Sprachstandserhebungsverfahren: Anforderungen und Ziele


Hausarbeit, 2011

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Sprache
2.1 Sematik-Lexikon
2.2 Morphologie-Syntax

3. Anforderungen und Ziele von Sprachstandserhebungsverfahren

4. Diagnostische Methoden
4.1. Beobachtungen
4.2. Befragungen
4.3. Elizitationsverfahren

5. Beispiel: Delfin
5.2. Durchführung und Auswertung
5.3. Beurteilung/Kritik

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Sprachstandserhebungs-verfahren“. Nach Fried (2007) ist „Sprache die Grundlage oder auch der Schlüssel für Bildung, da sie eng mit anderen Entwicklungsbereichen wie zum Beispiel der sozialen und emotionalen Kompetenz oder auch der kognitiven Entwicklung zusammen hängt.“ Dank der schlechten Ergebnisse der PISA-Studie wurde Sprachförderung als vorrangiges Ziel erkannt. Da in den letzten Jahren bei den Schulanfängern immer wieder sprachliche Defizite festgestellt wurden, sollte das Ziel der pädagogischen Arbeit in Kindertagesstätten sein, alle Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung so zu fördern, dass sie bei Schuleintritt dem Unterricht folgen und sich aktiv mit ihrer Sprache beteiligen können. Besonders in der frühen Kindheit ist eine Sprachförderung sehr effektiv, da Defizite noch vor dem Schuleintritt bewältigt werden können. (vgl. q1) Diese Tatsache nehme ich zum Anlass, dieses Thema näher zu betrachten und aufzuzeigen, was Forschungen ergeben haben. Ich möchte in dieser Hausarbeit außerdem aufzeigen, wie wichtig diese Kenntnisse für das spätere Arbeitsfeld einer Pädagogin sind.

Als erstes möchte ich in meiner Hausarbeit auf die Sprache eingehen, besonderes Augenmerk lege ich dabei auf die sematisch-lexikalische und die morphologische-syntaktische Sprachebene. Im weiteren Verlauf werde ich kurz die Anforderungen und Ziele von Sprachstanderhebungsverfahren erläutern, um schließlich die verschiedenen diagnostischen Methoden zu beschreiben. Abschließend werde ich Delfin 4, als Beispiel für einen Test, vorstellen und dessen Ziele, Einsatz und Durchführung erläutern. Im Fazit werde ich dann schließlich die Ergebnisse zusammenfassen und ein Resümee ziehen.

2. Die Sprache

Die Sprache benötigt unterschiedliche Fähigkeiten, um sie richtig verwenden zu können. Sie ist sehr komplex, weswegen die Sprachentwicklung auch sehr störanfällig ist. Kinder müssen eine Sprache erst verstehen, bevor sie diese selbst beim Sprechen verwenden können, das heißt, das Verstehen (Rezeption) entwickelt sich vor der Produktion. Desweiteren müssen Kinder die verschiedenen Satzkonstruktionen verstehen, um eigenständig Sätze bilden zu können. Um die Sprache zu verstehen, braucht der Zuhörer ein „gewisses Maß an Weltwissen sowie Wissen über die Situation“, sodass er das Gesagte entsprechend einordnen kann. Damit man die Sprache besser erfassen und beschreiben kann, wird sie in vier sprachliche Ebenen eingeteilt: Sematik-Leikon, Phonologie-Morphologie, Syntax und Pragmatik. (vgl. Bunse/Hoffschildt 2008, S. 26) Aufgrund des begrenzten Seitenumfanges meiner Hausarbeit, werde ich allerdings nur auf die beiden erstgenannten eingehen.

2.1 Sematik-Lexikon:

Auf der Ebene der Sematik (Wortbedeutungen) und des Lexikons (Wortschatz) geht es um Wörter, die wir benötigen, um uns über die verschiedensten Inhalte und Ereignisse unterhalten zu können. Wir können nur Wörter beim Sprechen verwenden, welche uns auch bekannt sind. Im sogenannten passiven Wortschatz, welcher deutlich umfangreicher ist als der Aktive, sind alle Wörter gespeichert, die ein Mensch versteht. Im aktiven Wortschatz befinden sich diese, die er auch beim Sprechen einsetzen kann. Die Wörter sind, ähnlich wie in einem Lexikon, in bestimmte Kriterien eingeteilt, damit Wörter in Gesprächen sofort erfasst und verstanden werden können. Geordnet werden die Wörter nach ihrer Bedeutung (Sematik), welche nicht für jeden Menschen gleich sein muss. Es hängt von dem Weltwissen und den Erfahrungen des Einzelnen Menschen ab, welche Bedeutung er mit einem Wort in Verbindung bringt. Aus Beobachtungen weiß man, dass Kinder oft eine Situation oder ein Bild mit einem Wort verknüpfen. Damit sich Menschen allerdings verständigen können, ist es notwendig, dass Wortbedeutungen konventionell sind, das heißt, dass Kinder mit der Zeit ihre individuellen Bedeutungen mit den konventionellen ersetzen bzw. ergänzen müssen. Desweiteren werden einem Wort immer mehrere Informationen zugeordnet. Beispielsweise kann ein Gegenstand aus unterschiedlichen Materialien, Farben und Größen bestehen. Kinder möchten beim Erlernen neuer Wörter deswegen nicht nur die Gegenstände sehen, sondern auch anfassen und ausprobieren, damit sie solche Informationen finden.

