"In the spirit of sponsorship" – der Versprecher eines Reporters bei den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajewo bringt die Kommerzialisierung des Sports treffend zum Ausdruck. Das
abgewandelte Motto In the spirit of sportsmenship, ist nach den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte kaum noch zutreffend. Von der Ursprungsidee des Sports als Kultur der Körperertüchtigung und des Wettkampfes, entwickelte er sich immer mehr zu einem "hochgradigen
Objekt kommerzieller Interessen". Aus diesem Grund widmet sich die vorliegende Hausarbeit der Frage, welchen Einfluss der
Kapitalismus auf den Sport hat, und inwiefern die Kommerzialisierung diese Beschäftigung verändert hat. Relevant wird dieses Thema durch den Fakt, dass im 21. Jahrhundert nicht nur enorme Geldsummen durch den Sport bewegt werden, sondern auch durch die Tatsache, dass der
Kapitalismus der Freizeit, und spezielle dem Sport, einen ganz neuen Stellenwert innerhalb der Gesellschaft ermöglicht hat.
Zu Beginn dieser Arbeit soll die Entwicklung des Kapitalismus und des Sports skizziert werden, um eine historische und theoretische Grundlage für den darauf folgenden Hauptteil der Arbeit zu bilden.
Kapitel drei befasst sich mit dem Einfluss des Kapitalismus auf den Sport. Hierbei werden die Veränderungen untersucht, welche durch die Kommerzialisierung erfolgten. Zudem werden Auswirkungen der Medien und des Sportsponsorings betrachtet, um möglicherweise die Frage zu
beantworten, ob die Dynamisierungsspirale aufgehalten werden kann, oder ob der Kapitalismus den Sport zerstört. Im vierten Kapitel werden Parallelen zwischen Sport und Gesellschaft aufgedeckt.
Welchen Einfluss hat der Sport auf eine Gesellschaft? Welche Gemeinsamkeiten lassen sich hierbei finden? Welche Unterschiede sind zu erkennen und wie hat sich der Sport innerhalb der Gesellschaft verändert. Diese Fragen sollen in diesem Abschnitt geklärt werden, bevor in der Abschlussbetrachtung ein Ausblick gewagt wird. Im Zeitalter der Beschleunigung gelangt der Sport zu einem bestimmten Zeitpunkt an die Grenze der körperlichen Belastbarkeit. Ab dem Punkt, ab dem Leistungen und Erfolge einer Sportart beziehungsweise eines Sportlers zurück gehen, wird das mediale und gesellschaftliche Interesse rückläufig werden, weshalb dieses Thema in der Abschlussbetrachtung abschließend erörtert wird: führt die Kommerzialisierung des Sports zu einem Zusammenbruch?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Entwicklungen des Kapitalismus und des Sports
3 Einflüsse des Kapitalismus und Veränderungen im Sport
3.1 Sportsponsoring und Medien
3.2 Sport im Wandel des Kapitalismus
4 Parallelen zwischen Sport und Gesellschaft
4.1 Prinzipien der (Sport-) Gesellschaft
4.2 Einflüsse des Sports auf die Gesellschaft
4.3 Sport im Wandel der Gesellschaft
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss des Kapitalismus auf den Sport und analysiert, inwiefern die fortschreitende Kommerzialisierung das sportliche Geschehen, die Rolle der Athleten und die gesellschaftliche Bedeutung des Sports verändert hat. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, ob der Sport durch ökonomische Rationalität seine Identität verliert oder ob er sich lediglich in einer notwendigen Adaption an eine dynamische Marktgesellschaft befindet.
- Historische Entwicklung des Verhältnisses von Kapitalismus und Sport
- Die Rolle von Sponsoring und Medien als Triebfedern der Kommerzialisierung
- Strukturelle Parallelen zwischen Sportorganisationen und modernen Unternehmen
- Veränderung von Identitäten und Lebensstilen durch "Versportung" der Gesellschaft
- Psychische und ökonomische Belastungsgrenzen des modernen Leistungssports
Auszug aus dem Buch
3.1 Sportsponsoring und Medien
Durch den Einfluss anderer Institutionen verliert der Sport seine Selbstständigkeit. Dies lässt sich anhand des Einfluss von Sponsoren und Medien belegen. Mittlerweile ist Sport ein Objekt hochgradig kommerzieller Interessen, wobei insbesondere die weniger kontrollierten Sportarten vielversprechende Gewinnspannen und Absatzmärkte bieten. Der Markt boomt ebenfalls bei privaten Fitnessstudios, welche nun verstärkt die etablierten Vereine verdrängen.
