„Das historische Jugendbuch im fächerübergreifenden Geschichtsunterricht“

Unterrichtseinheit zu dem Jugendbuch „Die Hexenkinder von Seulberg“


Hausarbeit, 2010
14 Seiten, Note: 13 Punkte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Thema der Unterrichtssequenz

3) Grobziele der Unterrichtssequenz

4) Analyse der pädagogischen Situation

5) Didaktisch-methodische Bemerkungen

6) Fazi

7) Schülerarbeitsmaterial

8) Literaturangaben

1) Einleitung

“Beim historischen Lernen können kaum primäre Erfahrungen gemacht werden, erst Geschichten veranschaulichen die Geschichte.“[1]

Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Themenbereich “Historische Jugendbücher im fächerübergreifenden Geschichtsunterricht“. Zu Beginn werde ich das Thema der Unterrichtssequenz erläutern, danach widme ich mich den Grobzielen, sowie der Analyse der pädagogischen Situation. Zum Schluss folgen didaktisch-methodische Bemerkungen und das die Hausarbeit abrundende Fazit. Ebenso werde ich ein Augenmerk auf das Schülerarbeitsmaterial legen.

Nach den schlechten Ergebnissen der PISA-Studie im Jahr 2000 wird in jedem Schulfach erwartet, dass dort die Lesekompetenz der SuS verbessert wird, so auch im Fach Geschichte. Diesen Wunsch kann man am besten nachgehen, wenn man ein historisches Jugendbuch mit den Inhalten des Lehrplans in Geschichte verbindet. Es ist aber zu beachten, dass das Augenmerk nicht ausschließlich auf das Jugendbuch, sondern auch auf die anderen Quellen und Schulbuchtexte gelegt wird. Ebenso ist zu bemerken, dass “[h]istorische Romane […] keine wissenschaftlich verbürgte Geschichte dar[stellen] und [sie] wollen das auch gar nicht. Das lässt sie […] unbrauchbar für den Geschichtsunterricht erscheinen. Doch die Art ihrer Fiktion unterscheidet sich erheblich von anderen fiktionalen Texten […]. Fiktionalität bedeutet in diesen Romanen also nicht freie Erfindung, sondern – trotz aller dichterischen Freiheit – eine historisch wahrscheinliche und mögliche authentische Darstellung.“[2] Somit wird den SuS interessante und informative Geschichte geboten, sie wird erlebbar. Nichtsdestotrotz müssen die SuS den Unterschied zwischen Fiktivem und Realem erkennen. “Historische Jugendliteratur ist für historisches Lernen und Wissen Jugendlicher erst fruchtbar, wenn die jugendlichen Rezipienten einen kognitiven Entwicklungsstand erreicht haben, der ihnen das Erkennen des spezifisch historischen und die Unterscheidung zwischen Fiktion und Wirklichkeit ermöglicht.“[3] Die Trennung von diesen zwei Aspekten ist ein wichtiges Lernziel, wenn die Lehrkraft mit historischen Jugendbüchern arbeiten möchte. Abschließend ist zu erwähnen, dass historische Jugendbücher am besten im fächerübergreifenden Geschichtsunterricht angewandt werden. Diese Unterrichtsform hilft, mehr Unterrichtszeit zu erhalten, sowie Kooperationen mit den Kolleginnen und Kollegen einzugehen. Durch den fächerübergreifenden Unterricht lernen die SuS Selbstständigkeit und gehen motivierter an die Sache heran. Die Lehrkraft kann diese Art von Unterricht in der normalen Klassenzeit planen, geeigneter erscheinen jedoch Projekte, sowie Tages- und Wochenpläne. Falls die Lerngruppe das freie Arbeiten noch nicht gewohnt ist, muss der Lehrer die Klasse behutsam an diese Lernart heranführen. Nun stellt sich die Frage, wie eine Unterrichtseinheit mit Verbindung eines historischen Jugendbuches aussehen kann. Diesem möchte ich im Folgenden nachgehen.

