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Die Ästhetik des Bösen - Der Vampir als romantisches Motiv am Beispiel des Ausschnittes „Vampirismus“ aus „Die Serapionsbrüder“ von E.T.A. Hoffmann

Title: Die Ästhetik des Bösen - Der Vampir als romantisches Motiv am Beispiel des Ausschnittes „Vampirismus“ aus „Die Serapionsbrüder“ von E.T.A. Hoffmann

Seminar Paper , 2011 , 25 Pages

Autor:in: Mareike Höckendorff (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Im Gegenstrom zur Aufklärung wendet sich die Romantik dem Dunklen, Heimlichen und Geheimnisvollen zu. Viele Poeten fühlen sich zur Nacht, zum Schlaf und gar zum Tod hingezogen. Dem Forschungsdrang des Idealismus setzen sie Beobachtung und intensives, nicht-bewertendes Erleben ihrer Umwelt entgegen. Doch was zunächst als relativ sanfte Strömung beginnt, wandelt sich später zur Hinwendung zum Schauerlichen und gar Bösen. Das Heimliche wird zum Unheimlichen, das Zauberhafte zur dunklen Magie. In der vorliegenden Arbeit wird die Frage untersucht: Was macht den Reiz bzw. die Ästhetik des Bösen in der Literatur der Romantik aus?

Ich nähere mich der Forschungsfrage auf zwei grundlegend verschiedene Weisen. Zunächst soll der Versuch unternommen werden, ein Bild der damaligen literarischen Strömung in Bezug zu Bürgerlichkeit und Konzeptionen des Anderen bzw. Bösen zu entwerfen. Hierzu werden verschiedene Literaten der Zeit in ihren Reflexionen zum Zeitgeschehen und zur Rolle der Poesie exemplarisch angeführt. Anschließend wird die Position E.T.A. Hoffmanns gesondert untersucht, da er als ein herausragender Vertreter der Schauerromantik gilt. Auf der Folie der Positionen seiner Zeitgenossen soll sein spezifischer Standpunkt erläutert werden.
Im zweiten Teil der Arbeit wird ein konkretes Beispiel von Hoffmanns schauerlicher Literatur analysiert. Hierzu wähle ich einen Abschnitt aus den „Serapionsbrüdern“, was sich besonders anbietet, da dieser Erzählzyklus sowohl einleitende reflexive als auch rein narrative Teile enthält. Aus diesen Gründen und weil neben das Andere des Bürgerlichen hier noch das Andere der Weiblichkeit tritt, konzentriert sich diese Arbeit auf einen Abschnitt des Zyklus, der von Hoffmann nicht betitelt wurde, der im Nachhinein aber als „Eine grässliche Geschichte“, „Vampirismus“ oder „Die Vampirin“ bezeichnet wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung und Kerngedanken der Romantik

2.1 Positionen einzelner Romantiker innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft

2.2 Das Bürgerliche und das Böse bei E.T.A Hoffmann

3. Die Serapionsbrüder und der Abschnitt „Vampirismus“

3.1 Konzepte des Philistertums im Abschnitt „Vampirismus“ der „Serapionsbrüder“

3.2 Das Böse im Abschnitt „Vampirismus“

3.3.1 Der traditionelle Vampirmythos

3.3.2 Hoffmanns Vampirin

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ästhetik des Bösen in der Literatur der Romantik, wobei die zentrale Forschungsfrage lautet, was den spezifischen Reiz des Bösen in diesem literarischen Kontext ausmacht. Dabei wird die Hypothese geprüft, inwiefern das Böse als Konzeption des "Anderen" innerhalb einer als "Philistertum" bezeichneten bürgerlichen Gesellschaft fungiert.

  • Romantische Weltanschauung und die Abgrenzung zum Bürgertum
  • Die literarische Rolle des Bösen und das Motiv des Wahnsinns
  • E.T.A. Hoffmanns "Vampirismus" als Fallstudie für das Böse
  • Die Verschränkung von Sexualität, Weiblichkeit und gesellschaftlicher Norm

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Hoffmanns Vampirin

Hoffmanns Aurelie ihrer Weiblichkeit wegen als Rückkehr zum Empusenmythos zu sehen, greift leider zu kurz. Sie ist weder ein Geist, noch eine zurück gekehrte Tote, noch nutzt sie ihre Schönheit zur Verführung. Im Gegenteil, erscheint sie eher mit dem Erwachen ihrer Sexualität unattraktiver zu werden, das Frische, Anbetungswürdige, was Hyppolit in ihr sah weicht zunehmend und Blässe und Kränklichkeit nehmen ihren Platz ein. Auch ist Aurelie keine Mörderin. Sie scheint also aus einer ganz neuen Verarbeitung des Stoffes durch E.T.A. Hoffmann entstanden zu sein.

Möglicherweise wählte Hoffmann für seine Erzählung einen weiblichen Vampir, da die Frau bereits per se zum Bereich des Anderen gehört. In der Romantik haben emanzipatorische Frauenbewegungen ihre ersten Ansätze. Frauen erhalten immer mehr Zugang zur Bildung und werden zu intensiven Leserinnen. Sie führen als Gastgeberinnen literarische Salons und treten erstmals selbst als Autorinnen hervor. Im Vampirismus-Abschnitt wertet Hoffmann schon in der Vorrede Frauen als Schriftstellerinnen ab und stellt sie männlichen Dichtern diametral gegenüber. Ihre Andersartigkeit wird als weniger wertig angesehen, hat aber hier noch keine böse Konnotation.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Hinwendung der Romantik zum Dunklen und Unheimlichen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Ästhetik des Bösen sowie die Arbeitshypothese der Abgrenzung zum Philistertum auf.

