Löwenfunde in Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen im Mittelpunkt des gleichnamigen Taschenbuches des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Allein in Deutschland kennt man mehr als 100 Fundstätten, an denen man fossile Reste von zwei verschiedenen Löwenformen aus dem Eiszeitalter (Pleistozän) barg. Die geologisch ältere und größere dieser beiden Raubkatzen ist der riesige Mosbacher Löwe (Panthera leo fossilis). Er wurde nach etwa 600.000 Jahre alten Funden aus dem ehemaligen Dorf Mosbach bei Wiesbaden in Hessen benannt. Dieser Mosbacher Löwe gilt mit einer Gesamtlänge von bis zu 3,60 Metern als der größte Löwe aller Zeiten in Deutschland und Europa. Seine Kopfrumpflänge betrug etwa 2,40 Meter, sein Schwanz maß weitere 1,20 Meter. Von dieser imposanten Raubkatze stammt der Europäische Höhlenlöwe (Panthera leo spelaea) ab, der im Eiszeitalter vor etwa 300.000 bis 10.000 Jahren in Europa lebte. Letzterer wurde nach einem Fund aus der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Insgesamt kamen dort Reste von mehr als 25 Höhlenlöwen zum Vorschein. Nirgendwo auf der Welt fand man noch mehr Knochen und Zähne von Höhlenlöwen als dort. Ernst Probst erwähnt in seinem Taschenbuch auch Funde von Säbelzahnkatzen, Jaguaren, Leoparden und Geparden in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis
Dank
Vorwort
Löwenfunde in Deutschland
Löwenfunde in Österreich
Löwenfunde in der Schweiz
Eiszeitliche Raubkatzen
Der Mosbacher Löwe
Der Europäische Höhlenlöwe
Der Europäische Jaguar
Die Säbelzahnkatze
Der Leopard
Der Schnee-Leopard
Der Gepard
Der Puma
Der Autor
Literatur
Bildquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen umfassenden Überblick über die Fundorte eiszeitlicher Raubkatzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu geben. Dabei wird insbesondere die Verbreitung und wissenschaftliche Bedeutung von Fossilfunden, vor allem von Höhlenlöwen und anderen Raubkatzenarten, detailliert dokumentiert und kontextualisiert.
- Dokumentation fossiler Löwenfunde im pleistozänen Mitteleuropa.
- Analyse der Verbreitung verschiedener Raubkatzenarten wie Mosbacher Löwe, Höhlenlöwe und Säbelzahnkatze.
- Zusammenstellung regionaler Fundstätten und deren wissenschaftlicher Bedeutung.
- Einordnung der Funde in den Kontext eiszeitlicher Fauna und Umwelt.
- Präsentation von Informationen über historische und moderne wissenschaftliche Einordnungen.
Auszug aus dem Buch
Der Europäische Höhlenlöwe
Der Europäische Höhlenlöwe (Panthera leo spelaea) existierte im Eiszeitalter vor etwa 300.000 bis 10.000 Jahren. Er wurde 1810 von dem Arzt und Naturforscher Georg August Goldfuß (1782–1848) anhand eines Schädelfundes aus der Zoolithenhöhle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz (Bayern) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Höhlenlöwen verdanken ihren falschen Namen dem Umstand, dass ihre Knochenreste häufig in Höhlen entdeckt wurden. In Wirklichkeit waren diese Löwen aber Tiere der Steppe, der Busch- und Waldtundra und in Gebieten mit Höhlen genauso verbreitet wie in Landschaften ohne Höhlen. Weil die Höhlenlöwen nachweislich keine Höhlen als Lebens- oder Geburtsort nutzten, bezeichnete der deutsche Paläontologe Cajus G. Diedrich sie als „eiszeitliche Löwen“ oder „spätpleistozäne Steppenlöwen“.
