2001: Odyssee im Weltraum - Eine Analyse des Werkzeugmotivs und der Rolle des Computers HAL


Hausarbeit, 2011
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 2001: Odyssee im Weltraum

2 Inhalt
2.1 The Dawn of Men
2.2 Tycho Magnetic Anomaly-1
2.3 Jupiter Mission 18 Months later
2.4 Intermission
2.5 Jupiter and Beyond the Infinite

3 Analyse
3.1 Das Werkzeugmotiv in 2001
3.2 Personenwahrnehmung von HAL
3.3 HAL’s Nervenzusammenbruch

4 Zusammenfassung

5 Literaturverzeichnis

6 Literatur aus einer Online-Recherche im Internet

7 Medienverzeichnis

8 Anhang

0 Einleitung

Der dieser Analyse zu Grunde liegende Film 2001: Odyssee im Weltraum schafft es noch mehr als 40 Jahre nach seinem Kinostart in den meisten Ratings unter die Top 10 der Science Fiction Filme. Unglaublich liebevolle Detailarbeit beim Erstellen der Raumschiffmodelle und das bis dahin ungewohnte, so täuschend echt inszenierte Raumerleben, waren mitunter dafür verantwortlich, dass der Film zu einem echten Klassiker und zur Vorlage fast aller späteren Filme des Genres wurde.

Gleich in mehreren filmischen Disziplinen gelang Stanley Kubrick eine Meisterleistung, er gab seinem Werk etwas Unnahbares und nie vollständig Begreifbares.

Anstelle der eigens komponierten Musik von Alex North griff er auf klassische Stücke wie Johann Strauß’s ‚An der schönen blauen Donau‘ und ‚Also sprach Zarathustra‘ von Richard Strauss zurück. Die Musik spielt in 2001 eine umso bedeutendere Rolle, da lange Strecken des Films ohne jegliches Gesprochenes auskommen. Sie allein schon ist es wert, analysiert zu werden.

Genauso beachtlich wäre es, 2001 in Bezug auf seine Bildkomposition und die zahlreichen Spezialeffekte zu untersuchen.

Die vorliegende Arbeit behandelt das Motiv des Werkzeuges im Allgemeinen und die Rolle des Computers HAL 9000 im Speziellen. Sie geht davon aus, dass ein zentrales Thema des Films die Rolle des Werkzeugs in der Entwicklung der Menschheitsgeschichte ist. Die Analyse hebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und bietet eine ganz bestimmte Sichtweise auf das Geschehen. Kubrick hat reichhaltig Platz für Interpretationsmöglichkeiten seines Films gelassen, weswegen diese Arbeit auch nur eine von vielen Optionen ist, sein Werk zu verstehen. „Ich versuchte, eine visuelle Erfahrung zu schaffen, eine die sich der Verbalisierung entzieht und deren emotionaler und philosophischer Gehalt direkt ins Unterbewußtsein dringt“ (Zitat Kubrick).

Zunächst werden ein paar allgemeine Fakten über den Film wiedergegeben, worauf eine Inhaltsbeschreibung folgt. Sie deutet bereits auf den Schwerpunkt der Analyse hin, welche mit der Untersuchung des Werkzeugs über den gesamten Film beginnt.

Schließlich wird der Computer HAL im Besonderen mit Hilfe einer Figurenanalyse nach Mikos ausgewertet, wobei analysiert werden soll, ob er als gänzlich reale Person betrachtet werden kann und was sich hinter seinem Wandel zum Gegenspieler verbirgt.

Zur besseren Einordnung sind analysierte Szenen mit in Klammern gesetzten Nummern versehen, die auf das Sequenzprotokoll im Anhang verweisen. Die verwendeten Abbildungen sind direkt aus dem Film entnommen und dienen der Veranschaulichung des Erklärten.

1 2001: Odyssee im Weltraum

Mit 2001 gelang Stanley Kubrick ein Meilenstein in der Filmgeschichte, der vor allem durch die Qualität seiner Inszenierung und noch nie dagewesene Spezialeffekte[1] nach seiner Veröffentlichung im Jahre 1968 neue Maßstäbe setzte. Schon der Beginn des Films stellt unwiderruflich klar, dass „ A Space Odyssey“, so der englischsprachige Originaltitel, eine dem durch Hollywood geprägten Zuschauer eher ungewohnte Rezeptionsweise abverlangt.

