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Die „gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ nach Berger/Luckmann und deren Implikationen für die Kommunikation in der Beratung

Title: Die „gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“  nach Berger/Luckmann und deren Implikationen für die Kommunikation in der Beratung

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Khatuna Ehlen (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Peter L. Bergers und Thomas Luckmanns Werk „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ (Berger/Luckmann 2004). Insbesondere soll deren Relevanz und Anwendung für Beratungs- und Therapiesituationen, sowie das Erfordernis einer fortwährenden Korrespondenz zwischen der individuellen Auffassung der Welt und der gemeinsamen Auffassung ihrer Wirklichkeit herausgearbeitet werden.
Berger/Luckmann gelten mit ihrem Werk als Wegbereiter sozialkonstruktionistischer Ideen. Mit ihrer Theorie der Wissenssoziologie, wonach Wirklichkeit gesellschaftlich konstruiert wird, fokussieren sie die Art und Weise der Entwicklung, Vermittlung und Bewahrung dessen, was in einer bestimmten Gesellschaft als Wissen gilt (Schildberg 2005: 213).
Die Autoren verfolgen weder die Absicht, einen historischen Überblick zu geben noch einen umfassenden Abriss der Wissenssoziologie darzustellen. Vielmehr stellen sie anstelle des Ideologieproblems das vortheoretische Alltagswissen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen und machen es so zum Kernproblem ihrer Wissens-soziologie. Damit wollen sie die für die Gesellschaft zentrale Rolle des Wissens herausstellen und dasselbe innerhalb des gesellschaftlichen Entstehungsprozesses verorten. Berger und Luckmann beschreiben den Dualismus von Strukturen und Handeln, indem institutionalisierte Strukturen aus individuellen Handlungen entstehen und gleichzeitig einen Orientierungsrahmen für Akteurhandlungen bilden (Miebach 2006: 361).
Die Arbeit beginnt mit der Darstellung der Grundlagen des Wissens in der Alltagswelt nach Berger/Luckmann und einem ersten Überblick der Theorie. Im dritten Kapitel werden die Elemente zur Wirklichkeitsentstehung beschrieben. Das vierte Kapitel soll aufzeigen, wie die konstruierte Wirklichkeit gesichert und transformiert werden kann. Abschluss der Arbeit bildet eine kurze Zusammenfassung sowie eigene Anmerkungen. In allen Abschnitten wird ein Übertrag auf den Kontext der Beratung angestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Alltagswelt

2.1. Wirklichkeit der Alltagswelt

2.2. Interaktion und Vis-à-vis-Situation

2.3. Sprache in der Alltagswelt

2.4. Wissen

3. Entstehung von Wirklichkeit

3.1. Externalisierung

3.2. Objektivation der Wirklichkeit

3.2.1. Institutionalisierung

3.2.2. Legitimierung

3.3. Internalisierung von Wirklichkeit

4. Sicherung und Übertragung von Wirklichkeit

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk von Peter L. Berger und Thomas Luckmann im Kontext der Beratungspraxis, um aufzuzeigen, wie eine fortwährende Korrespondenz zwischen individueller Weltauffassung und gesellschaftlich konstruierter Wirklichkeit gelingen kann.

  • Grundlagen der wissenssoziologischen Theorie nach Berger/Luckmann
  • Prozesse der Wirklichkeitskonstruktion (Externalisierung, Objektivation, Internalisierung)
  • Bedeutung von Sprache und Interaktion für die Wissensvermittlung
  • Anwendung der Theorie auf beraterische und therapeutische Kontexte
  • Strategien zur Transformation subjektiver Wirklichkeit bei Suchterkrankungen

Auszug aus dem Buch

2.1. Wirklichkeit der Alltagswelt

Berger/Luckmann bestimmen Wirklichkeit als „Qualität von Phänomenen (…), die ungeachtet unseres Wollens vorhanden sind - wir können sie ver- aber nicht wegwünschen“ (Berger/Luckmann 2004: 1). Für sie ist jene Wirklichkeit von zentraler Bedeutung, die jedem zugänglich und für welche kein theoretisches Wissen erforderlich ist: Die Alltagswirklichkeit. An ihr nimmt der Mensch unausweichlich und wiederkehrend teil und sie stellt sich ihm somit als gegeben dar. Sie wird zunächst fraglos und unproblematisch wahrgenommen. Diese vom Individuum erlebte Alltagswirklichkeit wird immer in einem bestimmten Raum-Zeit-Bezug empfunden, welcher die spezifische Perspektive des Menschen ausbildet (Berger/Luckmann 2004: 28 ff.).

