Mediale Konstruktion eines kulturellen Gedächtnisses am Beispiel der Sudetendeutschen Zeitung


Bachelorarbeit, 2011
122 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenund Abbildungsverzeichnis

1 Forschungsfrage und Herangehensweise

2 Konstruktion der Wirklichkeit
2.1 Konstruktivismus
2.2 Das individuelle Gedächtnis
2.2.1 Wahrnehmung und Speicherung von Informationen
2.2.2 Erinnerung
2.2.3 Vergessen
2.2.4 Der Einfluss der Emotionen
2.2.5 Fazit
2.3 Das kulturelle Gedächtnis
2.3.1 Forschungsgeschichtlicher Hintergrund
2.3.2 Begriff
2.3.3 Einführung
2.3.4 Topoi des kulturellen Gedächtnisses
2.3.5 Soziale Funktionen
2.3.6 Erinnerungspolitik
2.3.7 Kulturelles Gedächtnis in den Medien
2.3.8 Kulturelles Gedächtnis und Geschichtswissenschaft

3 Geschichte der deutschen Minderheit in Böhmen, Mähren und Österreich-Schlesien
3.1 Deutsche Besiedelung und Herrschaft der Habsburger
3.2 Erstarken des Nationalgedankens
3.3 Neuordnung nach 1918
3.4 Volkstumsbewegung
3.5 Die „Sudetenkrise“
3.6 Protektorat Böhmen und Mähren
3.7 Zwangsumsiedlung, Flucht, Vertreibung
3.8 Beneš-Dekrete
3.9 Fazit

4 Erinnerungskulturen der Vertreibung
4.1.1 Die deutsche Erinnerungskultur der Vertreibung
4.1.1.1 1945-1957: Vergangenheitspolitik
4.1.1.2 1958-1984: Kritik der Vergangenheitsbewältigung
4.1.1.3 Ab 1985: Erinnerung
4.1.2 Die tschechoslowakische Erinnerungskultur der Vertreibung
4.1.2.1 1945-1989
4.1.2.2 Ab 1989
4.1.3 Fazit

5 Die „Sudetendeutsche Landsmannschaft“
5.1 Konstruktion einer Volksgruppe
5.2 Organisation und Aktivitäten
5.3 Ziele
5.4 Die „Sudetendeutsche Zeitung“
5.5 Rechtsradikale Einflüsse
5.6 Die SL als Repräsentation der „Volksgruppe” ?
5.7 Fazit

6 Empirische Untersuchung der Sudetendeutschen Zeitung
6.1 Hypothesen
6.2 Konzeption der Inhaltsanalyse
6.2.1 Stichprobe
6.2.2 Vorgehen
6.2.2.1 Codierung auf Artikelebene
6.2.2.2 Codierung auf Aussagenebene
6.3 Ergebnisse
6.3.1 Anlässe zur kulturellen Erinnerung
6.3.1.1 Anlässe und Themen
6.3.1.2 Beteiligung von Politikern
6.3.1.3 Vorkommen codierter Aussagen
6.3.1.4 Zwischenfazit
6.3.2 Topoi des kulturellen Gedächtnisses
6.3.2.1 Graphische Auswertung
6.3.2.2 Analyse
6.3.3 Umgang mit der Vergangenheit
6.3.3.1 Graphische Auswertung
6.3.3.2 Analyse
6.3.3.3 Zwischenfazit
6.4 Gesamtfazit der Inhaltsanalyse

7 Fazit

8 Quellenund Literaturverzeichnis

9 Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenund Abbildungsverzeichnis

Tab. 1: Zeitungsstruktur Sudetendeutsche Zeitung

Tab. 2: Analyse der wesentlichen Anlässe/ Themen in der Sudetendeutschen Zeitung

Tab. 3: Wesentliche Anlässen/ Themen mit dem jeweiligen Durchschnitt an codierten Aussagen

Tab. 4: Analyse der Anlässe/ Themen

Tab. 5: Analyse der traditionellen Topoi des kulturellen Gedächtnisses

Tab. 6: Analyse des Umgangs der Akteure mit der Vergangenheit

Abb. 1: Schaubild zum Artikel „Kulturelle Schemata und interkulturelles Lernen“

Abb. 2: Die Siedlungsgebiete der Sudeten

Abb. 3: Das Wappen der Sudetendeutschen

Abb. 4: Sudetendeutsche Zeitung

Abb. 5: Die traditionellen Topoi des kulturellen Gedächtnisses Täter

Abb. 6: Die traditionellen Topoi des kulturellen Gedächtnisses Opfer

Abb. 7: Die traditionellen Topoi des kulturellen Gedächtnisses Helden

Abb. 8: Umgang der Akteure mit der Vergangenheit

1 Forschungsfrage und Herangehensweise

„Man entdeckt nicht die Wahrheit; man erschafft sie.“ (Antoine de SaintExupéry) Diese Arbeit möchte der Frage nachgehen, wie und warum Menschen die Wahrheit suchen und stattdessen ihre eigene Wirklichkeit finden. Im Mittelpunkt steht dabei die Theorie des „kulturellen Gedächtnisses“: Sie zeigt auf, dass sich Kollektive wie etwa Familien, Stämme, Ethnien oder Nationen ihre Version der Vergangenheit konstruieren und dabei Gegenmeinungen außer Acht lassen oder sogar angreifen. Ihren Niederschlag finden die Vergangenheitsvorstellungen vor allem auch in den Medien dieser Kollektive. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es deshalb, die Konstruktion eines kulturellen Gedächtnisses in einem Medium empirisch nachzuvollziehen. Als Beispiel dient die Verbandszeitung „Sudetendeutsche Zeitung“ der Sudetendeutschen Landsmannschaft, die als Vertriebenenorganisation die Interessen der nach dem Zweiten Weltkrieg aus der damaligen Tschechoslowakei geflüchteten bzw. vertriebenen Deutschen vertritt.

Der inhaltliche Teil gliedert sich in fünf Kapitel. In einem ersten Abschnitt werden die Prinzipien von Wirklichkeitsund vor allem Vergangenheitskonstruktionen auf individueller wie auf kollektiver Ebene erläutert. Nach dieser Einführung sollen die folgenden Kapitel die theoretische Grundlage für die Inhaltsanalyse der Sudetendeutschen Zeitung legen: Der erste Teil fasst den Stand der Geschichtsforschung zur Historie der deutschen Minderheit auf dem Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei von den ersten Siedlungen bis zur Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen. Diese Erkenntnisse dienen als Folie für die in der Verbandszeitung vermittelten Vergangenheitskonstruktionen. Der folgende Abschnitt setzt nach Ankunft der Vertriebenen in Deutschland ein. Nun werden die historischen Ereignisse aber bereits mit der Ausbildung und dem Wandel von Erinnerungskulturen in der tschechoslowakischen bzw. der deutschen Gesellschaft verknüpft. Die Erläuterungen dienen als Beispiele für die vorausgehenden Einheiten zum kulturellen Gedächtnis, setzen dabei aber auch gleichzeitig den Rahmen für die genauere Betrachtung des kulturellen Gedächtnisses der Sudetendeutschen Landsmannschaft, die mit ihren Vergangenheitsvorstellungen zum Großteil im Widerstreit zu tschechoslowakischen/ tschechischen bzw. gesamtdeutschen Positionen steht. Das letzte theoretische Kapitel stellt schließlich die Sudetendeutsche Landsmannschaft bzw. die Sudetendeutsche Zeitung genauer vor und geht dabei u. a. auf Geschichte, Organisation und Ziele ein.