Fasziniert von Arthur C. Clarkes Roman „The Sentinel“ („Der Wachtposten“), erstellte Kubrick zusammen mit dem Buchautor ein Drehbuch, welches durch die Filmgesellschaft Metro-Goldwyn-Mayer umgesetzt wurde.[2] Das Epos umfasst selbst nach seiner Kürzung in der deutschsprachigen Fassung noch 148 Minuten und bildet in jeder Hinsicht ein Werk der Superlative.[3]

2 Inhalt

Kubrick erzählt in diesem noch heute vielzitierten und als Vorlage der meisten Filme im Science Fiction Genre dienenden Weltraumepos seine Version der Evolution des Menschen, der seiner Vollendung als „Sternenkind“ noch entgegensieht. Eines der vielen Aspekte des Filmes stellt die Rolle der Technik in der Entwicklung des Menschen dar. Sie geht eng einher mit der Eroberung der Erde und des Weltraums und bildet den Konflikt in 2001, als der futuristische Computer HAL 9000 ein Eigenleben entwickelt. Kubrick verwischt durch die gegensätzliche Inszenierung der Astronauten David Bowman und Frank Poole zu dem sprechenden Bordcomputer des Raumschiffs gezielt die Grenze zwischen Menschlichem und Technischem. Auf einer Odyssee durch die unendlichen Weiten des Alls verselbständigt sich die Technik in Form besagten Computers und stellt den Menschen, repräsentiert durch die Crew unter Leitung von Bowman, vor völlig neue Herausforderungen. Er läuft Gefahr, die Oberhand über das von ihm geschaffene Werkzeug zu verlieren.

Durch Zwischenüberschriften ist der Film in vier Kapitel unterteilt. Ein weiteres Kapitel (vgl. 1.2.2, S. 5) wird nur inhaltlich von den anderen getrennt.

2.1 The Dawn of Men

Ein über vier Minuten andauernder schwarzer Bildschirm, unterlegt mit Musik, eröffnet den durch lange Aufnahmen geprägten Film. Es folgt die später noch zweimal wiederholte Planetenkonstellation von Mond, Erde und aufgehender Sonne in einer Reihe. In einer weiten, öden Steppenlandschaft lebt eine Affenhorde, deren Tagesrhythmus vom nackten Kampf ums Überleben geprägt ist. Bedrohungen ergeben sich für die Primaten durch Raubtiere und feindlich gesinnte Artgenossen.

Das Auftauchen eines offensichtlich durch extraterrestrisches Leben aufgestellten Monolithen unterbricht die Monotonie eines Morgens. Dass der Monolith eine Bewusstseinsveränderung in den Affenwesen herbeiführt, wird in einer darauffolgenden Schlüsselszene[4] deutlich: Einer der Primaten beginnt, die Knochen eines Tapirs als Werkzeug zu betrachten und zerschlägt damit den Schädel des Skeletts. Das Motiv des Werkzeugs als Indikator für die Entwicklung des Menschen schlängelt sich durch den gesamten Film. Auch die Assoziation zwischen Technik und Tod wird von Kubrick von Anfang an gegeben. Der Affe nutzt den Knochen und beendet durch die Beschaffung von Fleisch die vegetarische Ernährung der Horde. Ein weiteres Streitigmachen der Wasserstelle durch feindliche Primaten wird erfolgreich abgewehrt und bringt deren Anführer durch seine Erschlagung mit dem neu entdeckten Werkzeug den Tod. Nach dem Triumph über die abgewehrten Angreifer wirft einer der Affen einen Knochen in die Luft, dessen Abwärtsbewegung der gematchte Schnitt zu einem im All schwebenden Raumschiff folgt.

Der berühmteste Matchcut der Filmgeschichte, der einen zeitlichen Sprung von über vier Millionen Jahren überdauert, leitet geschickt zum zweiten Teil der Odyssee weiter.

