Qualitative Medienforschung - Ein narratives Interview


Hausarbeit, 2009
24 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Transkription des Interviews

3.Zusammenfassung des Postskriptums

4.Interpretation
4.1 Rituale in der Kindheit
4.2 Nachspielen in der Kindheit
4.3 Rollenmodelle
4.4 Tagträume
4.5Betroffenheit
4.5.1 Betroffenheit in der Kindheit
4.5.2 Betroffenheit im Jugendalter
4.6 Angst
4.7 Strukturierung des Tagesablaufes
4.8 Faszination

5. Resümee

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Zu Beginn dieser Arbeit wird zunächst das transkribierte Interview zur Verfügung gestellt. Daran schließt eine Zusammenfassung des Postskriptums an, um durch die Beschreibung der Durchführungssituation zum Verständnis beizutragen. Den der Arbeit bildet die nach verschiedenen Aspekten strukturierte Interpretation des Gesprächs.

Vor dem Start des eigentlichen Interviews wurden die nötigen soziodemografischen Daten des Probanden mit Hilfe eines Kurzfragebogens erfasst. Die befragte Person ist männlich, 18 Jahre alt und besucht die dreizehnte Klasse eines Gymnasiums. Aus Anonymitätsgründen wird der Name des Probanden nicht genannt.

Während der Forschung wurden folgende Transkriptionsregeln erarbeitet und angewendet:

- Punkt- und Kommasetzung: nicht zwingend grammatikalische Setzung, sondern nach kurzem Schweigen bzw. Atmen des Befragten
- (…): Sprechpausen über mehrere Sekunden, Denkpausen
- (lacht): Beschreibung der nonverbalen Aktivitäten
- I.: Interviewer
- B.: Befragter

Anschließend an das transkribierte Interview und das zusammengefasste Postskriptum folgt die Interpretation. Der Leitfaden wurde im Rahmen eines Seminars zur qualitativen Medienforschung erarbeitet. Ein Aspekt wurde während der Arbeit ergänzend hinzugefügt, zwei Weitere, schon vorhandenen Gesichtspunkte, ausdifferenziert. Das Interview wird Schritt für Schritt zu jedem Aspekt durchsucht und interpretiert, aus dieser Vorgehensweise wird sich die Struktur der Interpretation ergeben. Die Aspekte, nach denen gegliedert wird, sind Folgende: 1) Rituale in der Kindheit 2) Nachspielen in der Kindheit 3) Rollenmodelle 4) Tagträume 5.1) Betroffenheit in der Kindheit 5.2) Betroffenheit im Jugendalter 6) Angst 7) Strukturierung des Tagesablaufes 8) Faszination

Nach der ausführlichen Interpretation folgt im Schlussteil ein kurzes Resümee, eingeschlossen einer komprimierte Darstellung der Aspekte, die sich während der Interpretation aus auffällig auszeichneten.

2. Transkription des Interviews

I: Hallo, danke, dass du dir heute Zeit genommen hast, um mit mir dieses Interview zu führen. Es geht um deine persönlichen Erfahrungen, Erlebnisse und Erinnerungen mit Film und Fernsehen, vom Kindesalter an bis heute. Ich mache heute mit dir dieses Interview im Rahmen eines Seminars an der Universität, es bildet die Grundlage für eine Einzelleistung von mir. Ich würde mich freuen, wenn du mir nun ausführlich deine Erinnerungen erzählen könntest.

B:Ok, also ähm (…), als ich noch jung war, so die ersten Sachen, an die ich mich erinnern sind halt auf jeden Fall „Die Sendung mit der Maus“ und zum Beispiel Zeichentrickserien wie auch dieses (…) „so ist das Leben“..oder so ähnlich?(…)

I: „Es war einmal das Leben“?

B:Ja, genau! Da wurde einem als Zeichentrick immer beigebracht wie zum Beispiel Kinder entstehen, was passiert wenn eine Wunde offen ist, dann mussten immer ganz viele kleine Helferchen dahin, und so weiter, das war eigentlich immer sehr interessant, ich erinner mich aber auch nicht so ganz genau dran. Aber ich weiß, dass das so die ersten Sachen waren, die ich so wirklich im Fernsehen gesehen hab. Dann auf jeden Fall auch noch „Peter Lustig“ also „Löwenzahn“, mit dem netten Peter Lustig, (…) den ich sehr positiv in Erinnerung habe (lacht), den fand ich immer sehr nett, der hatte natürlich immer seine Themensendung, die kennt ja eigentlich jeder, worauf ja vor jeder Sendung immer angespielt wurde (…) also worum es geht. Man hatte dann immer das Gefühl, der hat einem was beigebracht, was die da alles hatten(…). Und wie der da gelebt hat, in seinem Container, oder eher in seinem Wohnwagen. Und was der da alles hatte, wenn einer geklingelt hat, dass dann so eine Gitarre oder Geige oder so was einem „Guten Tag“ sagt und was er da noch so alles Mögliche hatte. Und das gab es ja auch schon sehr lange, ich hab das früher geguckt und das gibt es heute auch noch. Genau wie bei „Sendung mit der Maus“, das gibt’s ja auch schon lange, sogar immer noch mit den gleichen Moderatoren, oder was die genau sind, die einem das immer beigebracht haben(…) da hat sich bis jetzt auch nicht viel verändert.

