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Die erste Woche der Krise

Title: Die erste Woche der Krise

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Fliehr (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Summary Excerpt Details

„..., to halt this offensive build up, a strict quarantine of all military equipment under shipment
to Cuba is being initiated.“1 Mit diesem Satz gab J.F. Kennedy in seiner Rede vom
22.10.1962 die Reaktion der USA auf die sowjetische Bedrohung in Kuba der Öffentlichkeit
bekannt und läutete damit die wohl heißeste Phase des Kalten Krieges ein, nämlich die Kuba
Krise. Der Konflikt, in den USA als „Cuban missile crisis" und in der sowjetischen Leseart als
„Caribbean crisis" bekannt, gilt als die erste direkte bewaffnete Konfrontation zwischen den
zwei nuklearen Supermächten. In der Tat kam die Menschheit niemals zuvor und niemals
danach einem atomar geführten Dritten Weltkrieg näher als in den Tagen zwischen dem 22.
und dem 28.Oktober des genannten Jahres. Die eigentliche Krise begann aber bereits eine
Woche vorher am 16.10.1962 als der Präsident, J.F. Kennedy, über sowjetische MRBMStellungen2
auf Kuba informiert wurde. Der Präsident berief daraufhin einen Krisenstab
zusammen, das sogenannten Executive Commitee of the U.S. National Council, kurz Ex-
Comm. Dieses Komitee hatte eine Schlüsselstellung bei der Entscheidungsfindung
hinsichtlich der Reaktion auf die sowjetische Bedrohung durch atomare Offensivwaffen in
Kuba.
Im Folgenden soll zunächst auf die personelle Besetzung des Komitees eingegangen werden
und kurz die Meinungen der zentralen Personen aufgeführt werden. Danach werden die
Verhandlungen der Ex-Comm vom 16.10.62 bis zum 21.10.62 untersucht. Anhand der
„Presidential Recordings" - Tonbandprotokolle von Sitzungen des Krisenstabes Ex-Comm
(Executive Commitee)3 - soll das Krisenmanagement analysiert werden, d.h. welche Konzepte
es auf Seiten der USA gab, die Krise zu managen und welche Differenzen dabei zu Tage
traten. Es steht die These im Mittelpunkt, dass durch die Beratungen der Ex-Comm ein
Lernprozess stattgefunden hat, der erst die nukleare Dimension dieser Krise offen legte.
[...]

1 Kennedy Rede vom 22/10/1962.
2 Medium Range Ballistic Missiles-Stellungen: Abschussanlagen für Raketen mit atomaren Sprengköpfen, mit
einer Reichweite von ca. 1020 Seemeilen. Diese hätten von Kuba abgefeuert, amerikanische Zentren, wie
Washington und New York erreichen können.
3 Kennedy ließ vor den Beratungen im Sitzungssaal geheime Tonbandgeräte einbauen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Die Beratungen der Ex-Comm: Das Erfassen der nuklearen Dimension

I. Vorstellung des Executive Commitee

1. Der imperiale Präsident

2. Mitglieder der Ex-Comm - militante Antikommunisten

II. Die Beratungen vom 16.10.62 bis zum 21.10.62

1. 16.10.62 – 17.10.62 Wie soll man Antworten?

2. 18.10.62 – 19.10.62 The position „just right”

a. „the most dangerous situation since the end of war” J.F. Kennedy

b. „it’s now pretty clear what the decision should be“ Robert Kennedy

c. Die Entscheidung 20.10.62 – 21.10.62

C. Die Folgen der Krise

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Krisenmanagement der USA während der ersten Woche der Kubakrise im Oktober 1962. Im Zentrum steht die These, dass ein Lernprozess innerhalb des Beratungsgremiums „Ex-Comm“ dazu führte, die nukleare Dimension des Konflikts zu erfassen und infolgedessen von einem anfänglich präferierten Militärschlag Abstand zu nehmen.

  • Analyse der personellen Zusammensetzung und Meinungsbildung des Ex-Comm.
  • Untersuchung der Tonbandprotokolle (Presidential Recordings) der Krisensitzungen.
  • Gegenüberstellung der Optionen Militärschlag versus Seeblockade (Quarantäne).
  • Diskussion des Einflusses nuklearer Abschreckungslogik auf die Entscheidungsfindung.
  • Bewertung der langfristigen Folgen der Krise für die internationale Sicherheitspolitik.

