Enterprise Application Integration - Vorteile und Nachteile


Studienarbeit, 2011

17 Seiten, Note: 1,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Tabellenverzeichnis

B. Abbildungsverzeichnis

1. Enterprise Application Integration
1.1. Definition
1.2. Ursachen für die Entstehung von EAI
1.3. Ziele Von EAI

2. Integration mit EAI
2.1. Integrationsarten
2.1.1. Darstellungsintegration
2.1.2. Datenintegration
2.1.3. Funktionsintegration
2.1.4. Vergleich der Methoden

3. Vorteile und Risiken von EAI
3.1. Vorteile
3.1.1. Vorteile für den Anwender
3.1.2 Vorteile aus technischer Sichtweise
3.1.3 Risiken und Nachteile

4. Fazit

C. Literaturverzeichnis

A. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Vorteile für den Anwender

Tabelle 2: Vorteile aus der technischen Sichtweise

Tabelle 3: Nachteile und Risiken von EAI

B. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Integrationsmodell – Darstellungsintegration

Abbildung 2: Integrationsmodell – Datenintegration

Abbildung 3: Integrationsmodell – Funtionsintegration

Abbildung 3: Vergleich der verschiedenen Methoden

1. Enterprise Application Integration

1.1. Definition

Unter der Bezeichnung E nterprise A pplication I ntegration (kurz: EAI) werden Ansätze zur Schaffung einer einheitlichen Anwendungsarchitektur unter Einbeziehung von heterogenen Systemen entwickelt.1 Dabei umfasst EAI die Planung, die Methoden sowie die Software, um heterogene, autonome Anwendungssysteme – ggf. unter Einbeziehung von externen Anwendungssystemen – prozessorientiert zu integrieren. EAI ist somit die prozessorientierte Integration von Anwendungssystemen in heterogenen IT-Anwendungsarchitekturen. Im Gegensatz zu anderen Integrationstechniken, wie der Funktionsintegration oder der Datenintegration, werden beim EAI-Ansatz die Implementationen der einzelnen Geschäftsfunktionen nicht verändert. Alle funktionalen Schnittstellen werden mittels Adaptern (Schnittstellenumsetzer) abstrahiert. Aufgrund der prozessorientierten Integration stellt EAI nun nicht nur eine technische Integrationsplattform dar, sondern – so zumindest der konzeptionelle Anspruch – auch eine Integrationskomponente zwischen der Organisationsarchitektur mit den Strukturen und Geschäftsprozessen und der IT-Architektur eines Unternehmens. Keller grenzt EAI von E-Commerce ab, da hier in der Regel mehrere Parteien beteiligt sind. Allerdings werden die Konzepte strukturell und technisch als identisch erklärt. Der einzige Unterschied besteht in der unternehmensübergreifenden Sichtweise des E-Commerce-Ansatzes und des unternehmensinternen Fokus von EAI.2

1.2. Ursachen für die Entstehung von EAI

Die Entstehung von EAI lässt sich größtenteils auf drei verschiedene Gründe zurückführen.

Zunächst ist hierbei die schnelle Verbreitung des Internets mit den damit verbundenen unzähligen Internetapplikationen, welche durch das Aufkommen vieler Internetfirmen (dot-coms) entstanden ist, zu nennen. Viele Firmen fingen während dieser Zeit damit an, die Möglichkeiten des E-Business und des Internets zu erkennen, und versuchten dementsprechend ihre Geschäftsprozesse neu zu gestalten, um sie zu automatisieren und damit Kosten zu sparen. Weiterhin entstanden zu jener Zeit sehr viele neue Firmen, deren Geschäftsmodelle ausschließlich auf dem Internet basierten, wie z.B Suchmaschinen, Email-Provider, Internet-Versandhändler, elektronische Auktionshäuser und Vergleichsplattformen. Nach und nach wuchs die Anzahl verschiedener Internetapplikationen in diesen Unternehmen sehr stark an, so dass es notwendig wurde, die Anwendungen miteinander zu verbinden. Dies, wie auch die Neugestaltung der Geschäftsprozesse, kann nur erreicht werden, wenn alte und neue Anwendungen integriert und existierende Systeme für Nachrichten aus dem Internet zugänglich gemacht werden, so dass alle Anwendungen, die an einem Geschäftsvorfall beteiligt sind, problemlos miteinander kommunizieren können. Laut Keller wird dies als das primäre Einsatzfeld für EAI-Technologien bezeichnet.3

Der zweite Trend, der sich in Unternehmen abzeichnet, ist, dass immer mehr E nterprise R esource P lanning-Softwareprodukte (kurz: ERP -Softwareprodukte) anstatt selbst entwickelter Software eingesetzt werden.