Dann so nach und nach als ich ein bisschen älter wurde kamen dann eher andere Sachen, wie auch „Powerrangers“ beispielsweise, oder auch, ähm, solche Serien wie die „Turtles“ oder „Aladdin“, (…) gerade von den „Turtles“ haben wir immer viel nachgespielt, hatten dann die Actionfiguren dazu, da hat man auch viel Zeit mit verbracht, gerade mit seinen Kumpels(…). Dann natürlich, äh, einmal auch speziell war so ein Zeichentrickfilm, so was wie Bambi (…), dass so ein, so ein, ähm, das war so ein Wald, das hatte ich auf Videokassette, da war ein Wald, der von irgendwelchen Menschen niedergerissen, niedergewälzt werden sollte, dann haben die die Tiere in Gefangenschaft genommen, und, äh, dann war die Mutter und der Vater von dem Tier, welches das auch immer war(…), waren dann in Gefangenschaft genommen, und dann wurde halt ziemlich traurige Musik gespielt, dann war das kleine Tier auch sehr traurig, das fand ich in dem Alter schon echt sehr, sehr emotional, weil man ja auch gar nicht verstanden hat warum das passiert und so, und warum denn da keiner hilft, und warum die das machen die Menschen, da man ja so was als kleines Kind nie machen würde. Dann so nach und nach kamen immer mehr Sachen, so was wie Pokemon, wo man dann halt auch mit den Sammelkarten dazu gespielt hat, und da gab es bei uns im Ort auch so eine Art, äh ja, so einen kleinen Laden dafür, da konnte man dann so Turniere spielen, da waren wir dann. Da war dann einer der „Arenaleiter“, der war auch auf unserer Schule, dann konnte man sich so Punkte abholen und aufsteigen nach und nach, beispielsweise wenn man da nach so einem Wettkampf, oder Turnier, mit aufgeräumt hat, dann konnte man sich immer Punkte holen, und ja, ähm, das war richtig cool, das war zwar leider nicht lange, da waren wir nur 4-mal, und dann war das irgendwie nicht mehr, aber das war zu der Zeit echt das Non-Plus-Ultra, weil es echt nix Besseres gab, ehrlich gesagt.

Dann war das Gleiche natürlich auch mit Yu-Gi-Oh, was danach kam, da hat man massenhaft Geld reingesteckt. Da haben wir uns immer ganz viele geholt und gehofft, eine Glitzerkarte zu haben, und so weiter, das man halt echt starke Karten kriegt, und wenn dann ein Kumpel so eine hatte war man natürlich neidisch, dann hat man sich noch mehr geholt, hat sich Geld geliehen, von den Eltern, der Oma oder so, hat sich da zu jedem Anlass gewünscht, und so weiter, und dann auch bei Yu-Gi-Oh hat man viele Kämpfe gegen die Kumpels gemacht, oder auch in der Schule, wobei das heute bei meinem Bruder in der Schule verboten ist, die Karten mitzunehmen, weil die wohl auch geklaut werden, das hatten wir früher nicht so, ich war auch der gleichen Grundschule, wir durften das früher spielen, haben wir auch immer gemacht.(…)

Dann natürlich als ich noch jünger war, bei meiner Oma, haben wir viele Tierfilme geguckt, äh, weil die von anderen Sachen auch nicht so viel hielten, oder auch „Musikantenstadel“ (lacht), und so ähnliche Sachen, (lacht), und da saß man dann immer mit geschälten Äpfeln vorm Fernseher, (…), und hat dann halt immer solche Sachen geguckt, ich fand das immer gar nicht so schlecht. Vor allem mit den Tieren, da hab ich mir immer gedacht, wenn die Tierfilmer, wenn da jetzt eine Gazelle oder so was, von irgendwelchen Löwen, oder Gepard/äh Leoparden, äh, getötet wird, warum die denn da nicht helfen. Dann wurde mit halt immer erklärt, so ist das Leben, und äh, bei den Tieren ist es ja so, die brauchen ja auch Fleisch zum Essen, sonst sterben, und das ist ganz normal, aber da hab ich als kleines Kind noch nicht so ganz verstanden, warum keiner eingreift, wenn so was schreckliches passiert.

