In dieser Hausarbeit geht es um die Bibeltextstelle Lk 19,1-10, genauer um die Zachäusgeschichte.
Dabei wird im ersten Schritt auf den Text und seine Abgrenzung selbst eingegangen, anschließend finden Synchrone und Diachrone Analyse statt und es wird versucht, so viel Gehalt wie möglich aus dieser Textstelle zu ziehen.
Gerahmt wird die Arbeit durch die damalige Intention der Textstelle und dem anschließenden Versuch, diese auf unsere heutige Zeichen der Zeit zu beziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Text
2.1. Textabgrenzung
2.2. Textkritik
2.3. Übersetzung
3. Synchrone Analyse
3.1 Tempus, Ort, Personen und Syntax
3.2 Wortfelder, Bedeutungen und Oppositionen
4. Diachrone Analyse
4.1. Literarkritik
4.2. Gattungskritik und „Sitz im Leben“
4.3. Zeit-, Sozial-, Religionsgeschichte, Traditionskritik
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die neutestamentliche Perikope der Zachäusgeschichte (Lk 19, 1-10) durch eine umfassende exegetische Analyse, um die Intention des Textes zu ergründen und Rückschlüsse auf heutige gesellschaftliche Fragestellungen zu ziehen.
- Exegetische Untersuchung und Textkritik der Zachäusgeschichte
- Synchrone Analyse sprachlicher und stilistischer Mittel
- Diachrone Analyse hinsichtlich Entstehungsgeschichte und Gattung
- Untersuchung der Kommunikationssituation und historischer Hintergründe
- Anwendung der biblischen Botschaft auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Bezüglich des von mir im Sommersemester 2010 besuchten Seminars „Einführung in die Methoden der neutestamentlichen Exegese“ geht es in dieser Hausarbeit um eine neutestamentliche Exegese über eine Textstelle aus dem Lukasevangelium, und zwar die über die Geschichte des Zachäus (Lk 19, 1-10).
Die Textstelle handelt von einem Mann mit dem einfachen Wunsch, Jesus zu sehen. Dies erweist sich jedoch als nicht leicht für ihn, denn er wird von der Gemeinde missachtet und als Sünder angesehen, aufgrund seiner Tätigkeit als Oberzöllner. Als es schließlich zu einer unerwarteten Begegnung mit Jesus kommt, die nebenbei von der Volksmenge mit Murren kommentiert wird, beschließt Zachäus, sein Leben zu wandeln.
Schon früh zog die Zachäusgeschichte die Aufmerksamkeit der christlichen Künstler auf sich. Eine Serie von Sarkophagen ist mit der Darstellung über die Begegnung Christi mit Zachäus bemalt. Im Mittelalter wurde die Episode als Evangeliumslesung in der Zeremonie jeder neu einzuweihenden Kirche verwendet. Es entwickelte sich im weiteren Verlauf des Mittelalters ein ikonographischer Erfolg der Geschichte. Größen wie Ambrosius, der Bischof von Mailand, oder damals Albert der Große, Erasmus von Rotterdam und Luther beschäftigten sich jeweils mit unterschiedlichen Schwerpunkten mit der Erzählung. Der eine betont die Sünden des Zachäus, ein anderer beschäftigt sich mit der Metapher des Baumes, der in der Geschichte eine Rolle spielt, wiederum ein anderer betont die Tugenden des Zachäus und mit Luther gelangt man zu einem Paradox, denn für ihn ist Zachäus zugleich Sünder und Gerechter.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Exegese der Zachäusgeschichte ein und erläutert die Motivation sowie die Relevanz des Themas im Kontext aktueller gesellschaftlicher Zeichen der Zeit.
2. Text: In diesem Kapitel erfolgt die Abgrenzung der Perikope Lk 19, 1-10 von den umliegenden Textstellen, eine textkritische Prüfung sowie die Präsentation der für die Analyse gewählten Übersetzung.
3. Synchrone Analyse: Dieser Teil befasst sich mit der Untersuchung des Textes hinsichtlich seiner inneren Kohärenz, der Verwendung von Tempus, Syntax und Personen sowie der semantischen Struktur durch Wortfelder und Oppositionen.
4. Diachrone Analyse: Das vierte Kapitel widmet sich der Entstehungsgeschichte, der Literarkritik, der Gattungsbestimmung und dem historischen Hintergrund, um die verschiedenen Ebenen und Intentionen des Textes zu beleuchten.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung der Zachäusgeschichte als Appell an die christliche Gemeinde für den Umgang mit Sündern in der heutigen Zeit.
Schlüsselwörter
Zachäus, Lukasevangelium, Exegese, neutestamentliche Methoden, Synchrone Analyse, Diachrone Analyse, Literarkritik, Gattungskritik, Sitz im Leben, Zöllner, Sünder, Erlösung, Menschensohn, christliche Gemeinde, Textanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit bietet eine fundierte neutestamentliche Exegese der Geschichte des Zachäus (Lk 19, 1-10).
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die textliche Abgrenzung, die sprachliche Struktur, die Entstehungsgeschichte sowie die hermeneutische Übertragung der biblischen Erzählung auf heutige gesellschaftliche Probleme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Intention des lukanischen Textes zu verstehen und diese kritisch auf die Zeichen der Zeit und das christliche Selbstverständnis der Gegenwart zu beziehen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit kombiniert Methoden der synchronen Analyse, wie die Untersuchung von Wortfeldern und Syntax, mit diachronen Methoden wie der Literarkritik und Gattungsbestimmung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Im Hauptteil werden der Aufbau der Erzählung, die verwendeten Stilmittel, die Funktion der Akteure sowie die kritische Frage nach der ursprünglichen Einheit des Textes detailliert untersucht.
Was charakterisiert die in der Arbeit verwendeten Schlüsselwörter?
Die Keywords spiegeln sowohl die exegetisch-methodische Vorgehensweise als auch die inhaltlichen Schwerpunkte der Erzählung, wie die Bekehrung und die Mission Jesu, wider.
Warum wird die Literarkritik in Bezug auf Vers 8 so intensiv diskutiert?
Die Diskussion zeigt, dass Vers 8 aufgrund inhaltlicher und struktureller Brüche als möglicher späterer Einschub innerhalb der Erzählung betrachtet wird.
Welche Bedeutung kommt der Figur des Zachäus in der Argumentation zu?
Zachäus fungiert als Beispiel für einen Menschen, dessen Wandlung durch Jesus das grundlegende christliche Anliegen der Vergebung und des Umgangs mit Ausgegrenzten verdeutlicht.
- Arbeit zitieren
- Mareike Janßen (Autor:in), 2010, Exegese der Perikope LK 19, 1-10 - Die Zachäusgeschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179530