Im Besonderen soll das Verhältnis des Is-Ought-Problems für die Frage des Kognitivismus oder Nonkognitivismus beleuchtet werden. Ebenso gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Is-Ought Problem und der fundamentaleren Frage, wie moralische Werturteile überhaupt zu Stande kommen, das heißt der Frage nach den Quellen von Moralität.

Dazu wird zunächst eine Rekonstruktion des von John R. Searle in „How to derive „ought“ from „is““ vorgeschlagenen Gegenbeipiels vorgenommen. Gegen dieses Gegenbeispiel sind verschiedene Einwände vorgebracht worden, die Aufschluss geben über die speziellen metaethischen und ontologischen Voraussetzungen, durch die Searle bei der Ausarbeitung dieses Gegenbeispiels geprägt war. Auf einige dieser Einwände geht Searle selbst ein, wobei starken Gebrauch von dem in seiner Sprechakttheorie etablierten Konzept der „institutionellen Fakten“ macht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ursprünge des Hume’s Law

2.1 Humes Ablehnung eines auf dem Verstand beruhenden Moralsystems in „A Treatise of Human Nature“

2.2 Mögliche Inkonsistenzen in der Moralphilosophie David Humes

3. John Searles Versuch eines Gegenbeispiels

3.1 Einwände gegen Searles Gegenbeispiel

3.2 Die „ceteris paribus“ Bedingung

3.3 Die Reaktion John Leslie Mackies

4. Semantische Fragen

4.1 Der logische Status von „ist“ und „soll“

4.2 „Versprechen“ und „Verpflichtung“

4.3 „Institutional Facts“

5. Erklärungsversuche für die unterschiedlichen Ansichten

5.1 Was ist der Konflikt zum „Hume’s Law“?

5.2 Eine Frage von Kognitivismus oder Nonkognitivismus?

6. Offene Fragen

7. Fazit

Zielsetzung und Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Kritik an David Humes Moralphilosophie – insbesondere in Bezug auf das sogenannte „Hume’s Law“ (das Verbot, von rein deskriptiven Ist-Aussagen auf normative Soll-Aussagen zu schließen) – kritisch zu untersuchen und dabei zentrale Gegenentwürfe, wie die Sprechakt- und Institutionalismustheorie von John R. Searle sowie die Replik von John Leslie Mackie, auf ihre Stichhaltigkeit und logische Konsistenz zu prüfen.

  • Analyse von David Humes ursprünglicher Formulierung und des Status moralischer Urteile in „A Treatise of Human Nature“.
  • Kritische Untersuchung von John Searles Versuch eines Gegenbeispiels durch Versprechen und institutionelle Fakten.
  • Diskussion semantischer Fragen bezüglich des logischen Status von „ist“, „soll“ und institutionellen Tatsachen.
  • Beleuchtung des theoretischen Konflikts zwischen empirischen Fakten und moralischen Werturteilen.
  • Bewertung der metaethischen Positionen im Spannungsfeld zwischen Kognitivismus und Nonkognitivismus.

Auszug aus dem Buch

Einleitung

Das sogenannte „Hume’s Law“, oder auch Is-Ought-Problem, beschreibt die Problematik, moralisch gültige Urteile aus nur Fakten enthaltenden Aussagen zu treffen. Die ursprüngliche Formulierung, auf die alle späteren Kritiken zurückgehen, findet sich in: „A Treatise of Human Nature“:

„In every system of morality, which I have hitherto met with, I have always remark’d, that the author proceeds for some time in the ordinary way of reasoning, and establishes the being of a God, or makes observations concerning human affairs; when of a sudden I am surpriz’d to find, that instead of the usual copulations of propositions, is, and is not, I meet with no proposition that is not connected with an ought, or an ought not. This change is imperceptible; but is, however, of the last consequence. For as this ought, or ought not, expresses some new relation or affirmation, ’tis necessary that it shou’d be observ’d and explain’d; and at the same time that a reason shou’d be given, for what seems altogether inconceivable, how this new relation can be a deduction from others, which are entirely different from it. But as authors do not commonly use this precaution, I shall presume to recommend it to the reader; and am persuaded, that this small attention wou’d subvert all the vulgar systems of morality, and let us see, that the distinction of vice and virtue is not founded merely on the relations of objects, nor is perceiv’d by reason.“

Die Kritik an Hume’s Law hat zwei Aspekte, zum einen den gegen die ursprüngliche Fassung von Hume selbst gerichteten, zum anderen gegen ihre populäre Rezeption, die viele als fehlerhaft erkannt zu haben glauben. Beide sollen im Folgenden behandelt werden, maßgeblich ist hierbei, mit welcher Variante sich der gerade besprochene Autor befasst.

