Präimplantationsdiagnostik. Eine Alternative zur Adoption oder Kinderlosigkeit?


Hausarbeit, 2008
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Präimplantationsdiagnostik
2.1 Definition und das Verfahren
2.2 Die Indikationsgrundlage
2.3 Aufklärung, Beratung, Einwilligung

3. Die Rolle der Eltern
3.1 Risiken für die Schwangere

4. Die Rolle der Ärzte
4.1 Voraussetzungen der Ärzte
4.2 Stellung der Bundesärztekammer zur PID

5. Ethische Aspekte der PID

6.Schluss

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema meiner Seminararbeit beschäftigt sich mit der Präimplantationsdiagnostik und ob dieses Verfahren eine Alternative zum Verzicht auf Kinder oder der Adoption bei einer erblich belasteten Krankheitsgeschichte in der Familie ist und dieses soll im Hinblick auf diesen Aspekt auf dessen ethische Vertretbarkeit geprüft werden.

In einer Zeit in der die Familie wieder mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft rückt und immer mehr ein Thema in der Öffentlichkeit wird, wächst der Kinderwunsch in der Gesellschaft. Bei Paaren mit Erbkrankheiten in der Familienhistorie ist dieser Wunsch problematisch, da bei ihnen die Sorge besteht, dass sie kranke Kinder bekommen können oder die werdende Mutter mit einem Risiko in der Schwangerschaft belastet werden könnte. Hier ist die Präimplantationsdiagnostik eine Lösung für das Paar, da diese Risiken durch das Verfahren teilweise beseitigt werden.

Zu Beginn meiner Arbeit gebe ich eine kurze Definition der PID und beschreibe das Verfahren, um die Grundlage für diese Arbeit zu schaffen. Des Weiteren wird die Indikationsgrundlage beschrieben, die aufzeigt in welchen Fällen eine PID angewendet werden kann. Worauf der Prozess der Aufklärung, der Beratung und der Einwilligung durch das Paar und die Ärzte folgt, der kurz zeigt, was im Vorfeld zur Behandlung geklärt und vorbereitet wird.

Im Anschluss gehe ich auf die Rolle der Eltern ein und deren veränderte Elternschaft die aus der PID resultieren. Der Zeugung des Kindes wird eine veränderte Wahrnehmung durch die Eltern zuteil, was alleine das Ergebnis der PID ist. Genauso wichtig, wie dieses, sind die Risiken die für eine Mutter bestehen. Auf diese gehe ich kurz ein.

Darauf stelle ich die Rolle der Ärzte vor, die bei der PID ebenso von Bedeutung sind, wie die Ärzte. Ich führe die Voraussetzungen aus Sicht der Ärzte auf und stelle deren Stellungnahme zur PID vor.

Daran schließt sich die ethische und gesetzliche Grundlage an, die den Gesetzesstand verdeutlicht und welche Richtlinien für das Verfahren maßgebend sind.

Zum Schluss fasse ich die Ergebnisse zusammen und gebe ein wertendes Fazit zur PID, das die Grundfragen der zugrunde liegenden Arbeit abschließend beantworten soll.

2. Die Präimplantationsdiagnostik

2.1 Definition und das Verfahren

Für den besseren Einstieg in das Thema gebe ich eine kurze Definition und stelle das Verfahren der Präimplantationsdiagnostik (PID) vor.

Bei der PID handelt es sich um eine genetische Untersuchung von Embryonen vor der Übertragung in den Uterus der Frau. Die Durchführung einer PID setzt eine künstliche Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, IVF) voraus. Das mit einer Präimplantationsdiagnostik verbundene Ziel besteht meist darin, solche Embryonen zu identifizieren und auszuwählen, bei denen bestimmte Chromosomenstörungen oder Genmutationen mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden können und kein Risiko für die werdende Mutter bei der Geburt besteht.

Um eine PID durchführen zu können muss zunächst eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke vorgenommen werden, um eine höhere Anzahl an Eizellen zur Befruchtung zu erlangen. So werden in einem Zyklus ca. 8- 10 Eizellen gewonnen.

Nach der Gewinnung kommt es zur künstlichen Befruchtung der Eizelle. In manchen Fällen, wenn die IVF vorher nicht zum Erfolg geführt haben oder die Spermien des Mannes eine schlechte Qualität aufweisen, geschieht dies mit Hilfe der Intrazytoplastischen Spermieninjektion (ICSI). Dabei wird die Samenzelle direkt in das Zytoplasma gespritzt. Nun wird die Entwicklung der Embryonen in-vitro bis zum 8-Zell-Stadium beobachtet, bis zu diesem Stadium sind die Eizellen noch totipotent, d. h. bis zu diesem Zeitpunkt wachsen sie in der Gebärmutter noch zu einem kompletten Individuum heran. Im Anschluss daran wird eine genetische Untersuchung der Embryonen unter Entnahme von ein bis zwei Zellen durchgeführt. Wenn Embryonen als gesund eingestuft werden und sie keine Risiken für die werdende Mutter darstellen werden von ihnen zwei bis drei in die Gebärmutter implantiert. Um für Fehlschläge nach der ersten Implantation vorzubeugen werden die übrigen Eizellen tiefgekühlt auf bewahrt, damit diese gegebenenfalls später implantiert werden können. Die aussortierten Embryonen werden im Anschluss vernichtet.

2.2 Die Indikationsgrundlage

Die Indikation zur PID kann nur bei solchen Paaren gestellt werden, für deren Nachkommen ein hohes Risiko für eine bekannte und schwerwiegende, genetisch bedingte Erkrankung besteht.

