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Die gesellschaftliche Funktion der Religion: Die Säkularisierung innerhalb funktional differenzierter Gesellschaften

„Inwiefern symbolisiert der Säkularisierungsprozess das Ergebnis der funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft?“

Titel: Die gesellschaftliche Funktion der Religion: Die Säkularisierung innerhalb funktional differenzierter Gesellschaften

Seminararbeit , 2009 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Susanne Lossi (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.“1
Diese Aussage entstammt dem Werk eines der einflussreichsten und bedeutendsten Philosophen des 19. Jahrhunderts: Karl Heinrich Marx.
Die Problematik, die in diesem Zusammenhang aufgeworfen wird, ist nicht nur die Suche nach der heutigen Funktion von Religion in den modernen säkularisierten Gemeinschaften, sondern ebenfalls die Darstellung der Bedeutung des Säkularisierungsprozesses als Konsequenz der funktionalen Ausdifferenzierung innerhalb des gegenwärtigen Gesellschaftssystems.
Die folgende Arbeit beschäftigt sich auf der Grundlage dieser Überlegungen mit der Fragestellung: „Inwiefern symbolisiert der Vorgang der Säkularisierung das Ergebnis einer funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft?“
Der Hauptteil dieses Aufsatzes fokussiert sich auf die Erörterung der Luhmannschen Auffassung von Säkularisierung und ihre Abhängigkeit hinsichtlich der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung innerhalb der modernen Staatensysteme.
Um eine zufrieden stellende Antwort auf diese Problematik zu erhalten, wird zunächst sowohl auf das Leben und Wirken von Niklas Luhmann, als auch auf die Luhmannsche Auffassung der funktionalen Differenzierung detailliert eingegangen.
Nachfolgend liegt die schwerpunktmäßige Betrachtung auf der funktionalen Begriffsbestimmung von Religion und der Definition des Terminus: Säkularisierung hinsichtlich seiner Entwicklungsgeschichte, um auf dieser Basis die gesellschaftliche Funktion von Religion und ihren Einfluss auf den Säkularisierungsprozess genauer beurteilen zu können. Im Anschluss wird die Säkularisierung als Ergebnis der funktionalen Differenzierung des Gesellschaftssystems aufgegriffen und bewertet.
Mit dieser Erörterung ist die Grundlage für eine kritische Beantwortung der Fragestellung nach dem Einfluss der funktionalen Differenzierung der Gesellschaft auf den Säkularisierungsvorgang geschaffen.
Auf Grund der Komplexität der aufgeführten Thematik beschränkt sich diese Arbeit auf die Darstellung der Luhmannschen Auffassungen im Hinblick des Einflusses der funktionalen Differenzierung auf den Prozess der Säkularisierung. Eine detaillierte Beschreibung der Entstehung der einzelnen Subsysteme innerhalb der Gesellschaft wird in diesem Aufsatz nicht vorgenommen. Somit vermitteln die nachfolgenden Betrachtungen nur einen kleinen Einblick in die

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Religion im Zeichen der Säkularisierung

2. Die Säkularisierung innerhalb funktional differenzierter Gesellschaften

2.1. Niklas Luhmann und die funktionale Ausdifferenzierung der Gesellschaft

2.1.1. Biografie von Niklas Luhmann

2.1.2. Die Begrifflichkeit der funktionale Differenzierung nach Niklas Luhmann

2.1.3. Die funktionale Begriffsbestimmung von Religion

2.2. Die gesellschaftliche Funktion der Religion am Beispiel der Säkularisierung

2.2.1. Was ist Säkularisierung?

2.2.2. Die Funktion der Säkularisierung innerhalb des Gesellschaftssystems

3. Säkularisierung – Eine Rechtfertigung der Kirche für die Emigration aus der Gesellschaft?

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht die Bedeutung des Säkularisierungsprozesses als Konsequenz der funktionalen Ausdifferenzierung innerhalb moderner Gesellschaften, basierend auf der Systemtheorie von Niklas Luhmann.

  • Analyse der Luhmannschen Auffassung von Säkularisierung und funktionaler Differenzierung.
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Funktion von Religion in modernen Staatensystemen.
  • Darstellung der historischen Genese des Begriffs Säkularisierung.
  • Kritische Bewertung der Rolle der Kirche und deren Rückzug aus der Gesellschaft.
  • Methodische Textanalyse von Primär- und Sekundärliteratur zur Systemtheorie.

Auszug aus dem Buch

2.1.2. Die Begrifflichkeit der funktionalen Differenzierung nach Niklas Luhmann

Die funktionale Differenzierung ist nach Niklas Luhmann ein Symbol von modernen Gesellschaften und beinhaltet die Untergliederung der Gesamtgesellschaft nach bestimmten Funktionen bzw. Aufgabenbereichen. Obwohl die funktionale Differenzierung ein Kennzeichen der heutigen Staatenwelt darstellt, waren bereits im Mittelalter Entwicklungstendenzen hin von einer stratifizierten zu einer funktional differenzierten Gesellschaft erkennbar.

