Ein Überblick über Funktionsverbgefüge im Deutschen und Französischen


Studienarbeit, 2011
25 Seiten

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff „ Funktionsverbgefüge (FVG)“
2.1. FVG im Französischen
2.2. FVG im Deutschen

3. FVG und ihre Merkmale in französischer Sprache

4. Aktionsarten der FVG

5. Analyse einiger deutschen FVG

6. Analyse einiger französischen FVG

7. Zusammenfassung

8. Literaturverzeichnis

Abkürzung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

In folgender Untersuchung werden kurz die Schwierigkeiten der Funktionsverben (FV) gegenüber des Funktionsverbgefüges (FVG) anhand der französischdeutschen und deutsch französischen Sprache dargestellt und kontrastiert.

Eine Schwierigkeit besteht darin, dass der Leser einer Fremdsprache viele syntaktischsemantische Bedeutungen missversteht, wenn er direkt, also wortwörtlich, französische Verben ins Deutsche übersetzt und umgekehrt, z.B.:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hier lautet zuerst die wiedergestellte Frage: was sind FV und FVG?

2. Zum Begriff „FVG“

2.1 FVG im Französischen

Im Französischen vereinigen sich die Sprachwissenschaftler fast um dieselbe folgende Definition. Unter ihnen die Hauptvertreterin Angela Coşciug, die die FVG deutlich mit Beispielen systematisiert hat und sagt: „Dans la perspective la plus large, la locution verbale est definie comme une suite d’unités, figée par l'usage, pouvant etre substituée à un verbe dans une phrase, pour constituer une nouvelle phrase grammaticalement correcte : il tourne sept fois sa langue dans sa bouche avant de parler = il réfléchit longuement avant de parler.

La locution verbale en français a des structures différentes :

1. Verbe et (Prep)(Art)Nom :

avoir faim, avoir soif, zigzaguer entre les verres etc.

2. Verbe et Adjectif et Nom :

faire grise mine, faire bonne ch e re etc. ;

3. Verbe et Nom et Adjectif :

avoir l’air d e confit, avoir la m e moire courte etc.;

4. Pronom (adverbial) et Verbe et Nom1 et Preposition et Article etNom2’’ (C. Angela 2010 : 126)

2.2 FVG im Deutschen

Im Deutschen ist es aber anders. Es gibt Meinungsverschiedenheiten über die Begriffsbestimmungen von „FV und FVG“. Unter verschiedenen Theorien, wird hier auf die beiden Theorien von H. Bußmann und Helbig/Buscha der Fokus liegen.

Im Bezug auf FV schreibt H. Bussmann: "Teilmenge der Verben, die (wie bringen, kommen, finden, stehen, nehmen…) in bestimmten Kontexten ihre lexikalische Bedeutung als Vollverb fast ganz verloren haben.“ (H. Bussmann: 259)

Über FVG bestätigt Bussmann desweiteren: “Auch Schwellform, Streckform: Syntaktische Fügung, die aus präpositionalen Objekt und einem Funktionsverb besteht (zur Aufführung bringen). Dem Funktionsverbgefüge liegt folgender Bildungsprozess zugrunde: die ursprüngliche Verbbedeuteutung von aufführen erscheint durch Nominalisierung als Abstraktum(Aufführung), und ein (sinnschwaches) Ersatzverb in Hilfsverbfunktion (bringen) stellen die grammatische Verbindung zwischen Subjekt und präpositionalem Objekt her…..“ (ebenda S. 260)

Die Theorie von Helbig und Buscha definiert FV und FVG anders, aber sie kommen schließlich zu denselben Inhaltspunkt oder Inhaltsgabe.

„Aus den finiten Verben werden die Funktionsverben als die Gruppe von Verben ausgesondert, die in einer bestimmten Verwendung im Satz das Prädikat nicht allein ausdrücken“ (Helbig und Buscha: 79)

„Ein FVG besteht aus einem FV und einem nominalen Bestandteil (in der Regel Substantiv im Akkusativ oder Präpositionalgruppe), die beide zusammen eine semantische Einheit darstellen uns als solche das Prädikat bilden. Das FV kann nicht ohne den nominalen Teil des FVG vorkommen(und umgekehrt); dieser wird nach seinem Satzgliedcharakter als lexikalischer Prädikatsteil aufgefasst“(ebenda 79)

Um diese unterschiedlichen Theorie einfach zu verdeutlichen und zu vereinigen, werden praktisch zwei französische Hauptverben „faire und être“ als Muster dargestellt und dann ins Deutsche übersetzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Verb hat hier seine ursprüngliche, volle Bedeutung weitgehend verloren, es ist verblasst und hat eigentlich nur noch eine grammatische Funktion. Es werden also Verben in solcher Verwendung "FV", und die gesamte Fügung (faire à la main) "FVG" genannt.

