Wie können die – sowohl im politischen Raum als auch innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft – viel diskutierten Konzepte um nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development), ökologisches Wirtschaften (Green Economy) und öko-industrielle Parks (Eco-Industrial Parks, kurz EIP) durch eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft einer deutschen Stadt oder Gemeinde operationalisiert und somit nutzbar gemacht werden? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt der nachfolgenden Hausarbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Worte
2. Sustainable Development, Green Economy und Eco-Industrial Parks – Bezugspunkte und Konzeptionalisierung
2.1 Sustainable Development
2.2 Green Economy
2.3 Eco-Industrial Parks
3. Eco-Industrial Parks – Das Fallbeispiel Werl
3.1 Das Gedankenexperiment als Methode in der Politikwissenschaft
3.2 Das Gewerbegebiet der Hellwegstadt Werl
3.3. Der Eco-Industrial-Park-Ansatz und die Hellwegstadt Werl
4. Schließende Bemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie die Konzepte der nachhaltigen Entwicklung, der Green Economy und der Eco-Industrial Parks durch eine lokale Wirtschaftsförderungsgesellschaft operationalisiert und nutzbar gemacht werden können, wobei das Gewerbegebiet der Stadt Werl als Fallbeispiel dient.
- Konzeptionalisierung von Sustainable Development, Green Economy und Eco-Industrial Parks
- Analyse des Potenzials für öko-industrielle Parks in bestehenden Gewerbegebieten
- Methodische Anwendung eines Gedankenexperiments zur Strategieentwicklung
- Untersuchung von Synergieeffekten durch Ressourcenmanagement und Kooperation
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Gedankenexperiment als Methode in der Politikwissenschaft
Im vorherigen Kapitel habe ich das Vorhaben eines öko-industriellen Parks als Vehikel von Green Economy als Vehikel von Sustainable Development konzeptionalisiert, das idealerweise zu ökonomischen, ökologischen und sozialen benefits für die beteiligten Unternehmen und die umliegende Kommune führt. Im EIP kooperieren Unternehmen, um Ressourcen effizienter zu managen, konkret – rückgreifend auf die USPCSD-Definition in Verbindung mit dem UNEP-Green Economy Report – Informationen, Materialien (inklusive Abfall), Wasser, Energie (inklusive Erneuerbare Energien), Infrastruktur (inklusive Häuser und Transportsysteme) und den natürlichen Lebensraum (eingeschlossen: die umliegenden Kommune). Diese Konzeptionalisierung wende ich nun in einem Gedankenexperiment auf das Gewerbegebiet der Hellwegstadt Werl an, um den Ansatz zu veranschaulichen und weiterzudenken.
Das Gedankenexperiment ist eine - insbesondere in der politischen Philosophie, aber auch in den Naturwissenschaften - häufig genutzte wissenschaftliche Methode, bei der gedanklich eine Situation geschaffen wird, die in der Realität so nicht oder nur sehr schwer herzustellen ist. In diesem Kontext schaffen Gedankenexperimente mögliche Handlungsszenarien, und können somit durchaus als Grundlage für policy recommendations genutzt werden. Genau das ist auch das Ziel dieser Hausarbeit: Einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft einer deutschen Stadt oder Gemeinde ein umfassendes und plastisches Verständnis des EIP-Konzepts zu verschaffen, das dann auf die eigene Situation angewendet werden kann.
Ein Gedankenexperiment ist in erster Linie deduktiv, weil „ein Experiment, dessen Ablauf methodisch entwickelt ist, das jedoch aus technisch-kontingenten (Kosten des technischen Aufwands etc.) oder prinzipiellen (Dimension der gedachten Versuchsgeräte, moralische Grenzen beim Umgang mit Versuchspersonen etc.) Gründen nicht ausgeführt wird,“ durch das (simulierte) Experiment als Ausführung des Arguments/Konzepts operationalisiert wird. Dabei kann idealerweise „durch bloßes Nachdenken neues Wissen generiert“ werden, was wiederum zu Anpassungen an das Ursprungskonzept/Ursprungsexperiment führt (induktiver Moment). Nichtsdestotrotz fehlt Gedankenexperimenten als simulierten Experimenten die empirische Dimension und sie bleiben somit immer in ihrem eigenen theoretischen Konstrukt gefangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Worte: Die Einleitung führt in die Themen Nachhaltige Entwicklung, Green Economy und Eco-Industrial Parks ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich deren lokaler Operationalisierbarkeit.
2. Sustainable Development, Green Economy und Eco-Industrial Parks – Bezugspunkte und Konzeptionalisierung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Schlüsselkonzepte und untersucht deren theoretische Verknüpfung und Relevanz für eine nachhaltige Wirtschaftsweise.
3. Eco-Industrial Parks – Das Fallbeispiel Werl: Der Hauptteil wendet die theoretischen Erkenntnisse mittels eines Gedankenexperiments auf das reale Fallbeispiel des Gewerbegebiets in Werl an, um Potenziale und Handlungsempfehlungen aufzuzeigen.
4. Schließende Bemerkungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Anwendbarkeit des EIP-Ansatzes auf lokaler Ebene und reflektiert die methodische Herangehensweise.
Schlüsselwörter
Nachhaltige Entwicklung, Green Economy, Eco-Industrial Parks, Gewerbegebiet, Werl, Ressourcenmanagement, Gedankenexperiment, Nachhaltigkeit, Wirtschaftsförderung, Industrielle Symbiose, Stoffströme, ökologischer Fußabdruck, öko-industrielle Gewerbegebiete, Infrastruktur, Klimaschutz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Anwendbarkeit von nachhaltigen Gewerbegebieten (Eco-Industrial Parks) für eine kommunale Wirtschaftsförderung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft die Konzepte Sustainable Development, Green Economy und öko-industrielle Parks im Kontext lokaler Wirtschaftsstrukturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft nachhaltige Konzepte auf ein bestehendes Gewerbegebiet übertragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt primär ein deduktives Gedankenexperiment, ergänzt durch eine desk study und eine mündliche Anfrage an die Wirtschaftsförderung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Gewerbegebiet der Stadt Werl auf Basis der identifizierten Nachhaltigkeitsdimensionen und erarbeitet spezifische Handlungsempfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nachhaltige Entwicklung, Green Economy, Eco-Industrial Parks, Ressourcenmanagement und industrielle Symbiose.
Inwiefern ist das Gewerbegebiet Werl ein geeignetes Fallbeispiel?
Es dient als repräsentatives deutsches Gewerbegebiet, das bereits erste Ansätze (z.B. Biomassekraftwerk) aufweist, aber noch deutliche Potenziale für eine umfassende EIP-Transformation besitzt.
Welche Rolle spielt die Wirtschaftsförderung GWS Werl in der Analyse?
Sie fungiert als zentraler Akteur, der die aktuelle Umsetzung bewertet und durch die Impulse der Arbeit zur weiteren Implementierung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen angeregt werden soll.
Warum wird der Begriff "Gedankenexperiment" gewählt?
Da eine tatsächliche empirische Implementierung eines EIP in der vorliegenden Studie nicht möglich ist, dient das Gedankenexperiment als methodisches Werkzeug zur theoretischen Durchdringung der Materie.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich des EIP-Potenzials?
Das Gewerbegebiet in Werl zeigt bereits gute Ansätze in der Energieeffizienz, weist jedoch hinsichtlich der kollektiven Material- und Abfallnutzung sowie der sozialen Dimension ungenutzte Potenziale auf.
- Arbeit zitieren
- Heiner Denk (Autor:in), 2011, Nachhaltige Gewerbegebiete , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179243