ERP-Software ist Standardsoftware, die von größeren Unternehmen für sekundäre Geschäftsprozesse wie Rechnungswesen, Materialwirtschaft usw. eingesetzt wird. Firmen, die solche Systeme vertreiben, sind z. B. SAP, Baan, Peoplesoft und Oracle.

Die Schwierigkeit hierbei besteht darin, diese ERP-Software in die bestehende Anwendungslandschaft des Unternehmens zu integrieren. Auch dieses Problem wird aktuell mittels so genannter GlueWare, wie z.B. EAI-Tools angegangen. Unter GlueWare versteht man Software, die eine Verbindung zwischen einzelnen Softwarekomponenten schafft.

Die dritte Ursache, die zur Entstehung von EAI beigetragen hat, ist das immer häufigere Auftreten von Übernahmen und Fusionen zwischen Unternehmen aller Größenordnungen. Hierbei wird meist die Strategie verfolgt, das Anwendungsportfolio des einen Fusionspartners zu behalten und die Bestände des anderen in das beibehaltene System zu integrieren 4

1.3. Ziele Von EAI

EAI hat das Ziel die verschiedenen Architekturen von betrieblichen Informationssystemen, prozessorientiert zu integrieren sowie Informationsflüsse zu beschleunigen und zu rationalisieren.5 Dazu werden heterogene Anwendungssysteme konsolidiert und koordiniert, damit wird einerseits die Schaffung eines einheitlichen Zugriffs und anderseits eine Konsistenzsicherung der Daten fokussiert.6 Weiterhin soll EAI die Entwicklung neuer Technologien trotz heterogener Informationssysteme ermöglichen, indem existierende Anwendungen nach einer neuen Strategie ausgerichtet werden.7 Unter einer EAI-Softwarelösung wird ein Sammelbegriff von Lösungen verstanden, die alle etwas mit der Integration heterogener Lösungen innerhalb eines Unternehmens zu tun haben. Die Lösungen sind jedoch stark davon abhängig, welche Art von Architektur bzw. Problem in einem Unternehmen gelöst werden soll. Selbst diese Lösungen variieren dann noch stark, obwohl sie alle unter den Begriff EAI-Softwarelösung fallen.8

2. Integration mit EAI

2.1. Integrationsarten

Während früher der Schwerpunkt auf Hardwareintegration mit einer von Grund auf neu entwickelten Software lag, stehen heute die Kombination von Hardware und komplexer Software zu einem System im Vordergrund. Dominiert wird der Prozess von der Software.

Integration kann grundsätzlich an zwei verschiedenen Kriterien gemessen werden: der Integrationsbreite und der Integrationstiefe. Die Integrationsbreite bezeichnet die Integration der IV-Systeme in einem Geschäftsprozess.

Ist die Software in der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion bis zur Fakturierung integriert, so spricht man von einer hohen Integrationsbreite, hingegen von einer geringen, wenn beispielsweise nur Programme der Ersatzteiledisposition integriert wurden. Unter Integrationstiefe versteht man den Grad der semantischen Integration.9

Hier werden drei Ebenen zur Integration von Software unterschieden: die Daten-, Funktions- und die Darstellungsintegration. An alle Arten der Integration werden folgende Anforderungen gestellt: Sie müssen sowohl mit einem akzeptablen Zeitaufwand durchführbar sein, als auch für verschiedene Konfigurationen wiederverwendbar sein.

Die EAI-Integration orientiert sich an der aus dem Software-Engineering gängigen 3-Schichtenarchitektur (Präsentationsschicht, Geschäftslogikschicht und Datenhaltungsschicht) für betriebliche Informationssysteme, welche auch als Darstellungs-, Funktions- und Datenebene bezeichnet werden.10

2.1.1. Darstellungsintegration

Die Integration auf der Darstellungsebene ist die einfachste Integrationsmaßnahme.

