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Diskurs als Wegbereiter der Demokratie?

Einfluss der ägyptischen Protestbewegung auf die Ausgestaltung der neuen Verfassung Ägyptens

Title: Diskurs als Wegbereiter der Demokratie?

Scientific Essay , 2011 , 9 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Anranter (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Nach den erfolgreichen Protestbewegungen in Tunesien und Ägypten ist es, um eine langfristige
Stabilität der betroffenen Staaten, aber auch der gesamten Mittelmeerregion, zu gewährleisten,
notwendig geworden über eine neue Form des Staatswesens zu diskutieren und diese zu etablieren.
Während die Revolution vor Allem von revolutionären AktivistInnen initiiert wurde, schlossen sich
diesen im Laufe der Zeit eine Vielzahl an Organisationen an, wobei auch die etablierten oppositionellen
Gruppierungen mehr oder weniger aktiv die Revolution unterstützten.
Soziale Bewegungen bedienen sich immer wieder neuer Technologien, insbesondere im
Kommuniktaionssektor, um ihre eigenen Meinungen zu vervielfältigen1. Unter dieser Annahme werde
ich versuchen darzulegen, wie sich im Rahmen der Revolutionen in Nordafrika, auch etablierte
AkteurInnen, wie etwa die Armee, an den neuen Formen des Diskurses teilnehmen. Es ist mir hierbei
ein Anliegen zu erörtern aus welchen Gründen sich deren hegemoniale Strukturen nach außen
verändern mussten, um einen Kontakt zu jenen Teilen der Gesellschaft herzustellen, welche nach einer
Demokratisierung der Staaten streben. Im Besonderen ist dies auch für die Vorgehensweiße der
aktuellen Übergangsregierungen von Bedeutung.
Konkret lautet die Fragestellung wie folgt: Inwiefern folgen die Kommunikationsmechanismen
zwischen den etablierten Autoritäten und den nach Mitbestimmung strebenden AkteurInnen dem
Schema des Diskurses in einer deliberativen Demokratie nach Habermas?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Volkssouverän – Jürgen Habermas

Strukturen im System

Akteure im Demokratisierungsprozess

Unterschiedliche Formen des Diskurses – Militär und Revolutionäre

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Einfluss der ägyptischen Protestbewegung auf die Gestaltung der neuen Verfassung und analysiert, inwieweit die Kommunikationsmechanismen zwischen den etablierten Autoritäten und den nach Mitbestimmung strebenden Akteuren dem Schema des Diskurses in einer deliberativen Demokratie nach Jürgen Habermas entsprechen.

  • Die Rolle der Volkssouveränität im öffentlichen Diskurs.
  • Analyse der Machtstrukturen im ägyptischen System unter Husni Mubarak.
  • Kategorisierung der Akteure im ägyptischen Demokratisierungsprozess.
  • Gegenüberstellung der Diskursformen von Militär und revolutionären Gruppierungen.
  • Bewertung der Transitionsphase als Form einer frühen deliberativen Demokratie.

Auszug aus dem Buch

Unterschiedliche Formen des Diskurses – Militär und Revolutionäre

In Hinblick auf Habermas' deliberative Demokratietheorie ist es den AktivistInnen mit Hilfe der neuen Medien gelungen eine Grundvoraussetzung für den notwendigen Diskurs zu schaffen. Die Egalität und Chancengleichheit der Gesellschaft wurde zum Symbol der Bewegung. An dieser Stelle sollte allerdings angemerkt werden, dass das so genannte digital gap, aber auch weitere, durchaus notwendige Formen der Differenzierung im kritischen Umgang mit den neuen Medien in der Rezeption der westlichen Medien wenig Beachtung fanden. Dennoch war zu beobachten, dass die direkt betroffenen Menschen, welche bei Habermas einen besonderen Teil der Legitimität in sich vereinen, durch koordiniertes Agieren und Kommunikation zu einer Bewegung zusammenwachsen konnten, die den institutionalisierten Gebilden des Systems Mubarak gegenüberzutreten vermochte.

