Bedeutung von Prolog und Epilog für das Verständnis des Ijobbuches


Essay, 2006
15 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1.) Einleitung

2.) Gliederung und Inhalt

3.) Prolog und Epilog im Bezug auf das gesamte Ijobbuch
3.1.1) Zusammengehörigkeit von Rahmenerzählung und Dialog
3.1.2) Feststellung der Zusammengehörigkeit von Prolog und Epilogs
3.2) Veränderung des Gottesbildes durch die Rahmenerzählung
3.3.1) Ijobproblem in der Rahmenerzählung
3.3.1) Ijobs Rolle in der Rahmenerzählung

4.) Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das gewählte Thema meines Essays ist die "Bedeutung von Prolog und Epilog für das Verständnis des Ijobbuches. Da die Beziehung von Rahmenteil und Dialog viel diskutiert wurde und die Ergebnisse vielschichtig sind dachte ich mir, dass es ein sehr interessantes Thema ist.

Durch die Quellen habe ich erfahren, wie wichtig der Prolog und Epilog sind, da sie durch ihren Inhalt viele Verbindung aufweisen und das Ijobbuch nicht so gut zu verstehen wäre, wenn der Dialog alleine stünde und beispielsweise in der Rahmenerzählung nicht über die Prüfung zwischen Gott und Satan für Ijob aufkläre. Es ist der wichtigste Teil des Buches, da durch ihn die Problematik, das Gottesbild und das Gesamtverständnis sehr stark verändert bzw. beeinflußt wird.

Im Folgenden wird man lesen können, welche Veränderungen des Verständnisses des Ijobbuches sich ergeben, welche Gründe es dafür gibt und wie Prolog und Epilog mit einander verbunden sind.

Als erstes grenze kurz ich den Prolog und Epilog ab, um den Rahmen des beschriebenen Teiltextes zu erläutern. Später befasse ich mich noch mit besonderen Beziehungen zwischen Prolog und Epilog, die die Einheit der Rahmenerzählung noch unterstreichen soll. Zu dem stelle ich den Inhalt der Rahmenerzählung dar. Des Weiteren gehe ich auf das für und wider der Trennung von Rahmenerzählung und Dialog ein und gebe die Lösungsansätze der Quellen wieder. Dem folgt das veränderte Verständnis der Gottesreden durch den Rahmen und das daraus resultierende Gottesbild. Dann zeige ich auf, wie das Ijobproblem durch den Prolog beschrieben und schon dessen Lösung in selbigem gegeben wird und welche Bdeutung dies für den Dialogteil der Ijoberzählung hat. Als letzten Punkt der Bearbeitung gehe ich darauf ein welches Menschenbild anhand von Ijob in diesem Buch beschrieben wird.

Alle diese Punkte sollen einen Einblick in die mannigfaltigen Facetten des Buches geben und über seine Bedeutung aufklären.

Darauf gehe ich ebenfalls in der Schlussfolgerung ein und werte dort die genannten Bereiche aus.

2. Gliederung und Inhalt

Um ersteinmal eine Einstieg in die Rahmenerzählung zu finden und das Verständnis für den besprochenen Teil des Ijobbuches soll der Umfang selbiger bestimmt werden. Natürlich ist die Gliederung mittlerweile in der Bibel festgelegt, doch auch die Exegese ist bis heute davon überzeut das die Rahmenerzählung in ihrem Umfang richitg in der Bibel wiedergegeben wird. Die Rahmenerzählung ist in zwei Teile gegliedert, den Prolog und den Epilog. Die von einer Mehrzahl unterstütze Aufteilung umfasst Ijob 1,1-2,13 (Prolog) und 42,7-17 (Epilog).

Die im Folgenden verfasste Inhaltsangabe soll nach der Gliederung den Überblick über die Rahmenerzählung vermitteln:

1. Prolog

Zuerst wird Ijob, seine Herkunft, seine Familie, sein Besitz und seine Rechtschaffenheit bzw. Gottesfürchtigkeit aufgezählt. Ijob bringt für seine Söhne und Töchter, die sich häufiger zum Gastmahl treffen, Brandopfer, um deren mögliches sündhaftes Verhalten zu begleichen. Darauf treffen sich die Gottessöhne, Gott und der Satan im Himmel. Satan ist nicht überzeugt von Ijobs Rechtschaffenheit, da man nichts "umsonst" macht. Gott und Satan gehen einen Pakt ein über Ijobs Besitz, der nun in der Hand des Satans liegt, um Ijob auf seine Gottesfürchtigkeit zu testen. Im Anschluss verliert Ijob nach und nach, was er besitzt: Seine Söhne und Töchter; die Rinder und Esel; die Knechte und seine Kamele, was ihm in einem durch von jeweils einem überlebenden Boten berichtet wird. Ijob fällt zu Boden, zerreist seine Kleider und rechtfertigt Gotteshandeln. Nach dem zweiten Treffen der Himmelsgemeinschaft, in dem der Satan anklingen lässt, das Gott Ijob nur auf die Probe stellen kann wenn er sich gegen Ijob selbst bzw. seinen Körper richtet. Wie der Satan spricht so handelt Gott und gibt dem Satan die Vollmacht Ijobs "Gebein" zu schädigen. Ijob begibt sich nach außerhalb und trotz der negativen Worte seiner Frau gegen Gott sündigte er nicht. Dann werden die Freunde vorgestellt und eingeführt. Es folgt der Dialogteil.