Verschiedene Anwendungen präsentieren sich dem Benutzer mit einer einheitlichen Anwendungsoberfläche, die über die Darstellungslogik der Anwendungen oder Legacy Systeme kommunizieren. In der Abbildung 1 wird durch die grau hinterlegten Felder die Ansatzpunkte der Darstellungsintegration bildlich illustriert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Integrationsmodell – Darstellungsintegration11

Die Darstellungsintegration kann durch verschiedene Techniken realisiert werden. Eine dieser Techniken ist die so genannte „Screen Scraping Technik“. Diese liest Daten an verschiedenen Bildschirmkoordinaten oder aus Datenflüssen ab und wandelt sie in die benötigten Formate um. Die Web-Integration mit Frames ist ein weiteres Verfahren, bei dem einzelne Frames verschiedener Web-Server in einer neuen Anwendung vereint werden. Desweiteren eignen sich auch Workflow-Management-Tools für die Oberflächenintegration mehrerer existierender Anwendungen.

Ziel der Darstellungsintegration ist eine bessere Benutzbarkeit und Funktionalität sowie eine konsistente Führung durch die Geschäftsprozesse zu schaffen.

Da Integration auf dieser Ebene keine umfangreichen Kenntnisse der Softwareinterna erfordert, ist sie relativ schnell und billig durchführbar. Allerdings wurden Benutzeroberflächen nicht dazu entwickelt, Daten und Funktionslogik anderen Anwendungen zur Verfügung zu stellen, daher sind die Möglichkeiten sehr begrenzt.

Um Darstellungsintegration erfolgreich anwenden zu können, müssen die zu integrierenden Anwendungsoberflächen genau analysiert und deren Informationen identifiziert werden. Es ist wichtig, den Inhalt der Daten zu verstehen, um fehlerhafte Repräsentation in der zu entwickelnden Darstellungsumgebung zu vermeiden.

Anschließend werden die einzelnen Bildschirme mit ihren Informationen katalogisiert und die Position von gleichen Daten erfasst, um Konsistenz zu gewährleisten und gesuchte Informationen schnell zu lokalisieren. Auf der nächsten Stufe müssen die Informationen der Bildschirme extrahiert werden. Dies kann entweder statisch realisiert werden, d.h. durch feste Angabe von Koordinaten, oder durch eine dynamische Extraktion. Beim letzteren kann durch Bedingungen und Logik automatisch auf Änderungen in der Darstellung reagiert werden und dieses Verfahren ist somit flexibler.12

In der Darstellungsintegration können zwei verschiedene Methoden angewendet werden: Screen-as-Data interpretiert Bildschirme als rohen Datenfluss, wohingegen Screen-as-Object die Benutzeroberfläche als Objekte behandelt. Screen-as-Data liest den Datenstrom aus, analysiert, identifiziert und konvertiert die Informationen und verarbeitet sie. Es ist einfach zu realisieren, berücksichtigt aber im Gegensatz zum Screen-as-Object Konzept nur Daten, aber nicht die zugehörigen Methoden. Bei letzterem werden die Bildschirminformationen in Anwendungsobjekte wie Java- oder CORBA-Objekte übersetzt. Dadurch wird die Entwicklung komplizierter und teurer.13

Die Darstellungsintegration wird angewendet, um beispielsweise für textbasierte Programme ein Java- oder HTML-basiertes GUI zu entwickeln oder verschiedene Mainframeanwendungen mit anderen Applikationen wie SAP/R3 über ein einheitliches Interface zu integrieren. Die Anforderungen variieren von einem einfachen GUI-Aufsatz bis zur Implementierung von zusätzlicher Logik zur Integration von Daten und Funktionen.14

Der Nachteil der Darstellungsintegration liegt darin, dass nur auf die durch die Benutzeroberfläche der Altanwendung zur Verfügung gestellten Funktionalität zugegriffen werden kann.15