Als Ergebnis der Ausführungen stehen schließlich eine Reihe von Hypothesen zur Konstruktion eines kulturellen Gedächtnisses in der Sudetendeutschen Zeitung. Sie sollen in der folgenden Inhaltsanalyse bestätigt bzw. widerlegt werden. Die Arbeit schließt mit einem Fazit.

2 Konstruktion der Wirklichkeit

Was ist Wahrheit? Das eine solche Frage sehr schwer zu beantworten ist, wird in diesem Kapitel klar. Es wird erläutert, aus welchen Gründen und mit welchen Mitteln und Ergebnissen Menschen Vorstellungen über die Wirklichkeit und insbesondere die Vergangenheit bilden. An Ausführungen zur Erkenntnistheorie des Konstruktivismus schließen sich Betrachtungen zum individuellen Gedächtnisses nach den Erkenntnissen der Neurobiologie bzw. Psychologie an. Sie bilden die Grundlage für Erläuterungen zu kollektiven Vergangenheitsvorstellungen mit der vor allem soziologisch geprägten Theorie des „kulturellen Gedächtnisses“.

2.1 Konstruktivismus

Mit der Frage nach der Wahrheit, ob eine solche existiert und wenn ja, ob sie vom Menschen mit seinen begrenzten Möglichkeiten erfasst werden kann, hat sich die Philosophie seit Jahrtausenden beschäftigt.

Die Erkenntnistheorie des Konstruktivismus nimmt hierbei die Position ein, dass der Mensch die Wirklichkeit nicht objektiv wahrnehmen kann, sondern sie nur konstruiert.1 Der Konstruktivismus ist keine homogene Theorie, sondern ein Ansatz, der von Vertretern verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen verfolgt wird. Der deutsche Philosoph und Kommunikationswissenschaftler Siegfried Schmidt unterscheidet dabei grundsätzlich drei Herangehensweisen: biologisch-neurowissenschaftliche (Maturana, Varela, Roth), kybernetische (Foerster) und philosophisch-soziologische (Luhmann). Der Radikale Konstruktivismus ist dabei eine Strömung, die die Erkenntnisse von verschiedenen Disziplinen vereint, als Begründer gilt Ernst von Glasersfeld.2 „Konstruktion“ bezeichnet hier „Prozesse [ ], in deren Verlauf Wirklichkeitsentwürfe sich herausbilden, und zwar keineswegs willkürlich, sondern gemäß den biologischen, kognitiven und soziokulturellen Bedingungen, denen sozialisierte Individuen in ihrer sozialen und natürlichen Umwelt unterworfen sind.“3 Diese Bedingungen entziehen sich in hohem Maße der Einflussnahme des Einzelnen. Konstruktion lässt sich damit kaum bewusst steuern und ist ein Prozess, der sich nicht im Verlauf, sondern nur im Ergebnis anhand der Beeinflussung von Beobachtung, Kommunikation und Handeln beobachten lässt. Die grundsätzliche Existenz der Wirklichkeit wird vom Radikalen Konstruktivismus jedoch nicht angezweifelt.

2.2 Das individuelle Gedächtnis

Im Folgenden soll die Funktionsweise der Konstruktion von Wirklichkeit im menschlichen Gehirn mit Erkenntnissen der Neurobiologie und Psychologie erklärt werden. Dabei wird klar, dass auch aus der Sicht dieser Wissenschaften die Realität nicht objektiv erfahrbar ist. Im Einzelnen werden die Prozesse der Wahrnehmung und Speicherung von Informationen, des Erinnerns und des Vergessens betrachtet. Den Abschluss bilden eine Ausführung zum Einfluss von Emotionen auf das Gedächtnis und eine Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse.

2.2.1 Wahrnehmung und Speicherung von Informationen

Das Gehirn funktioniert nach der Logik, dass Informationen, denen keine wie auch immer geartete Bedeutung zugemessen werden kann, sinnlose Informationen darstellen. Bedeutung aber entsteht nur, wenn einzelne Sachverhalte miteinander verknüpft werden.

Auf neurobiologischer Ebene ist das Gehirn deshalb aus einer sehr großen Anzahl von Neuronen aufgebaut, die in fortlaufenden Lernprozessen immer wieder neue Verbindungen eingehen und dabei hochkomplexe Strukturen bilden.4 Um zu entscheiden, welche Informationen wie miteinander verknüpft und damit gedeutet werden, benötigt das Gehirn festgelegte Denkmuster, die in der kognitiven Psychologie als „Schemata“ bezeichnet werden. Schemata werden sowohl für die Selektion und Interpretation neu eingehender Informationen eingesetzt, als auch für die Speicherung und fortwährende Neuordnung von bereits bestehendem Wissen.

Der deutsche Erziehungswissenschaftler Karl-Heinz Flechsig vergleicht die Funktionsweise der Schemata im Gehirn mit geordneten und etikettierten Schubladen, die allerdings in Wirklichkeit flexible und miteinander in Verbindung stehende Kategorien sind. Im Rückgriff auf Abelson (1976) unterscheidet er vier verschiedene Repräsentationsebenen von Schemata:

Abb. 1: Schaubild zum Artikel „Kulturelle Schemata und interkulturelles Lernen“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Flechsig 1998.

Grundsätzlich wird zwischen „Wahrnehmungsschemata“ und „Handlungsschemata“ unterschieden, die zwar miteinander in Verbindung stehen, aber sehr unterschiedlich ausgestaltet sein können.5 Die erste Stufe, die „episodischen Schemata“ werden bei simplen und spezifischen Informationen eingesetzt6 „wie z. B. das Eingießen von Tee in eine Tasse“.7 Komplexere Sachverhalte zu Kategorien wie etwa „Einkaufen“ werden auf der zweiten Repräsentationsebene mit generischen, abstrakten Schemata verarbeitet. Auf der dritten und vierten Repräsentationsebene finden sich schließlich kulturelle Schemata, die je nach Kultur mitunter stark voneinander abweichen können. Dies umfasst einfachere kulturelle Modelle wie etwa „Eigentum“8 (3. Stufe) als auch extrem komplexe Kategorien wie „Werte und Normen, Menschenbilder und Weltbilder, Mythen und Lebensmuster“9 (4. Stufe). Die höchste Ebene stellt damit die Basis für die Interpretation der einfacheren kulturellen Schemata dar.10 Zusätzlich verfügt jeder Mensch über angeborene Schemata wie etwa „Lidreflex und Sprachkompetenz, [ ] Grundschemata wie helldunkel, angenehm-unangenehm oder schnell-langsam“.11 Alle anderen Schemata sind das Ergebnis von Lernprozessen.