2.2 Tycho Magnetic Anomaly-1

Das moderne Raumschiff und die Reise des Wissenschaftlers Dr. Heywood Floyd zum Mond erzählen stumm von der Entwicklung des Menschen nach Kubricks Darstellung und der damit einhergehenden, nicht wegzudenkenden Technik. Auf der Mondstation Clavius wurde ein vier Millionen Jahre alter schwarzer Monolith ausgegraben, dessen Existenz für die Forscher des US-amerikanischen „ National Council of Astronautics “ eindeutig auf außerirdische Intelligenz hindeutet. Von dem Fund geht eine starke Strahlung aus, die auf den Planeten Jupiter gerichtet ist. Um diesem Phänomen auf die Spur zu kommen, entsenden die Wissenschaftler 18 Monate später die erste bemannte Expedition auf den Weg zum Jupiter.

2.3 Jupiter Mission 18 Months later

Drei der fünf Crewmitglieder des Raumschiffs Discovery befinden sich in einem künstlichen Tiefschlaf. Der als unfehlbar geltende Computer HAL 9000 wird von den beiden anderen Astronauten als sechstes Bordmitglied betrachtet, da sie verbal mit ihm kommunizieren können. Der Computer als „Gehirn“ des Raumschiffes ist Hauptverantwortlicher der Mission. Nur ihm ist der Grund der streng geheimen Jupiter-Mission bekannt.

Als HAL mit der falschen Voraussage einer scheinbar bald nicht mehr funktionierenden Einheit einen Fehler macht, zerstückelt das Bild des perfekten Computers. David und Frank planen trotz der lebenswichtigen Funktionen HAL’ s insgeheim, dessen höhere Funktionen abzuschalten, um weiteren Fehlern vorzubeugen.

2.4 Intermission

Durch das Lesen ihrer Lippen durchschaut HAL das Vorhaben und nutzt die Gelegenheit eines Außeneinsatzes zur Eliminierung Franks. David, der ihm zu Hilfe kommen möchte, kann den Tod seines Kameraden nicht mehr verhindern und sich nur noch durch den Notausgang unter Lebensgefahr wieder Einlass ins Raumschiff verschaffen. Mittlerweile hat HAL auch die Lebensfunktionen der von ihm abhängigen Wissenschaftler im Tiefschlaf unbemerkt abgeschaltet und David dringt in das Innere des Rechenzentrums vor, um der außer Kontrolle geratenen künstlichen Intelligenz ein Ende zu setzen. Erst zu diesem Zeitpunkt erfährt er durch das automatische Abspielen eines Videos von dem wahren Grund der Mission und dem entdeckten Monolithen.

[...]


[1] 1969 wurden die Spezialeffekte unter anderem durch die Verleihung eines Oscars gewürdigt. Vgl. hierzu http://www.imdb.com/title/tt0062622/awards (Stand 28.03.11)

[2] Die Dreharbeiten wurden mit Ausnahme einer Szene ausschließlich im Studio getätigt und Modelle der Raumschiffe in akribischer Detailarbeit angefertigt. Vgl. Kempen: http://www.epilog.de/Film/1-9/2001_Odyssee_im_Weltraum_GB_1968.htm#Produktion (Stand 28.03.11)

[3] In seiner ungekürzten Fassung dauert 2001 160 Minuten. Die Produktionskosten von 10,5 Mio.$ machten den Film mit den bis dahin meisten Tricksequenzen zu einem der teuersten seiner Zeit. Bis zu seiner Fertigstellung vergingen 4 Jahre und die zeitliche Erstreckung der Handlung über 4 Millionen Jahre sowie räumliche Ausdehnung zwischen Erde, Mond und Jupiter übertraf alles bisher Dagewesene.

[4] Die eindeutige Verbindung der Bewusstseinsveränderung mit dem Monolithen wird durch einen Zwischenschnitt desselben verdeutlicht.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
2001: Odyssee im Weltraum - Eine Analyse des Werkzeugmotivs und der Rolle des Computers HAL
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Medien und Kommunikation)
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V178782
ISBN (eBook)
9783656009917
ISBN (Buch)
9783656010630
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Anhang: Sequenzprotokoll
Schlagworte
2001, Space Odyssey, Odyssey im Weltraum, Odyssey, Weltraum, Analyse, Werkzeugmotiv, Werkzeug, HAL, Technik, Computer, Kubrick, Stanley
Arbeit zitieren
Johannes Rieble (Autor), 2011, 2001: Odyssee im Weltraum - Eine Analyse des Werkzeugmotivs und der Rolle des Computers HAL, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178782

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