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Die Rolle der Religionslehrkraft im konstruktivistisch-didaktischen Diskurs

Title: Die Rolle der Religionslehrkraft im konstruktivistisch-didaktischen Diskurs

Seminar Paper , 2011 , 27 Pages

Autor:in: Ariane Giesler (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Der Konstruktivismus ist als Schlagwort aus dem didaktischen Diskurs der letzten Jahre nicht mehr wegzudenken. Vor allem in der Lerntheorie wird er positiv rezipiert, in der Allgemeinen Didaktik ebenso wie in der Allgemeinen Pädagogik häufen sich kritische Stimmen. Ziel dieser Arbeit ist es, konstruktivistische Ansätze zur Rolle der Lehrkraft und die Erwartungen an diese, näher zu beleuchten. Dies geschieht vor allem unter einem pädagogischen und – so wie es Vertreter/innen des Konstruktivismus fordern – ressourcen- bzw. lösungsorientiertem Aspekt. So wird in der hier vorliegenden Arbeit zunächst versucht, im Abschnitt 2.1. eine Arbeitsdefintion von Konstruktivismus zu entwerfen, diese dann unter Punkt 2.2. ins Verhältnis zum Christentum zu setzen. Dies ist insbesondere wichtig, da hier vor allem die Rolle der Lehrkraft im Religionsunterricht behandelt wird. In Kapitel 3 soll werden allgemeine Erwartungen an die Lehrkraft und der Begriff der ‚Rolle‘ näher betrachtet, um dann im Kapitel 4 schlussendlich zu konstruktivistischen Lehrerrollenvorstellungen zu kommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konstruktivismus

2.1. Rekonstruktion eines theoretischen Begriffs von Konstruktivismus und erste daraus resultierende Konsequenzen für die Pädagogik

2.2. Konstruktivismus und Christentum

3. Die Lehrerrolle

3.1. Definition des Rollenbegriffs

3.2. Rollenerwartungen an die Religionslehrkraft

4. Die Rolle der Lehrkraft im Konstruktivismus

4.1. Die Lehrkraft – als Perturbationsverursacherin

4.1.2. Die Lehrkraft als Perturbationsverursacherin – Ist Viabilität als Maßstab ausreichend?

4.2. Die Lehrkraft– Gestalterin von Lernlandschaften als „primus inter pares“?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Religionslehrkraft unter konstruktivistischen Gesichtspunkten. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die Lehrkraft in einer konstruktivistischen Didaktik positionieren kann, welche Erwartungen an sie gestellt werden und wie sie trotz der theoretischen Annahmen des Konstruktivismus ihre pädagogische Verantwortung, insbesondere im Hinblick auf den christlichen Glaubensbezug, wahrnehmen kann.

  • Konstruktivistische Lerntheorie und deren pädagogische Implikationen
  • Das Verhältnis von Konstruktivismus und Christentum
  • Definition und Erwartungshorizonte der Lehrerrolle
  • Die Lehrkraft als Perturbationsverursacherin und Gestalterin von Lernlandschaften
  • Die Spannung zwischen konstruktivistischer Theorie und schulischer Praxis

Auszug aus dem Buch

4.1. Die Lehrkraft – als Perturbationsverursacherin

Wie in 2.1 erläutert, ist eine der grundlegenden Annahmen des Konstruktivismus, die Annahme vom Menschen als strukturdeterminiertes System. Diese Annahme ist schwierig mit dem Konstrukt einer Lehrperson zu vereinbaren, da Systemen nicht gelehrt werden kann. Unter diesen Voraussetzungen ist absichtsvolles Lernen, das zu einem bestimmten (Stunden-)Ziel führt, nicht möglich. Allerdings – so räumen Didaktiker ein – ist didaktisches Wollen unabdingbar“, wenn im Rahmen der Schule Lernprozesse initiiert werden. So werden grundsätzlich kollektive Stundenziele abgeschafft ohne, dass sie in der Praxis überflüssig wären.51 Hier zeigt sich der Zwiespalt in dem konstruktivistische Didaktik steht: Sie fußt auf radikaler Theorie, deren Umsetzung sehr abgeschwächt ist.52

Ein Unterricht, indem sich die Lehrkraft als Perturbationsverursacherin versteht, muss sich nicht von instruktivem Unterricht unterscheiden. Auch für den instruktiven Unterricht kann mithilfe der Perturbation viabel erklärt werden, warum manches gelernt wird, warum es von einem System auf eine bestimmte Art und Weise gelernt und warum manches nicht gelernt wird. D.h. in der konkreten praktischen Unterrichtsgestaltung wird sich die Neudefinition der Lehrer/innenrolle nicht zwingend zeigen.53 Dennoch verändert diese Grundannahme die innere Einstellung: So weiß die Lehrkraft in dieser Rolle, um die Fiktion der Homogenität und des gemeinsamen Lernertrags im Unterricht. Sie kann sich nicht als jemand verstehen, der eine Klasse zu einem bestimmten Ziel geführt hat, sondern nur einzelne, individuelle Lernprozesse erwarten, die sie bestenfalls miteinander vernetzt hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Konstruktivismus im didaktischen Diskurs ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die Rolle der Religionslehrkraft unter konstruktivistischen Aspekten zu beleuchten.