Im Lexikon befinden sich die Wörter und ihre Bedeutungsmerkmale. Dort werden nicht nur die Bedeutungen von Wörtern erfasst, sondern auch die Wortbausteine, welche man in ihrer Anzahl und Zusammensetzung Wortform nennt. Diese Wortform gibt Informationen über die Anzahl der Silben, Art der Laute und auch über die Länge eines Wortes. Kinder entwickeln sehr oft sogenannte Wortneuschöpfungen, da sie für viele Dinge noch nicht das richtige Wort wissen oder nicht schnell genug darauf zugreifen können. Beispielsweise benutzen sie für das Wort schneiden messern, oder besen für fegen. (vgl. Bunse 2008, S. 29) Mit wachsendem Wissen ändern sich auch die Bedeutungen. Der Bedeutungserwerb wird nie abgeschlossen sein. Der Wortschatzerwerb beginnt mit den sogenannten Protowörtern. Ab dem 10. Lebensmonat benutzen Kinder Laute wie beispielsweise „du:du:“ für ihren Schnuller. Diese Verwendung ist stabil und situationsübergreifend. Die ersten Wörter, die auch für die Erwachsenen verständlich sind, entwickeln Kinder mit ca. 1 Jahr. Jedoch sind die Wörter wie Mama oder Papa lediglich Ausdrücke, welche die genannten Personen nicht näher spezifizieren, das heißt, die Kinder wissen nicht, dass der Papa ihr Erzeuger ist. Es dauert einige Jahre bis der Bedeutungsumfang und- inhalt der Wörter sich dem der Erwachsenen annähert. Oft verbinden Kinder mit ihren geäußerten Wörtern andere Inhalte als die Erwachsenen (vgl. Kany/Schöler 2010, S. 110)

Es gibt keine Vorgaben, wie viele Wörter ein Kind in einem bestimmten Alter beherrschen muss. Durch die unterschiedlichen Lebenswelten kann es zu unterschiedlichen Wortschätzen kommen, denn die Lebenswelten beeinflussen Inhalt und Umfang des Wortschatzes und deren Bedeutungen. Meist wird sich auf die Studie von Smith (1926) berufen, in der es um den Lexikonzuwachs bei Kindern geht. Nach der Meinung von Clark heißt es, dass die ersten Wörter eines Kindes anhand perzeptioneller Erfahrungen (Größe, Klang, Beschaffenheit) eingeteilt und erst nach und nach durch weitere Merkmale in sematische Bereiche weiter differenziert werden können. Wenn ein Kind Störungen auf der sematisch-lexikalischen Ebene vorweist, äußerst sich dies vor allem durch Wortschatzarmut oder Schwierigkeiten beim Speichern und Abrufen von Wörtern. Im Kindergarten sollte besonders auf Auffälligkeiten bezüglich der Inhalte der Wortbedeutungen, des Umfanges des Wortschatzes und der Wortfindung geachtet werden (vgl.Kany/Schöler 2010, S.111). Der Diagnostiker sollte sich nicht nur auf die passive und aktive Wortschatztestung konzentrieren, sondern auch den Versuch wagen, die sematischen Verhältnisse aufzudecken. (vgl. Nation/Aram 1989, S.38-39)

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Sprachstandserhebungsverfahren: Anforderungen und Ziele
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V178773
ISBN (eBook)
9783656009979
ISBN (Buch)
9783656010661
Dateigröße
379 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache, Delfin 4, Diagnostische Methoden, Sematik-Lexikon, Morphologie-Syntax
Arbeit zitieren
Melanie Schewtschenko (Autor), 2011, Sprachstandserhebungsverfahren: Anforderungen und Ziele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178773

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