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Dinge und Identität

Title: Dinge und Identität

Intermediate Examination Paper , 2003 , 46 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Tina Skulima (Author)

Psychology - General
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Summary Excerpt Details

Kugelschreiber, Foto, Kuscheltuch – scheinbar profane Gegenstände
sind ein sehr handfestes Untersuchungsobjekt innerhalb des weiten
Feldes der Psychologie. Ihre Bedeutung darf für den Menschen und
seine Entwicklung in onto- wie phylogenetischer Hinsicht und der
seiner Identität nicht unterschätzt werden.
Wie Alfred Lang in einer Rezension von Ernst E. Boeschs „Das Magische
und das Schöne: zur Symbolik von Objekten und Handlungen“
(1983) schreibt, nehmen wir die Dinge um uns herum „gewöhnlich
für Gegebenes, zu bestimmtem Tun instrumentell Verfügbares;
natürlich sind sie das auch, aber näheres Hinsehen lehrt, dass nicht
nur sie, die Objekte, ihre Bedeutungen aus unserem Umgang mit
ihnen beziehen, sondern dass auch wir, die Subjekte uns erst durch
sie erfahren, vielleicht konstituieren.“
Einstieg in diese Thematik bot mir ein Referat zum umfangreichen
Werk über einen bis dato relativ unerforschten Bereich der Psychologie:
„Der Sinn der Dinge“ von Mihalyi Csikszentmihalyi und Eugene
Rochberg-Halton erforscht die häusliche Umwelt der Menschen unserer
Zeit, ihre Beziehungen zu Alltagsgegenständen – und was sich
aus der Auswahl bestimmter „Lieblingsobjekte“ über Mensch und
soziale Bindungen sagen lässt.
Ausgangspunkt für den „Sinn der Dinge“ bildet eine empirische Studie,
eine Befragung repräsentativ ausgewählter amerikanischer Familien
zu bevorzugten Objekten in ihrem Zuhause. Es wird beleuchtet,
inwiefern nicht nur der Mensch die Objekte in seiner Umgebung
aktiv aussucht und „benutzt“, sondern überraschenderweise auch,
wie sehr diese Objekte „aktiv“ an der Ausbildung der jeweiligen eigenen
Persönlichkeit beteiligt sind. Ich orientiere mich im Folgenden an der Struktur der Arbeit von
Csikszentmihalyi und Rochberg-Halton, zur Vertiefung der Thematik
und zu einer Erweiterung um Aspekte der neueren Vergangenheit
dienen weitere Veröffentlichungen zu diesem Sachverhalt und wissenschaftlichen
Hintergründen sowie diverse Quellen aus dem Internet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Menschen und Dinge

1.1 Aufmerksamkeit und soziale Systeme

1.2 Die Repräsentationsebenen

1.3 Wahrnehmen und Wiedererkennen

1.4 Die sozialisierende Wirkung von Dingen

2 Die Bedeutung der Dinge

2.1 Symbole

2.2 Transitorische Objekte

2.3 Ausdrucksmittel

2.4 Statussymbole

2.5 Symbole sozialer Integration

2.6 Totemismus

2.7 Animismus

2.8 Tauschhandel

3 Die beliebtesten Objekte im Wohnbereich

3.1 Die Studie

3.2 Die Ergebnisse

3.3 Erkenntnisse der empirischen Untersuchung

4 Objektbeziehungen und Persönlichkeitsentwicklung

4.1 Altersspezifität der Objektbeziehungen

4.2 Geschlechtsspezifität

5 Das Heim als symbolische Umwelt

5.1 Merkmale harmonischer Heime

5.2 Teilnahme am öffentlichen Leben

5.3 Wahl von Rollenmodellen

5.4 Persönlichkeitstypen

6 Transaktionen zwischen Menschen und Dingen

6.1 Geschichtlicher und gesellschaftlicher Kontext der Kultivation

6.2 Materialismus

6.3 Medien als Dinge des täglichen Gebrauches

7 Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die psychologische Bedeutung von Alltagsgegenständen und deren Einfluss auf die menschliche Persönlichkeitsentwicklung und soziale Interaktion. Basierend auf einer empirischen Studie wird erforscht, wie Menschen durch die Auswahl und Nutzung ihrer Umgebungsobjekte ihr Selbstkonzept formen und pflegen.

  • Wechselwirkung zwischen Mensch und dinglicher Umwelt
  • Symbolische Funktionen von Objekten im Alltag
  • Einfluss von Objekten auf die Sozialisation und Persönlichkeitsbildung
  • Bedeutung der häuslichen Umgebung als symbolischer Raum

Auszug aus dem Buch

1.1 Aufmerksamkeit und soziale Systeme

Menschen produzieren und benutzen Dinge. Aber nicht ausschließlich: Sie interagieren mit ihnen. Aus Sicht von Csikszentmihalyi und Rochberg-Halton besteht der elementarste Sachverhalt des Mensch-Seins darin, dass er sich nicht nur seiner Existenz bewusst ist, sondern auch Kontrolle über seine Existenz ausüben kann, indem er diese auf gewisse Ziele ausrichtet. Bei modernen Menschen treten Intentionen nie als rohe Instinkte auf, sie werden immer schon durch Zeichen transformiert und interpretiert. Diese Zeichen und Bewertungen haben wir während unserer Enkulturation erworben.