Eine molekular-zytogenetische Untersuchung der Partner ist eine unabdingbare Voraussetzung für das zu ermittelnde Erkrankungsrisiko einer PID.

Der Anwendungsbereich bei einer PID liegt bei monogen bedingten Erkrankungen und bei Chromosomenstörungen.

Entscheidend sind der Schweregrad, die Therapiemöglichkeiten und die Prognose der infrage stehenden Krankheiten. Zusätzlich ist zu beachten, dass diese Erkrankungen zu einer schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigung der zukünftigen Schwangeren führen könnten.

Forschungsinteressen dürfen hierbei keinerlei Bedeutung angemessen werden oder Indikatoren einer PID sein, daher spielen die Geschlechterbestimmung ohne Krankheitsbezug (manche Erberkrankungen sind stark geschlechterabhängig), das Alter der Eltern und eine Sterilitätstherapie durch assistierte Reproduktion keine Rolle.

2.3 Aufklärung, Beratung, Einwilligung

Die Voraussetzungen für eine PID ist die kompetente ausführliche Beratung und Aufklärung des Paares über das Verfahren, sowie dessen Vor- und Nachteile. Ebenfalls werden mögliche Folgen der Methode erörtert, außerdem soll zu einer psychosozialen Beratung geraten werden.1

Die Aufklärung erfolgt durch Humangenetiker oder Gynäkologen und beinhaltet eine Darlegung möglicher Alternativen. Zum einen gäbe es die Möglichkeit der Adoption oder des Verzichts auf Kinder und zum anderen könnte eine Pränataldiagnostik in der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Das Paar wird während der Beratung über die notwendigen Maßnahmen für das Verfahren, dessen zeitlichen Aufwand, Risiken der Methoden, Erörterung der Erfolgschancen, sowie der Hinweis auf mögliche nicht getestete Krankheiten des Kindes und den Umgang mit nicht transferierten Embryonen aufgeklärt.

Für die Durchführung einer PID ist die Einwilligung beider Partner für selbige und den anschließenden Transfer der Eizellen notwendig. Nach der Untersuchung muss mit dem Paar geklärt werden welche Embryonen transferiert werden sollen, dafür ist die Einwilligung der Frau erforderlich. Darauf kann die Implantation durchgeführt werden.

3. Die Rolle der Eltern

Die wichtigsten Personen bei dem Verfahren der PID sind in erster Linie die Eltern, da sie den Schritt zu diesem machen und sie somit erst ins Gespräch bringen. Paare sehen in der PID eine sicherere Form der Schwangerschaft, da sie in gewisser Weise planbar wird. Aber worauf lassen die Eltern sich ein, wenn sie sich für eine PID entscheiden?

Die Schwangerschaft kann durch die PID zu einer passiven Erlebnisphase2 werden, da die Eltern nicht mehr aktiv an der Zeugung beteiligt sind. Sie stellen zwar Samen- und Eizelle zur Verfügung, damit die Befruchtung erst möglich wird, aber das restliche Verfahren obliegt den Ärzten. Es gibt aber auch Fälle, wenn die Spermien des Mannes von minderer Qualität sind oder die Frau nicht genügend Eizellen produziert, in denen entweder Ei- oder Samenzellen gespendet werden, was die Frage aufkommen lässt welche Rolle der Spender übernimmt. Jedoch sollte der Spender nie als leibliches Elternteil angesehen werden, da dies die veränderte Elternschaft noch mehr belasten würde. Bei beiden Varianten ist eine Schwangerschaft terminlich genau geplant und ist nicht mehr dem Zufall überlassen. Die Eltern übernehmen mehr und mehr eine Nebenrolle in diesem Prozess, der einem technisierten Verfahren immer ähnlicher wird. So wird der Schwangerschaft das Besondere genommen und sie wird auch zu etwas alltäglichem.

Ebenfalls wird die Beziehung, die die Eltern bei einer natürlichen Schwangerschaft zu dem Kind ganz automatisch aufbauen, verändert; sie ist nicht mehr von natürlicher Herkunft sondern ist gewählt. Ein weiterer Punkt der die Eltern in eine passive Rolle drängt: sie treffen zwar die Entscheidung, den Rest überlassen sie einer anderen Instanz. Die Eltern dürfen nicht den Fehler machen und in eine Ohnmacht im Bezug auf die Entscheidungen fallen und die Macht vollkommen den Ärzten zu überlassen, da sie weiterhin die Elternrolle übernehmen und das Kind sie ein Leben lang begleitet.

[...]


1 Bundesärztekammer (Hg): Stellungnahme der Bundesärztekammer zur Präimplantationsdiagnostik (Berlin, 24.02.2000). Diskussionsentwurf zur Präimplantationsdiagnostik, in ZME 46, 2000, S. 166

2 Haker, Hille: Präimplantationsdiagnostik und die Veränderung der Elternschaft. Zur ethischen Problematik der Präimplantationsdiagnostik, in ZME 49, 2003, S. 384

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Präimplantationsdiagnostik. Eine Alternative zur Adoption oder Kinderlosigkeit?
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (katholisch-theologische Fakultät)
Veranstaltung
„Lasst uns Menschen machen…“ – Biologisch-theologische Aspekte zum Lebensbeginn
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V179275
ISBN (eBook)
9783668220461
ISBN (Buch)
9783668220478
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
PID, Praimplantaionsdiagnostik, Adoption, Ethik, Moraltheologie, Geburt
Arbeit zitieren
Marcel Butkus (Autor), 2008, Präimplantationsdiagnostik. Eine Alternative zur Adoption oder Kinderlosigkeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179275

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