In der gebauten Umwelt findet die Kultur einer Gesellschaft ihren Ausdruck. Ihre Werte, Ästhetik, Strukturen, Technologien, das Verhalten der Menschen und die menschlichen Beziehungen innerhalb einer Gesellschaft sind alle im reichen Erbe der gebauten Umwelt ausgedrückt. Dies reicht von Konstruktionsdetails und Handwerk über das Baumaterial, die Bautechniken und die architektonische Komposition bis hin zum Design der Städte. In der gebauten Umwelt finden auch bereits umgesetzte Innovationen und der wachsende Wohlstand ihren materiellen Ausdruck. Das Bild der gebauten Umwelt unterliegt andauernden technischen, gesellschaftlichen und biosphärischen Änderungen, die sich über Trends und Megatrends identifizieren lassen.
Unternehmen der deutschen Bauindustrie sind direkt von den neuen Anforderungen der gebauten Umwelt betroffen. Verborgen in den einzelnen Trends oder in deren Kombination liegen die potentielle Nachfrage sowie der dazugehörige Markt. Bekannte Megatrends sind beispielsweise der Klimawandel, das Umsteuern bei Ressourcen und Energie, die Globalisierung, neue Mobilitätsmuster sowie der demographische Wandel. Doch wie wirken sich diese Zukunftstreiber auf die gebaute Umwelt aus? Und kann der Status Quo der deutschen Bauindustrie die Zukunft zufriedenstellend bedienen? Wie muss eine kompetente, lösungsfähige und kundenorientierte Bauindustrie aufgestellt sein, um die Bedürfnisse der zukünftigen Marktbedingungen zu decken?
Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Entwicklung verschiedener Szenarien darüber, wie die gebaute Umwelt im Jahr 2050 aussehen könnte und welche Herausforderungen sie an die Unternehmen der deutschen Bauindustrie stellt, aber auch die Erörterung der Chancen, die sich hieraus für den Wirtschaftszweig ergeben. Aus den entwickelten Szenarien werden sowohl strategische Handlungsoptionen zum Verhalten im Wettbewerb entwickelt, als auch die notwendigen Managementkompetenzen, welche es in die Unternehmen zu integrieren und zu implementieren gilt, abgeleitet.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Hintergrund und Veranlassung
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2 PERSPEKTIVE DER GEBAUTEN UMWELT 2050
2.1 Megatrends
2.1.1 Klimawandel
2.1.2 Umsteuern bei Ressourcen und Energie
2.1.3 Globalisierung
2.1.4 Demographischer Wandel
2.1.5 Neue Mobilitätsmuster und Verkehrsentwicklung
2.1.6 Wissen und Information
2.1.7 Individuum und Gesellschaft
2.2 Zukunftsszenarien
2.2.1 Natur und gebaute Umwelt
2.2.2 Energieversorgung
2.2.3 Stadt und Raum
2.2.4 Wohnen und Bauen
2.2.5 Verkehr und Mobilität
3 PERSPEKTIVE DER DEUTSCHEN BAUINDUSTRIE
3.1 Herausforderungen und neue Märkte
3.1.1 Sicherung der Daseinsvorsorge
3.1.2 Bestandsorientierte Siedlungsentwicklung
3.1.3 Ökologie und Nachhaltigkeit
3.1.4 Markt- und Kundenorientierung
3.1.5 Bildung als Schlüsselelement
3.2 SWOT-Analyse
4 ZUKUNFT ERFOLGREICH GESTALTEN
4.1 Strategische Handlungsoptionen
4.1.1 Marktorientierte Strategien
4.1.2 Zusammenarbeit von Unternehmen und Branchen
4.1.3 Erschließung neuer Märkte
4.2 Managementkompetenzen
5 FAZIT
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Entwicklung verschiedener Szenarien, die aufzeigen, wie die gebaute Umwelt im Jahr 2050 gestaltet sein könnte und welche Herausforderungen sowie Chancen sich daraus für die deutsche Bauindustrie ergeben, um daraus strategische Handlungsoptionen und notwendige Managementkompetenzen abzuleiten.
- Analyse globaler Megatrends und deren Auswirkungen auf die gebaute Umwelt.
