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"Das doppelte Lottchen" - ein ausgedientes Erfolgsmodell?

Title: "Das doppelte Lottchen" - ein ausgedientes Erfolgsmodell?

Seminar Paper , 2009 , 17 Pages

Autor:in: Ariane Giesler (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Erich Kästner ist einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller, sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Verse von ihm wie beispielsweise „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ sind quasi sprichwörtlich geworden, zu Jahres- und Todestagen finden sich in allen großen Zeitungen Nachrufe und Kommentare zu seinem Werk. Kästner ist einer der „großen“ Kinderbuchautoren, die Verkaufszahlen seiner Romane für Kinder übersteigen die Verkaufszahlen seiner anderen Werke bei weitem. Darüber hinaus ist bezeichnend, dass seine Kinderromane im Gegensatz zu seiner Literatur, die dezidiert Erwachsenen zugesprochen wird, vielfach übersetzt worden sind.

Dennoch scheint Kästner heute immer mehr zu verschwinden. Als das ZDF im November 2003 die „100 größten Deutschen“ in der Sendereihe „Unsere Besten“ suchte, landetet Kästner erst auf Platz 111. Als im Rahmen der gleichen Sendereihe im Oktober 2004 die „100 Lieblingsbücher der Deutschen“ gesucht worden sind, tauchten zwar viele Kinderbücher – von Joanne K. Rowlings „Harry Potter“ über Michael Endes „Momo“ bis hin zu Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“-, nicht jedoch Kästner auf. Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich nicht klären, wie es um Kästners Stand als heutiger Bestseller-Autor bestellt ist, sondern mich speziell einem seiner Romane für Kinder, dem „doppelten Lottchen“ (DL) widmen. Bewusst sind auch die Vorformen des Romans vernachlässigt worden, da mein Hauptaugenmerk auf der Begründung des Erfolges des erschienen Romans liegt. Es ist nicht das Ziel, den Roman zu analysieren, sondern ich möchte „Das doppelte Lottchen“ in den Kontext des Seminars einordnen. Dazu möchte ich zunächst die Frage klären, ob man bei dem DL überhaupt von einem Erfolgsmodell sprechen kann und wenn dem so ist, worin dieser mögliche Erfolg begründet liegt. Hierbei werde ich versuchen, auch dauerhafte und für heute gültige Erfolgsfaktoren zu finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Das doppelte Lottchen“ – ein Erfolgsmodell ?

3. Werkimmanente und äußere Erfolgsfaktoren

3.1. Der Autor und sein Werk – ein Erfolgsautor garantiert weitere Bestseller?

3.2. Die Geschichte – eine Handlung mit Klassikerpotenzial?

3.3. Der Stil – gut erzählt wird belohnt?

3.4. Das Wechselspiel von Illustrationen und Erzählung

3.5. Erfolgsfaktor Zeitgeist – wurde er von Kästner im „doppelten Lottchen“ getroffen?

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht, ob Erich Kästners Roman „Das doppelte Lottchen“ auch heute noch als Erfolgsmodell betrachtet werden kann. Dabei wird analysiert, welche werkimmanenten und externen Faktoren – wie die Erzählweise, die Illustrationen und der zeitgeschichtliche Kontext – zum nachhaltigen Erfolg des Werkes beigetragen haben und ob die darin vermittelten Botschaften weiterhin Bestand haben.

  • Analyse der Bedeutung von Erich Kästner als Kinderbuchautor und Erfolgsgarant.
  • Untersuchung der narrativen Struktur und der märchenhaften Elemente des Romans.
  • Evaluation des Erzählstils und der didaktischen Funktion für junge Leser.
  • Betrachtung der Rolle von Illustrationen (Walter Trier) als Erfolgsfaktor.
  • Kontextualisierung der Thematik „Scheidung“ im zeitgeschichtlichen Umfeld der 1950er Jahre.

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Geschichte – eine Handlung mit Klassikerpotenzial?

Im DL wird die Geschichte von den sehr unterschiedlichen neunjährigen Zwillingsmädchen Luise Palfy aus Wien und Lotte Körner aus München erzählt, die kurz nach ihrer Geburt durch die Scheidung ihrer Eltern getrennt worden sind. Ludwig Palfy, ein Komponist, zieht mit der Unterstützung der Haushälterin Reesi Luise groß, wohingegen Lotte bei ihrer Mutter aufwächst. Die beiden Kinder treffen sich zufällig in einem Kinderferienheim in „Seebühl am Bühlsee“, freunden sich dort nach einem kurzen Schreckmoment an und entschließen sich ihre Rollen zu tauschen. Weder das jeweilige Elternteil noch die Freunde bemerken den Tausch, nur die jeweiligen Lehrerinnen bemerken Unterschiede, wissen diese sich jedoch nicht zu erklären. Das Rollenspiel endet jedoch in the Moment, indem sich Ludwig Palfy in Wien mit Irene Gerlach verlobt und Lotte als Luise nicht weiß, wie sie dies verhindern soll und über diese Situation schwer krank wird. Zeitgleich entdeckt die Mutter der Zwillinge bei ihrer Arbeit ein Foto ihrer beiden Kinder, welches im Ferienkinderheim aufgenommen worden ist, und kann das Rollenspiel daher aufdecken. Die Mutter und Luise reisen zur kranken Lotte und dem Vater nach Wien. Der Roman endet schließlich mit der erneuten Hochzeit der Eltern.

