Der Weltenwechsel in "Tintenherz" (Cornelia Funke) und "Die Unendliche Geschichte" (Michael Ende)

Funktion in Bezug auf die Figuren und die Handlung


Hausarbeit, 2011

18 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Inhaltsangabe
2.1.1 Die unendliche Geschichte von Michael Ende
2.1.2 Tintenherz von Cornelia Funke
2.2 Die verschiedenen Welten – eine kurze Beschreibung
2.2.1 Die unendliche Geschichte
2.2.2 Tintenherz
2.3 Der Weltenwechsel
2.3.1 Das 2- Welten-Modell nach Maria Nikolajeva
2.3.2 Die phantastische Schwelle
2.3.3 Drei Muster der Reise in die sekundäre Welt
2.3.4 Der Weltenwechsel in Die unendliche Geschichte
2.3.5 Der Weltenwechsel in Tintenherz
2.4 Die Funktion des Weltenwechsels
2.4.1 Die Funktion des Weltenwechsels in Die unendliche Geschichte
2.4.2 Die Funktion des Weltenwechsels in Tintenherz
2.4.3 Tintenherz und Die unendliche Geschichte im Vergleich

3. Fazit

Literaturverzeichnis

Versicherung der selbstständigen Erarbeitung

ein […] wesentliches Charakteristikum der Fantasy, wenn nicht sogar das wesentlichste, [ist] das Vorhandensein von zwei Welten […] “

(Rank, 2006, S. 17)[1]

1. Einleitung

Das obige Zitat untermauert den Inhalt dieser Arbeit, welche sich mit den unterschiedlichen Welten in phantastischer Literatur und dem Wechsel zwischen ihnen beschäftigt. Hierfür werden Michael Endes Die unendliche Geschichte und Cornelia Funkes Tintenherz [2] (Band I der Tinten-Triologie) näher untersucht. Dabei wird speziell auf folgende Fragestellung eingegangen: Welche Funktion hat der Weltenwechsel von Figuren für sie selbst oder die Handlung?. Zunächst wird jedoch für das weitere Verständnis ein kurzer Überblick über den Inhalt der Werke gegeben. Damit geht einher, dass auch die unterschiedlichen Welten, zwischen denen ein Wechsel von Figuren stattfindet, beschrieben werden. Folglich wird dieser Wechsel bei beiden Werken genauer untersucht und dargestellt. Hierfür werden zuvor, mithilfe einschlägiger Literatur, wichtige Erklärungen zum 2-Welten-Modell, zur phantastischen Schwelle und zu den Mustern der Reise in die sekundäre Welt aufgezeigt. Im vorgegebenen Rahmen dieser Arbeit ist es realisierbar, jene wichtigen Erklärungen und Definitionen für die anschließende Bearbeitung der Fragestellung nach der Funktion des Weltenwechsels aufzuzeigen. Die Gattung der Phantastik kann somit nicht vollständig und in ihren unterschiedlichen Entwürfen von Literaturtheoretikern dargestellt werden.