Der Europäische Höhlenlöwe erreichte eine Kopfrumpflänge von etwa 1,45 bis 2,20 Metern, wozu noch der Schwanz kam, sowie eine Schulterhöhe von etwa 0,90 bis 1,50 Metern. Das Gewicht der größten männlichen Höhlenlöwen wird auf mehr als 300 Kilogramm geschätzt. Merklich größer als der Europäische Höhlenlöwe war der Amerikanische Höhlenlöwe (Panthera leo atrox), der im Eiszeitalter vor etwa 100.000 bis 10.000 Jahren in Nord- und Südamerika lebte. Dieser Löwe erreichte eine Kopfrumpflänge bis zu 2,50 Metern, wozu noch der ungefähr 1,20 Meter lange Schwanz hinzu kam. Mit einer Gesamtlänge von rund 3,70 Metern gilt der Amerikanische Höhlenlöwe als der größte Löwe aller Zeiten. Etwas kleiner als der Amerikanische Höhlenlöwe, aber größer als der Europäische Höhlenlöwe war der Ostsibirische Höhlenlöwe (Panthera leo vereshchagini) aus Nordostasien und Beringia, der auch Beringia-Höhlenlöwe genannt wird. Er existierte im Eiszeitalter vor etwa 40.000 bis 10.000 Jahren.
Zusammenfassung der Kapitel
Löwenfunde in Deutschland: Detaillierte Auflistung und Beschreibung der zahlreichen Fundstätten von Mosbacher Löwen und Höhlenlöwen in verschiedenen deutschen Bundesländern.
Löwenfunde in Österreich: Dokumentation wichtiger Fossilfundstellen von Raubkatzen in verschiedenen österreichischen Bundesländern, insbesondere in Höhlen.
Löwenfunde in der Schweiz: Übersicht über Funde von Höhlenlöwenresten in verschiedenen Schweizer Kantonen.
Eiszeitliche Raubkatzen: Wissenschaftliche Einordnung und detaillierte Porträts der einzelnen Raubkatzenarten, inklusive ihrer Verbreitung und Merkmale.
Schlüsselwörter
Eiszeitalter, Pleistozän, Höhlenlöwe, Mosbacher Löwe, Raubkatzen, Fossilien, Fundstätten, Säbelzahnkatze, Leopard, Gepard, Puma, Paläontologie, Deutschland, Österreich, Schweiz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Das Buch bietet einen detaillierten Überblick über die Fundorte und die wissenschaftliche Bedeutung von Löwenfossilien sowie anderen eiszeitlichen Raubkatzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Dokumentation paläontologischer Funde von Löwen, Jaguaren, Säbelzahnkatzen, Leoparden, Geparden und Pumas in Mitteleuropa sowie deren Einordnung in das Eiszeitalter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die umfassende Zusammenstellung und Katalogisierung bekannter Fundorte dieser Raubkatzen, um einen detaillierten Wissensstand über deren Verbreitung im europäischen Pleistozän zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und katalogisierende Aufarbeitung paläontologischer Literatur und Fundberichte, ergänzt durch historische und anatomische Kontextualisierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine regionale Bestandsaufnahme der Fundorte nach Ländern und eine systematische Abhandlung der verschiedenen Raubkatzenarten mit Beschreibungen ihrer Merkmale und Geschichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Eiszeitalter, Pleistozän, Höhlenlöwe, Mosbacher Löwe, Paläontologie, Fossilien, Fundstätten, Raubkatzen.
Warum heißt der Höhlenlöwe eigentlich Höhlenlöwe?
Der Name ist irreführend und beruht auf der Tatsache, dass viele Knochenreste dieser Tiere in Höhlen gefunden wurden, obwohl die Tiere dort nicht lebten, sondern Steppen- und Tundrabewohner waren.
Welches ist die am höchsten gelegene Fundstelle für diese Tiere?
Die Conturineshöhle in Südtirol auf 2800 Metern Höhe gilt als die weltweit höchste Fundstelle für Höhlenbären und Höhlenlöwen.
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- Ernst Probst (Author), 2011, Löwenfunde in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179190