Abgesehen von dieser sehr nahen Wirklichkeitszone existieren auch räumlich und zeitlich graduell weit entfernte Wirklichkeiten, wie Traumwelt, Erinnerungswelt oder Zukunftswelt. Die zeitlich und räumlich nächstliegende Welt ist dennoch die Alltagswelt, denn sie ist die Wirklichkeit, die von den Menschen begriffen und von ihnen subjektiv als sinnvoll erachtet wird. In ihr leben und arbeiten wir, wir erfahren sie als unsere Welt. Die Alltagswelt enthält auch Bereiche, welche nicht auf diese Art zugänglich sind. Da diese jedoch für die Individuen nicht eine derartige Präsenz aufweisen, sind sie von geringerem Interesse (Berger/Luckmann 2004: 21 ff.).

Die Wirklichkeit der Alltagswelt wird als Wirklichkeitsordnung erlebt, denn sie erscheint bereits objektiviert, bevor der Einzelne an ihr teilnimmt. Es bestehen Präformationen, die das Begreifen und Deuten der Welt vorbestimmen. Die bereits existente Realität der Alltagswelt, die vermeintlich nicht verändert werden kann, tritt dem Individuum als Objekt gegenüber (Berger/Luckmann 2004: 26, 64).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Fragestellung der Anwendung der Wissenssoziologie von Berger/Luckmann auf das Feld der Beratung und Therapie ein.

2. Grundlagen der Alltagswelt: Das Kapitel erläutert, wie Alltagswirklichkeit als intersubjektive Ordnung durch Handeln, Sprache und Wissen entsteht und wahrgenommen wird.

3. Entstehung von Wirklichkeit: Hier werden die drei fundamentalen Prozesse der Wirklichkeitskonstruktion – Externalisierung, Objektivation und Internalisierung – sowie deren beratungspraktische Relevanz beschrieben.

4. Sicherung und Übertragung von Wirklichkeit: Dieses Kapitel behandelt die Transformation subjektiver Wirklichkeit, insbesondere im Kontext von Resozialisierung und der "Konversationsmaschine".

5. Schlussbemerkungen: Die Schlussbetrachtung würdigt die Bedeutung der Theorie für die moderne Beratungspraxis und den steigenden Bedarf an Orientierung in einer globalisierten Welt.

Schlüsselwörter

Wissenssoziologie, Sozialkonstruktivismus, Alltagswelt, Wirklichkeitskonstruktion, Beratung, Therapie, Externalisierung, Objektivation, Internalisierung, Sozialisation, Sprache, Relevanzstrukturen, Rollenhandeln, Konversationsmaschine, Resozialisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die wissenssoziologische Theorie von Berger und Luckmann und deren Relevanz für beratende sowie therapeutische Berufe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Konstruktion von Wirklichkeit im Alltag, die Bedeutung von Sprache als Vermittlungsinstrument und der Prozess der Sozialisation.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es soll herausgearbeitet werden, wie Berater die Korrespondenz zwischen individueller Sinnwelt und objektiver Wirklichkeit unterstützen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Wissenssoziologie basiert und diese auf praxisnahe Beispiele überträgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Begriffe Externalisierung, Objektivation, Institutionalisierung, Legitimierung und Internalisierung detailliert erklärt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wissenssoziologie, Konstruktivismus, Sozialisation, Beratungspraxis, Alltagswissen und Identitätsbildung.

Welche Rolle spielt die Sprache bei der Wirklichkeitskonstruktion?

Sprache dient als wichtigstes Zeichensystem, um subjektiven Sinn zu objektivieren und eine gemeinsame Alltagswirklichkeit zu etablieren.

Wie gehen Berger/Luckmann mit dem Thema Sucht um?

Bei Suchterkrankungen weicht die subjektive Welt stark von der objektiven ab; der Therapeut muss durch eine neue "Konversationsmaschine" eine Transformation zur objektiven Wirklichkeit ermöglichen.

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Details

Title
Die „gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ nach Berger/Luckmann und deren Implikationen für die Kommunikation in der Beratung
College
University of Duisburg-Essen  (Soziale Arbeit)
Grade
2,0
Author
Khatuna Ehlen (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V179389
ISBN (eBook)
9783656017769
Language
German
Tags
konstruktion wirklichkeit berger/luckmann implikationen kommunikation beratung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Khatuna Ehlen (Author), 2007, Die „gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ nach Berger/Luckmann und deren Implikationen für die Kommunikation in der Beratung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179389
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