2. Hauptteil

2.1 Inhaltsangabe

2.1.1 Die unendliche Geschichte von Michael Ende

Die Unendliche Geschichte von Michael Ende handelt von einem Jungen, Bastian Balthasar Bux, der eines Tages im Antiquariat von Karl Konrad Koreander ein Buch entdeckt. Der geheimnisvolle Titel des Buches verspricht viel und weckt das Interesse von Bastian, der leidenschaftlich gern Geschichten liest und erzählt. Kurzerhand beschließt er, das Buch, dessen Geschichte nie enden soll, zu stehlen. Mit seinem Diebesgut flüchtet er auf den Dachboden der Schule, der für ihn ein geeignetes Versteck ist. Hier beginnt er zu lesen und taucht in die wunderbare Geschichte um das Reich Phantásien ein. Dieses ist in großer Gefahr, weil die Kindliche Kaiserin, „Herrscherin“ von Phantásien, schwer erkrankt ist und sterben wird. Mit dem Fortschreiten ihrer Krankheit wird auch Phantásien immer mehr vom „Nichts“ verschlungen. Der Junge Atréju aus Phantásien macht sich im Auftrag der Kindlichen Kaiserin auf den Weg nach einer Lösung. Bei seiner Suche erlebt er viele Abenteuer und erfährt, dass es nur eine Möglichkeit gibt, die Kindliche Kaiserin und somit auch Phantásien zu retten. Sie braucht einen neuen Namen. Dafür benötigen sie jedoch die Hilfe eines Menschenkindes, das als einzige Person der Kindlichen Kaiserin einen neuen Namen verleihen kann. Bastian verleiht ihr den Namen Mondenkind und gelangt in Folge dessen auf wundersame Weise in das Reich Phantásien. In Phantásien wird er als Retter gefeiert und erhält von der Kindlichen Kaiserin die Macht, Phantásien neu zu erschaffen und sich alles zu wünschen. Für Bastian wird es eine lange Reise, doch die Erinnerung an seine eigene Welt verliert er mit jedem Wunsch mehr. Mit Atréjus Hilfe gelingt es ihm schließlich auf den Dachboden der Schule und somit in die Welt der Menschen zurückzukehren.

2.1.2 Tintenherz von Cornelia Funke

Tintenherz von Cornelia Funke handelt von dem Buchbinder Mortimer Folchart (Mo) und seiner Tochter Meggie. Mo hat die besondere Begabung, Menschen und Gegenstände aus Büchern herauszulesen. So geschieht es, dass er beim Vorlesen aus dem Buch „Tintenherz“, den Bösewicht Capricorn und weitere Figuren herausliest. Dafür verschwindet jedoch seine Frau Resa, die nun als Tausch in der Tintenwelt leben muss.

9 Jahre später taucht eines Nachts Staubfinger auf, ein Gaukler aus der Tintenwelt, den Mo ebenfalls unbeabsichtigt herauslas. Staubfinger warnt Mo vor Capricorn, der an seinen Vorlesekünsten und dem Buch „Tintenherz“ interessiert ist. Bevor dieser nämlich alle Exemplare gesammelt hat um sie zu vernichtet, will er sich den Schatten, einen Freund und eine gefährliche Kreatur, herauslesen lassen. Gemeinsam flüchten Mo, Meggie und Staubfinger vor Capricorn zu Meggies Großtante Elinor in den Süden. Bei Elinor will Mo das Buch vor Capricorn schützen und versteckt es in ihrer Bibliothek. Schließlich gelingt es Capricorns Männern, Basta und Flachnase, Mo mit dem Buch gefangen zu nehmen. Da Elinor „Tintenherz“ jedoch ausgetauscht hat, besitzen sie zunächst ein falsches Buch. Meggie, Elinor und Staubfinger machen sich sofort mit dem richtigen Buch auf den Weg in Capricorns Dorf, um Schlimmeres zu verhindern. Meggie trifft derweil mit ihrem Vater im Gefängnis aufeinander, der ihr die ganze Geschichte über das Buch und ihre Mutter Resa erzählt. Im weiteren Verlauf folgt ein erbitterter Kampf um das Buch „Tintenherz“. Nebenbei erfährt Meggie, dass ihre Mutter Resa bereits von einem anderen Vorleser herausgelesen wurde und in Capricorns Dorf lebt. Außerdem hat Meggie die Begabung ihres Vaters geerbt und soll nun für Capricorn den Schatten herauslesen. Fenoglio, der Erfinder von „Tintenherz“, schreibt die Geschichte jedoch um und erwirkt somit die Vernichtung Capricorns und des Schattens. Neben der Befreiung etlicher Tintenwelt-Wesen wird Fenoglio, als Tausch für den Schatten, in die Tintenwelt gelesen. Mo, Meggie und Resa ziehen mit einigen Tintenwelt-Wesen in die Villa von Elinor ein.