Auszug aus dem Buch

16.10.62 – 17.10.62 Wie soll man antworten?

McGeorge Bundy, Nationaler Sicherheitsberater und Mitglied der Ex-Comm, informierte Kennedy am Morgen des 16.10.62 über U2-Luftaufnahmen, welche die ersten harten Beweise für sowjetische Nuklearstellungen auf Kuba waren. Kennedy ordnete für 11:45 eine Sitzung an und diktierte die Namen der etwa 14 Männer, die im Verlauf der Krise die Ex-Comm bilden sollten. In der ersten Sitzung der Ex-Comm wurde erörtert, inwieweit die Neuigkeiten über die Raketen veröffentlicht werden sollten. Kennedy befahl die absolute Geheimhaltung.

Der weit wichtigere Punkt beim ersten Treffen war aber, wie auf die sowjetischen Raketenentwicklung in Kuba reagiert werden sollte. Dass eine Reaktion erfolgen musste, war besonders für Kennedy klar. Er hatte im Vorfeld, als erste Gerüchte über sowjetische Raketen in Kuba kursierten, mehrmals öffentlich versichert, dass offensive Waffen eine harte Reaktion der Amerikaner zur Folge hätten. Der russische Außenminister Gromyko versicherte daraufhin, dass es sich in Kuba lediglich um Defensivwaffen handle.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Relevanz der Kubakrise ein und formuliert die These des Lernprozesses innerhalb des Ex-Comm zur Erfassung der nuklearen Dimension.

B. Die Beratungen der Ex-Comm: Das Erfassen der nuklearen Dimension: Dieser Hauptteil analysiert die interne Entscheidungsfindung, die personelle Besetzung des Krisenstabs und die schrittweise Abkehr von einem Militärschlag hin zur Quarantäne.

C. Die Folgen der Krise: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beleuchtet die langfristigen sicherheitspolitischen Konsequenzen, wie den Aufbau direkter Kommunikationslinien und Rüstungskontrollverträge.

Schlüsselwörter

Kubakrise, Ex-Comm, John F. Kennedy, Kalter Krieg, Nukleare Dimension, Quarantäne, Seeblockade, Krisenmanagement, Sowjetunion, Atomkrieg, Strategische Waffen, Militärschlag, Außenpolitik, Eskalation, Friedenssicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Krisenmanagement der USA während der ersten kritischen Woche der Kubakrise im Oktober 1962 und den internen Beratungsprozess im Executive Commitee (Ex-Comm).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entscheidungsfindung auf höchster Ebene, der Gegensatz zwischen militärischen Optionen und diplomatischer Zurückhaltung sowie die Gefahr einer nuklearen Eskalation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass der Krisenstab durch einen internen Lernprozess die nukleare Tragweite der Situation erkannte und dadurch einen weitaus gefährlicheren Militärschlag verhinderte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Quellen, primär auf die vom US-Außenministerium veröffentlichten Tonbandprotokolle (Presidential Recordings) der Ex-Comm-Sitzungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt chronologisch die Beratungen zwischen dem 16. und 21. Oktober 1962, die Argumentationen der „Hawks“ und „Doves“ sowie die Wandlung der Kennedy-Administration.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kubakrise, Kalter Krieg, Ex-Comm, Nukleare Dimension, Entscheidungsfindung, Quarantäne und Eskalationsvermeidung.

Warum galt der Militärschlag anfangs als favorisierte Option?

Zu Beginn waren die Berater und der Präsident stark durch konventionelles militärisches Denken geprägt und fürchteten, dass Verhandlungen als außenpolitische Schwäche wahrgenommen würden.

Welche Rolle spielte die Pearl-Harbor-Analogie?

Robert Kennedy nutzte den Vergleich zu Pearl Harbor, um die moralischen und ethischen Bedenken gegen einen unangekündigten Luftangriff ("Sneak Attack") zu verdeutlichen, was maßgeblich zum Umdenken beitrug.

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Details

Title
Die erste Woche der Krise
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für neue und neuere Geschichte)
Grade
1,0
Author
Michael Fliehr (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V17936
ISBN (eBook)
9783638223744
Language
German
Tags
Woche Krise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Fliehr (Author), 2002, Die erste Woche der Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17936
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