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Gesprächslinguistische Argumentationsforschung

Aspekte von Geißlers "Schlichtung zu Stuttgart einundzwanzig"

Title: Gesprächslinguistische Argumentationsforschung

Bachelor Thesis , 2011 , 158 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ulrike Ackermann (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Stuttgart 21 ist ein groß angelegtes Bauvorhaben, in dem der gegenwärtige 'überirdische' Stuttgarter Kopfbahnhof in einen 'unterirdischen' Durchgangsbahnhof umgebaut und das Schienennetz in und um Stuttgart herum ausgebaut werden soll. Das Bauprojekt wurde bereits 1988 zur Optimierung des Verkehrssystems vorgeschlagen. Als am 02.02.2010 die ersten Bauarbeiten am Stuttgarter Hauptbahnhof begannen, trat das Bauvorhaben in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und stieß zunehmend auf Widerstand in der Bevölkerung und der Politik. Am 30.10.2010 eskalierte die Situation und aus dem „Streit um den Stuttgarter Bahnhof“ wurde ein „Kampf um den Bahnhof“ (SWR.de 2010: Der Tag X). Das Scheitern einer friedlichen Lösung um den Konflikt veranlasste die KontrahentInnen, sich in einer öffentlichen Schlichtung mit den Konfliktpunkten auseinanderzusetzen. Diese Maßnahme ist in ihrer Art einmalig, da die Öffentlichkeit daran teilhaben und der gesamte Schlichtungsverlauf über einen langen Zeitraum nachvollzogen werden kann. Mit der Aufgabe des Schlichters wird Dr. Heiner Geißler betraut. Ihm obliegt hier einerseits die Aufgabe eine dritte Perspektive auf den Sachverhalt zu eröffnen und die verhärteten Fronten zurück in einen konstruktiven Diskurs zu führen und andererseits die Bevölkerung über die Sachverhalte zu informieren. Die vorliegende explorative induktive Analyse beruht auf einer Dauer von insgesamt 19:49 Stunden. Aus diesem Zeitraum werden exemplarisch rhetorische Phänomene anhand von Transkripten beschrieben. Grundlage ist die These, dass Geißler während der Schlichtung auf unterschiedlichen Ebenen argumentieren muss, um die DiskutantInnen innerhalb der Schlichtung in einen konstruktiven Diskurs zu lenken. Dabei steht die Frage nach seinen rhetorischen Verfahren und deren Realisierung im Fokus der Analyse, ebenso wie ihre Wirkung und Effizienz. Die erste Ebene bezieht sich auf die Rhetorik der Moderationsaktivität. Diesem Punkt folgt die Analyse der konversationellen Beziehungsarbeit, die Geißler innerhalb der Schlichtung leisten muss, um die Basis für einen konstruktiven Diskurs zu schaffen. Während sich die dritte Ebene auf explizite rhetorische Strategien zur inhaltlichen Konsensbahnung bezieht, welche Geißler selbst anwendet. Durch das deskriptive Vorgehen kann im Rahmen dieser Arbeit nachvollzogen werden, wie Geißler die Dissensverhandlung schlichtet, welchen Herausforderungen er sich stellt und wie er selbst Dissens verhandelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Die Schlichtung

2 Argumentationsanalyse: Logik und Pragmatik

3 Beschreibung des Konflikts

4 Rhetorik der Moderationsaktivität

4.1 Verbale Selbstdarstellung

4.1.1 Explizite Selbstaussagen

4.1.2 Implizite Selbstaussagen

4.2 Selbststilisierung

4.2.1 Der etwas Unbeholfene

4.2.2 Der Anwalt der RezipientInnen

4.2.3 Die humorvoll entspannte Autorität

5 Konversationelle Beziehungsarbeit

5.1 Konversationelle Beziehungsarbeit zu den RezipientInnen

5.1.1 Rhetorische Verfahren der Mehrfachadressiertheit.

5.1.2 Rhetorisches Stilmittel der Beziehungsarbeit

5.2 Konversationelle Beziehungsarbeit unter den DiskutantInnen

5.2.1 Rhetorische Verfahren zur Betonung der kooperativen Orientierung

5.2.1.1 Wir-Betonung

5.2.1.2 Aufeinander Einschwören

5.2.2 Umgang mit argumentativen Gesprächsaktivitäten bei

5.2.2.1 Umgang mit gesichtsbedrohenden argumentativen

5.2.2.2 Umgang mit blockierenden Gesprächsverfahren

6 Rhetorische Verfahren zur inhaltlichen Konsensfindung

6.1 Defensiv rhetorische Verfahren zur inhaltlichen Konsensfindung

6.1.1 Moderationszyklus

6.1.2 Konklusive Sprechhandlungen

6.2 Offensiv rhetorische Verfahren zur inhaltlichen Konsensfindung

7 Zusammenfassung und Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rhetorischen Strategien von Dr. Heiner Geißler während der Schlichtungsgespräche zum Projekt "Stuttgart 21". Ziel ist es, zu analysieren, wie Geißler als Moderator agiert, um eine Basis für konstruktive Diskurse zwischen verhärteten Fronten zu schaffen, Vertrauen aufzubauen und inhaltliche Konsensfindungsprozesse zu steuern.

