Analyse der Soap "Berlin, Berlin", 1. Folge


Referat / Aufsatz (Schule), 2009

4 Seiten, Note: 1,1


Leseprobe

Analyse der 1. Folge der Serie „Berlin, Berlin“

Die Soap „Berlin, Berlin“ wird dienstags bis freitags in der ARD von 18.50 bis 19.20 ausgestrahlt. Aufgrund der sehr erfolgreich gesendeten ersten vier Staffeln werden momentan die Best-of-Folgen wiederholt. Ziel dieser Soap ist es natürlich, eine möglichst hohe Einschaltquote zu erreichen und gleichzeitig die Kosten der Produktion gering zu halten. So wirkt die Herstellung dieser Soap bisweilen wie ein am Fließband hergestelltes Erzeugnis.

Die Erzähltechnik dieser Soap orientiert sich an der so genannten Zopfdramaturgie. Eine Folge besteht aus mehreren unterschiedlich bedeutungsvollen Handlungssträngen. Diese werden aber nicht als in sich geschlossene Einheiten nacheinander gezeigt, sondern der Zuschauer erlebt einen ständigen, meist übergangslosen Szenenwechsel zwischen den sich parallel abspielenden Episoden. Eine einzelne Sequenz dauert meistens nicht länger als eine Minute; damit wird gewährleistet, dass die Zuschauer nicht gelangweilt abschalten. Als letzte Einstellung einer Folge wird vorwiegend ein dramatisches Ereignis gewählt, um beim Zuschauer die Spannung auf den Fortgang in der nächsten Folge zu erhöhen. Also dient auch diese Technik des Cliffhangers der Zuschauerbindung, denn dieser fragt sich speziell in dieser Folge „wie will Lolle das schaffen?“. Eine weitere gängige Methode, die auch in „Berlin, Berlin“ angewandt wird, ist das Ear-Catching. Sensationelle Produkte, dramatisierende Präsentationsformen, Trailer und populäre Zugaben aus dem Medienverbund, wie aktuelle Musiktitel, locken Zuschauer und halten sie fest.

Um ein Identifikationsangebot für ein breites Publikum zu bieten, thematisiert die Soap „Berlin, Berlin“, die eine Mischung aus Familien- und Jugendserie darstellt, Träume, Wünsche, Sorgen und Probleme junger Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen. In „Berlin, Berlin“ wird Lolles Lebenswelt in einem Stadtteil Berlins in den Mittelpunkt gerückt, um durch klassische Themen einen starken Zielgruppenbezug aufzubauen. Diese Soap schwimmt immer auf der Höhe der Jugendkultur und fungiert nicht selten als Trendsetter, somit fällt es den jugendlichen Zuschauern leicht sich mit den jungen gut aussehenden Schauspielern zu identifizieren. Auch in dieser Folge von „Berlin, Berlin“ werden alltägliche Probleme behandelt, die viele Menschen beschäftigen, unter anderem eine Beziehungskrise, das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter und die Zeit zwischen Abitur und Beruf.