Die Denkkategorien sind in der Regel sehr stabil: Informationen, die dazu geeignet sind, vorhandene Schemata zu bestätigen und damit zu verstärken werden mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Aufmerksamkeit belegt. Dagegen werden Informationen, die nicht in die vorhandenen Kategorien passen, durch die sogenannten „Perseveranzeffekte“12 weit häufiger von der bewussten Wahrnehmung ausgeschlossen oder durch Herstellung von Kausalbeziehungen und Umformung, Hinzufügung und Weglassen von einzelnen Elementen verändert bis sich wieder ein kohärentes Bild ergibt.13 Ziel ist die Vermeidung einer kognitiven Dissonanz. Nur in wesentlich selteneren Fällen werden Schemata unter dem Einfluss von neuen, entgegengesetzten Informationen angepasst und verändert oder neue Schemata gebildet.14 Da sämtliche Prozesse der Assimilation und Interpretation von Sachverhalten unbewusst ablaufen, werden die Konstruktionen jeweils nicht als solche erkannt und vom Menschen als Wirklichkeit wahrgenommen.15

2.2.2 Erinnerung

Ähnlich unzuverlässig und erstaunlich vergleichbar funktioniert nach dem Hirnforscher Prof. Dr. Wolf Singer unsere Erinnerung von episodischen Ereignissen, also Informationen, die sich auf persönliche Erlebnisse und nicht nur auf allgemeine Fakten beziehen: Bei diesem hochkomplexen Vorgang müssen die an verschiedenen Orten im Gedächtnis gespeicherten Informationsstücke wieder bewusst gemacht und zu einem Gesamteindruck verknüpft werden. Fehlende Elemente werde dabei oft ähnlich der erstmaligen Einspeicherung rekonstruiert. Die Genauigkeit und der Detailreichtum von Erinnerung kann grundsätzlich sehr unterschiedlich sein. Prof. Dr. Singer erklärt mit einem Rückgriff auf die Evolutionsgeschichte, dass das episodische Gedächtnis ursprünglich vor allem für der Verortung von Futter diente. Orte und die damit verbundenen Ereignisse werden aus diesem Grund besonders gut erinnert.

In Bezug auf die Verlässlichkeit von Erinnerungen lassen Forschungen vermuten, dass jeder Erinnerungsvorgang gleichzeitig eine erneute Speicherung darstellt, in die nun die Situation zum Zeitpunkt der Erinnerung einbezogen wird.1617 Prof. Dr. Singer folgert daraus: „Und so könnte durch Erzählen und Wiedererzählen das ursprünglich Erinnerte ständig neue Modifikationen erfahren und den aktuellen Sichtweisen des Erzählenden immer aufs Neue angepasst werden und da der Erzählende nicht merkt, daß seine Erinnerung beim Erinnern labil wurde und in dem neu definierten Kontext wieder als allerdings veränderte Erinnerung konsolidiert wird, nimmt er seine Erzählungen immer als authentische Ersterinnerungen wahr, obgleich sie sich gewandelt haben“18.

Das erwähnte Erzählen als sprachliche Formulierung von Erinnerung sieht Singer dabei selbst besonders kritisch: Nach dem Prozess des Erinnerns durch die bereits beschriebene Rekonstruktion von Einzelinformationen zu einem Gesamteindruck muss dieser nun in sprachlich gültige Formen übersetzt werden.19 „Dies erfordert Auswahl, Prioritätensetzung, Auflösung assoziativer Verknüpfungen und Reihung nach seriellen Ordnungsprinzipien.“20 Jede Erzählung muss so zwangsläufig hinter dem Erlebten zurück bleiben, es kommt zu weiteren Verzerrungen und Vereinfachungen.

2.2.3 Vergessen

Was aber ist mit Informationen passiert, die nicht mehr erinnert werden können? Wie Singer erläutert, geht die Neurobiologie davon aus, dass sofern keine Krankheit vorliegt einmal gespeicherte Inhalte nicht verloren gehen, sondern vielmehr durch neue Informationen „überschrieben“ werden. Vor allem wenn diese neuen Informationen bereits gespeicherten Inhalten ähnlich sind, werden sie teilweise mit der Verknüpfung derselben Neuronengruppen repräsentiert, was eine klare Trennung der Sachverhalte erschwert. In der Folge werden die Erinnerungen unscharf oder verschwinden scheinbar ganz. Durch bestimmte Assoziationen können sie aber oft zu einem viel späteren Zeitpunkt wieder erinnert werden.21

2.2.4 Der Einfluss der Emotionen

Die vorgestellten Prozesse der Wahrnehmung, Speicherung und Erinnerung von Informationen werden in hohem Maße von Emotionen geprägt. So lösen unbekannte Sachverhalte, für die noch keine Bearbeitungsmuster zur Verfügung stehen, in der Regel negative Gefühle wie Unsicherheit oder Angst aus. Emotionen können sowohl fest in kognitive Kategorien eingebunden sein und diese aktiv prägen, als auch eigene Schemata bilden22, „die aus affektiven BegriffsImaginationsund Körperassoziationen bestehen und mit andere affektiven und kognitiven Schemata verbunden sind.“23 Emotional aufgeladene Informationen werden bevorzugt wahrgenommen, verarbeitet und dadurch auch grundsätzlich mit größerer Wahrscheinlichkeit erinnert.24

2.2.5 Fazit

Die wichtigsten Erkenntnisse der Neurobiologie bzw. Psychologie für die Fragestellung dieser Arbeit lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Wahrnehmung, Speicherung und Erinnerung von Informationen im individuellen Gedächtnis basieren auf weitgehend kulturell geprägten Denkkategorien erstes Ziel dieser Prozesse ist die Bestätigung bereits bestehender Schemata, Verzerrungen der Informationen werden dafür in Kauf genommen, Veränderung und Neubildung von Kategorien und damit Lernen findet dagegen weit seltener statt emotionale Informationen werden mit höherer Wahrscheinlichkeit wahrgenommen und dauerhaft gespeichert die Gedächtnisprozesse laufen unbewusst ab, im Endergebnis steht für jedes Individuum seine subjektiv schlüssige Konstruktion der Wirklichkeit

Aus diesen Ergebnissen wird klar, dass es die eine, allgemeingültige Wahrheit aus neurobiologisch/ -psychologischer Sicht nicht geben kann. An ihrer Stelle stehen so viele Wirklichkeitskonstruktionen wie es Menschen gibt. Gleichzeitig ist jeder Mensch notwendigerweise darauf angewiesen, seine eigene Konstruktion für die Wahrheit zu halten und notfalls gegen abweichende Vorstellungen zu verteidigen. Je emotionaler und damit wichtiger die Inhalte für den Einzelnen sind, desto schärfer werden diese Auseinandersetzungen geführt.

Gedächtnis ist somit etwas zutiefst Individuelles. Gleichzeitig könnte man jedoch auch das Gegenteil behaupten, denn die Schemata sind wie beschrieben zum allergrößten Teil kulturell bedingt. Ein individuelles Gedächtnis ist demnach ohne ein Kollektiv, in das es eingebettet ist, nicht denkbar. Das folgende Kapitel untersucht aus diesem Grund das Phänomen des kollektiven oder kulturellen Gedächtnisses.

2.3 Das kulturelle Gedächtnis

Zu Beginn der Erläuterungen stehen Ausführungen zum forschungsgeschichtlichen Hintergrund und den unterschiedlichen Bezeichnungen des Phänomens, gefolgt von einer Einführung in die Thematik. Anschließend werden die traditionellen Topoi des kulturellen Gedächtnisses aufgezeigt wobei auch auf Veränderungen durch die fortschreitende Globalisierung eingegangen wird. Es folgen Erläuterungen zu den Zusammenhängen von kulturellem Gedächtnis und Macht und die Maßnahmen der Erinnerungspolitik sowie das Kapitel „kulturelles Gedächtnis in den Medien“. Hier geht es um die Rolle der Medien für die kulturelle Erinnerung bzw. die Konsequenzen des Wandels der Tradierungsformen von Inhalten des kulturellen Gedächtnisses weg von der mündlichen Überlieferung hin zu Massenmedien. Einen zusammenfassenden Abschluss bilden Ausführungen zum Verhältnis von subjektivem kulturellem Gedächtnis und dem Anspruch nach „objektiven“ Geschichtswissenschaften.

