Darstellung der Jünger im Markusevangelium


Hausarbeit, 2002

19 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

Einleitung:

1. Überblick über verschiedene Darstellungsformen:
a) Jünger als Beispiel für ethische Lebensfragen
b) Jünger als Lernende und Unwissende
c) Jünger als Begleiter und Helfer
d) Jünger mit Auftrag
e) Die Jünger sind voller Ehrfurcht vor Jesus

2. Jesu Ankündigungen von Leid und Auferstehung und das Unverständnis der Jünger
a) Darstellung
b) Warum stellt Markus die Jünger unwissend dar ?

3. Welche Bedeutung hat die Darstellung der Jünger für uns heute

Bibelstelle

Form

Literaturverzeichnis:

Einleitung:

Mit dieser Arbeit möchte ich einen Überblick über die Darstellung der Jünger im Markusevangelium geben. Ich habe diese Arbeit in drei zusammenhängende Kapitel unterteilt. Das erste Kapitel soll einen Überblick über verschiedene Darstellungsformen geben.

Im zweiten Teil habe ich eine der Darstellungsformen analysiert und gehe der Frage nach, warum die Jünger die Ankündigung Jesu nicht verstanden haben und warum dies im Markusevangelium so dargestellt ist.

Am Schluss der Arbeit steht eine Gedankenreise. Ich gehe hier der Frage nach, welche Bedeutung die Darstellungen der Jünger für uns heute hat.

Zur Bearbeitung der Jüngerdarstellung, half mir eine eigens erstellte Tabelle, die im Anhang zu finden ist.

Somit ergibt sich für die Arbeit folgendes Inhaltsverzeichnis:

1. Überblick über verschiedene Darstellungsformen
2. Jesu Ankündigungen von Leid und Auferstehung und das Unverständnis der Jünger
3. Welche Bedeutung hat die Darstellung der Jünger für unsere Zeit?

Dirk Riechert

1. Überblick über verschiedene Darstellungsformen:

Die Jünger haben im Markusevangelium einen grossen Stellenwert. Schon in den ersten Versen wird von den Jüngern berichtet und dies durchzieht durch das ganze Evangelium bis zum Schluss.

Die Form der Darstellung ist unterschiedlich. Allgemein kann man festhalten, dass die Jünger Begleiter Jesu sind und die Begleitung und das, was sie auf dem gemeinsamen Weg mit Jesus erleben unterschiedlich dargestellt ist.

Man kann verschiedene Formen der Darstellung erkennen auf die ich im Folgenden eingehe.

a) Jünger als Beispiel für ethische Lebensfragen
b) Jünger als Lernende und Unwissende
c) Jünger als Begleiter und Helfer
d) Jünger mit Auftrag
e) Die Jünger sind voller Ehrfurcht vor Jesus

a) Jünger als Beispiel für ethische Lebensfragen

Markus beschreibt in seinem Evangelium eine Vielzahl von Situationen, in denen die Jünger, die mit Jesus durch das Land ziehen anders handeln, als dies in der damaligen Zeit ethisch vertretbar war. Jesus diskutiert mit den Pharisäern und Schriftgelehrten und erklärt somit das Handeln seiner Jünger. Im 2. Kapitel (Mk. 2,13-2,28) finden wir drei Darstellungen. Die Berufung des Levi (Mk. 2,13-2,17), mit dem die Jünger zusammen mit Jesus und den Zöllnern zu Tisch sitzen, die Frage nach dem Fasten (Mk. 2,18-2,22), als die Jünger im Gegensatz zu den Jüngern des Johannes oder den Pharisäer nicht viel fasten. Ein weiteres Beispiel finden wir beim Sammeln der Ähren am Sabbat (Mk. 2,23-2,28), als die Jünger dabei gesehen werden, wie sie Ähren sammeln, obwohl dies eine Nichteinhaltung des Sabbatgebotes bedeutet.

Im 7 Kapitel (Mk. 7,1-7,23) finden wir eine Erzählung von Reinheit und Unreinheit. Dort werden die Jünger dabei gesehen, wie sie das Brot mit ungewaschen Händen essen im Gegensatz zu den Satzungen der Ältesten.

In all diesen Erzählungen finden wir das gleiche Schema. Die Jünger handeln, die Schriftgelehrten oder Pharisäer beobachten die Handlung und erklären Jesus, was im Judentum erlaubt ist. Sie wollen dann von Jesus wissen, warum seine Jünger anders handeln dürfen und er erklärt ihnen seine Ansicht und Lehre. Die Jünger bleiben hierbei meist im Hintergrund und diskutieren nicht mit. Mit Ausnahme der Erzählung von der Unreinheit erfahren wir auch nicht, ob die Jünger verstehen warum sie so handeln dürfen oder ob sie nur so handeln, weil Jesus es von ihnen erwartet.