Nach dem Schulabschluss haben Lolle und Tom ungleiche Vorstellungen des weiteren Verlaufs ihrer Zukunft. Lolle würde gerne, um die Freiheit auszunutzen, zwei Wochen Last-Minute nach Kreta fliegen, Tom jedoch beabsichtigt nach Berlin zu fahren, um seinem älteren Onkel zur Hand zu gehen; schließlich bricht er nach Berlin auf mit dem Versprechen nach einer gemeinsamen Wohnung Ausschau zu halten. Die von ihrem Mann getrennt lebende Mutter Lolles führt mit Lolle kurz nach der Abschlussfeier ein „Was-willst-du-denn-mit-deinem-Leben-anfangen-Gespräch“, da sie – im Gegensatz zu Lolle - davon überzeugt ist, dass ihre Tochter jetzt unbedingt sinnvolle Erfahrungen für das spätere Berufsleben machen sollte. Lolle flüchtet sich daraufhin zu ihrem Vater. Dort erhält sie einen Brief von Tom. Da er eigentlich schreibfaul ist, wundert sie sich, dass er sich so schnell meldet und folgert, dass er Sehnsucht nach ihr haben muss. Als sie die Worte des Briefes allerdings in sich aufgesogen hat, packt sie mit den Worten „er kann doch so nicht Schluss machen“ ihre gesamten Sachen hektisch zusammen und macht sich sofort auf den Weg nach Berlin – ohne viel Nachzudenken, getrieben durch eine Kurzschlussreaktion. Nach den ersten Konfrontationen mit dem Geschehen in einer Stadt, beobachtet sie kurz nach ihrer Ankunft ihren Freund Tom, wie er mit einer jungen Frau sehr heftig Küsse austauscht. Geschockt durch diesen Anblick weicht sie ein paar Schritte zurück und schubst dabei eine Frau in die Eierkartons eines Marktstandes. Dort entsteht ein Streit zwischen dieser Frau und dem Marktschreier. Diesen Aufstand ausnutzend sucht Lolle sprintend das Weite. Bei ihrem Cousin Sven versucht sie erfolgreich Unterschlupf zu finden. Als Sven, der mit einem Kumpel um ein Fußballspiel zu verfolgen im Stadion war, gegen Mitternacht nach Hause kommt, ertappt er Lolle am Kühlschrank, während sie nach Schokolade sucht. Der sympathische Sven merkt bald, dass das Landei Lolle frustriert ist, bietet ihr einen Kakao an und erkundigt sich überaus einfühlsam nach ihrem Wohlergehen. Lolle beobachtet am nächsten Morgen abermals Tom beim Knutschen und lernt dabei die Frau des Vorfalles des vorherigen Tages genauer kennen. Diese ist nämlich die ehemalige Partnerin von Toms neuer Freundin, die lesbisch war. Die zwei Frauen auf dem Beobachtungsposten verbindet das gemeinsame Ziel, den jeweiligen Partner wieder für sich zu gewinnen. So brechen sie gemeinsam zu Toms Wohnung auf, und während sie diese durchstöbern werden sie von dem neuen Paar überrascht und müssen in dem spontan und verzweifelt gewählten Versteck, dem Schrank, so lange ausharren, bis die zwei nach einigen Stunden erschöpft ihre Fummeleien beendet haben. Nachdem sie sich also aus dem Staub gemacht haben, versucht Lolle die Lesbe zu überreden die angebrochene Nacht mit in Svens Wohnung zu verbringen, indem sie vortäuscht, schon eine Idee zu haben, wie sie die beiden Turteltäubchen wieder getrennt bekommen.

In der ersten Szene dieser Folge, die 70 Sekunden dauert, wird die Abitur-Abschlussrede des Direktors präsentiert, indem zunächst durch die Kameraeinstellung der Totale das Umfeld und die angespannte Atmosphäre in der Aula zum Ausdruck gebracht werden. Durch eine Großaufnahme wird dann die Hauptfigur Lolle vorgestellt. Mit Hilfe der Halbtotale aus der Froschperspektive wird die Dominanz des Redners verdeutlicht und ein leises Echo betont die schwerwiegende Wichtigkeit der Rede zusätzlich. Eine weitere Großaufnahme bewirkt, dass das im Raum schwebende laute Denken auf Lolle bezogen wird. Schließlich lässt sich durch die amerikanische Einstellung „Américaine“ auf die Eltern deren Stolz auf den Erfolg erahnen. Während der gesamten Sequenz wird weitestgehend auf Musik und Geräusch-Effekte verzichtet, um die, die Rede kommentierenden Gedanken Lolles als Ausdruck der Langeweile zu betonen und die Spannung aufzubauen bis diese ihren Höhepunkt in Lolles Ausruf „Frei!“ nimmt.

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Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Analyse der Soap "Berlin, Berlin", 1. Folge
Note
1,1
Autor
Jahr
2009
Seiten
4
Katalognummer
V179253
ISBN (eBook)
9783656015215
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Analyse der Soap "Berlin, Berlin" im Deutschunterricht
Schlagworte
Berlin Berlin, ARD, Cliffhanger, Träume, Wünsche, Alltag, Lolles Lebenswelt, Jugendkultur
Arbeit zitieren
Lisa Maria Hirschfelder (Autor), 2009, Analyse der Soap "Berlin, Berlin", 1. Folge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179253

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