2.3.1 Forschungsgeschichtlicher Hintergrund

Schon bei Plato finden sich Gedanken zur Theorie des kulturellen Gedächtnisses. Im modernen Sinne wurde der Begriff dagegen erst ab Ende des 19. / Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt und erlebte seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts einen breiten Aufschwung.25 Als wichtigster Vertreter gilt der französische Soziologe und Philosoph Maurice Halbwachs (1877 1945), der die Theorie des „mémoire collective“ („kulturelles Gedächtnis“) begründete26 und mit seinen Werken „Les Cadres sociaux de la mémoire“ („Der soziale Rahmen des Gedächtnisses“,1925) und „La Mémoire collective“ (1950 posthum veröffentlicht) bis in die Gegenwart prägt.2728

Schon von Beginn der Forschungen an wurden diese Ansätze zum kulturellen Gedächtnis international und in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen weiterverfolgt. Bedeutende Studien zu dem Phänomen stammen beispielsweise von Sigmund Freud, Henri Bergson, Emile Durkheim und Frederick Bartlett.29

2.3.2 Begriff

Angesichts der Vielfalt der unterschiedlichen Herangehensweisen und Konzepte kann es nicht verwundern, dass keine allgemein verwendete Bezeichnung der Theorie existiert: Während Maurice Halbwachs vom „kollektiven Gedächtnis“ spricht und andere Wissenschaftler den Terminus „soziales Gedächtnis“ verwenden, plädiert die deutsche Literaturund Kulturwissenschaftlerin Astrid Erll für den Begriff „kulturelles Gedächtnis“: “According to anthropological and semiotic theories, culture can be seen as a three-dimensional framework, comprising social (people, social relations, institutions), material (artifacts and media), and mental aspects (culturally defined ways of thinking, mentalities) (cf. Posner). Understood in this way, “cultural memory“ can serve as an umbrella term which comprises “social memory“ (the starting point for memory research in the social sciences), “material or medial memory” (the focus of interest in literary and media studies), and “mental or cognitive memory” (the field of expertise in psychology and the neurosciences) [Hervorhebungen im Original].”30

2.3.3 Einführung

Nach Astrid Erll kann das Phänomen des „kulturellen Gedächtnisses“ grundsätzlich auf zwei verschiedenen Ebenen betrachtet werden: Die erste Ebene hat das individuelle, biologische Gedächtnis zum Ausgangspunkt und betont, dass die individuellen kognitiven Schemata immer in hohem Maße von dem sozialen Umfeld des Individuums geprägt werden.31

Damit ein soziales System Bestand hat, müssen die beteiligten Individuen miteinander agieren können. Dies aber ist nur auf der Basis eines gemeinsamen Bezugsystems möglich. Siegfried J. Schmidt nennt dieses geordnete System von kulturell geteilten Schemata „Wirklichkeitsmodell“. Als „kollektives Wissen“ wird es durch fortwährende Interaktionen innerhalb der Gesellschaft herausgebildet und durch das Individuum mit der Sozialisation verinnerlicht. Dabei erlangen nur solche Kategorien Bedeutung, die für die Kultur in ihrem Lebensumfeld tatsächliche Relevanz besitzen, insbesondere und kulturübergreifend werden Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, der Emotionen, der Moral und der Haltung gegenüber der Umwelt geregelt.32

Vor allem die Wissenschaften der Neurobiologie, Sozialpsychologie und Oral History betrachten das Phänomen des „kulturellen Gedächtnisses“ unter diesen Gesichtspunkten.33

Die zweite Ebene von „kulturellem Gedächtnis“ hat dagegen nicht den Einfluss des sozialen Umfeldes auf das Individuum im Fokus, sondern setzt direkt bei der Gesellschaft an. Schmidt entwirft für diesen Aspekt die Theorie des „Kulturprogrammes“: Die von den Individuen einer Kultur geteilten Kategorien wären bedeutungslos, wenn es kein „Programm“ gäbe um in der Gesellschaft mit und über diese Kategorien zu kommunizieren. Das Kulturprogramm „als gesellschaftlich verbindliche Bezugnahmen auf das Wirklichkeitsmodell“34 verbindet aus diesem Grund die kognitiven Kategorien mit dem Kommunikationssystem. Es bestimmt über interkategoriale Verknüpfungen, affektive und normative Bewertungen und Wichtigkeit der einzelnen Kategorien innerhalb des Wirklichkeitsmodells.35 Von besonderer Bedeutung ist hier selbstverständlich die Sprache, die Kategorien und ihre Bewertungen benennt und dadurch differenzierteren sozialen Austausch erst ermöglicht.36 Die fortwährende gesellschaftliche Verhandlung und Weitergabe des kulturellen Wirklichkeitsmodells durch Zeichensysteme, Handlungen, Institutionen und Medien ist damit der Schwerpunkt der zweiten Ebene von „kulturellem Gedächtnis“ und wird vor allem innerhalb der wissenschaftlichen Disziplinen der Soziologie und der Kulturgeschichte betrieben. Sie soll auch den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden. Der Begriff „Gedächtnis“ hat hier keinen biologischen Hintergrund, sondern dient lediglich als Metapher.37 Um den Prozesscharakter zu betonen, wird auch häufig der Begriff „kulturelle Erinnerung“ verwendet. Wie bereits erläutert, werden Erinnerungen aus evolutionären Gründen bevorzugt mit Orten wie etwa Monumenten, Gedenkstätten und Museen verbunden. Aber auch Kunst und Medien, Jahrestage, Vorträge, Symposien usw. werden zur kulturellen Erinnerung genutzt. Wie Schmidt betont, stellen derartige Gelegenheiten zur Erinnerung jedoch selbst keine Erinnerungen dar,38 sondern bieten lediglich einen Anlass bzw. ein Medium, um Inhalte des kulturellen Gedächtnisses im Rahmen von „Erzählungen“ und Ritualen zu vermitteln.

Schmidt fasst sein Modell zum kulturellen Gedächtnis mit dem Satz zusammen: „Im Gesamtrahmen gesellschaftlich bewerteter Wirklichkeitskonstrukte sowie kommunikativer und kultureller Konditionierungen konstruiert Gesellschaft Wirklichkeit.“39

2.3.4 Topoi des kulturellen Ged ä chtnisses

Die kulturellen Gedächtnisse verschiedener Kollektive weichen oft stark voneinander ab: Fragen der Moral, des Umweltbewusstseins oder auch nur der richtigen Begrüßungsart können im gesellschaftlichen Aushandlungsprozess komplett unterschiedlich entschieden worden sein.

Wenn es allerdings um für das Kollektiv prägende Ereignisse der Vergangenheit und damit um die eigene Identität geht, finden sich nur sehr wenige und interkulturell vergleichbare Inhalte, die die traditionellen Topoi des kulturellen Gedächtnisses bilden. Vor allem im Hinblick auf das nationale Gedächtnis konstatiert Aleida Assmann: „Hier geht es regelmäßig um solche Bezugspunkte in der Geschichte, die das positive Selbstbild stärken und im Einklang mit bestimmten Handlungszielen stehen. Was nicht in dieses heroische Bild passt, wird dem Vergessen anheimgegeben.“40

Dementsprechend finden vor allem Erzählungen über glorreiche Siege Einlass in das nationale Gedächtnis. Aber auch Niederlagen und die Rolle als Opfer werden erinnert, sofern sie entweder die Grundlage für Erzählungen von heldenhaften Widerstand bilden oder aber „vom Pathos unschuldigen Leidens verklärt“41 sind. Elemente des Versagens, des Unrechts und der Schuld werden dagegen in aller Regel aus dem kulturellen Geschichtsbewusstsein ausgeklammert. Erst in neuerer Zeit ist hier eine Veränderung zu beobachten: In einer globalisierten Welt können gegensätzlich geprägte kulturelle Gedächtnisse, etwa von Siegern und Besiegten, kaum mehr ignoriert werden und stellen durch die vielfältigen transnationalen Beziehungen eine potenzielle Bedrohung von Frieden und Wohlstand dar. Dadurch werden die kulturellen Gedächtnisse zur Anerkennung fremden Leidens und eigener Schuld gedrängt. Assmann betont hier: „Zu den wichtigsten Neuerungen gehört, dass nunmehr Vergeben und Vergessen ebenso entkoppelt sind wie Erinnern und Rächen.“42 An die Stelle von Vergessen unliebsamer Ereignisse tritt so im Idealfall die aktive und auch transnational geteilte Erinnerung, die der gemeinsamen Aufarbeitung traumatischer Erfahrungen dient.43

