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Neue Eigenkapitalvorschriften für den Finanzsektor

Analyse der Auswirkungen von Basel II und Solvency II auf die Eigenmittelausstattung von Finanzkonglomeraten in Österreich

Titel: Neue Eigenkapitalvorschriften für den Finanzsektor

Diplomarbeit , 2011 , 113 Seiten , Note: 1,4

Autor:in: Daniela Unger (Autor:in)

Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Damit Kunden „aus einer Hand“ mit einem breiten Spektrum an Finanzdienstleistungen versorgt werden und die Unternehmen flexibler auf die Kundenwünsche eingehen können, kam es in den letzten Jahren zu vermehrten Zusammenschlüssen von Banken und Versicherungen zu Finanzkonglomeraten. Da die bestehenden Eigenkapitalvorschriften für Banken und Versicherungen nicht mehr zeitgemäß sind, wurden mit Basel II für Banken und Solvency II für Versicherungen zwei neue Aufsichtsmodelle entwickelt. Ziel dieser Arbeit ist es die Auswirkungen, die die Basel II- und Solvency II-Einführung auf die Eigenkapitalan-forderung von Finanzkonglomeraten hat bzw. haben wird, darzustellen.

Die Diplomarbeit ist in zwei Teile, einen theoretischen und einen empirischen Teil, gegliedert. Im theoretischen Teil wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen, die unterschiedlichen Risikoarten, die Inhalte und Berechnungsmethoden von Basel II und Solvency II und die einzelnen Schritte der Risikoaggregation dargestellt. Der empirische Teil ist wiederum zweigeteilt. Um die Auswirkungen von Basel II auf Eigenkapitalanforderung von Banken zu beziffern, wurden Geschäftsberichte österreichischer Banken analysiert. Die Auswirkungen von Solvency II wurden anhand durchgeführter Expertengespräche untersucht. Interviewt wurden hierfür Experten aus den Bereichen Versicherungen, Wirt-schaftsprüfungsgesellschaften und der Finanzmarktaufsichtsbehörde. Ausgewertet wurden die empirischen Untersuchungen mit der qualitativen Inhaltsanalyse.

Mithilfe dieser Arbeit soll Finanzkonglomeraten aufgezeigt werden wie sich die Basel II-Einführung auf das Eigenkapital von Banken ausgewirkt hat, welche neuen Regelungen mit Solvency II auf sie zukommen und welche Konsequenzen diese auf die Höhe der notwendigen Eigenkapitalausstattung haben könnten. Die Unternehmensgruppen sollen dadurch in die Lage versetzt werden rechtzeitig entsprechende unternehmenspolitische Maßnahmen treffen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Ziel und Nutzen der Arbeit