2. Konstruktivismus: Dieses Kapitel rekonstruiert den theoretischen Begriff des Konstruktivismus und setzt ihn in ein ambivalentes Verhältnis zur christlichen Glaubenstradition.

3. Die Lehrerrolle: Es werden allgemeine Definitionen des Rollenbegriffs sowie spezifische staatliche und kirchliche Erwartungen an die Religionslehrkraft analysiert.

4. Die Rolle der Lehrkraft im Konstruktivismus: Dieses zentrale Kapitel diskutiert die Lehrkraft als Perturbationsverursacherin und Gestalterin von Lernlandschaften im konstruktivistischen Kontext und hinterfragt die Tauglichkeit des Viabilitätsbegriffs.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer differenzierten Reflexion über den Mehrwert konstruktivistischer Ansätze für die Lehrerrolle und betont die Notwendigkeit, konstruktivistisches Denken und Handeln in der institutionalisierten Schule pädagogisch verantwortbar zu gestalten.

Schlüsselwörter

Konstruktivismus, Religionspädagogik, Lehrerrolle, Religionslehrkraft, Viabilität, Perturbation, Lernlandschaften, Didaktik, Christentum, Wahrheitsanspruch, Systemtheorie, Identität, Unterrichtsplanung, Lernprozesse, Bildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle der Religionslehrkraft unter der Perspektive konstruktivistischer Didaktik und untersucht, wie sich die theoretischen Annahmen mit dem konkreten schulischen Auftrag vereinbaren lassen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die konstruktivistische Lerntheorie, das Verhältnis von Religion und Konstruktivismus, Rollenbilder von Lehrkräften sowie die praktische Gestaltung von Unterricht in Lernlandschaften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, konstruktivistische Ansätze zur Rolle der Lehrkraft zu beleuchten und kritisch zu prüfen, welchen Mehrwert diese Perspektive für den Religionsunterricht und das Verständnis der Lehrerrolle bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Rekonstruktion und Diskussion konstruktivistischer Konzepte im Dialog mit religionspädagogischen Diskursen und kirchenamtlichen Dokumenten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsarbeit zum Konstruktivismus, eine Analyse des Lehrerrollenbegriffs sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Rolle der Lehrkraft als Perturbationsverursacherin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Konstruktivismus, Religionspädagogik, Perturbation, Viabilität und die spezifische Lehrerrolle im konstruktivistischen Diskurs.

Inwiefern ist das Verhältnis zwischen Konstruktivismus und Christentum problematisch?

Es besteht ein Spannungsfeld, da der christliche Glaube oft einen absoluten Wahrheitsanspruch erhebt, während der radikale Konstruktivismus jegliche objektive Wahrheitserkenntnis bezweifelt.

Warum wird der Begriff der "Viabilität" im Kontext der Religionspädagogik kritisch hinterfragt?

Da der bloße Nützlichkeitsbegriff für den Religionsunterricht als nicht hinreichend erachtet wird, um fachliche und pädagogische Ansprüche sowie die Auseinandersetzung mit der religiösen Tradition angemessen abzubilden.

Welche Rolle spielt die "Driftzone" in dieser Untersuchung?

Die "Driftzone" dient als metaphorischer Interaktionsraum, in dem Schüler/innen und Lehrkräfte gemeinsam Wissensgegenstände konstruieren und dekonstruieren.

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Details

Title
Die Rolle der Religionslehrkraft im konstruktivistisch-didaktischen Diskurs
College
Humboldt-University of Berlin  (Theologische Fakultät)
Course
Konstruktivistische Religionspädagogik
Author
Ariane Giesler (Author)
Publication Year
2011
Pages
27
Catalog Number
V178896
ISBN (eBook)
9783656011644
ISBN (Book)
9783656011835
Language
German
Tags
Konstruktivismus Religionsunterricht Lehrerrolle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ariane Giesler (Author), 2011, Die Rolle der Religionslehrkraft im konstruktivistisch-didaktischen Diskurs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178896
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