Die Selektivität der Erinnerungen, die in das kulturelle Gedächtnis Einlass finden, verweist wieder auf die Parallelen und das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis von individuellem und kulturellem Gedächtnis: Beide neigen dazu, sich gegen Inhalte, die den eigenen Überzeugungen zuwiderlaufen, abzugrenzen. Informationen, die dem eigenen Selbstbild und etablierten Schemata zuwiderlaufen, werden ignoriert oder umgewandelt und damit verfälscht, um die Kohärenz der Wirklichkeitskonstruktionen nicht zu gefährden. Vergangene Ereignisse werden notfalls im Lichte aktueller Gegebenheiten und Ziele umgedeutet.

2.3.5 Soziale Funktionen

Ein näherer Blick auf die Funktionen, die das kulturelle Gedächtnis innerhalb einer Gesellschaft erfüllt, macht deutlich, warum der Kohärenz der Wirklichkeitskonstruktionen eine so hohe Bedeutung zukommt und gegebenenfalls große Anstrengungen unternommen werden, um ein einheitliches Bild zu wahren: Das kulturelle Gedächtnis ist sehr eng mit der Identität einer Gesellschaft verbunden. Auf der Ebene des Individuums wird Identität als „die in sich und in der Zeit als beständig erlebte Einheit der Person“44 definiert. Dies lässt sich auch auf Kollektive übertragen, wie Psychologin Qi Wang erklärt: “a sense of who we were gives rise to a sureness about who we are”45. Sowohl die individuelle als auch die kollektive Identität konstituiert sich stets in der Spannung zwischen Selbstbild und Fremdbild. Dadurch spielen sowohl die Versicherung der eigenen Identität (des eigenen kulturellen Gedächtnisses) innerhalb der Gruppe, als auch die Vertretung der Identität nach außen, die Interaktion mit und die Distinktion von anderen Gruppen eine große Rolle.46 Kulturelle Identität ist wie das kulturelle Gedächtnis veränderungsunwillig, aber nicht veränderungsresistent. Sie wird in sozialen Prozessen fortwährend neu ausgehandelt, wenn auch vorrangig mit dem Ziel der Bestätigung. Eine mit dem Mittel der kulturellen Erinnerung gefestigte Gruppenidentität kann auch bei der Aufarbeitung von gemeinsamen Erlebnissen und insbesondere von Traumata eine große Bedeutung entwickeln: Die Betroffenen erfahren durch den Austausch mit anderen Opfern Verständnis und knüpfen emotionale Bindungen. Die gemeinsame Erinnerung durch Gedenkorte, Riten etc. verleiht dem Erlebten Ausdruck und kann zur Heilung beitragen. Oft finden Betroffene durch den Zusammenschluss zu Interessensvertretungen auch die Möglichkeit, mit dem Trauma verbundene Forderungen wie etwa Entschädigungszahlungen durchzusetzen.47

Für das Individuum erhalten die sozialen Funktionen des kulturellen Gedächtnisses um so mehr Bedeutung, je stärker es sich mit der Gruppe identifiziert, das heißt, je stärker seine Identität auf der Gruppenidentität aufbaut und von ihr abhängt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage nach dem Fortbestehen eines kulturellen Gedächtnisses bei fortschreitender Individualisierung seiner Träger: Tatsächlich beschreibt Flechsig, dass die Homogenität von Gesellschaften zunehmend einer kulturellen Ausdifferenzierung weicht. Individuen können heute einer Vielzahl von verschiedenen Kulturen angehören, die von ihrer Freizeitgestaltung, ihrer beruflichen, religiösen oder sexuellen Orientierung etc. bestimmt werden.48 Mit zunehmender Komplexität einer Gesellschaft aber sinkt automatisch die Zahl und Verbindlichkeit der als allgemeingültig angesehenen Inhalte im kulturellen Gedächtnis49, was wiederum einen direkten Einfluss auf den Zusammenhalt und die Funktionsfähigkeit des sozialen Systems hat. Dieses Phänomen tritt nicht nur in Zusammenhang mit Individualisierung auf, sondern auch auf der kollektiven Ebene, wenn unterschiedliche Ethnien etwa in Folge von Migrationsbewegungen nebenund miteinander leben und es zur Kollision der kulturellen Gedächtnisse kommt. Die Steigerung der Mobilität im Zuge der Globalisierung erhöht hierfür noch die Wahrscheinlichkeit.

In einer solchen Situation versuchen die verschiedenen Akteure zumeist, ihre eigenen Positionen mit dem Ziel der Hegemonie zu verteidigen bzw. durchzusetzen. Sie bedienen sich dazu den Mitteln der „Erinnerungspolitik“.

2.3.6 Erinnerungspolitik

Erinnerungspolitik kann in zwei verschiedene Aspekte unterteilt werden:

Zum einen wird Erinnerungspolitik auf der Basis des in jedem Individuum und jedem Kollektiv angelegten grundsätzlichen Bedürfnisses der Verteidigung eigener Wirklichkeitsentwürfe betrieben. Zum anderen kann Erinnerungspolitik aber auch der gezielten Instrumentalisierung des kulturellen Gedächtnisses zur Durchsetzung von Machtansprüchen dienen.

Grundlage dieses Phänomens ist die Tatsache, dass jedweder auf die Gegenwart oder die Zukunft gerichtete Machtanspruch auf Legitimation durch die Vergangenheit angewiesen ist. Je brüchiger diese Legitimation, desto größer das Bemühen der Akteure, die Deutungshoheit über die Vergangenheit zu erreichen. Ein besonders klares Beispiel bilden hier diktatorische Regime, die durch eine große Zahl von Denkmälern, Monumenten und offizielle Gedenktagen verbunden mit aufwendigen Zeremonien versuchen, die kulturelle Erinnerung in ihrem Sinne zu prägen. Vor allem Denkmäler und Monumente dienen hier nicht nur als Herrschaftssymbol in der Gegenwart, sondern sollen gleichzeitig einen Einfluss auf das kulturelle Gedächtnis kommender Generationen entwickeln.50 Aleida und Jan Assmann fassen diese Mechanismen zusammen: „Herrschaft legitimiert sich retrospektiv und verewigt sich prospektiv.“51

Erinnerungspolitik mit dem Ziel der Legitimation ist jedoch nicht auf politische Führung beschränkt, sondern wird von einer Vielzahl von Individuen und Institutionen aktiv zur Rechtfertigung der eigenen Identität, von Verhaltensweisen, Interessen, Forderungen etc. betrieben.52

In pluralistischen Gesellschaften kommt es hier zwangsläufig zu Kollisionen, wenn gegensätzliche Machtansprüche verbunden mit der jeweils eigenen Version des kollektiven Gedächtnisses aufeinandertreffen. Herrscht eine Sichtweise der Vergangenheit vor, so konstituiert sich das kulturelle Gedächtnis der Minderheit als „Gegenerinnerung“ mit dem Ziel der Delegitimierung der Mehrheitsmeinung. Gegenerinnerung ist damit nicht auf die Sicherung von Macht in der Gegenwart ausgerichtet, sondern auf die Zukunft.53