In seinem Artikel über Ägyptens Stunde Null, bezieht Asseburg zu den Stärken der einzelnen AkteurInnen Bezug und hält fest: "Bislang lag der Vorteil der Revolutionäre in ihren dezentralen Organisations-, und den fehlenden Führungsstrukturen. Dies erschwerte es dem Regime, gegen die Aktivsten vorzugehen. In dem beginnenden Aushandlungsprozess dürfte sich dieser Vorteil allerdings in einen Nachteil verwandeln. Denn nun müssten die einzelnen Gruppierungen zunächst formale Führungsstrukturen entwickeln und sich auf Programme festlegen, um handlungsfähig sein, ihre Interessen in den Prozess einbringen und bei Wahlen Erfolge erzielen zu können"10.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der ägyptischen Revolution und Formulierung der Forschungsfrage in Anlehnung an die deliberative Demokratietheorie von Habermas.

Der Volkssouverän – Jürgen Habermas: Theoretische Einbettung des Volkssouveränitätskonzepts und dessen Bedeutung für rationale Diskurse und Legitimation innerhalb eines gesellschaftlichen Wandels.

Strukturen im System: Untersuchung des klientelistischen Herrschaftsmodells unter Husni Mubarak sowie der wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen des ägyptischen Militärs.

Akteure im Demokratisierungsprozess: Kategorisierung der beteiligten Gruppen, wie dem Militärrat, der Opposition und den dezentral organisierten Revolutionären, während des Übergangsprozesses.

Unterschiedliche Formen des Diskurses – Militär und Revolutionäre: Analyse der differierenden Kommunikationsstrategien und der Spannungsfelder zwischen den revolutionären Kräften und dem Militärapparat.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass der Transformationsprozess in Ägypten trotz noch fehlender demokratischer Reformen Ansätze einer frühen deliberativen Demokratie aufweist.

Schlüsselwörter

Ägypten, Demokratisierung, deliberative Demokratie, Jürgen Habermas, Volkssouveränität, Protestbewegung, Husni Mubarak, Militär, Klientelismus, Diskurs, Zivilgesellschaft, Revolution, politische Transformation, Staatsumbau, legitime Herrschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des ägyptischen Staates nach der Revolution und der Frage, wie sich Diskursformen in einer Übergangsphase gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Volkssouveränität, die Machtstrukturen des alten Systems Mubarak und die Rolle verschiedener politischer Akteure bei der Demokratisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, inwiefern die Interaktion zwischen den neuen Akteuren und den etablierten Autoritäten dem Modell der deliberativen Demokratie nach Habermas entspricht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretisch-analytischen Ansatz, indem sie politische Ereignisse und Akteurskonstellationen in Ägypten mit der Demokratietheorie von Jürgen Habermas verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das System Mubarak, die Rolle des Militärs, die Kategorisierung oppositioneller Akteure sowie die unterschiedlichen Diskursformen während des Umbruchs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie deliberative Demokratie, ägyptische Revolution, Volkssouveränität und systemische Transformation geprägt.

Welche wirtschaftliche Rolle spielt das ägyptische Militär laut der Arbeit?

Das Militär ist nicht nur eine Sicherheitskraft, sondern agiert als mächtiger ökonomischer Akteur, der in Infrastruktur, Produktion und Versorgung tief verflochten ist.

Wie bewertet der Autor den aktuellen Stand der Demokratisierung in Ägypten?

Der Autor sieht im aktuellen Prozess Ansätze einer frühen deliberativen Demokratie, stellt jedoch fest, dass gesetzliche Rahmenbedingungen für echte Egalität und Diskurs noch fehlen.

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Details

Title
Diskurs als Wegbereiter der Demokratie?
Subtitle
Einfluss der ägyptischen Protestbewegung auf die Ausgestaltung der neuen Verfassung Ägyptens
College
University of Vienna  (Politikwissenschaft)
Course
Naher Osten im Umbruch
Grade
1,0
Author
Michael Anranter (Author)
Publication Year
2011
Pages
9
Catalog Number
V179015
ISBN (eBook)
9783656012535
ISBN (Book)
9783656012573
Language
German
Tags
Politik Ägypten Mubarak Naher Osten Diskurs Neue Medien Arabischer Frühling Jürgen Habermas integrativer Diskury
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Anranter (Author), 2011, Diskurs als Wegbereiter der Demokratie? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179015
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