2.2 Die verschiedenen Welten – eine kurze Beschreibung

2.2.1 Die unendliche Geschichte

Die Unendliche Geschichte enthält zwei Welten, über die der Leser Schritt für Schritt erfährt. Zu unterscheiden sind hierbei die reale Welt von Bastian Balthasar Bux und die Welt des Reiches Phantásien. Die reale Welt wird in Phantásien auch „die Äußere Welt“ (Ende, 2011, S.109) oder „Menschenwelt“ (ebd., S.155) genannt, in der so genannte Menschenkinder leben. Bastian ist eines von ihnen. Er lebt mit seinem Vater zusammen und geht nicht gerne in die Schule, weil er dort gehänselt wird. Bastians Vater hat den Tod der Mutter nicht verkraftet und flüchtet sich in seine Arbeit. Bastian hingegen widmet sich den Geschichten, für die er eine Leidenschaft entwickelt hat.

Neben der realen Welt von Bastian, gibt es Phantásien, eine Welt voller phantastischer Wesen. Diese sind „nicht nur ehrliche und gute Geschöpfe, sondern auch räuberische, bösartige und grausame“. Daher leben auch nicht alle „in Frieden und Eintracht miteinander“ (ebd., S. 21). Neben den unterschiedlichen Wesen besteht Phantásien aus mehreren Ländern, Meeren, Gebirgen und Flüssen. Himmelsrichtungen und Landschaften wechseln ständig, so dass man „aus einer sonnendurchglühten Wüste kommen und gleich daneben in arktische Schneefelder geraten“ kann. (ebd., S.155).

2.2.2 Tintenherz

In Tintenherz existieren, ähnlich wie in Die unendliche Geschichte , zwei Welten. Unterschieden werden hierbei die reale Welt und die Tintenwelt, die der Leser im Verlauf der Handlung näher erläutert bekommt. In der realen Welt geht es hauptsächlich um Mo und Meggie, die in einem alten Haus wohnen, indem sich die Bücher am Boden stapeln (vgl. Funke, 2003, S. 11). Mo und Meggie haben eine ausgeprägte Leidenschaft für Bücher, der Mo vor allem in seinem Beruf als Buchbinder nachkommt. Durch seine Aufträge reist er viel mit Meggie, die in dieser Zeit nicht zur Schule geht. Neben den Figuren Mo und Meggie lässt sich die reale Welt weiterhin durch Aussagen von Staubfinger oder Elinor beschreiben. Staubfinger bezeichnet sie als „zu schnell, zu voll und zu laut“ (Funke, 2003, S. 160) während Elinor der realen Welt „weder Geduld noch allzu viel Verständnis für Menschen, die etwas anders sind“ (ebd., S. 562) zuschreibt.

[...]


[1] nach : Maria Nikolajevas: The Magic Code. The use of magical patterns in fantasy for children. Stockholm: Almqvist+Viksell International 1988.

[2] Für die weitere Unterscheidung werden die Formatierungen Tintenherz und „Tintenherz“ verwendet. Tintenherz kennzeichnet das Buch, dass der Leser vor sich hat. „Tintenherz“ ist folglich das Buch, von dem die Geschichte in Tintenherz handelt.

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Details

Titel
Der Weltenwechsel in "Tintenherz" (Cornelia Funke) und "Die Unendliche Geschichte" (Michael Ende)
Untertitel
Funktion in Bezug auf die Figuren und die Handlung
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
3,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V178609
ISBN (eBook)
9783656007036
ISBN (Buch)
9783656007197
Dateigröße
681 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
2 Welten Modell, Inhaltsangabe, Die phantastische Schwelle, Der Welternwechsel, verschiedene Welten, Vergleich der Werke
Arbeit zitieren
Julia Uhlitzsch (Autor:in), 2011, Der Weltenwechsel in "Tintenherz" (Cornelia Funke) und "Die Unendliche Geschichte" (Michael Ende), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178609

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