In modernen Gesellschaften werden die „klassischen Instrumente“ der Erinnerungspolitik wie Monumente und Gedenkveranstaltungen durch mediale Möglichkeiten der Einflussnahme im Sinne der Public Relations ergänzt. Die Kommunikationswissenschaftlern Merten und Westerbarkey definieren: „Public Relations sind ein Prozeß intentionaler und kontingenter Konstuktion wünschenswerter Wirklichkeiten durch Erzeugung und Befestigung von Images in der Öffentlichkeit.“54 Images ist dabei die Bezeichnung für kognitive und emotionale Schemata.55 Entsprechend den Erkenntnissen der Neurobiologie ist die „Befestigung“ bereits vorhandener Schemata immer einfacher ist als die „Erzeugung“ neuer Kategorien. Im Rahmen des kulturellen Gedächtnisses haben Versuche der Beeinflussung durch Public Relations demnach umso mehr Erfolg, je stärker sie auf bereits vorhandenen Schemata aufbauen können. Dies ist etwa gegeben, wenn Erinnerungsgemeinschaften durch interne PR gestärkt werden sollen. Externe PR als Instrument der Erinnerungspolitik ist dagegen unwesentlich schwieriger zu bewerkstelligen. Hindernisse trete vor allem auf, wenn Schemata beeinflusst werden sollen, die stark emotional verknüpft und/ oder im engen Bezug zur Identität der jeweiligen „Gegenseite“ stehen.

2.3.7 Kulturelles Ged ä chtnis in den Medien

Medien im engeren (z. B. Bücher, Presse, Filme, Internet etc.) und weiteren Sinne (Museen, Denkmäler etc.) spielen auch unabhängig von konkreten Machtansprüchen eine bedeutende Rolle bei der Herausbildung und Bewahrung eines kulturellen Gedächtnisses. Sie ermöglichen zum einen die Speicherung und „Verdinglichung“ von Inhalten des kulturellen Gedächtnisses und machen diese damit über zeitliche, örtliche und personelle Grenzen hinweg tradierbar. Zum anderen ermöglichen sie Kommunikation und stellen Öffentlichkeit für Diskurse im Rahmen der kulturellen Erinnerung her.

Aus konstruktivistischer Sichtweise stellen natürlich auch Medien Wirklichkeitskonstruktionen dar: Sie bieten eine Auswahl von Informationen, die von Nachrichtenfaktoren, den Vorlieben der Medienschaffenden und anderen Parametern bestimmt wird. In einem zweiten Schritt werden diese Konstruktionen nun von den Rezipienten genutzt, um sich jeweils eigene Wirklichkeitskonstruktionen auf Basis der bereits vorhandenen individuellen Schemata zu schaffen.56

Erfahrungsgemäß werden Informationen aber tendenziell umso ungenauer, je weiter sie sich von der Primärerfahrung entfernen. Dies trifft auch auf die Vermittlung und Überlieferung von Inhalten des kulturellen Gedächtnisses zu. In früheren Kulturen wurde wie es auch heute noch bei Naturvölkern der Fall ist das kulturelle Erbe eines Stammes mündlich von Generation zu Generation weitergegeben. Aleida und Jan Assmann beschreiben, dass vor allem persönliche Erlebnisse der eigenen oder von maximal drei Vorgängergenerationen sowie Mythen etwa von der Entstehung der Welt tradiert wurden, letztere meist multimedial durch Bilder, Tänze etc. im Rahmen von festen Riten unterstützt.57

In der modernen Gesellschaft wurde dieser sehr überschaubare Rahmen von Massenmedien mit ihrer Fülle von Akteuren und Themen abgelöst. Wenn Inhalte des kulturellen Gedächtnisses aber nicht mehr mündlich innerhalb eines sehr begrenzten und homogenen Personenkreises weitergegeben werden, sondern wie im anderen Extremfall durch Massenmedien über zeitliche und örtliche Grenzen hinweg einer nicht beeinflussbaren und heterogenen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, ergeben sich damit zwangsläufig Differenzen in der Interpretation der Aussagen.58 Es kann nicht mehr davon ausgegangen werden, dass alle Rezipienten ähnliche Schemata teilen, um die Informationen zu verarbeiten.59 Zudem ist Medienrezeption in aller Regel kein interaktiver Prozess, das Medium kann nicht auf Nachfrage eine „korrekte“ Auslegung der kommunizierten Inhalte liefern. Der Rezipient ist auf seine individuellen Fähigkeiten zur Konstruktion einer Aussage angewiesen. Dies gilt nach dem Kommunikationsforscher Gebhard Rusch vor allem für das Lesen als Deutung von abstrakten Zeichen und in geringerem Maße für die Rezeption von audio-visuellen Medien, die durch zusätzliche Informationen die Interpretation erleichtern.60 Wollen Autoren insbesondere von textbasierten Medien beim Leser eine bestimmte Interpretationsweise von Aussagen erreichen etwa in Bezug auf das kulturelle Gedächtnis im Rahmen der Erinnerungspolitik müssen sie aus diesem Grund ihre Meinung deutlicher darlegen als etwa im persönlichen Dialog. Grundsätzlich gilt natürlich, dass sowohl bei direkten als auch medial vermittelten Kommunikationsvorgängen durch die Notwendigkeit der Enkodierung und Dekodierung von Informationen immer Fehler auftreten. Dieses Problem aber wird durch die Pluralität von Gesellschaften, Medien und Meinungen deutlich verschärft.

2.3.8 Kulturelles Ged ä chtnis und Geschichtswissenschaft

Der Konstruktivismus, in seinen Theorien unterstützt von der Neurobiologie und der Psychologie, betont, dass es eine objektive Wirklichkeit nicht geben kann. An ihre Stelle treten die individuellen Wirklichkeitskonstruktionen, die zum Großteil auf kulturell geprägten Schemata basieren. Auf kollektiver Ebene werden die Konstruktionen als „kollektives Gedächtnis“ bezeichnet. James Wertsch und Henry Roediger (Professoren in Anthropologie bzw. Psychologie) fassen die wesentlichen Merkmale des kulturellen Gedächtnisses bzw. der kulturellen Erinnerung wie folgt zusammen:

Collective remembering:

- involves an identity project (usually based on a narrative of heroism, a golden age, victimhood, etc.);
- is impatient with ambiguity;
- ignores counter-evidence in order to preserve established narratives;
- relies on implicit theories, schemas, and scripts that simplify the past and ignore substantiated findings that do not fit the narrative;
- is conservative and resistant to change.61

Klar ist, dass eine konstruktivistische Sichtweise dem Wahrheitsund Erkenntnisanspruch der Wissenschaften und im Falle des kulturellen Gedächtnisses insbesondere der Geschichtswissenschaft diametral entgegen steht:

In contrast, formal history:

- aspires to arrive at an objective account of the past, regardless of consequences for identity;
- recognises complexity and ambiguity;
- may revise existing narratives in light of new evidence (from archives, etc.);
- is constrained by archival materials;
- can change in response to new information.62