Das Sportsponsoring beschränkt sich jedoch nur auf bestimmte Bereiche und Arten des Sports. Diese ungleiche Verteilung führt automatisch zu Ungleichheiten, denn es werden nur massenattraktive Sportarten gefördert, während für andere Disziplinen wenig Geld übrig bleibt. Weltmeisterschaften und Olympische Spiele sind mittlerweile "Kommerziaden", und werden hauptsächlich durch Vermarktungseinnahmen finanziert. Die Kommerzialisierung des Sports, der Verkauf der Güter, die "im und mit dem Sport produziert werden", umfasst den Verkauf von Eintrittskarten, Vergabe von Werberrechten, Fanartikelverkäufe oder die Erlöse aus gastronomischen Verkäufen. Wie sich der Prozess der Kommerzialisierung entwickelte, wird im nächsten Kapitel erläutert. Der Output, welcher durch die Sportler ermöglicht wird, wird von drei Nachfragegruppen genutzt: den Zuschauern, welche direkt vor Ort in der Sportstätte sind oder sich vor dem Fernseher/Radio/Computer befinden, den Unternehmen, welche die Veranstaltung als Kommunikationspolitik nutzen, und den Medien, welche eine programmpolitische Leistungserstellung nutzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Sportkommerzialisierung ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2 Entwicklungen des Kapitalismus und des Sports: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese des organisierten Sports im Kontext der industriellen Revolution und der Entstehung von Freizeit nach.
3 Einflüsse des Kapitalismus und Veränderungen im Sport: Hier wird der ökonomische Druck durch Sponsoren, Medien und Rationalisierungsprozesse untersucht, der den Sport zu einer Ware und einer Geisel des Marktes macht.
4 Parallelen zwischen Sport und Gesellschaft: Das Kapitel analysiert soziologische Prinzipien wie Spezialisierung und Quantifizierung, die sowohl in der modernen Gesellschaft als auch im Sport ihre Entsprechung finden.
5 Fazit und Ausblick: Diese Abschlussbetrachtung resümiert die Auswirkungen des Marktes auf den Sport und bewertet kritisch, ob ein Fortbestehen des Sportssystems unter den aktuellen Dynamisierungszwängen möglich bleibt.
Schlüsselwörter
Kapitalismus, Sportökonomie, Kommerzialisierung, Sportsponsoring, Leistungssport, Gesellschaftswandel, Medienpräsenz, Globalisierung, Identitätsbildung, Sportmanagement, Vermarktung, Dynamisierungsspirale, Freizeitgesellschaft, Wettbewerbsverzerrung, Profisport.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Wechselwirkungen zwischen dem kapitalistischen Wirtschaftssystem und dem modernen Sportbetrieb.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Kommerzialisierung, der Rolle von Medien und Sponsoren sowie den soziologischen Parallelen zwischen Sport und Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Einfluss ökonomischer Rationalität auf den Sport zu bestimmen und zu klären, ob diese Entwicklung den Sport nachhaltig verändert oder zerstört.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische und historische Analyse, gestützt auf soziologische Literatur und sportökonomische Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung des Sports, der Rolle des Sponsorings, der Veränderung der Athletenrolle sowie den strukturellen Gemeinsamkeiten von Sport und Industriegesellschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kapitalismus, Kommerzialisierung, Leistungssport, Medien, Vermarktung und gesellschaftlicher Wandel.
Welche Rolle spielt das "Financial Fair Play" für die Argumentation?
Der Autor führt dies als einen notwendigen, wenn auch in der Umsetzung fragwürdigen Versuch an, die wirtschaftliche Stabilität von Vereinen zu regulieren und eine totale ökonomische Entgleisung zu verhindern.
Wie verändert der Kapitalismus das Zuschauerverhalten?
Der Zuschauer wandelt sich vom passiven Beobachter oder aktiven Teilnehmer hin zum Konsumenten, der für hochwertige, mediale Inszenierungen bezahlt, wodurch der Sport zu einem Eventprodukt wird.
- Quote paper
- Steven Oklitz (Author), 2011, In the spirit of sponsorship: Die Einflüsse und Auswirkungen des Kapitalismus auf den Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178653