„Ursprünglich sind die diversen Funktionen in ihrer einfachsten Form im familiären Verband verortet. Die zunehmende Komplexität der sozialen Interaktion führt zu allmählicher Differenzierung. Im neuzeitlichen Prozess kommt es zur vollen Ausdifferenzierung der Funktionen als autonomer Teilsysteme“

Dieses Zitat verdeutlicht, dass der Prozess der funktionalen Differenzierung mit der Entstehung von so genannten Subsystemen, welche sich von dem dominierenden Funktionssystem der Familie abgrenzten, einhergeht. Anfangs kam es zur Entwicklung der Untersysteme: Religion, Politik und Wirtschaft. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts bildeten sich die Subsysteme der Wissenschaft, der Technik und der Erziehung, welche mit einer Spezialisierung der Familie und der Ausdifferenzierung des Rechtssystems verbunden waren, heraus. In der Neuzeit traten die Subsysteme: Gesundheit bzw. Medizin und die Medien in den Kanon der gesellschaftlichen Differenzierung.

Niklas Luhmann vertritt die Auffassung der relativen Autonomie der sich ausdifferenzierten Kultursachbereiche. Jedoch ist das einzelne System einer starken Interpenetration unterworfen und somit nur dann leistungsfähig, wenn es mit den anderen „Subsystemen“ zusammenwirkt.

„In allen differenzierten Systemen kann man für jedes Teilsystem drei – und nur drei – Systemreferenzen unterscheiden: Die Beziehung zum umfassenden Gesamtsystem, die Beziehung zu anderen Teilsystemen und die Beziehung zu sich selbst.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Religion im Zeichen der Säkularisierung: Einführung in die Problematik der Religion in der modernen Gesellschaft und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage.

2. Die Säkularisierung innerhalb funktional differenzierter Gesellschaften: Theoretische Auseinandersetzung mit Luhmanns Systemtheorie, seiner Biografie sowie der Definition von Säkularisierung als strukturelles Phänomen.

3. Säkularisierung – Eine Rechtfertigung der Kirche für die Emigration aus der Gesellschaft?: Kritische Betrachtung der Rolle der Kirche und deren Anpassungsschwierigkeiten im Kontext moderner Funktionssysteme.

Schlüsselwörter

Säkularisierung, Niklas Luhmann, funktionale Differenzierung, Systemtheorie, Gesellschaftssystem, Religion, Religion als Subsystem, Kirche, soziale Systeme, Entzauberung, soziale Ordnung, Moderne, Gesellschaftsstruktur, Privatisierung, Komplexität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Säkularisierung als ein Ergebnis der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung unter Berücksichtigung der systemtheoretischen Ansätze von Niklas Luhmann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die funktionale Ausdifferenzierung der Gesellschaft, die Rolle der Religion in modernen Systemen und das Verhältnis zwischen Kirche und Staat.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern symbolisiert der Vorgang der Säkularisierung das Ergebnis einer funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die methodische Grundlage ist die qualitative Textanalyse von Primär- und Sekundärliteratur, insbesondere des Werkes „Funktion der Religion“ von Niklas Luhmann.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert Luhmanns Theorie der funktionalen Differenzierung, definiert den Begriff der Säkularisierung und analysiert deren Auswirkungen auf das Subsystem Religion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Säkularisierung, funktionale Differenzierung, Systemtheorie, Luhmann, Religion und gesellschaftliche Struktur.

Wie definiert Luhmann die funktionale Differenzierung?

Luhmann betrachtet sie als die Untergliederung der Gesellschaft in autonome Teilsysteme, die jeweils spezifische Funktionen für das Gesamtsystem erfüllen.

Warum zieht sich die Kirche laut der Arbeit aus der Gesellschaft zurück?

Die Autorin argumentiert, dass dieser Rückzug als „Emigration“ gedeutet werden kann, um das Unvermögen der Kirche zu verdecken, sich an die Anforderungen einer funktional differenzierten Moderne anzupassen.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die gesellschaftliche Funktion der Religion: Die Säkularisierung innerhalb funktional differenzierter Gesellschaften
Untertitel
„Inwiefern symbolisiert der Säkularisierungsprozess das Ergebnis der funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft?“
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Herrschaft und Legitimität bei Niklas Luhmann
Note
1,0
Autor
Susanne Lossi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V178858
ISBN (eBook)
9783656011125
ISBN (Buch)
9783656010203
Sprache
Deutsch
Schlagworte
funktion religion säkularisierung gesellschaften säkularisierungsprozess ergebnis ausdifferenzierung gesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susanne Lossi (Autor:in), 2009, Die gesellschaftliche Funktion der Religion: Die Säkularisierung innerhalb funktional differenzierter Gesellschaften , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178858
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Leseprobe aus  16  Seiten
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