2. Entwicklung und Kerngedanken der Romantik: Das Kapitel beleuchtet das historische Spannungsfeld der Romantik gegenüber der Aufklärung und der industriellen Gesellschaft, wobei der Philister als Antithese zum Künstler fungiert.

2.1 Positionen einzelner Romantiker innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft: Hier werden die Ansichten von Novalis, den Brüdern Schlegel und Tieck analysiert, die das Romantisieren als Überhöhung der Wirklichkeit und Reaktion auf das Nützlichkeitsparadigma verstehen.

2.2 Das Bürgerliche und das Böse bei E.T.A Hoffmann: Dieses Kapitel untersucht Hoffmanns spezifische Darstellung der bürgerlichen Ordnung, die durch das Phantastische und das Böse bedroht wird, wobei das Schreiben als Mittel zur Kontrolle des Wahnsinns dient.

3. Die Serapionsbrüder und der Abschnitt „Vampirismus“: Das Kapitel analysiert den literarischen Rahmen von Hoffmanns Erzählzyklus und die innerhalb der Serapionsbrüder geführte Diskussion über Schauerliteratur und die Bedeutung des Bösen.

3.1 Konzepte des Philistertums im Abschnitt „Vampirismus“ der „Serapionsbrüder“: Diese Analyse zeigt auf, wie unterschwellig bürgerliche Lebensentwürfe und die Spannung zwischen Künstlertum und Anpassung in die Erzählung um Graf Hyppolit einfließen.

3.2 Das Böse im Abschnitt „Vampirismus“: Hier werden die unterschiedlichen Reaktionen der Serapionsbrüder auf das Böse – von Ablehnung bis hin zu literarischem Interesse – gegenübergestellt.

3.3.1 Der traditionelle Vampirmythos: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über die klassischen Vorstellungen des Vampirismus, von antiken Legenden bis hin zu den Werken von Polidori und Stoker.

3.3.2 Hoffmanns Vampirin: Das Kapitel analysiert Hoffmanns Umdeutung der Vampirfigur als lebendige Frau, die das Böse primär durch ihre Sexualität und ihr Rollenbild gegenüber dem bürgerlichen Ehemodell verkörpert.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die ursprüngliche Arbeitshypothese modifiziert werden muss, da das Böse bei Hoffmann nicht nur als Gegenkonzept, sondern als Teil der menschlichen Psyche und Sexualität integriert wird.

Schlüsselwörter

Romantik, E.T.A. Hoffmann, Vampirismus, Ästhetik des Bösen, Philistertum, Schauerromantik, Weiblichkeit, Sexualität, Wahnsinn, Identität, Serapionsbrüder, Künstlertum, Literaturanalyse, Medardus, Aurelie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ästhetische und inhaltliche Darstellung des Bösen in der romantischen Literatur am Beispiel von E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Vampirismus“ aus dem Zyklus „Die Serapionsbrüder“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Spannungsverhältnis zwischen Künstlertum und bürgerlicher Lebensweise, das Motiv der Abgrenzung vom "Philister", die Darstellung von Sexualität als "Anderes" sowie die psychologische Ausdeutung des Bösen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Was macht den Reiz beziehungsweise die Ästhetik des Bösen in der Literatur der Romantik aus? Dabei wird untersucht, ob das Böse lediglich ein Gegenentwurf zum Philistertum ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische Kontexte der Romantik mit einer textnahen Untersuchung des spezifischen Abschnitts „Vampirismus“ verknüpft und psychologische Deutungsmuster einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Romantik, die Rolle der literarischen Zirkel, die Definition des Philisters sowie die spezielle Umsetzung des Vampir-Motivs als Ausdruck weiblicher Sexualität bei E.T.A. Hoffmann.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Romantik, Vampirismus, E.T.A. Hoffmann, Philistertum, Ästhetik des Bösen und das Konzept des Anderen.

Warum wählt die Autorin ausgerechnet den Abschnitt „Vampirismus“?

Der Abschnitt bietet die Möglichkeit, das in der Romantik zentrale Spannungsverhältnis zwischen bürgerlichem Leben und schauerlicher Phantastik zu analysieren, wobei die weibliche Hauptfigur eine neue, autonome Form des Vampirs darstellt.

Wie deutet die Autorin das Ende der Erzählung „Vampirismus“?

Das Ende wird als mehrfach deutbar beschrieben: Einerseits als Tod der Vampirin, andererseits als psychologischer Zusammenbruch des Grafen, dessen Ordnung durch das Erwachen verborgener Leidenschaften zerstört wird.

Inwiefern unterscheidet sich Hoffmanns Vampirin von klassischen Modellen?

Im Gegensatz zum traditionellen Vampir, der ein Untoter ist, ist Hoffmanns Aurelie eine lebendige Frau, deren "Vampirismus" eng mit ihrem persönlichen Entwicklungsprozess, ihrem sozialen Umfeld und ihrer Sexualität verknüpft ist.

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Details

Title
Die Ästhetik des Bösen - Der Vampir als romantisches Motiv am Beispiel des Ausschnittes „Vampirismus“ aus „Die Serapionsbrüder“ von E.T.A. Hoffmann
College
University of Hamburg
Author
Mareike Höckendorff (Author)
Publication Year
2011
Pages
25
Catalog Number
V179435
ISBN (eBook)
9783656018810
ISBN (Book)
9783656019169
Language
German
Tags
ästhetik bösen vampir motiv beispiel ausschnittes vampirismus serapionsbrüder hoffmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mareike Höckendorff (Author), 2011, Die Ästhetik des Bösen - Der Vampir als romantisches Motiv am Beispiel des Ausschnittes „Vampirismus“ aus „Die Serapionsbrüder“ von E.T.A. Hoffmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179435
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