2.Epilog

Gott ist erzürnt über das Verhalten der Freunde, die nicht recht über Gott geredet haben. Sie sollen Opfertiere zu Ijob bringen und dieser soll für seine Freunde Fürbitte halten. Nach dem er dies tut wird Ijob belohnt und bekommt seinen ehemaligen Besitz verdoppelt. Auch seine Verwandten und Bekannten besuchen ihn jetzt, um ihr Mitleid auszudrücken und ihm ihre Geschenke zu überreichen. Zum Schluss wird aufgeführt das Ijob noch ein langes Leben führt, vier Generationen überlebt und glücklich sterben.

3. Prolog und Epilog im Bezug auf das gesamte Ijobbuch

3.1.1 Zusammengehörigkeit von Rahmenerzählung und Dialog

Die Beziehung zwischen Rahmenerzählung und Dialog ist eine viel diskutierte Frage, aus der sehr geteilte Meinungen hervorgehen. Besonders hervorzuheben ist dabei die Geschichte der Entstehung und Zusammenführung beider Teile, sowie deren Ursprung.

Allgemein wird gefragt, ob die Rahmenerzählung und der Dialog als autark gelten können oder ob sie nur als Einheit gesehen werden können.

Natürlich gibt es Gründe beide Teile als einzeln stehende Geschichten zu sehen bzw. sie auf Grund der Gegebenheiten als zwei Teile darzustellen. Es fällt sofort der Unterschied in der Erzählweise von den Teilen auf, die sich in Prosa (Prolog und Epilog) und Poesie (Dialog) aufteilen. Es gibt aber auch stilistische Parallelen die zwar gering, doch trotzdem vertreten sind. Der Prolog kommt gar einer Märchenerzählung gleich, was durch die märchenhafte Einleitung ("Es war ein Mann im Lande Uz..."). Ebenfalls gibt es im Dialog prosaische Sätze, die meist als Einleitung direkter Reden auftreten.

Als zweites ist die Benutzung der Gottesnamen zu nennen, die sich in beiden Teilen wieder verändern und Separierung unterstützen. So wird im Rahmen Gott mit dem Namen YHWH in die Geschichte eingebracht. Im Dialog hingegen werden El, Eloah, Saddaj und nur selten YHWH benutzt. Zwar ist dies nur ein kleines Indiz, doch hilft es bei der Unterteilung.

Drittens ist Ijob Verhalten zu erwähnen, was sich in beiden Teilen stark unterscheidet. Im Rahmen ist er der Dulder, der alles als von Gott gegeben sieht und sich gottesfürchtig zeigt. Im Dialog sündigt Ijob zwar nicht, aber er hinterfragt Gottes Verhalten bzw. das Handeln an ihm und nimmt nicht alles als gottgegeben an.

Dies ist jedoch nicht sehr stichhaltig und ist eher als generelle Unterteilung zu deuten und weniger als Anzeichen dafür, das beide Teile nach der Verfassung von beiden erst später zusammen gefügt wurden.

Man kann davon ausgehen das die Rahmenerzählung wohl als erstes entstanden ist und deren Ursprung möglicherweise in einem Volksbuch zu suchen ist. Dieses Buch kennt beispielsweise den Satan. Es enthält die himmlische Versammlung, YHWH Packt mit dem Satan, Ijobs Unglück, das Auftreten der Freunde, Gottes Einsicht und seine Wende und die Wiederherstellung Ijobs in sein altes/verdoppeltes Glück. Eine andere Meinung, die wenig unterstützt wird, ist die, das die Zusammengehörigkeit auf Textwachstum und mündliche Überlieferungen zurück zu führen ist (Oeming, Schmid). Beide sehen es nicht als eindeutig, das die Rahmenerzählung und der Dialog als Ijobnovelle oder -dichtung zusammen zu fassen sind, es ist wohl aber am besten nachvollziehbar. Beide Varianten wären nachvollziehbar, doch auf Grund anderer Anzeichen kann man davon ausgehen, dass beide Teile zusammengehörig sind.

Die Rahmenerzählung dient als Einleitung zum Dialog und klärt über die im Dialog herrschende Situation auf. So wäre die Rahmenerzählung einzeln genommen wenig nachvollziehbar. Sie würde nur über einen Menschen Namens Ijob berichten, der unverschuldet in das Leid gerät, sich darin bewährt und zum Schluss reich belohnt wird. Wie der Name schon sagt bildet der Rahmen nur selbigen um den Dialog um der Erzählung eine gewisse Form zu geben und die Geschichte vernünftig zu beginnen und zu beenden. So bilden 2,13 und 42,1 ff. die Übergänge in die jeweiligen Teile. Des Weiteren führt der Dialog weiter aus, was im Rahmen implizit angelegt ist. Somit sind der Prolog und Epilog nur in Verbindung mit dem Dialog zu verstehen und der Prolog nur als ganz normaler, der zur Einleitung in die Geschichte dient.

Es gibt einige Anzeichen, das die Einheit von Rahmen und Dialog durch den Dichter selbst festgelegt wurde. Zum einen kommen Elemente aus der Rahmenerzählung auch in der Einleitung der Gottesreden (38,1) vor, was von anderen Verfassern nicht unbedingt hätte berückschichtigt werden müssen. Zum anderen wären stilistische Feinheiten bei der Verwendung von Prosa, Poesie und der Verwendung der Gottesbezeichnungen nicht beachtet worden

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Bedeutung von Prolog und Epilog für das Verständnis des Ijobbuches
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Katholisch-theologische Fakultät)
Veranstaltung
Dulder und Rebell. Exegese ausgewählter Schwerpunkte aus dem Buch Ijob
Note
3,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V179274
ISBN (eBook)
9783656015550
ISBN (Buch)
9783656015765
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ijob, Hiob, Prolog, Epilog, Altes Testament, Faust
Arbeit zitieren
Marcel Butkus (Autor), 2006, Bedeutung von Prolog und Epilog für das Verständnis des Ijobbuches , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179274

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