1.3 Aufbau und Vorgehensweise

2 Finanzkonglomerate im Überblick

2.1 Motive für die Bildung von Finanzkonglomeraten

2.2 Rechtliche Bestimmungen

2.3 Risikoarten in Finanzinstituten

2.3.1 Risikobegriff

2.3.2 Risiken von Banken

2.3.2.1 Kreditrisiko

2.3.2.2 Marktpreisrisiko

2.3.2.3 Operationales Risiko

2.3.2.4 Liquiditätsrisiko

2.3.2.5 Weitere Risiken

2.3.3 Risiken von Versicherungen

2.3.3.1 Marktpreisrisiko

2.3.3.2 Kreditrisiko

2.3.3.3 ALM-Risiko

2.3.3.4 Versicherungstechnisches Risiko

2.3.3.5 Liquiditätsrisiko

2.3.3.6 Operationales Risiko

2.3.4 Konglomeratsspezifische Risiken

2.3.4.1 Ansteckungsgefahr

2.3.4.2 Double-Gearing

2.3.4.3 Risikokonzentration

2.3.4.4 Weitere Risiken

2.4 Bedeutung von Finanzkonglomeraten in Österreich

3 Das Aufsichtssystem für Banken - Basel II

3.1 Der Weg zu Basel II

3.2 Das 3-Säulen-Modell von Basel II

3.2.1 Säule 1 – Mindestkapitalanforderungen

3.2.2 Säule 2 – Aufsichtlicher Überprüfungsprozess

3.2.3 Säule 3 – Marktdisziplin

3.3 Modelle zur Berechnung der notwendigen EK-Unterlegung

3.3.1 Kreditrisiko

3.3.1.1 Kredit-Standardansatz

3.3.1.2 IRB-Ansätze

3.3.2 Marktrisiko

3.3.3 Operationelles Risiko

3.3.3.1 Basisindikatoransatz

3.3.3.2 Standardansatz

3.3.3.3 Ambitionierter Messansatz

3.4 Auswirkungen von Basel II

3.4.1 Auswirkungen auf EK-Unterlegung und Unternehmensprozesse

3.4.1.1 Quantitative Änderung der EK-Unterlegung

3.4.1.2 Von Änderungen betroffene Unternehmensbereiche

3.4.2 Auswirkungen auf Mitarbeiter und Kunden

3.5 Kritikpunkte an Basel II

3.6 Ausblick auf die Inhalte von Basel III

4 Neue Eigenkapitalvorschriften für Versicherungen

4.1 Das derzeit gültige Aufsichtsmodell Solvency I

4.2 Das 3-Säulen Modell-von Solvency II

4.2.1 Säule 1 – Quantitative Kapitalanforderungen

4.2.2 Säule 2 – Aufsichtliches Überprüfungsverfahren

4.2.3 Säule 3 – Marktdisziplin

4.3 Modelle zur Berechnung der neuen EK-Anforderung

4.3.1 Standardmodell

4.3.2 Interne Modelle

4.4 Auswirkungen von Solvency II

4.4.1 Auswirkungen auf die EK-Unterlegung

4.4.2 Änderungen in unterschiedlichen Unternehmensbereichen

4.5 Kritikpunkte an Solvency II

5 Risikoaggregation auf Ebene des Finanzkonglomerats

5.1 Begriff Risikoaggregation

5.2 Ablauf der Risikoaggregation in Finanzkonglomeraten

5.2.1 Schritt 1 – Ermittlung der Einzelrisiken

5.2.2 Schritt 2 – Ermittlung des Risikos auf Unternehmensebene

5.2.3 Schritt 3 – Ermittlung des Risikos auf Ebene des Konglomerats

6 Empirische Untersuchung der Auswirkungen von Basel II und Solvency II auf die Eigenmittelausstattung

6.1 Dokumentenanalyse

6.1.1 Forschungsziel

6.1.2 Forschungsdesign

6.1.2.1 Formulierung der Forschungsfrage

6.1.2.2 Methoden- und Unternehmensauswahl

6.1.2.3 Datenerhebung

6.1.2.4 Auswertung der Daten

6.1.3 Darstellung der Ergebnisse

6.1.3.1 Jahr der Einführung von Basel II

6.1.3.2 Wirtschaftliche Situation des Unternehmens

6.1.3.3 Veränderung des notwendigen EK-Erfordernisses

6.1.3.4 Anwendung von Standardmodell oder internem Modell

6.1.4 Interpretation

6.2 Expertengespräche

6.2.1 Forschungsziel

6.2.2 Forschungsdesign

6.2.2.1 Formulierung der Forschungsfrage

6.2.2.2 Methoden- bzw. Expertenauswahl

6.2.2.3 Datenerhebung

6.2.2.4 Auswertung der Daten

6.2.3 Darstellung der Ergebnisse

6.2.3.1 Risiken in Versicherungen

6.2.3.2 Risikosteuerungsinstrumente

6.2.3.3 Stand der Vorbereitungen auf Solvency II

6.2.3.4 Vorteile von Solvency II

6.2.3.5 Herausforderungen durch Solvency II-Einführung

6.2.3.6 Auswirkungen auf die notwendige EK-Ausstattung

6.2.3.7 Verwendung von internen Modellen

6.2.3.8 Zukünftige Solvabilitätsengpässe von Versicherungen

6.2.3.9 QIS-Studien

6.2.3.10 Schwierigkeiten bei der Risikoaggregation

6.2.3.11 Risikoaggregation in Finanzkonglomeraten

6.2.3.12 Sonstige aufgeworfene Themen

6.2.4 Schlussfolgerungen

7 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Diplomarbeit analysiert die Auswirkungen der neuen Eigenkapitalvorschriften Basel II (für Banken) und Solvency II (für Versicherungen) auf die Eigenkapitalausstattung von Finanzkonglomeraten in Österreich. Ziel ist es, die Konsequenzen dieser regulatorischen Änderungen zu quantifizieren, Risikomanagement-Herausforderungen in Konglomeraten aufzuzeigen und zu klären, inwieweit eine Risikoaggregation auf Konzernebene sinnvoll und methodisch umsetzbar ist.

  • Regulierung von Finanzkonglomeraten (Basel II & Solvency II)
  • Risikoarten in Banken und Versicherungen
  • Methoden der Risikoaggregation auf Ebene des Konglomerats
  • Empirische Analyse der Eigenkapitalausstattung österreichischer Banken
  • Expertenbefragung zu Auswirkungen und Vorbereitungen auf Solvency II

Auszug aus dem Buch

2.3.4 Konglomeratsspezifische Risiken

Wurden in den vergangenen Kapiteln die Risiken von Banken und Versicherungen separat betrachtet, erfolgt nun die Einschätzung der Risiken auf Konglomeratsebene.

2.3.4.1 Ansteckungsgefahr

Ein wesentliches Problem der Aufsicht über Finanzkonglomerate besteht darin, dass wirtschaftliche Schwierigkeiten eines Unternehmens des Finanzkonglomerats zum Verlust des Vertrauens der Marktteilnehmer in die Leistungsfähigkeit der anderen Unternehmen des Finanzkonglomerats führen können.