3. FVG und ihre Merkmale in französischer Sprache

Im Rahmen dieser Untersuchung werden wir methodisch FV unmittelbar zusammen mit FVG behandeln. Hinzufügen ist auch, dass wir diese FVG morphologisch; lexikalisch, syntaktisch und semantisch analysieren werden, wie in der folgenden Tabelle.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dadurch kann festgestellt werden, dass sich einige FVG des Französischen nicht ins Deutsche übersetzen lassen, denn diese FVG verlieren im diesen Fall ihre richtigen Bedeutungen, d.h., wenn irgendwelche FVG in einer anderen Fremdsprache übersetzt werden, werden sie sich nuancieren. Dies wird im folgenden Beispiel deutlich:

-Faire la fête wird wortwörtlich übersetzt = Fest machen, aber die richtige FVG ist „ein tolles Leben führen“
-Faire des manières, wortwörtlich = Art und Weise machen, aber die richtige FVG ist „sich einstellen“, „Umstände machen“
- Se faire la main, wortwötlich = sich die Hand mache, aber die richtige FVG ist „sich üben“.

Selbstverständlich werden solche FV wie être „sein“ und faire „machen“ wie schon genannt als Muster anderer französischen Verben mit der Hilfe von dem Wörterbuch „Pons“, und dem Lexikon „le Petit Robert“ aufgelistet.

Danach wird eine Reihe von FVG geschrieben und ihre Übersetzungen im Französischen herausgestellt und syntaktisch und semantisch analysiert, d.h. welche FVG im Deutschen syntaktisch eine aktive Bedeutung haben und welche lexikalisiert oder nicht lexikalisiert sind. Anderseits welche FVG einen semantischen Bedeutungsvergleich oder eine semantische Bedeutungsveränderung haben. All dies in Rahmen der Aktionsarten dieser FVG, ob sie z.B. dur., incho. oder caus. sind, ganz wie es hier unter Punkt 5 behandelt wird.

Es ist zu bemerken, dass es hier nur einige Verben (bekommen, besitzen, bleiben, bringen, erfahren, gehen, erheben, erteilen, führen,) als Muster behandelt werden.

4. Aktionsarten der FVG

„Rudi Conrad“ definiert Aktionsarten der FVG als Bedeutungsmerkmal der Verben, durch das die Verbhandlung in Bezug auf ihre Qualität und Quantität eingestuft (z.B. attenuativ), Phasen der Handlung gekennzeichnet (z.B. ingressiv) oder der Handlungsverlauf selbst charakterisiert werden (z.B. duratif).“

Diese Definition erklärt sich selbst und dadurch bezeichnet die Handlungsart eines Geschehens in Form von Zustand und Vorgang oder von beiden, ganz wie Helbig hier auf folgendes hinweist (oder zusammenfasst): „ Aktionsarten als grammatische Kategorien sich offenbar danach differenzieren lassen, ob a) ein Zustand(durativ), b) eine Zustandsveränderung(inchoativ) oder c) das Bewirken von Zustand oder Zustandsveränderung(kausativ)ausgedrückt wird.“

(Helbig: 1979:281)

Ein Beispiel dazu:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Vgl. Steinitz 1981:13)

Es ist zu beachten, dass es neben Aktionsarten (durativ, attenuativ, inchoativ und kausativ) andere Aktionsarttypen wie (‘egressiv’, ‘iterativ’, ‘diminutiv’ u.a) gibt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Ein Überblick über Funktionsverbgefüge im Deutschen und Französischen
Hochschule
Universität Hassan II. Casablanca
Autor
Jahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V179545
ISBN (eBook)
9783656020042
ISBN (Buch)
9783656020653
Dateigröße
656 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Funktionsverb, Funktionsverbgefüge, Aktionsart, durativ, kausativ, inchoativ, Syntax, Semantik, deutsch, französisch, Übersetzung, Grammatik
Arbeit zitieren
P. A Hamid Baalla (Autor), 2011, Ein Überblick über Funktionsverbgefüge im Deutschen und Französischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179545

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