Ein wesentliches Charakteristikum Aspekt der menschlichen Natur ist laut Csikszentmihalyi und Rochberg-Halton die bewegliche Aufmerksamkeit, die hier mit dem Begriff der psychischen Energie gleichgesetzt wird. Da die Anzahl simultan möglicher Tätigkeiten und Zustände begrenzt ist, bedarf es einer Aufmerksamkeitssteuerung. Wie jeder einzelne von uns die zur Verfügung stehende psychische Energie investiert, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Zufall, Gene, Geburtsort, Umweltbedingungen schränken die Wahlmöglichkeiten von vornherein ein. Aber Menschen beachten, was sie beachten wollen. Unsere Intentionen steuern unsere Aufmerksamkeit. Und die Intentionen sind Bestandteil einer Zielhierarchie.

Ein soziales System ist ein vorhersagbares, interpersonales Interaktionsmuster, das auf übereinstimmenden Aufmerksamkeitsstrukturen beruht (Csikszentmihalyi & Rochberg-Halton, 26). Soziale Systeme verdanken die Organisation ihrer Ziele Aufmerksamkeitsprozessen. Diese System-Ziele strukturieren selbst auch wieder die Aufmerksamkeitsprozesse der beteiligten Angehörigen. Und damit gestalten sie deren Selbst mit – also eine wechselseitige Beziehung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Menschen und Dinge: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen dar, indem es die Interaktion zwischen Mensch und Objekt als zentralen Aspekt der Identitätsbildung und der Aufmerksamkeitssteuerung definiert.

2 Die Bedeutung der Dinge: Hier werden verschiedene symbolische Funktionen von Objekten wie Statussymbole, Übergangsobjekte und Totemismus analysiert, um deren Einfluss auf die Lebensführung und psychische Prozesse aufzuzeigen.

3 Die beliebtesten Objekte im Wohnbereich: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer empirischen Studie zu Alltagsgegenständen und deren Bedeutung für verschiedene Generationen und Familienstrukturen.

4 Objektbeziehungen und Persönlichkeitsentwicklung: Der Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Objekten und der Entwicklung des Selbstkonzepts im Lebensverlauf sowie geschlechtsspezifische Unterschiede werden hier thematisiert.

5 Das Heim als symbolische Umwelt: Das Zuhause wird als Raum beschrieben, der durch die gewählten Objekte Stabilität, familiäre Interaktion und Identität reflektiert.

6 Transaktionen zwischen Menschen und Dingen: Dieses Kapitel befasst sich mit der Kultivation als zentralem Mechanismus der Mensch-Ding-Interaktion sowie dem Einfluss von Materialismus und Medien auf das moderne Leben.

7 Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Autorin resümiert die Bedeutung der Ding-Mensch-Beziehung und stellt kritische Überlegungen zur zunehmenden Technisierung und der Abhängigkeit des modernen Menschen von Artefakten an.

Schlüsselwörter

Psychologie, Identität, Objektbeziehung, Kultivation, Symbole, Sozialisation, Persönlichkeitsentwicklung, Aufmerksamkeit, Mensch-Ding-Interaktion, Wohnumwelt, empirische Studie, Materialismus, Mediennutzung, symbolische Interaktion, Selbstkonzept

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Alltagsgegenstände nicht nur instrumentell genutzt werden, sondern eine tiefgreifende Bedeutung für die Identitätsbildung, die soziale Interaktion und die persönliche Entwicklung des Menschen haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Symbolik von Alltagsdingen, die Rolle von Objekten in der Sozialisation, die Bedeutung des Heims als symbolischer Raum sowie die Auswirkungen von Technik und Konsum auf die Lebensführung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Menschen durch die Auswahl und Interaktion mit ihrer dinglichen Umwelt aktiv an der Ausbildung ihres Selbstkonzepts beteiligt sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative empirische Studie (Befragung von 82 Familien im Jahr 1977) und kombiniert diese mit theoretischen Ansätzen der Psychologie, Soziologie und Technikphilosophie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die verschiedenen Arten von Objektbeziehungen (Symbole, Statussymbole, Übergangsobjekte), die empirischen Ergebnisse zu beliebten Objekten im Wohnbereich sowie die Einflüsse von Alter und Geschlecht auf diese Beziehungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Identität, Objektbeziehung, Kultivation, Sozialisation, Persönlichkeitsentwicklung und Mensch-Ding-Interaktion charakterisiert.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen "warmen" und "kühlen" Familien eine Rolle?

Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, wie unterschiedliche Familienstrukturen die Zielsetzungen ihrer Mitglieder und deren Beziehung zur dinglichen Umgebung beeinflussen.

Welche Bedeutung haben "transitorische Objekte"?

Transitorische Objekte wie Stofftiere oder Decken dienen Kindern als wichtige Unterstützung bei der Abwehr von Trennungsängsten und fördern den Autonomieprozess.

Wie verändert die moderne Technik das Verhältnis zu den Dingen?

Die Autorin stellt fest, dass moderne technische Systeme nicht mehr mit traditionellen Ding-Kategorien erfassbar sind und Risiken bergen, da sie den Menschen in eine neue Art der Abhängigkeit bringen können.

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Details

Title
Dinge und Identität
College
University of Duisburg-Essen  (Fachbereich 3)
Course
Seminar Umweltpsychologie
Grade
1.7
Author
Tina Skulima (Author)
Publication Year
2003
Pages
46
Catalog Number
V17934
ISBN (eBook)
9783638223720
Language
German
Tags
Dinge Identität Seminar Umweltpsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Skulima (Author), 2003, Dinge und Identität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17934
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