Die Aussage, formale Geschichte sei “constrained by archival materials“ macht allerdings bereits deutlich, dass auch Geschichtswissenschaft letztlich nur eine Konstruktion der Wirklichkeit sein kann: Wie auch der Neurobiologe Singer betont, ist sie von Archivmaterial (oder wie bei der zeitgenössischen Geschichte von Zeitzeugen) und damit immer von Menschen mit ihren höchst defizitären kognitiven Fähigkeiten abhängig. Die zweite Unbekannte stellt der Wissenschaftler selbst dar, der bei der Interpretation der Quellen ebenfalls durch seine begrenzten Denkschemata eingeschränkt und beeinflusst ist. Astrid Erll nennt die Diskussion um kulturelles Gedächtnis vs. Geschichtswissenschaft demnach ein „totes Ende“63, da beide einen jeweils anderen Aspekt der Wirklichkeit darstellen würden.64

3 Geschichte der deutschen Minderheit in Böhmen, Mähren und Österreich-Schlesien

Ein kulturelles Gedächtnis ist demnach nicht denkbar und vor allem nicht nachvollziehbar ohne die geschichtlichen Ereignisse, die es formen. Auf der anderen Seite werden geschichtliche Ereignisse (mit Ausnahme von Naturkatastrophen) von Menschen und ihren bereits vorhandenen Wirklichkeitskonstruktionen gesteuert. Das folgenden zwei Kapitel erzählen die Geschichte der deutschen Minderheit aus Böhmen, Mähren und ÖsterreichSchlesien von den ersten Siedlungen bis heute. Während sich dieser Teil auf die Geschichtsschreibung vom 1. Jhdt. n. Chr. bis zu den Vertreibungen konzentriert und Phänomene des kulturellen Gedächtnisses nur implizit erwähnt, werden im folgenden Abschnitt die geschichtlichen Ereignisse in der ehemaligen Tschechoslowakei und in Deutschland nach den Vertreibungen lediglich als Folie für die Ausbildung und Entwicklung von Erinnerungskulturen verwendet.

3.1 Deutsche Besiedelung und Herrschaft der Habsburger

Das Gebiet des heutigen Böhmen und Mähren wurde seit dem 1. Jahrhundert von Germanen und seit dem sechsten Jahrhundert von slawischen Stämmen besiedelt.65 Die eigentliche Geschichte der deutschen Minderheit in Böhmen und Mähren beginnt schließlich im 12. Jahrhundert, als eine große Anzahl deutscher Siedler aus Österreich und der Oberpfalz in das Gebiet von Böhmen und Mähren einwanderte. Bis zum 15. Jahrhundert hatte sich schließlich eine territoriale Zweiteilung von weitgehend deutsch besiedelten Randgebieten und zentraler tschechischer Besiedelung herausgebildet.6667 Der Politikwissenschaftler Dieter Segert geht davon aus, „dass um 1300 circa ein Sechstel der 1,5 Millionen Bewohner der böhmischen Länder deutscher Herkunft waren.“68 Beherrscht wurde das Gebiet zu dieser Zeit von den böhmischen Königen aus dem Herrschergeschlecht der Premysliden in Abhängigkeit vom Heiligen Römischen Reich.69

1526 wurden die böhmischen Länder Böhmen, Mähren und ÖsterreichischSchlesien Teil des Habsburgerreiches und erlebten eine weitgehende Germanisierung, so wurde etwa Deutsch im 18. Jahrhundert zur einzigen Amtssprache.7071

3.2 Erstarken des Nationalgedankens

Im 19. Jahrhundert führten Industrialisierung und Aufklärung und die damit einhergehende Verunsicherung der Menschen durch die Erosion althergebrachter Strukturen, Bindungen und Wertvorstellungen zu einem Erstarken des Nationalgedankens. In den böhmischen Ländern entstanden Bewegungen zur Belebung der tschechischen Kultur und Sprache. Das tschechische Bürgertum gewann durch die Industrialisierung an wirtschaftlicher Macht und stellte sich offen gegen die Vorherrschaft der Deutschen.7273 Gefordert wurde „eine nationale Autonomie im Rahmen einer föderalistischen Konzeption des Habsburgerreiches.“74 Dem gegenüber standen die Pläne eines deutschen Nationalstaates nach der „Großdeutschen Lösung“, der von der Frankfurter Nationalversammlung im Zuge der deutschen Revolution 1848/49 gefordert wurde. Der neue deutsche Staat sollte die deutschsprachigen Länder des deutschen Bundes inklusive der mehrheitlich von Tschechen bewohnten Böhmerländer umfassen. Die Tschechen protestierten gegen das Vorhaben und riefen 1848 einen Slawenkongress in Prag ein, der jedoch durch eine Intervention des österreichischen Militärs gewaltsam abgebrochen wurde. Die Forderungen der Tschechen nach mehr Autonomie und Aufwertung der eigenen Kultur verstärkten sich noch durch die Unabhängigkeitsbemühungen der Ungarn, die 1867 mit der Einrichtung einer ÖsterreichischUngarischen Doppelmonarchie einen Teilerfolg erzielten. In späteren Jahrzehnten sollten Gesetze, die den Tschechen mehr politische Mitbestimmung und kulturelle Unabhängigkeit zugestanden, zu einer Entspannung der Konflikte zwischen Tschechen und Deutschen führen. Sie resultierten in einer kulturellen Spaltung der Gesellschaft so wurde etwa die Prager Universität in eine deutsche und eine tschechische Einrichtung geteilt, ebenso wie das Parteiensystem und wichtige Vereine. Reformen zugunsten einer gleichberechtigten Verwendung des Tschechischen als Amtssprache scheiterten jedoch an dem massiven Widerstand der Deutschen, die ihre traditionelle Vormachtstellung bedroht sahen.75

3.3 Neuordnung nach 1918

Nach dem Ende der Habsburgermonarchie 1918 wurde im gleichen Jahr die Tschechoslowakei als demokratische Republik gegründet, unter Einbezug der industriereichen deutschen Besiedlungsgebiete. Dies wurde von den Deutschen mehrheitlich nicht akzeptiert: Unter Berufung auf das in der UNCharta verankerte „Selbstbestimmungsrecht der Völker“76 forderten sie stattdessen einen Zusammenschluss mit Deutschösterreich. Die Aufstände wurden von einem Einmarsch tschechischer Truppen in den deutsch besiedelten Gebieten zum Teil gewaltsam unterbunden.1919 wurde der neue Staat im Vertrag von Saint-Germain schließlich in den historischen Grenzen bestätigt.77

Die Tschechoslowakei war ethnisch sehr heterogen: Der österreichische Zeithistoriker Hautmann spricht unter Berufung auf eine Volkszählung 1921 von insgesamt „13,6 Millionen Menschen, davon 6,8 Millionen Tschechen, 2 Millionen Slowaken, 3,1 Millionen Deutsche, 745.000 Ungarn, 462.000 Ukrainer und Russen, 76.000 Polen sowie kleinere Gruppen von Angehörigen anderer Völker. Etwa 300.000 Deutsche hatten nach dem Vertrag von SaintGermain das Land verlassen.“78

Die Spannungen zwischen Deutschen und Tschechen blieb auch in den Jahren nach der Staatsgründung bestehen. Verschärft wurde die Situation durch wirtschaftliche Schwierigkeiten des Gesamtstaates, aber insbesondere der überproportional in sudetendeutscher Hand befindlichen Industrie: Mit der Auflösung des Habsburgerreiches waren auch bedeutende Absatzmärkte für die exportorientierte Wirtschaft weggefallen.