Dann kam das auch, so nach und nach, mit der Zeit, dass man sich irgendwann für Wrestling interessiert hat, dann hab ich das mit meinem Kumpel sehr oft geguckt, aber das kam immer zwei, drei Wochen verspätet im Fernsehen, weil da aus Amerika kam.(...) Dann haben wir das auch oft im Internet angeguckt, wer da gekämpft hat, wer gewonnen hat, man hatte da halt so seinen eigenen Super-Star, die man dann äh, auch immer am coolsten fand, wenn er gekämpft hat, dass er dann auch gewonnen hat, dass er gut gekämpft hat.(…)Meiner, den ich so gut fand, der ist dann leider irgendwann gestorben, an ‘nem Herzinfarkt, das hab ich als Erstes gar nicht geglaubt, (lacht), aber war leider so, hat sich dann so rausgestellt, und dann hatte ich auch keinen Bock mehr darauf, aber in der Zeit hat man sich halt auf mit Kumpels getroffen und das dann auch auf verschiedenen Konsolen gezockt, Playstation, Gamecube, oder sonst was Ähnliches, haben wir viel gespielt, hat richtig Bock gemacht, da war man bestimmt immer mit sechs Leuten oder so, echt lustig. Aber wir haben das auch selber nachgespielt, also das wir quasi gekämpft haben, also gewrestelt haben, kann man ja auch sagen.(…) Das ahtete auch ab und zu mal aus, aber ging schon immer klar.(…)

Dann kam auch, äh, ich glaube kurze Zeit vorher war das, „Extreme Dinosaurs“, das war halt so, ähm ja, halt Dinosaurier, und diese Dinosaurier waren halt auch ziemlich kräftig und so, und da hatte ich sehr, sehr, sehr viele Actionfiguren von. Bei den hab ich das auch so gemacht, das ich alte Sachen auf dem Flohmarkt verkauft habe, und dann meine verdienten 60 DM oder so, und hab das dann direkt wieder bei Toys’r’us in neue Actionfiguren gesteckt, fand meine Mutter nicht so gut, aber war ja mein Geld, hat sie auch gesagt. (…)

Und dann, also noch „Powerrangers“, das war zwar immer sehr berühmt, das kannten auch alle, aber so wirklich viel hat man nicht damit gemacht. Man hatte schon ein paar Actionfiguren und hat damit gespielt, aber die Sendungen, naja, ähm, die fand ich nicht so gut wie andere Sachen, Pokemon oder ähnliche Sachen. Obwohl „Powerrangers“ heute auch noch manchmal kommt, und mein Vater das sogar guckt (lacht), also mit meinem Bruder zusammen, aber naja (..).

Na gut, (…), dann kam das so nach und nach mit den „Harry Potter“ Büchern, die hab ich immer mit meiner Mutter gelesen, also hauptsächlich hat sie mir vorgelesen (lacht), und dann kamen halt der erste Film davon irgendwann ins Kino, denn hab ich dann natürlich geguckt. Fand ich sehr spannend, Harry Potter war ja auch noch sehr jung, man hat dann immer gehofft, oder sich gewünscht, auch mal in so einer Welt zu sein, weil es so cool wäre zu zaubern, und irgendwie da in Hogwarts zu sitzen, und äh, (…) da passieren dann auch immer ganz krasse Sachen, (…) irgendwelche Monsterspinnen, oder, oder, irgendwelche Pferde die fliegen, Drachen, da hab ich mir schon immer gedacht, cool wenn es so was echt geben würde, Gleis 9 ¾ wirklich geben würde, man könnte dann durch so eine Wand laufen und wäre dann bei dem Zug, der da hinfährt. Aber wusste man, dass es nicht geht.(…)

Ja also, dann war da noch so ne Sache, da war ich ungefähr 11, da habe ich mit einem Kumpel ein „Rap-Video“ gedreht, ähm das kam halt daher, dass wir das oft auf diesen Musiksendern im Fernsehen gesehen haben, und dass das zu der Zeit ziemlich cool war, dann haben wir uns halt ein bisschen verkleidet mit Käppis und so, und haben dann halt auch selber ein Video gedreht, da war einem ja noch nix peinlich, unsere Eltern fanden das natürlich lustig.

Naja (…) auf jeden Fall, als ich dann älter wurde, als man dann so die ersten Mädchen kennenlernte, hat man so was Kindisches natürlich sein gelassen, wie „Extreme Dinosaurs“ oder „Wrestling“, oder bei Oma Tierfilme gucken (lacht). Das hab ich dann so nach und nach sein gelassen, dann kamen eher so Sachen wie „Prinz von Bel Air“, das ich auch viel geguckt hab, ähm, weil Will Smith auch so ein bisschen mein Vorbild war, er war halt immer so der coolere. Cartman war eher so der kleiner, dann wollte man halt lieber so der coolere sein.(…)

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Qualitative Medienforschung - Ein narratives Interview
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Erziehungswissenschaft)
Autor
Jahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V178661
ISBN (eBook)
9783656007869
ISBN (Buch)
9783656007623
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Qualitative Forschung, Forschung, Medienforschung, Interview, Narratives Interview, Medienpädagogik, Interpretation, Jugendforschung, Medienumgang, Kindheit und Medien, Fernsehen, TV, Jugend und Medien, Mediennutzung
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Natascha Diekmann (Autor), 2009, Qualitative Medienforschung - Ein narratives Interview, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178661

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