  • Analyse der Moderationsaktivität (Selbstdarstellung und Selbststilisierung)
  • Untersuchung der konversationellen Beziehungsarbeit zu den RezipientInnen und DiskutantInnen
  • Anwendung der gesprächsanalytischen Argumentationsforschung
  • Analyse rhetorischer Verfahren zur inhaltlichen Konsensfindung (defensiv und offensiv)
  • Rekonstruktion der rhetorischen Steuerung in brisanten Konfliktsituationen

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Der etwas Unbeholfene

Gleich zu Beginn der Eingangsrede zeigt Geißler einen eigenen Sprechstil, der ihn unverwechselbar macht. Diese Selbststilisierung zeigt Parallelen zu dem von BARON vorgestellten Typen des „etwas Unbeholfenen“ (BARON 2003: 92), auch wenn es sich hier nicht um den von ihr untersuchten Kontexte handelt. Sie untersuchte Argumentieren im universitären Rahmen einer moderierten Expertendiskussion, nach einem Vortrag im Bereich der Sozialwissenschaften. Dabei beobachtete sie jedoch sprachliche Verhaltensweisen, die auch bei Geißler auftreten. Deswegen wurde hier der Typ des etwas Unbeholfenen für die Beschreibung Geißlers entlehnt, wobei jedoch zu betonen ist, dass die Entlehnung des Typs sich ausschließlich auf die Darstellung des sprachlichen Verhaltens und nicht auf die damit verbundene Funktion bezieht.

Doch was bewirkt an Geißlers Sprechstil nun den etwas Unbeholfen Typen und welche Funktionen erfüllt er? Aspekte Geißlers Sprachverhalten, die diesen Typen stilisieren, illustriert der Ausschnitt seiner Eingangsrede, in dem er sich zum Argumentationsverhalten der DiskutantInnen im Verlauf der Schlichtung äußert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Schlichtung: Einführung in das Projekt Stuttgart 21, den eskalierten Konflikt und die Rolle von Dr. Heiner Geißler als Schlichter.

2 Argumentationsanalyse: Logik und Pragmatik: Darstellung des theoretischen Hintergrunds der modernen Argumentationsforschung und der Hinwendung von formaler Logik zur gesprächsanalytischen Pragmatik.

3 Beschreibung des Konflikts: Analyse der konträren Positionen von ProponentInnen (S21) und OpponentInnen (K21) auf Basis des Toulmin-Modells.

4 Rhetorik der Moderationsaktivität: Analyse der verbalen Selbstdarstellung Geißlers und seiner verschiedenen Selbststilisierungen zur Kompetenzstärkung.

5 Konversationelle Beziehungsarbeit: Untersuchung der Mittel, mit denen Geißler die Beziehung zu den beteiligten Parteien sowie den FernsehzuschauerInnen stabilisiert und steuert.

6 Rhetorische Verfahren zur inhaltlichen Konsensfindung: Beschreibung der defensiven und offensiven rhetorischen Techniken Geißlers zur Klärung der Sachinhalte.

7 Zusammenfassung und Resümee: Synthese der Analyseergebnisse und Fazit zur Wirksamkeit der rhetorischen Moderationsstrategien Geißlers.

Schlüsselwörter

Stuttgart 21, Schlichtungsgespräche, Heiner Geißler, Gesprächsanalyse, Argumentationsforschung, Moderation, Beziehungsarbeit, Rhetorik, Konfliktlösung, Diskursstrategien, Verbale Selbstdarstellung, Selbststilisierung, Mehrfachadressierung, Perspektivenabschottung, Konsensfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die rhetorische Moderation von Dr. Heiner Geißler während der Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21 aus der Perspektive der gesprächsanalytischen Argumentationsforschung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Rhetorik der Moderation, die konversationelle Beziehungsarbeit und die Verfahren zur inhaltlichen Konsensfindung zwischen den Projektbefürwortern und -gegnern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Geißlers rhetorische Strategien und deren Wirkung sowie Effizienz bei der Steuerung eines komplexen, hochgradig konfliktgeladenen öffentlichen Diskurses zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine explorative, induktive Analyse auf Basis authentischer audiovisueller Transkripte unter Anwendung gesprächsanalytischer und rhetorischer Konzepte durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Geißlers Selbstdarstellung, seine Beziehungsarbeit zu Zuschauern und Diskutanten sowie seine spezifischen defensiven und offensiven rhetorischen Techniken zur Strukturierung des Konflikts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Stuttgart 21, Gesprächsanalyse, Argumentationsforschung, Moderation, Beziehungsarbeit, Rhetorik und Konsensfindung.

Welche Rolle spielt die "Mehrfachadressierung" in der Arbeit?

Da die Schlichtung im Fernsehen übertragen wurde, muss Geißler sowohl die Diskutanten am Tisch als auch die Fernsehzuschauer ansprechen, was besondere Anforderungen an seine rhetorische Gestaltung stellt.

Wie geht Geißler mit "blockierenden Gesprächsverfahren" um?

Geißler versucht, durch verschiedene Techniken wie das Einfordern von Verständlichkeit oder durch das Aufzeigen von Widersprüchen, eine "Perspektivenabschottung" der Diskutanten zu durchbrechen und zur konstruktiven Kooperation zurückzuführen.

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Details

Title
Gesprächslinguistische Argumentationsforschung
Subtitle
Aspekte von Geißlers "Schlichtung zu Stuttgart einundzwanzig"
College
University of Freiburg  (Germanistische Linguistik)
Grade
1,0
Author
Ulrike Ackermann (Author)
Publication Year
2011
Pages
158
Catalog Number
V179229
ISBN (eBook)
9783656016342
ISBN (Book)
9783656016465
Language
German
Tags
gesprächslinguistische argumentationsforschung aspekte geißlers schlichtung stuttgart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Ackermann (Author), 2011, Gesprächslinguistische Argumentationsforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179229
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