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Sonn- und Feiertagsrecht in einer säkularisierten Gesellschaft: Der grundgesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage

Ist der grundgesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage in unserer heutigen modernen, säkularisierten Gesellschaft noch zeitgemäß?

Titel: Sonn- und Feiertagsrecht in einer säkularisierten Gesellschaft: Der grundgesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage

Seminararbeit , 2010 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Susanne Lossi (Autor:in)

Theologie - Systematische Theologie
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1. Einleitung

„Der Sonntag ist für den Menschen da. Eine Gesellschaft, die den Sinn des Sonntags nicht mehr verstünde und das Verbot der Arbeit mehr und mehr aufweichte, würde ein Kernstück ihrer Kultur preisgeben.“

Dieses Zitat zeigt die essentielle Bedeutung des Sonntags für den Menschen als höchsten Feiertag der Woche. Der grundgesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage ist somit der Ausdruck für eine Konstante innerhalb einer schnelllebigen Welt. Allerdings werden stetig neue Diskussionen um die Problematik der Sonn- und Feiertagsarbeit durch den gesellschaftlichen Wandel ausgelöst. Schlagwörter, wie Mobilität oder Aktivität verdrängen den traditionellen Rast- und Regenerationsgedanken des Sonn- und Feiertags und begründen auf diese Weise ein neues Freizeitverhalten innerhalb der Gesellschaft.

Der Sonn- und Feiertagsschutz deutscher Vorstellung findet im Ausland kaum Parallelen, teilweise wird dieser sogar abgebaut. In Zeiten der Globalisierung und der europäischen Integration erscheint der deutsche Sonn- und Feiertagsschutz nicht nur veraltet, sondern hemmt auch die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit Deutschlands.

Die folgende Arbeit beschäftigt sich auf der Grundlage dieser Überlegungen mit der Fragestellung: Inwiefern ist der grundgesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage in unserer heutigen modernen, säkularisierten Gesellschaft noch zeitgemäß?

In unserem gegenwärtigen pluralistischen Gesellschaftssystem, in welchem nicht nur die Zahl der Kirchenmitglieder stetig abnimmt, sondern ebenfalls die Verpflichtung des deutschen Staates zur religiös-weltanschaulichen Neutralität gegeben ist, wurde der grundgesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland kritisch hinterfragt. Diese unvergängliche Relevanz begründet die aufgezeigte Fragestellung und rechtfertigt die ausführliche Beschäftigung mit diesem Themenbereich.

Der Hauptteil dieser Arbeit fokussiert sich auf die Erörterung des grundgesetzlichen Schutzes der Sonn- und Feiertage. Im Besonderen wird hier auf den bis heute fortgeltenden Artikel 139 der Weimarer Reichsverfassung mit seinen Grundsätzen der seelischen Erhebung und der Arbeitsruhe eingegangen. Um jedoch eine zufriedenstellende Antwort auf die dargestellte Problematik zu erhalten, wird zunächst die Entstehungsgeschichte des deutschen Sonn- und Feiertagsschutzes detailiert herausgearbeitet. Im Folgenden werden die Ausnahmeregelungen des grundgesetzlichen Schutzes der Sonn- und Feiertage

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der grundgesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage

2.1. Die Entstehungsgeschichte des Sonn- und Feiertagsschutzes

2.1.1. Kirchliche Ursprünge und kirchenrechtliche Regelungen

2.1.2. Der Sonn- und Feiertagsschutz als sozialpolitisches Ziel

2.2. Der fortgeltende Artikel 139 Weimarer Reichsverfassung

2.3. Die Grundsätze der Seelischen Erhebung und der Arbeitsruhe

2.4. Die Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsschutz

2.5. Die Sonn- und Feiertagsruhe im Spannungsverhältnis zu den Menschenrechten

2.6. Fazit

3. Die Bedeutung der Sonn- und Feiertage im Wandel

3.1. Der Feiertag

3.2. Der Sonntag

3.3. Unsere Verantwortung für den Erhalt des Sonn- und Feiertags

4. Ergebnis und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht vor dem Hintergrund einer zunehmend säkularisierten und pluralistischen Gesellschaft die Zeitgemäßheit des grundgesetzlichen Schutzes von Sonn- und Feiertagen. Dabei wird analysiert, inwiefern der durch Artikel 139 der Weimarer Reichsverfassung und Artikel 140 des Grundgesetzes garantierte Schutz trotz wirtschaftlicher Globalisierung und veränderter Freizeitgewohnheiten als unverzichtbares kulturelles Identitätsmerkmal und Element der menschlichen Erholung Bestand hat.

  • Historische Herleitung des Sonn- und Feiertagsschutzes
  • Verfassungsrechtliche Einordnung und Schutzstatus
  • Spannungsfeld zwischen Arbeitsruhe und Menschenrechten
  • Bedeutungswandel des Sonntags in der modernen Konsumgesellschaft
  • Verantwortung für den Erhalt kultureller und religiöser Grundwerte

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Kirchliche Ursprünge und kirchenrechtliche Regelungen

„Achte darauf, den Sabbat zu heiligen! Sechs Tage magst du arbeiten und alle deine Geschäfte verrichten! Aber der siebte Tag ist ein Ruhetag zu Ehren des Herrn, deines Gottes. Da darfst du keinerlei Arbeit tun, weder du noch dein Sohn oder deine Tochter, weder dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch der Fremdling, der bei dir innerhalb deiner Tore weilt! Denn in sechs Tagen schuf der Herr Himmel und Erde, das Meer und alles, was in ihnen ist, aber am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbat gesegnet und geheiligt.“

Diese Worte verweisen auf den ursprünglich religiös begründeten Bedeutungsinhalt des Sonntags, als höchstes Fest der Woche. Der Sonntag als wöchentlicher Tag der Arbeitsruhe versinnbildlicht infolgedessen den christlichen Urfeiertag, als Tag der Auferstehung des Herrn: Jesus Christus.