Die Abwehrhaltung der deutschen Bevölkerung führte dazu, dass sie ihre Möglichkeiten zur Partizipation im politischen System lange nicht wahr nahm.7980 Erst ab Mitte der zwanziger Jahre entspannte sich die Lage laut Hautmann etwas: „Ab 1926 beteiligten sich der ‚Bund der Landwirte‘ und die ‚Christlich-Soziale Volkspartei‘ und ab 1929 auch die ‚Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei‘ an der Regierung.“81

Insgesamt schätzen sowohl Hautmann als auch Segert in Zusammenarbeit mit Alena Mípiková die Lage der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei differenziert ein: Zwar verlor sie ihre vormalige Vormachtstellung, die mit vielen Privilegien verbunden war: So führte etwa die eingeführte Pflicht zum Nachweis von Tschechischkenntnissen zu einer deutlichen Reduktion der traditionell überproportional vertretenen Deutschen im Beamtenapparat. Zudem hatten sie im Gegensatz zu den Slawen und den Tschechen nicht den Status eines Staatsvolkes inne.82

Hautmann konstatiert jedoch: „Angesichts der durch scharfe öffentliche Polemiken gekennzeichneten Situation fanden die tatsächlichen Rechte und Möglichkeiten der Deutschen in der CSR eine viel zu geringe Wertschätzung.“ Er spricht vor allem von den zahlreichen deutschen Bildungsund Kul- tureinrichtungen und wertet sie „als Ausdruck einer verhältnismäßig liberalen Politik“83.

3.4 Volkstumsbewegung

Die deutschsprachige Bevölkerung der Böhmerländer hatte über viele Jahrhunderte hinweg kein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt und war geographisch und kulturell vor allem in die Gebiete „Böhmen“ und „Mähren-Schlesien“ geteilt. Dies änderte sich mit dem Erstarken eines Nationalgefühls, das nach dem Historiker Ronald Smelser vor allem eine Antwort auf den Verlust der deutschen Vormachtstellung in der Tschechoslowakei darstellte.84 In Anlehnung an das vorwiegend deutsch besiedelte Bergmassiv der „Sudeten“ wurde im Zuge der Autonomiebewegung 1918/19 die Bezeichnung der „Sudetendeutschen“ üblich, die später für alle in der Tschechoslowakei lebenden Deutschen angewendet wurde.85 Ein „Volk der Sudetendeutschen“ oder eine gemeinsame „Geschichte der Sudetendeutschen“ hat es allerdings tatsächlich nie gegeben: Stattdessen war der Begriff von Beginn an mit dem „Volkstumskampf“ verknüpft, mit dem sich vor allem in den ersten Jahren viele Deutsche nicht identifizierten.86 Der deutsche Historiker Hahn bemerkt dazu: „Die sudetendeutsche Bewegung stellte nämlich in der deutschsprachigen Minderheit der Ersten Tschechoslowakischen Republik neben Sozialdemokraten, Kommunisten, dem agrarische [sic!] Milieu, religiös und konfessionell (Juden, Katholiken, Evangelische) geprägten Gruppen, diversen bürgerlichen demokratischen Richtungen und den Prager deutschen Intellektuellen (um nur einige zu nennen) eine Minderheit dar.“87 Dies änderte sich in den dreißiger Jahren, als die sudetendeutsche nationalistische Bewegung gleichzeitig mit dem Erstarken der Nationalsozialisten in Deutschland immer mehr an Rückhalt in der Bevölkerung gewann.

[...]


1 Vgl. Gabler Verlag O.J

2 Vgl. Schmidt 1994, S. 4.

3 Ebd. 1994, S. 5.

4 Vgl. Schmidt 2010, S. 191.

5 Vgl. Schmidt 2010, S. 191.

6 Vgl. Flechsig 1998.

7 Ebd.

8 Flechsig 1998.

9 Ebd.

10 Vgl. ebd.

11 Ebd.

12 Vgl. Lay; Spada 2000, S.9.

13 Vgl. Singer 2000, S.5 f.

14 Vgl. Flechsig 1998.

15 Vgl. Singer 2000, S. 6.

16 Vgl. Goller 2009, S. 95.

17 Vgl. ebd., S.8 ff.

18 Ebd., S. 10.

19 Vgl. Singer 2000, S. 2.

20 Ebd., S. 2f.

21 Vgl. Singer 2000, S. 11.

22 Vgl. Schmidt 1994, S. 10 f.

23 Ebd. 1994, S. 11.

24 Vgl. Szesny O.J., S. 1.

25 Vgl. Erll 2010, S. 7 f.

26 Vgl. Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich O.J.a

27 Vgl. Erll 2010, S. 7 f.

28 Vgl. Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich O.J.b

29 Vgl. Olick 2010, S. 153 f.

30 Erll 2010, S. 4.

31 Vgl. ebd. 2010, S. 5.

32 Vgl. Schmidt O.J., S. 7 ff.

33 Vgl. Erll 2010, S. 5.

34 Schmidt 2004, S. 3

35 Vgl. ebd.

36 Vgl. Schmidt 1994, S. 13.

37 Vgl. Erll 2010, S. 5.

38 Vgl. Schmidt 2010, S. 196 f.

39 Schmidt 1994, S. 13.

40 Assmann 2008, S.1.

41 Ebd.

42 Assmann 2008, S.2.

43 Vgl. ebd.

44 Abteilung für Medizinische Psychologie Universität Freiburg 2000.

45 Wang 2008.

46 Vgl. Abteilung für Medizinische Psychologie Universität Freiburg 2000.

47 Vgl. Wang 2008.

48 Vgl. Flechsig 1998.

49 Vgl. Esposito 2010, S. 183.

50 Vgl. Assmann 1994, S. 124 f.

51 Ebd., S. 124.

52 Vgl. Meyer 2010, S. 177.

53 Vgl. Assmann 1994, S. 125 f.

54 Merten; Westerbarkey 1994, S. 210.

55 Vgl. ebd. S. 206.

56 Vgl. Schmidt 1994, S. 16.

57 Vgl. Assmann 1994, S. 119 ff.

58 Vgl. Assmann 1994, S. 133 ff.

59 Vgl. Esposito 2010, S. 187.

60 Vgl. Rusch 1994, S. 76 ff.

61 Wertsch; Roediger 2008.

62 Ebd.

63 Erll 2010, S. 7.

64 Vgl. ebd.

65 Vgl. Segert 2002a.

66 Vgl. Segert 2002b.

67 Vgl. Hautmann 2001.

68 Segert 2002b.

69 Vgl. ebd.

70 Vgl. Hautmann 2001.

71 Vgl. Segert 2002b.

72 Vgl. Segert 2002c.

73 Vgl. Hautmann 2001.

74 Ebd.

75 Vgl. Segert 2002c.

76 Schubert; Klein 2006.

77 Vgl. Hautmann 2001.

78 Hautmann 2001.

79 Vgl. Mípíková; Segert 2002a.

80 Vgl. Hautmann 2001.

81 Ebd.

82 Vgl. Mípíková; Segert 2002a.

83 Hautmann 2001.

84 Vgl. Smelser 2007, S. 146.

85 Vgl. Hautmann 2001.

86 Vgl. Hahn 2007, S. 7 ff.

87 Ebd., S. 9.

Ende der Leseprobe aus 122 Seiten

Details

Titel
Mediale Konstruktion eines kulturellen Gedächtnisses am Beispiel der Sudetendeutschen Zeitung
Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
122
Katalognummer
V178936
ISBN (eBook)
9783656013006
ISBN (Buch)
9783656012726
Dateigröße
22622 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sudetendeutsche Landsmannschaft, Sudetendeutsche Zeitung, Kulturelles Gedächtnis, Kollektives Gedächtnis, Sudetendeutsche, Inhaltsanalyse, Erinnerungskulturen, Vertreibung
Arbeit zitieren
Damaris Stocklassa (Autor), 2011, Mediale Konstruktion eines kulturellen Gedächtnisses am Beispiel der Sudetendeutschen Zeitung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178936

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