b) Jünger als Lernende und Unwissende

Diese Form der Darstellung dominiert im Markusevangelium. Die Jünger ziehen mit Jesus durch das Land und erfahren einiges von ihm und seiner Lehre. Sie werden als einfache Leute dargestellt (Mk. 1,16-1,20) und daher resultiert vermutlich auch eine Unwissenheit in machen Fragen. Im 4. Kapitel finden wir eine Darstellung über den Sinn der Gleichnisse mit anschliessendem Beispiel vom Sämann (Mk. 4,10-4,20). Dort wollen die Jünger von Jesus wissen, was Gleichnisse aussagen sollen und Jesus belehrt sie. Bei der Speisung der 5000 (Mk. 6,30-6,44) werden die Jünger belehrt, dass sie die Leute nicht nach Hause schicken, sondern die Brote einsammeln sollen. Ein weiteres Beispiel finden wir im 8. Kapitel bei der Warnung vor den Pharisäern und Herodes (Mk. 8,14-8,21). Hier erklärt Jesus den Jüngern bildhaft (Sauerteig als Hilfsmittel), welche Gefahren von den Pharisäern und Herodes ausgehen. Bei der Heilung des besessen Knaben (Mk. 9,02-9,29) lernen die Jünger das man Arten von Geister nur durch Beten austreiben kann. In den drei Ankündigungen von Jesu Leiden und Auferstehung (Mk. 8,31-8,33 ; 9,30-9,32 ; 10,32-10,34) steht die Unwissenheit und das Unverständnis im Vordergrund. Ebenso beim Rangstreit (Mk. 9,33-9,41) der Jünger und beim fremden Wundertäter (9,38-9,41) sowie bei der Segnung der Kinder (10,13-10,16) in Kapitel 10.

Im Markusevangelium stehen noch eine Menge anderer Stellen, die man hier aufführen könnte, aber die bisher genannten und übrigen Darstellungen zeigen auch wieder ein Schema.

Die Jünger handeln und werden verbessert oder Jesus handelt und erklärt den Jüngern die Gründe. Doch die Jünger verstehen Jesus oftmals nicht und werden auch von ihm kritisiert. Oft als Gruppe, aber auch mal als Einzelpersonen, wie Petrus bei der Frage nach dem Lohn der Nachfolge (Mk. 10,28-10,31). Jesus benutzt auch harte Worte um den Jüngern die Unverständnis vor Augen zu führen und erwartet besseres Verständnis aufgrund von vorherigen Erklärungen und Erlebnissen.

Wir finden in der Darstellung von der Warnung vor den Pharisäern und Herodes (Mk. 8,14-8,21) ein Beispiel: „habt Augen und seht nicht, habt Ohren und hört nicht...Und er sprach zu ihnen: Begreift ihr denn noch nicht?“.

Man kann diese Unverständnis als „Jüngergeheimnis“ bezeichnen. Die Jünger sind blind für den wahren Jesus, sie begreifen Jesu Parabeln und Gleichnisse nicht.

c) Jünger als Begleiter und Helfer

Die Jünger sind selbstverständlich fast im Ganzen Evangelium als Begleiter und Helfer dargestellt, aber in manchen Darstellungen steht das Helfen und Begleiten in besonderem Maße im Vordergrund. Zum Beispiel Im 3. Kapitel, beim Zulauf des Volkes (Mk. 3,7-3,12), stellen die Jünger Jesus ein Boot bereit, damit er sich vor der Menge schützen kann. Bei der Speisung der 4000 (Mk. 8,1-8,9) helfen die Jünger beim Austeilen oder auch zwei der Jünger erhalten Aufgaben, wie beim Abendmahl (Mk. 14,12-14,25).

Stets begleiten die Jünger Jesu bei den Wanderungen und tun das, was Jesus von ihnen verlangt und erwartet.

d) Jünger mit Auftrag

Das Helfen und Begleiten ist auch in manchen Teilen des Evangeliums verknüpft mit einem Auftrag. Allgemein hat Jesus die Jünger berufen, damit sie predigen und dafür erhalten sie die Vollmacht zur Geisteraustreibung (Mk. 3,13-3,19). Dies ist während der ganzen Reise ihr Auftrag. Markus schreibt im ersten Kapitel von Menschenfischern (Mk. 1,16-1,20), als er die Fischer Simon, Andreas, Johannes und Jakobus beruft.

Im 6. Kapitel werden die Jünger ausgesendet (Mk. 6,7-6,13) um jeweils zu zweit durch das Land zu ziehen. Den Jünger wird von Jesus ein weiterer Auftrag aufgezeigt: Sie sollen ihm nachfolgen (Mk. 8,34-9,1). Wir finden im 11. Kapitel einen Auftrag für nur zwei Jünger Jesu (Mk. 11,01-11,11).

Als Vorbereitung für den Einzug in Jerusalem (Palmsonntag) werden sie von Jesus darum gebeten, ein Füllen (Esel) loszubinden.

Auch am Ende des Evangeliums finden wir einen Auftrag an die Jünger. Im 16. Kapitel (Mk. 16,09-16,20) wird beschrieben, dass Jesus den 11 verbliebenen Jüngern erscheint und ihnen den Auftrag zur Verkündigung gibt.

e) Die Jünger sind voller Ehrfurcht vor Jesus

In verschiedenen Teilen des Evangeliums ist im Zusammenhang mit den Jüngern und den Handlungen Jesu von Ehrfurcht die Rede. Im 4. Kapitel bei der Stillung des Sturmes (Mk. 4,35-4,41) finden wir das erste mal die Ehrfurcht der Jünger. Meer und Wind sind Jesus gehorsam, wo vor sich die Jünger fürchten. Auch als Jesus den Jüngern auf dem See entgegenkommt (6,65-6,52) erschrecken diese, obwohl sie durch die Stillung des Sturmes und durch die Speisung der 5000 Jesu Macht wahrgenommen haben. Jesus kritisiert sie daraufhin („denn sie waren um nichts verständiger geworden angesichts der Brote, sondern ihr Herz war verhärtet“ – Mk. 6,52).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Darstellung der Jünger im Markusevangelium
Hochschule
Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe
Note
2,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
19
Katalognummer
V17873
ISBN (eBook)
9783638223362
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung, Jünger, Markusevangelium
Arbeit zitieren
Dirk Riechert (Autor), 2002, Darstellung der Jünger im Markusevangelium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17873

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