Viele Autoren haben sich Gedanken über die Interpretation der genannten Passage in der Treatise und eine Erwiderung auf sie gemacht. Von ihnen können im Rahmen dieser Arbeit nur einige streiflichtartig behandelt werden. Von den anderen Autoren, die hier nicht behandelt werden, zu erwähnen sind die Arbeiten von Nowell-Smith, Hare und Prior, die das „Hume’s Law“ im Kern für gültig erachten. Auch Karl Popper lässt sich diesem Lager zuordnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das sogenannte „Hume’s Law“ und die Problematik des Übergangs von Ist- zu Soll-Aussagen ein, umreißt die zwei Hauptstränge der Kritik und skizziert den Aufbau der Arbeit.

2. Die Ursprünge des Hume’s Law: Dieses Kapitel rekonstruiert Humes Ablehnung verstandesbasierter Moralsysteme in „A Treatise of Human Nature“ und geht potenziellen Inkonsistenzen in seiner Moralphilosophie nach.

3. John Searles Versuch eines Gegenbeispiels: Es wird Searles berühmter Versuch analysiert, anhand von Sprechakten und der Fünf-Schritte-Deduktion den logischen Sprung vom Sein zum Soll zu vollziehen, gefolgt von der Diskussion spezifischer Einwände und Bedingungen.

4. Semantische Fragen: Hier werden der logische Status von „ist“ und „soll“, sprachliche Nuancen bei Versprechen und Verpflichtungen sowie die Natur „institutioneller Fakten“ tiefgehend untersucht.

5. Erklärungsversuche für die unterschiedlichen Ansichten: Dieses Kapitel beleuchtet den genauen Kernkonflikt zum Hume’s Law und stellt Überlegungen an, inwiefern kognitivistische und nonkognitivistische Positionen berührt werden.

6. Offene Fragen: Es werden verbleibende Unklarheiten, verdeckte Prämissen und Grenzen der besprochenen Lösungsansätze kritisch reflektiert.

7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet den Erfolg von Searles und Mackies Versuchen, das Is-Ought-Problem zu überwinden.

Schlüsselwörter

Hume’s Law, Is-Ought-Problem, David Hume, John R. Searle, John Leslie Mackie, Moralphilosophie, Sprechakttheorie, institutionelle Fakten, deskriptiv, evaluativ, Kognitivismus, Nonkognitivismus, Ethik, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Kritik an David Humes Moralphilosophie, insbesondere mit dem sogenannten „Hume’s Law“ und der Frage, ob logische Schlüsse von rein deskriptiven Tatsachen auf normative Soll-Aussagen zulässig sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themenfelder sind die Analyse von Humes Texten, John Searles Sprechakt-basiertes Gegenbeispiel, die Rolle institutioneller Fakten, semantische Analysen von Sprachmustern sowie die Gegenüberstellung von kognitivistischen und nonkognitivistischen Metaethiken.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob die Versuche von Philosophen wie John R. Searle und John Leslie Mackie gelungen sind, die Widerlegung des Hume’s Law zu rechtfertigen und logische Brücken zwischen „Sein“ und „Soll“ zu schlagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Es handelt sich um eine textanalytische, philosophiehistorische und sprachanalytische Untersuchung, bei der primäre Textquellen (insbesondere Humes „Treatise“ und Searles „Speech Acts“) sowie sekundäre Fachliteratur kritisch rezipiert und logisch dekonstruiert werden.

Was wird im Hauptteil der Publikation behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung von Searles Gegenbeispiel, den Einwänden gegen dasselbe, der Bedeutung der ceteris-paribus-Bedingung, den sprachlichen Nuancen von Versprechen sowie den Repliksuchenden Beiträgen von Mackie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk am besten?

Hume’s Law, Is-Ought-Problem, John R. Searle, institutionelle Fakten, Sprechakttheorie, Kognitivismus und Moralphilosophie.

Wie begründet John Searle seinen Versuch, das Hume’s Law zu widerlegen?

Searle argumentiert über den institutionellen Kontext von Sprachhandlungen: Wer ein Versprechen abgibt, begibt sich in ein Regelsystem, in dem die Verpflichtung, das Versprechen einzuhalten, begrifflich bereits enthalten ist, wodurch ein logischer Übergang vom Ist zum Soll möglich werden soll.

Welche wesentliche Kritik übt John Leslie Mackie an Searle?

Mackie wirft Searle vor, externe Fragen (die Rechtfertigung der Institution selbst) mit internen Fragen (Regelbefolgung innerhalb der Institution) zu vermischen und den Begriff des Versprechens fälschlicherweise als rein deskriptiv zu behandeln.

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Kritik an David Humes Moraltheorie unter Bezug auf das "Hume‘s Law"
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Institut für Philosophie)
Note
2.0
Autor
Martin Ivers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
46
Katalognummer
V1785973
ISBN (PDF)
9783389211588
ISBN (Buch)
9783389211595
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kritik david humes moraltheorie bezug hume‘s
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Ivers (Autor:in), 2017, Die Kritik an David Humes Moraltheorie unter Bezug auf das "Hume‘s Law", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1785973
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