2) Thema der Unterrichtsequenz

Das Thema der Unterrichtssequenz beschäftigt sich mit dem im Mittelalter, und vor allem in der frühen Neuzeit begangenen Hexenverfolgungen, sowie der großen Pest und dem 30-jährigen Krieg. Dies wird mithilfe des historischen Jugendbuches „Die Hexenkinder von Seulberg“ unterstützt. Es existieren einige Prinzipien für den Geschichtsunterricht, die in den Unterrichtsstunden vorkommen sollten, wobei nicht alle Prinzipien in einer Stunde erscheinen müssen. In der folgenden Einstiegsstunde „Hexen“ spielt der Gegenwartsbezug eine entscheidende Rolle. SuS begreifen oftmals nicht, wieso sie sich mit Personen und Ereignissen beschäftigen sollen, die schon lange Zeit zurückliegen. Aus diesem Grund muss ein Gegenwartsbezug hergestellt werden, damit die SuS verstehen, dass Geschichte nicht nur die Vergangenheit darstellt, sondern dass sich Geschichte auch in der Gegenwart abspielt, dass jeder Mensch ein Teil der Geschichte ist. Somit begreifen sie, dass es das Thema nicht nur in der Vergangenheit gegeben hat, sondern dass Vorstellungen von Hexen heutzutage ihren Platz u.a. in Kinderbüchern oder im Fernsehen gefunden haben. Durch die Identifikation mit der Geschichte können sich viele Kinder für den Geschichtsunterricht begeistern. In der zweiten Stunde wird das Augenmerk auf das Fremdverstehen gelenkt. Bei dem Thema „Pest und Krieg“ kann das Fremdverstehen eingesetzt werden, denn durch dieses lernen die SuS Empathiefähigkeit, können sich in andere Menschen hineinversetzen und die interkulturelle Erziehung wird zudem gefördert. Die SuS können ansatzweise begreifen, wie sich die Menschen damals gefühlt haben und welche Ängste und Wünsche sie hatten. In der dritten Stunde wird die historische Methode eingesetzt. Durch ebendiese können die SuS lernen, historische Texte zu untersuchen. In der Geschichte wird viel mit Texten und Quellen gearbeitet und aus diesem Grund ist es wichtig, vor allem im Gymnasium, wenigstens die Ansätze der historischen Methode zu kennen.

3) Grobziele der Unterrichtseinheit

In der Unterrichtseinheit wird das Thema „Hexen“ mithilfe des Jugendbuches „Die Hexenkinder von Seulberg“ in einer achten Klasse des Gymnasiums durchgeführt. Das Thema der Unterrichtseinheit lautet „Die Grundlagen der Neuzeit“. Die Unterrichtsstunden tragen die Namen „Hexen“, „Die Pest und der 30-jährige Krieg“, sowie „Hexenverfolgungen, Ursachen und Auswirkungen“. Zu Beginn muss die Lehrperson die Grob- und Feinziele verdeutlichen, um den zukünftigen Wissenstand der SuS zu kontrollieren.

Grobziel: Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, warum in Mitteleuropa, vor allem in der frühen Neuzeit, ein Prozess einsetzte, der zum Beginn der Hexenverfolgung führte.

Feinziele:

1) Die SuS sollen anhand der gezeigten Bilder erkennen, dass sich das Hexenbild von früher und heute verändert hat.
2) Durch die Internetrecherche sollen die SuS Gemeinsamkeiten und Unterschiede von den Hexen in der frühen Neuzeit und dem heutigen Hexenbild finden.
3) Die SuS sollen zum Thema „Hexen“ eine konkrete historische Frage formulieren können und diese Frage nachvollziehbar hypothesenartig beantworten können.
4) Die SuS sollen durch die Kurzreferate der Mitschüler Gründe kennen lernen, was das Thema „Hexen“ mit der Pest zu tun hat. Ebenso sollen sie erkennen, welchen Platz der 30-jährige Krieg in der Geschichte eingenommen hat.
5) Durch den Tagebucheintrag sollen die SuS ihre Empathiefähigkeit stärken, sowie die Perspektivenübernahme lernen.
6) Die SuS sollen ansatzweise die Tiefe der Veränderungen durch den Aberglauben erkennen und beschreiben.
7) Die SuS sollen sowohl ihre Teamarbeit, als auch ihre Fähigkeit, sich nachvollziehbar zu verbalisieren, schrittweise verbessern.

