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Von der Großmutter zur Göttin. Zur Konsekration der Livia unter Claudius

Title: Von der Großmutter zur Göttin. Zur Konsekration der Livia unter Claudius

Seminar Paper , 2001 , 18 Pages , Grade: 1

Autor:in: Katharina Strohmeier (Author)

World History - Early and Ancient History
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Im Jahr 42 n. Chr. erwirkte Kaiser Claudius die Konsekration seiner Großmutter, der Augustus-Gattin Livia. Warum ließ Claudius seiner Großmutter diese Ehrung zukommen? War es nur ein letzter Ehrerweis des Enkels? Vielleicht sogar ein Liebesdienst? Oder ein politisches Symbol, das dazu dienen sollte, einem frischgebackenen Herrscher auf wankendem Thron zusätzliche Legitimation zu verschaffen? Und kann diese Handlungsweise als richtungsweisend für spätere Konsekrationen von Kaiserinnen betrachtet werden?

Die Suche nach Antworten führt zuallererst in die Biographie des Claudius. Es stellt sich die Frage, wie die Kindheit des Claudius sich dargestellt hatte, und wie sie sein Vorgehen beeinflusste. Besonders der Einfluss Livias auf die Charakterbildung des Claudius ist zu untersuchen. Weiterhin wird zu analysieren sein, mit welchen Mitteln er seine Herrschaft zu deren Beginn zu konsolidieren suchte, und welche Rolle Livia in diesem Zusammenhang zukam.
Eine interessante Frage ist, welche Konsequenzen die Apotheose der Livia nach sich zog. Welche Ehrungen wurden ihr zuteil? Welche Stellung nahm sie fortan im römischen Staatskult ein? Inwieweit wurde sie zum Vorbild für spätere Konsekrationen?
In der Literatur wird dieses Thema leider kaum behandelt. Die Lebensbeschreibung des Claudius und die Biographien Livias enthalten lediglich kurze Absätze, die sich damit befassen.

Als erstklassige Ressource für die Beantwortung der Fragen nach dem wie und warum der Konsekration Livias hat sich das Papier Marleen B. Florys erwiesen. Das Buch Hildegard Temporinis über die Frauen am Hofe Traians bot wertvolle Informationen über Konsekrationen nach Livia. In Barbara Levicks Claudius-Biographie fand sich umfassendes Material zum Familienleben am Hof des Augustus und zur Erziehung des Claudius.
Als Quellengrundlage dient vor allem die Claudius-Vita des Sueton. Auch Tacitus′ Annalen und eine kurze Beschreibung der Ehrungen des Claudius für seine Familie, verfasst von Cassius Dio, boten Einblicke in das Geschehen am römischen Hof.
Zusätzlich stützt sich diese Arbeit auf diverse Münzprägungen verschiedener Kaiser, auf denen weibliche Angehörige des Kaiserhauses dargestellt werden. Eine hervorragende Zusammenstellung bedeutender Prägungen findet sich bei Hans-Markus von Kaenel. Ulrike Hahn bietet einen umfassenden Kommentar zu Münzen aus den verschiedensten Gegenden des Reiches, vornehmlich dem Osten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Kindheit des Claudius: Fundament einer erfolgreichen Herrschaft?

1.1 Claudius’ Verhältnis zur Kaiserfamilie

1.2 Großmütterliche Zuneigung?

1.3 Folgen der Jugenderfahrungen

2 Herrschaftsantritt des Claudius

2.1 Politische Situation des Claudius bei Herrschaftsantritt

2.2 Maßnahmen zur Verbesserung seiner Position

3 Das Propagandaprogramm des Claudius: Ehrungen für die Familie

3.1 Ehrungen für die Eltern

3.2 Ehrungen für den Bruder

3.3 Ehrungen für die Großmutter

4 Diva Augusta

4.1 Livia in den Augen der Bevölkerung

4.2 Die Consecratio der Livia: Ablauf und Art der Ehrungen

4.3 Dauer des Kultes

4.4 Einfluss auf spätere Konsekrationen

Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe der Konsekration der Livia durch ihren Enkel, Kaiser Claudius, im Jahr 42 n. Chr. Es wird analysiert, inwieweit diese Apotheose ein politisches Instrument zur Legitimation seiner Herrschaft darstellte und ob sie als Vorbild für die Vergöttlichung nachfolgender Kaiserfrauen diente.