2.1.2. Datenintegration

Die Datenintegration integriert Anwendungen auf der Ebene der Datenstrukturen, indem sie den Datenaustausch zwischen verschiedenen Datenquellen wie Data-Mining-Systemen und Datenbanken ermöglicht. Fremde Anwendungen können über die EAI-Middleware neue Datensätze erzeugen, speichern und modifizieren. Die Abbildung 2 veranschaulicht durch die grau hinterlegten Felder, dass die Middleware direkten Datenzugriff vorbei an der Software der Anwendung bzw. dem Legacy System hat.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Integrationsmodell – Datenintegration16

Datenintegration wird angewendet, um Daten aus verschiedenen Quellen für Analysen oder Entscheidungsprobleme zusammenzufassen. Daten können zentral in einem Data Warehouse gespeichert werden, um so verschiedenen Anwendungen Zugriff zu einheitlichen Daten zu ermöglichen. Über die Middleware können Daten aus einer Quelle ausgelesen und in einer anderen wiederverwendet werden. Redundanzen werden eliminiert und Daten synchronisiert. Abhängig von unterschiedlichen Anforderung an die Datenaktualität, Integrationskomplexität und gegebenen Zugriffsmöglichkeiten auf die Datenquellen gibt es verschiedene Realisierungsmöglichkeiten einer Datenintegration. Die älteste Methode ist der Transfer von Daten, die meist in Dateien gespeichert sind, über ein Batch File, wobei hier weitgehend Unabhängigkeit von der Art der Datenquelle besteht. Open Database Connectivity war der erste weit verbreitete Standard, um auf relationale Datenbanken zuzugreifen. Eine standardisierte API abstrahiert von verschiedenen Datenbanken. Durch die Heterogenität der zu integrierenden Datenquellen werden Hilfsprogramme, sog. Wrapper, benötigt, die Daten bzw. Dateien in verschiedene Formate konvertieren, zum Beispiel von ASCII in EBCDI-Code oder eine einfache Währungsumrechnung. Eine umfassende Datenintegration ist durch eine Middleware realisierbar. Die Middleware bietet eine Laufzeitumgebung, die durch Konnektoren den Zugriff auf die Datenquellen ermöglicht, Anfragen weiterleitet und entsprechende Ergebnisse zurückliefert. Ziel ist es, den Datenaustausch in Echtzeit zu ermöglichen, um die Reaktionsgeschwindigkeit eines Unternehmens zu erhöhen sowie das Vermeiden von redundanten Daten.17

[...]


1 Vgl. Stahlknecht et al (2005), S. 328.

2 Vgl. Keller (2002), S. 9.

3 Vgl. Keller (2002), S.12.

4 Vgl. Keller (2002), S. 10-14.

5 Vgl. Keller (2002), S. 11.

6 Vgl. Conrad et al (2006), S.6.

7 Vgl. Gimpeliovskaja (2005).

8 Vgl. Keller (2002), ebd. S. 11.

9 Vgl. Winkeler, T; Westphal, L; Raupach.E, (2001), S.8.

10 Vgl. Helmut Balzer, (2001).

11 In Anlehnung an: Ruh, W.; Maginnis, F.; Brown, W. (2000), S. 23.

12 In Anlehnung an: Conrad et al (2006), S.18.

13 In Anlehnung an: Linthicum, D. (1999), S. 86-87.

14 In Anlehnung an: Ruh, W.; Maginnis, F.; Brown, W. (2000), S. 22-24.

15 In Anlehnung an: Keller, (2002), S. 65-67.

16 In Anlehnung an: Ruh, W.; Maginnis, F.; Brown, W. (2000), S. 24

17 In Anlehnung an: Ruh, W.; Maginnis, F.; Brown, W. (2000), S. 24-27.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Enterprise Application Integration - Vorteile und Nachteile
Hochschule
AKAD-Fachhochschule Pinneberg (ehem. Rendsburg)
Veranstaltung
Anwendungsentwicklung
Note
1,00
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V179163
ISBN (eBook)
9783656015871
ISBN (Buch)
9783656016168
Dateigröße
685 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachteile, Risiken
Arbeit zitieren
Robert Schultz (Autor:in), 2011, Enterprise Application Integration - Vorteile und Nachteile, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179163

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