Die Interpenetration der Hemisphären und Zivilisationen akzentuiert sich im Zuge der technologischen planetaren Integration. Dies führt auch zur Auseinandersetzung mit den Geisteskulturen der diversen betroffenen Zivilisationen und Kulturen. Während der Gesichtsbegriff bereits im Wege der Kolonialisierung und seiner Rückwirkungen über das englische Face unsere Kulturen erreicht hat, kann man in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine umfassende philosophische Ost-West Begegnung auf friedlichem Wege beobachten. Diese gestattet es, den fremdkulturell anmutenden, aber nicht fremden Gesichtsbegriff, sinngebend einzuordnen. Mit dem transnationalen Management gewinnt er nun in Zusammenhang mit kulturgrenzüberschreitenden ost-westlichen strategischen Allianzen an Brisanz.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff Gesicht - Face - Mianzi
2.1 Kulturvergleich und geschichtlicher Hintergrund
2.2 Der Vorfall: Kulturelle Interpretation
2.3 Bedeutung von Gesicht und sozialem Kapital
3. Managementrelevanz und Praxis
3.1 Verhandlungsführung und interkulturelle Strategien
3.2 Gesichtsmanagement im organisationalen Kontext
3.3 Systematisierung des Gesichtsbegriffs
4. Transkulturelle Dimensionen und Fazit
4.1 Traditionelle Perspektiven
4.2 Ganzheitliches Gesichtsmanagement
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturelle Bedeutung des Gesichtsbegriffs (Mianzi/Face) und dessen Auswirkungen auf das interkulturelle Management. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die psychologischen und sozialen Dynamiken hinter diesem Konzept zu schaffen, um Konflikte in der internationalen Zusammenarbeit zu vermeiden und eine synergetische Kommunikation zwischen ostasiatischen und westlichen Kulturen zu ermöglichen.
- Kulturelle Analyse des Gesichtsbegriffs im Vergleich zwischen Ost und West.
- Bedeutung von Gesicht als soziales Kapital in kollektivistischen vs. individualistischen Kulturen.
- Managementimplikationen: Einfluss von Mianzi auf Verhandlungen und Mitarbeiterführung.
- Ansätze zur Harmonisierung: Von der gesichtswahrenden Kommunikation zum integrativen Management.
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung des Gesichtsbegriffs im interkulturellen Management
Die Interpenetration der Hemisphären und Zivilisationen akzentuiert sich im Zuge der technologischen planetaren Integration. Dies führt auch zur Auseinandersetzung mit den Geisteskulturen der diversen betroffenen Zivilisationen und Kulturen. Während der Gesichtsbegriff bereits im Wege der Kolonialisierung und seiner Rückwirkungen über das englische Face unsere Kulturen erreicht hat, kann man in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine umfassende philosophische Ost-West Begegnung auf friedlichem Wege beobachten.
Diese gestattet es, den fremdkulturell anmutenden, aber nicht fremden Gesichtsbegriff, sinngebend einzuordnen. Mit dem transnationalen Management gewinnt er nun in Zusammenhang mit kulturgrenzüberschreitenden ost-westlichen strategischen Allianzen an Brisanz. Ich möchte behutsam über eigene Erfahrung an den Begriff heranführen, der kulturrelative Priorität besitzt und im konfuzianischen Kulturkreis viel wichtiger ist als hierzulande. Daher das chinesische Schriftzeichen für 面子, Mianzi oder Gesicht zu Beginn.
Einst reiste ein japanischer Prinz nach Paris. Dort weilte er während seines Aufenthalts in einem Lokal, möglicherweise einer Brasserie oder in einem Café-Bar, Restaurant, wofür die Lichterstadt bekannt ist und wo sich der auf der übernächsten Seite beschriebene Vorfall zugetragen hat, der uns an die fernöstliche Kultur heranführen kann. Besonders die renommierten Cafés auf dem Boulevard Montparnasse, wie beispielsweise La Coupole, waren und sind Begegnungsorte der Kreativität des Pariser Kultur- und Geisteslebens und Geburtsstätte so mancher Philosophie und künstlerisch-literarisch-kultureller Leistung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die globale Integration und die Notwendigkeit, sich mit den unterschiedlichen Geisteskulturen und dem zentralen Gesichtsbegriff im interkulturellen Management auseinanderzusetzen.
2. Der Begriff Gesicht - Face - Mianzi: Analyse der kulturellen Differenzen, exemplarisch dargestellt durch einen Vorfall, und Einordnung des Gesichts als soziales Kapital.
3. Managementrelevanz und Praxis: Untersuchung der Auswirkungen auf Verhandlungen, Mitarbeiterführung sowie Systematisierung des Gesichtsbegriffs durch das Gesichtsmanagement-Modell.
4. Transkulturelle Dimensionen und Fazit: Synthese der Erkenntnisse hin zu einem ganzheitlichen Verständnis von Identität und einem synergetischen, interkulturellen Managementansatz.
Schlüsselwörter
Gesichtsmanagement, Mianzi, Interkulturelles Management, Sozialkapital, Konfuzianismus, Harmoniestreben, Transkulturelle Kommunikation, Kollektivismus, Verhandlungsführung, Identität, Face, Interdependenz, Globales Business, Psychologie, Kulturvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die kulturelle Bedeutung des „Gesichts“ (Mianzi/Face) und dessen zentrale Rolle im globalen Management, um Missverständnisse zwischen östlichen und westlichen Arbeitsweisen zu überbrücken.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem kulturellen Verständnis von Ehre, Scham, sozialem Kapital sowie den Auswirkungen dieser Konzepte auf Verhandlungsstrategien und das Managementverhalten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Vermittlung eines tieferen Verständnisses für den Gesichtsbegriff, um als Führungskraft erfolgreich in interkulturellen, insbesondere konfuzianisch geprägten Kontexten agieren zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen interdisziplinären Ansatz, der kulturwissenschaftliche Perspektiven mit psychologischen Konzepten und praktischen Managementerfahrungen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkrete Fallbeispiele, verhandlungsrelevante Faktoren nach J. Graham und systematisiert Gesichtsmanagement-Modelle zur Anwendung im Unternehmensalltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Gesichtsmanagement, Mianzi, interkulturelles Management, Sozialkapital und kollektivistische Kulturmodelle.
Warum kann ein direktes Feedback im Mianzi-Konzept problematisch sein?
Direktes Feedback kann als Gesichtsverlust wahrgenommen werden, was die zwischenmenschliche Harmonie stört und in einer beziehungsorientierten Kultur zu nachhaltigen Konflikten führt.
Was bedeutet „Gesicht geben“ (Gei-mian-zi) in der chinesischen Kultur?
Es bezeichnet das aktive Bemühen, das Ansehen anderer zu wahren, indem man sie nicht durch öffentliches Fehlverhalten oder unangenehme Kritik in eine demütigende Situation bringt.
- Arbeit zitieren
- D.E.A./UNIV. PARIS I Gebhard Deissler (Autor:in), 2011, Gesicht - Face - Mianzi im interkulturellen Management, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178817