So können finanzielle Schwierigkeiten von Versicherern eines Finanzkonglomerats dazu führen, dass Kunden vermehrt ihre Einlagen bei konglomeratszugehörigen Banken abheben und somit die ganze Unternehmensgruppe in Liquiditätsschwierigkeiten gerät. Dieses Problem nennt man „Ansteckungsgefahr“/“Dominoeffekt“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung durch den Strukturwandel im Finanzsektor ein, definiert das Forschungsziel und erläutert den methodischen Aufbau der Arbeit.

2 Finanzkonglomerate im Überblick: Dieses Kapitel erläutert die Motive für die Bildung von Finanzkonglomeraten, die rechtlichen Rahmenbedingungen und kategorisiert die diversen Risiken in Banken, Versicherungen und auf Konglomeratsebene.

3 Das Aufsichtssystem für Banken - Basel II: Hier werden das Basel II-Regelwerk und das 3-Säulen-Modell detailliert beschrieben, inklusive der verschiedenen Ansätze zur Berechnung der Mindestkapitalanforderungen für Kredit-, Markt- und operationelle Risiken.

4 Neue Eigenkapitalvorschriften für Versicherungen: Dieses Kapitel widmet sich dem Solvency II-Regelwerk, erläutert dessen 3-Säulen-Struktur sowie die neuen Ansätze zur Ermittlung des Solvenzkapitals und analysiert die Auswirkungen auf Versicherungsunternehmen.

5 Risikoaggregation auf Ebene des Finanzkonglomerats: Das Kapitel definiert den Begriff der Risikoaggregation und beschreibt einen strukturierten Prozess, um Risiken auf Ebene des Finanzkonglomerats durch Berücksichtigung von Diversifikationseffekten zusammenzuführen.

6 Empirische Untersuchung der Auswirkungen von Basel II und Solvency II auf die Eigenmittelausstattung: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse einer Dokumentenanalyse bei österreichischen Banken sowie Experteninterviews mit Versicherern und Aufsichtsvertretern zur praktischen Implementierung der neuen Aufsichtsregeln.

7 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der theoretischen und empirischen Analyse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen rund um Basel III.

Schlüsselwörter

Finanzkonglomerate, Basel II, Solvency II, Eigenkapitalausstattung, Risikoaggregation, Bankenaufsicht, Versicherungsregulierung, Mindestkapitalanforderungen, Marktrisiko, Kreditrisiko, Operationales Risiko, Eigenmittel, Solvabilität, Dokumentenanalyse, Expertengespräche

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen regulatorischer Änderungen – konkret Basel II für Banken und Solvency II für Versicherungen – auf die Eigenkapitalausstattung von österreichischen Finanzkonglomeraten.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Risikostrukturen von Finanzinstituten, den neuen Eigenkapitalanforderungen der Aufsichtsbehörden sowie der methodischen Herausforderung, diese Risiken auf der Ebene einer Unternehmensgruppe zu aggregieren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die quantitativen und qualitativen Konsequenzen der neuen Aufsichtsregeln auf Finanzkonglomerate zu bewerten, um Unternehmensgruppen eine Hilfestellung für ihre unternehmenspolitischen Entscheidungen zu geben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturrecherche (theoretischer Teil) mit einer Dokumentenanalyse der Geschäftsberichte österreichischer Banken sowie einer qualitativen Analyse von Experteninterviews mit Vertretern aus Versicherungen und Aufsichtsbehörden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung der Aufsichtssysteme (Basel II, Solvency II), eine theoretische Auseinandersetzung mit der Risikoaggregation sowie den empirischen Teil, der sowohl die quantitativen Bankdaten als auch die qualitative Expertenmeinung auswertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind Finanzkonglomerate, Eigenkapitalausstattung, Risikoaggregation, Basel II, Solvency II und Solvabilitätsengpässe.

Wie unterscheidet sich die Risikoaggregation bei Banken von der in Versicherungen?

Während Banken stärker auf interne Modelle und das Kreditrisiko fokussiert sind, müssen Versicherungen unter Solvency II eine gesamtheitliche Betrachtung vornehmen, die verstärkt versicherungstechnische Risiken und Katastrophenereignisse einbezieht.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Vermeidung von Krisen?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass sowohl Basel II als auch Solvency II keine absoluten Garantien gegen Insolvenzen bieten, da regulatorische Modelle komplexe menschliche Fehlentscheidungen und unvorhersehbare Marktverwerfungen nur begrenzt abbilden können.

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Details

Titel
Neue Eigenkapitalvorschriften für den Finanzsektor
Untertitel
Analyse der Auswirkungen von Basel II und Solvency II auf die Eigenmittelausstattung von Finanzkonglomeraten in Österreich
Hochschule
Hochschule Burgenland
Note
1,4
Autor
Daniela Unger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
113
Katalognummer
V179351
ISBN (eBook)
9783656017486
ISBN (Buch)
9783656017196
Sprache
Deutsch
Schlagworte
neue eigenkapitalvorschriften finanzsektor analyse auswirkungen basel solvency eigenmittelausstattung finanzkonglomeraten österreich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniela Unger (Autor:in), 2011, Neue Eigenkapitalvorschriften für den Finanzsektor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179351
Blick ins Buch
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