  • Analyse der Kindheit des Claudius und des Einflusses der Großmutter Livia
  • Untersuchung der politischen Ausgangslage bei Herrschaftsantritt des Claudius
  • Darstellung der dynastischen Propagandamaßnahmen des Claudius
  • Kritische Würdigung der Konsekration als Akt politischer Notwendigkeit
  • Vergleich der Konsekration Livias mit späteren Vergöttlichungen im Kaiserhaus

Auszug aus dem Buch

4.1 Livia in den Augen der Bevölkerung

Ganz anders die Situation im Falle Livias. Man darf wohl behaupten, dass ihre Apotheose 42 n. Chr. längst überfällig war. Der Senat hatte ihr bereits zu Lebzeiten zahlreiche und weitreichende Ehren zukommen lassen. So stimmte er dafür, ihr den Titel „Mater Patriae“ zu verleihen, in Anlehnung an den Titel des Augustus, „Pater Patriae“. 22 und 23 n. Chr. ließ er ihr zu Ehren Münzen prägen, die allerdings noch nicht ihren Namen trugen, sondern die Bezeichnungen IVSTITIA, PIETAS und SALVS AVGVSTA.

Unmittelbar nach dem Tod Livias stimmte der Senat für ihre Konsekration. Nach Marleen B. Flory begründete er dies mit den Wohltaten, die Livia dem Volk, vor allem Kindern und jungen Mädchen, hatte zukommen lassen. Dio berichtet, Livia habe „nicht wenige aus dem Kreis der Senatoren gerettet, die Kinder von vielen aufgezogen und einer großen Zahl Beihilfe zur Aussteuer ihrer Töchter geleistet.“ Doch Tiberius hatte diese Pläne mit der Begründung vereitelt, seine Mutter selbst hätte keine göttlichen Ehren gewünscht. Der Bau des Bogens, den zu ihren Ehren zu errichten er dem Senat versprochen hatte, wurde nie begonnen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Apotheosen in der römischen Kaiserzeit und die spezifische Fragestellung zur Konsekration der Livia durch Claudius.

1 Die Kindheit des Claudius: Fundament einer erfolgreichen Herrschaft?: Untersuchung des belasteten Verhältnisses zwischen Claudius und seiner Familie, insbesondere seiner Großmutter Livia, und deren Auswirkungen auf seine Persönlichkeit.

2 Herrschaftsantritt des Claudius: Analyse der politischen Instabilität nach der Ermordung Caligulas und der Notwendigkeit für Claudius, seine Herrschaft durch familiäre Legitimation zu stützen.

3 Das Propagandaprogramm des Claudius: Ehrungen für die Familie: Überblick über die systematischen Ehrungen für Eltern, Bruder und Großmutter als Mittel zur dynastischen Selbstdarstellung.

4 Diva Augusta: Detaillierte Betrachtung der Konsekration Livias, ihrer Rolle im Kult, der Dauer ihres Kultes und der Wirkung auf zukünftige Konsekrationen.

Fazit: Zusammenfassendes Ergebnis, dass die Konsekration ein politisch motivierter Akt zur Stärkung des Kaisertums war und eine richtungsweisende Tradition begründete.

Schlüsselwörter

Livia, Claudius, Apotheose, Konsekration, Römische Kaiserzeit, Divinisierung, Familienpropaganda, Augustus, Kaiserin, Staatskult, Legitimation, Dynastie, Kaiserhaus, Antike Geschichte, Herrscherbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Konsekration der Livia, der Frau des Augustus, durch ihren Enkel Kaiser Claudius im Jahr 42 n. Chr. und den damit verbundenen politischen Hintergründen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Rolle der Familie in der römischen Herrschaftspropaganda, die Praxis der Apotheose in der Kaiserzeit und die spezifische Ausgestaltung des Livia-Kultes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, warum Claudius die Konsekration vollzog und ob diese eher als Akt der Ehrerbietung oder als strategisches Mittel zur politischen Legitimierung seiner Macht zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung antiker Quellen (u.a. Sueton, Tacitus, Cassius Dio) sowie moderner numismatischer und epigraphischer Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Claudius' Kindheit, seiner politischen Ausgangslage bei Herrschaftsantritt, das breitere Propagandaprogramm für seine Verwandten und die detaillierte Analyse der Konsekration Livias sowie deren Nachwirkung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Apotheose, Konsekration, Claudius, Livia, Herrschaftslegitimation, Dynastie und römischer Staatskult.

Warum war die Apotheose der Livia ein Novum?

Livia war die erste Kaisergattin, der eine förmliche Apotheose zuteilwurde, was ein neues Gedankenmodell im römischen Kaiserkult etablierte.

Welche Rolle spielten Münzprägungen in diesem Kontext?

Münzprägungen dienten Claudius als wichtiges propagandistisches Medium, um seine Abstammung und die Verbindung zum vergöttlichten Augustus visuell und öffentlich wirksam zu betonen.

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Details

Title
Von der Großmutter zur Göttin. Zur Konsekration der Livia unter Claudius
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
PS: Livia. Roms erste 'Kaiserin'
Grade
1
Author
Katharina Strohmeier (Author)
Publication Year
2001
Pages
18
Catalog Number
V1789
ISBN (eBook)
9783638111003
Language
German
Tags
Großmutter Göttin Konsekration Livia Claudius Livia Roms
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Strohmeier (Author), 2001, Von der Großmutter zur Göttin. Zur Konsekration der Livia unter Claudius, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1789
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