„Wenn es um moderne Bildungssysteme geht, zählt Schweden zu den Vorbildern.“
(Strothmann, 2005, S. 5)
1. Einleitung
Das angeführte Zitat untermauert den Inhalt dieser Ausarbeitung, welche sich mit dem Referatsthema „Sprachbildung und interkulturelle Erziehung in Schweden“ auseinandersetzt. Dabei werden speziell drei Maßnahmen für Migranten und ihre Kinder näher erläutert und dafür notwendige Begriffsdefinitionen gegeben. Zunächst gibt die Arbeit jedoch einen kurzen Überblick über die Bevölkerung Schwedens und geht folglich näher auf das schwedische Sprachgesetz ein. Zusätzlich wird der Begriff interkulturelles Lernen herausgearbeitet und dessen Umsetzung in Schweden näher beleuchtet. Da sich diese Arbeit darüber hinaus mit der Fragestellung beschäftigt, ob Schweden ein Vorbild für Deutschland ist, wird schlussendlich genauer darauf eingegangen.
Grundlage für die Ausarbeitung des Referatthemas „Sprachbildung und interkulturelle Erziehung in Schweden“ bildet der Text von Sigrid Luchtenberg mit dem Titel „Bilinguale und Interkulturelle Erziehung in Schweden“. Zudem wurde mithilfe einschlägiger Literatur das Thema näher bearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Schweden – ein kleiner Überblick über die Bevölkerung
2.2 Das schwedische Sprachgesetz
2.3 Sprachbildung in Schweden – Maßnahmen für Migranten und ihre Kinder
2.3.1 Begriffsdefinition Muttersprache
2.3.2 Gründe für die Förderung der Muttersprache
2.3.3 Maßnahme 1 - Muttersprachlicher Unterricht (MU) in Schweden
2.3.4 Begriffsdefinition Zweitsprache
2.3.5 Maßnahme 2 - Schwedisch als Zweitsprache
2.3.6 Maßnahme 3 – Unterricht in besonderen Klassenformen
2.4 Interkulturelles Lernen
2.4.1 Begriffsdefinition Interkulturelles Lernen
2.4.2 Interkulturelles Lernen in Schweden
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das schwedische Bildungssystem im Hinblick auf Sprachbildungsmaßnahmen und interkulturelle Erziehung für Migrantenkinder, um zu analysieren, ob Schweden als Vorbild für deutsche bildungspolitische Ansätze dienen kann.
- Analyse der demografischen Situation und der sprachgesetzlichen Grundlagen in Schweden.
- Untersuchung spezifischer Sprachbildungsmaßnahmen wie den muttersprachlichen Unterricht und Schwedisch als Zweitsprache.
- Darstellung verschiedener Klassenformen für Kinder mit Migrationshintergrund.
- Erörterung des Konzepts des interkulturellen Lernens und dessen Umsetzung in der schwedischen Schulpraxis.
- Kritische Gegenüberstellung der schwedischen Modelle mit der deutschen Bildungssituation.
Auszug aus dem Buch
2.3.3 Maßnahme 1 - Muttersprachlicher Unterricht (MU) in Schweden
Schweden hat diesbezüglich schon früh Maßnahmen für die Förderung der Muttersprache ergriffen. Bereits in den 70er Jahren wurde <
Somit entsteht an den Schulen ein vielfältiges Angebot an MU, welches im Beispiel von Luchtenberg mehr als 34 Muttersprachen bei 1.000 Schüler und Schülerinnen aufweist. Dabei ist zu erwähnen, dass die Sprachen, die im MU unterrichtet werden, nicht die Nationalsprachen der Herkunftsländer sind, „sondern tatsächlich die von mindestens einem Elterteil gesprochene Sprachen, also z.B. Kurdisch auch für türkische Kinder mit kurdischer Muttersprache.“ (ebd., S. 112). Im schwedischen Schulsystem ist der MU auf zwei Wochenstunden beschränkt, enthält aber trotzdem ein großes inhaltliches Spektrum. Neben dem Erlernen einer umfassenden Sprachkompetenz (einschließlich Literatur- und Fachsprachen) soll der MU „die Beschäftigung mit der Herkunftskultur beinhalten“ (ebd., S. 112).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Relevanz von Sprachbildung in Schweden sowie der zentralen Fragestellung bezüglich der Vorbildfunktion für Deutschland.
2. Hauptteil: Detaillierte Analyse der schwedischen Bevölkerungssituation, der gesetzlichen Rahmenbedingungen, spezifischer Sprachförderungsmaßnahmen und Ansätze zum interkulturellen Lernen.
3. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der schwedischen Maßnahmen und kritische Reflektion über die Übertragbarkeit auf das deutsche Bildungssystem.
Schlüsselwörter
Sprachbildung, Interkulturelle Erziehung, Schweden, Migrationspolitik, Muttersprache, Zweitsprache, Muttersprachlicher Unterricht, Bilingualismus, Interkulturelles Lernen, Schwedisch, Bildungsmodell, Herkunftskultur, Vorbildfunktion, Migrantenkinder, Schulpraxis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Konzepte der Sprachbildung und interkulturellen Erziehung für Migranten im schwedischen Schulsystem.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen die Förderung der Muttersprache, der Erwerb der Zweitsprache Schwedisch sowie die Umsetzung interkultureller Ansätze in der Schule.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, die Effektivität schwedischer Sprachbildungsmaßnahmen zu beleuchten und zu hinterfragen, inwiefern diese für Deutschland als Vorbild dienen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf der Analyse einschlägiger Fachliteratur und offizieller Dokumente basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen demografischen Überblick, die Darstellung des schwedischen Sprachgesetzes sowie die Erläuterung konkreter pädagogischer Maßnahmen und Unterrichtsformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprachbildung, Bilingualismus, Muttersprachlicher Unterricht, Interkulturelles Lernen und Migrationspolitik.
Wie definiert die Arbeit den Begriff Muttersprache?
Die Arbeit differenziert zwischen Muttersprache als Sprache der Primärsozialisation/Elternsprache und dem Begriff der Erstsprache, da letzterer im Kontext von Migration variieren kann.
Welche speziellen Klassenformen werden in Schweden genutzt?
Es werden Vorbereitungsklassen, Muttersprachenklassen und zusammengesetzte Klassen unterschieden, um den individuellen Bedürfnissen der Migrantenkinder gerecht zu werden.
Warum ist Interkulturelles Lernen in Schweden relevant?
Es spielt eine zentrale Rolle bei der Kulturvermittlung und der positiven Erfahrung der eigenen Identität in einem multikulturellen Kontext, auch wenn es weniger streng gesetzlich verankert ist als der muttersprachliche Unterricht.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich der Vorbildfunktion für Deutschland?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Schweden trotz unterschiedlicher politischer Voraussetzungen wertvolle Anregungen bieten kann, jedoch eine direkte Imitation aufgrund struktureller Unterschiede in Deutschland erschwert wird.
- Arbeit zitieren
- Julia Uhlitzsch (Autor:in), 2011, Sprachbildung und interkulturelle Erziehung in Schweden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178616