Die Grundlage der jüdisch- christlichen Verehrung eines Tages des Herrn ist das Alte Testament. Der ursprüngliche Name des Sonntags wurde von dem heidnischen Sonnengott „Helios“ abgeleitet. In der Apostelzeit des ersten Jahrhunderts war der Sonntag ein Symbol für die gottesdienstlichen Zusammenkünfte und die Würdigung der Auferstehung von Jesus Christus. Durch den Papst Viktor wurden in den Jahren 196 bis 198 uniforme Regeln der Feiertagspraktiken durchgesetzt. Das erste staatliche Gesetz zum Schutz des Sonntags, welches jegliches Gewerbetreiben am Sonntag verbot, wurde durch Kaiser Konstantin den Großen am 7. März 321 erlassen. Rechtshistorisch lässt sich das gesetzliche Gebot der Sonntagsruhe folglich auf ihn zurückführen. Gewisse Berufe, wie beispielsweise die Körperpflege waren von diesem Arbeitsverbot allerdings ausgenommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Sonn- und Feiertagsschutzes und Darlegung der Fragestellung zur heutigen Zeitgemäßheit.

2. Der grundgesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage: Analyse der historischen Wurzeln und der verfassungsrechtlichen Verankerung des Sonn- und Feiertagsschutzes.

3. Die Bedeutung der Sonn- und Feiertage im Wandel: Untersuchung des soziokulturellen Bedeutungswandels und der Verantwortung der Gesellschaft für den Erhalt des Sonntags.

4. Ergebnis und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Schutznotwendigkeit und Perspektiven für den zukünftigen Umgang mit der Sonn- und Feiertagsruhe.

Schlüsselwörter

Sonn- und Feiertagsschutz, Grundgesetz, Weimarer Reichsverfassung, Arbeitsruhe, seelische Erhebung, Säkularisierung, Religionsfreiheit, Menschenrechte, Feiertagskultur, gesellschaftlicher Wandel, Sonntag, Arbeitsschutz, Verhältnismäßigkeit, kulturelles Erbe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Relevanz des verfassungsrechtlichen Sonn- und Feiertagsschutzes in der modernen Bundesrepublik Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die historische Genese, die verfassungsrechtliche Absicherung, das Spannungsverhältnis zum Wirtschaftsleben sowie die soziokulturelle Bedeutung des Sonntags.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der grundgesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage in einer säkularisierten Gesellschaft noch zeitgemäß ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die methodische Grundlage bildet die systematische Textanalyse einschlägiger rechtswissenschaftlicher, theologischer und sozialwissenschaftlicher Schriften.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Entstehungsgeschichte, verfassungsrechtliche Aspekte (Art. 139 WRV), Ausnahmeregelungen und die Kollision des Schutzes mit individuellen Grundrechten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sonn- und Feiertagsschutz, Arbeitsruhe, seelische Erhebung, Verfassungsrecht und gesellschaftlicher Wandel.

Warum wird der Sonntag trotz Säkularisierung weiterhin geschützt?

Der Sonntag wird als unverzichtbares kulturelles Kulturgut, Identitätsmerkmal und notwendiger Ruhetag zur Regenerierung des Menschen und seiner Familie betrachtet.

Inwieweit stehen Sonn- und Feiertagsruhe im Konflikt mit der Handlungsfreiheit?

Obwohl Kritiker eine Einschränkung der allgemeinen Handlungsfreiheit sehen, ordnet die Verfassung den Schutz vor das Prinzip der individuellen Freizeitbetätigung, um religiöse Ausübung und soziale Ruhe zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt die Wirtschaft bei der Debatte?

Die Wirtschaft fordert durch Globalisierung und ununterbrochene Produktionsprozesse eine Aufweichung der Ruhezeiten, was laut Autorin jedoch gegen das Schutzbedürfnis des Menschen als zentralem Element des Staates steht.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sonn- und Feiertagsrecht in einer säkularisierten Gesellschaft: Der grundgesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage
Untertitel
Ist der grundgesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage in unserer heutigen modernen, säkularisierten Gesellschaft noch zeitgemäß?
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Theologie und Ethik)
Veranstaltung
Christliche Kultur in moderner Gesellschaft: Entstehung – Präsenz – Wandel
Note
1,3
Autor
Susanne Lossi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
25
Katalognummer
V178862
ISBN (eBook)
9783656009559
ISBN (Buch)
9783656010104
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sonn- feiertagsrecht gesellschaft schutz sonn- feiertage schutz sonn- feiertage gesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susanne Lossi (Autor:in), 2010, Sonn- und Feiertagsrecht in einer säkularisierten Gesellschaft: Der grundgesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178862
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Leseprobe aus  25  Seiten
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