4) Analyse der pädagogischen Situation

Die fiktive Unterrichtsklasse, mit der die Unterrichtseinheit durchgeführt wird, ist eine achte Klasse des Gymnasiums. Die Lerngruppe setzt sich aus insgesamt 30 SuS zusammen, davon 17 Mädchen und 13 Jungen. Die Kenntnisse in Deutsch sind gut bis sehr gut, sodass Anweisungen größtenteils schnell verstanden und umgesetzt werden können. Die Klasse hat ein gutes Lerntempo, der Wissensstand ist dem Alter entsprechend. Der Klassenraum ist für die Anzahl der Schüler etwas klein, aber liebevoll eingerichtet. Die Atmosphäre ist sehr freundlich und der Lichteinfluss ist durch große Fenster gegeben.

Für den Unterricht steht direkt neben dem Lehrerpult ein Overheadprojektor bereit, zudem existiert ein Materialienschrank, in dem viele Materialien wie Zirkel, Lineal usw. zu finden sind. Gruppen- und Partnerarbeiten funktionieren in der Klasse sehr gut. Die SuS arbeiten gut mit und sind leicht zu motivieren. Die SuS der Klassen sind im Moment in der Pubertät, was sich im Verhalten und besonders deutlich in der Sitzordnung niederschlägt. Jungen und Mädchen sitzen voneinander getrennt. Die Mädchen in dieser Klasse sind schon weiter in der pubertären Entwicklung, sie reflektieren sehr viel intensiver über sich selbst und konzentrieren sich viel stärker auf ihr Innenleben als die Jungen. Die Jungen hingegen versuchen sich eher in der Gruppe durchzusetzen und zu behaupten, oder gegenüber den Mädchen ihre Überlegenheit zu demonstrieren. Allgemein herrscht ein gutes und lernmotiviertes Klima in der Klasse. Es ist zu beobachten, dass die Mädchen schneller lernen als die Jungen, zudem sind sie schneller mit Arbeitsaufträgen fertig. Es ist zu beobachten, dass das Interesse für das Fach Geschichte bei beiden Geschlechtern größtenteils im Gleichgewicht liegt, auch wenn die Jungen oftmals motiviert werden müssen.

Feindschaften gibt es in der Klasse nicht. Die Geschlechtsidentität entwickelt sich u.a. durch gesellschaftliche und kulturelle Erwartungen. Die Lehrperson muss auf unterschiedliche Interessen und Stärken von Mädchen und Jungen eingehen und überprüfen, ob die Methoden im Unterricht Mädchen und Jungen gleichermaßen ansprechen. Vorkenntnisse zu dem Thema „Hexen“, „Pest“ und „der 30-jährige Krieg“ sind nicht vorhanden. Wissen besitzen die SuS über die Urgeschichte, Ägypten und Griechenland, welches in der sechsten Jahrgangsstufe behandelt wurde. In der siebten Klasse wurde das Thema „Rom“ besprochen, sowie das normale Alltagsleben im Mittelalter. Nun folgt in der achten Klasse das Thema Neuzeit und das Zeitalter der Hexenverbrennungen, wo auch die große Pest und der 30-jährige Krieg ihren Platz finden.

[...]


[1] vgl. Rox-Helmer, Jugendbücher im Geschichtsunterricht, S. 18

[2] ebd., S. 16

[3] vgl. Georg, Fiktionalität und Geschichtsvermittlung – unvereinbar?, S. 228

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
„Das historische Jugendbuch im fächerübergreifenden Geschichtsunterricht“
Untertitel
Unterrichtseinheit zu dem Jugendbuch „Die Hexenkinder von Seulberg“
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Veranstaltung
Proseminar
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V179397
ISBN (eBook)
9783656017752
ISBN (Buch)
9783656017936
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Didaktik Geschichte, frühe Neuzeit, historisches Jugendbuch
Arbeit zitieren
Melanie Harth (Autor), 2010, „Das historische Jugendbuch im fächerübergreifenden Geschichtsunterricht“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179397

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