Das DL ist damit ein modernes Märchen, das real anmutet, aber die verschiedensten vertrauten Topoi aus Märchen und Literatur wieder aufgreift. Allein die Platzierung des ersten Teils der Geschichte in „Seebühl am Bühlsee“ macht die Enthobenheit aus der Wirklichkeit deutlich. Durch die Wohnorte München und Wien wird die Realität wieder in die Geschichte geholt. Doch sind Figuren und Erzählstrang, teilweise sogar offen, sehr an dem Märchenhaften ähnlich. So werden mit den Eltern und den Zwillingen Parallelen zu dem Grimmschen Märchen „Hänsel und Gretel“ gezogen, Fräulein Gerlach, die Dame, die Herr Palfy heiraten möchte, erhält Züge einer „bösen Stiefmutter“, die Herr Palfy mit den Worten „Böse Stiefmütter kommen nur noch in Märchen vor.“ noch einmal direkt als aus dem Genre Märchen stammend charakterisiert. Auch endet das DL wie ein Märchen, nämlich dort, wo das Leben beginnt mit der Hochzeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Erfolgsfaktoren des Kinderromans „Das doppelte Lottchen“ in den Kontext von Kästners literarischem Werk.

2. „Das doppelte Lottchen“ – ein Erfolgsmodell ?: Dieses Kapitel beleuchtet die Verkaufszahlen, internationalen Übersetzungen und medialen Adaptionen als Beleg für den Status als Erfolgsmodell.

3. Werkimmanente und äußere Erfolgsfaktoren: In diesem Hauptteil werden die verschiedenen Aspekte – Autor, Handlung, Stil, Illustrationen und Zeitgeist – systematisch auf ihre Wirksamkeit untersucht.

3.1. Der Autor und sein Werk – ein Erfolgsautor garantiert weitere Bestseller?: Es wird die Rolle von Erich Kästner als etablierter Kinderbuchautor und seine gesellschaftliche Präsenz nach 1945 analysiert.

3.2. Die Geschichte – eine Handlung mit Klassikerpotenzial?: Das Kapitel untersucht die narrativen Elemente, die Anlehnung an Märchenstrukturen und die Kombination von Verwechslungskomödie mit pädagogischen Botschaften.

3.3. Der Stil – gut erzählt wird belohnt?: Hier wird der auktoriale Erzählstil, der Einsatz von Humor und Ironie sowie die kindgerechte Vermittlung komplexer Themen beleuchtet.

3.4. Das Wechselspiel von Illustrationen und Erzählung: Die Bedeutung der Zeichnungen von Walter Trier für die visuelle Unterstützung des Textes und die Identifikation der jungen Leser wird erörtert.

3.5. Erfolgsfaktor Zeitgeist – wurde er von Kästner im „doppelten Lottchen“ getroffen?: Dieser Abschnitt analysiert, wie Kästner das sensible Thema der Scheidung und die gesellschaftliche Situation der Nachkriegszeit verarbeitet.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das „Doppelte Lottchen“ trotz der Kritik an traditionellen Familienbildern durch seine zeitlosen archetypischen Figuren und die Vermittlung von Werten wie Zusammenhalt weiterhin aktuell bleibt.

Schlüsselwörter

Erich Kästner, Das doppelte Lottchen, Kinderliteratur, Erfolgsmodell, Scheidung, Zeitgeist, Erzählstruktur, Illustrationen, Walter Trier, Pädagogik, Familienkonstellation, Klassikerpotenzial, Adaption, Jugendliteratur, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Faktoren, die Erich Kästners Roman „Das doppelte Lottchen“ zu einem dauerhaften Erfolg in der Kinderliteratur gemacht haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Autorenbiografie, der erzählerischen Gestaltung, dem Einfluss der Illustrationen sowie der Einbettung in den zeithistorischen Kontext der 1950er Jahre.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob man das Werk als Erfolgsmodell bezeichnen kann und welche Faktoren – etwa der erzählerische Stil oder der Zeitgeist – diesen Erfolg begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Verfasserin führt eine literaturwissenschaftliche Analyse durch, die auf der Untersuchung des Originaltextes sowie der Einbeziehung von Sekundärliteratur zu Kästner, zur Kinderliteratur und zu soziologischen Aspekten (Scheidung) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Autor und Werk, die Analyse der märchenhaften Handlung, des Erzählstils, die Funktion der Illustrationen durch Walter Trier und die Bedeutung des Zeitgeistes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Untersuchung?

Wichtige Schlagworte sind neben dem Buchtitel und dem Autor insbesondere Kinderliteratur, Erfolgsfaktoren, Scheidungsthematik, Erzählweise und pädagogischer Anspruch.

Welche Rolle spielt die „Scheidung“ im Roman laut der Verfasserin?

Kästner thematisiert Scheidung laut der Arbeit nicht moralisierend, sondern stellt das Wohlbefinden der Kinder in den Mittelpunkt und schafft so einen emanzipierten Ansatz, der zeitlose Werte vermittelt.

Wie bewertet die Verfasserin die Rolle des Erzählers?

Sie beschreibt einen stark auktorialen Erzähler, der dem Leser durch Kommentare und direkte Ansprache das Geschehen strukturiert, was besonders für junge Leser eine ordnende Hilfe darstellt.

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Details

Title
"Das doppelte Lottchen" - ein ausgedientes Erfolgsmodell?
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für deutsche Literatur)
Author
Ariane Giesler (Author)
Publication Year
2009
Pages
17
Catalog Number
V178885
ISBN (eBook)
9783656011705
ISBN (Book)
9783656011880
Language
German
Tags
Mädchenfiguren Doppeltes Lottchen Erich Kästner Kinderliteratur Erfolg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ariane Giesler (Author), 2009, "Das doppelte Lottchen" - ein ausgedientes Erfolgsmodell?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178885
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