- Entwicklung zukunftsorientierter Szenarien für Stadt, Raum, Wohnen und Energieversorgung.
- Identifikation strategischer Herausforderungen für Unternehmen der deutschen Bauindustrie.
- Ableitung von Managementkompetenzen für eine erfolgreiche Unternehmensführung.
- Untersuchung von Kooperationsmodellen und neuen Geschäftsfeldern in einem sich wandelnden Markt.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Klimawandel
In der öffentlichen Wahrnehmung und auf politischer Ebene hat kaum einer der Megatrends des globalen Wandels eine solch große Bedeutung erlangt wie der Klimawandel. Dabei ist er kein neues Phänomen. Neu an der gegenwärtigen Entwicklung sind allerdings das Tempo der klimatischen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten und das Tempo, in dem dieser Prozess voraussichtlich verlaufen wird. Wesentliches Kennzeichen ist die Erwärmung der Erdatmosphäre. Hierbei ist inzwischen der menschliche Einfluss unumstritten – deswegen nennt man diesen Klimawandel auch anthropogenen Klimawandel. Maßgebliche Größe des Klimawandels ist der vom Menschen verursachte Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre. Verursacht wird dieser durch das Wachstum der Weltbevölkerung und die wirtschaftliche Expansion, primär durch die Erzeugung und Verbrennung fossiler Brennstoffe, die Ausweitung der Landwirtschaft sowie die fortschreitende Entwaldung großer Flächen.
Da Klimaveränderungen weltweit zu beobachten sind, ist Umweltschutz eine globale Aufgabe. Über das exakte Ausmaß, die zu erwartende Stärke und regionale Verteilung der Auswirkungen wird noch diskutiert. Nichtsdestotrotz kommt es heute darauf an, die notwendige Trendänderung zugunsten des Klimaschutzes frühzeitig einzuleiten. Selbst wenn man sofort alle CO2-Emissionen einstellen könnte, würde es noch 50 bis 60 Jahre dauern, bis der Temperaturanstieg aufhört. International anerkanntes Ziel ist es, die globale Erwärmung bis 2100 auf höchstens 2°C gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Für Deutschland und andere Industrieländer bedeutet dies, aufgrund ihrer historischen Verantwortung und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 zwischen 80 % und 95 % zu reduzieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet das Wesen der gebauten Umwelt und der deutschen Bauindustrie und führt in die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit ein.
2 PERSPEKTIVE DER GEBAUTEN UMWELT 2050: Dieses Kapitel analysiert relevante Megatrends und entwickelt darauf aufbauend unterschiedliche Zukunftsszenarien für die gebaute Umwelt im Jahr 2050.
3 PERSPEKTIVE DER DEUTSCHEN BAUINDUSTRIE: Hier werden die Herausforderungen und Chancen für die Bauindustrie untersucht und durch eine SWOT-Analyse fundiert.
4 ZUKUNFT ERFOLGREICH GESTALTEN: Das Kapitel leitet aus den Szenarien strategische Handlungsoptionen ab und definiert notwendige Managementkompetenzen für zukunftssichere Unternehmen.
5 FAZIT: Das Fazit schließt die Arbeit mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen ab.
Schlüsselwörter
Gebaute Umwelt 2050, deutsche Bauindustrie, Megatrends, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Zukunftsszenarien, strategische Handlungsoptionen, Managementkompetenzen, Bauwirtschaft, Ressourceneffizienz, Stadtentwicklung, Infrastruktur, Innovation, Kooperationsmodelle, Energiewende.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Megatrends die gebaute Umwelt bis zum Jahr 2050 verändern und welche Auswirkungen dies auf die Unternehmen der deutschen Bauindustrie hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind Klimawandel, demographischer Wandel, Globalisierung, Ressourceneffizienz sowie die strategische Neuausrichtung und Managementkompetenzen der Bauwirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Entwicklung von Szenarien für das Jahr 2050, um daraus Strategien für den Wettbewerb und erforderliche Managementfähigkeiten für Bauunternehmen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Literaturanalysen und Expertenmeinungen herangezogen, um Zukunftstrends zu identifizieren und Szenarien sowie eine SWOT-Analyse zu erstellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Perspektiven der gebauten Umwelt 2050, die Herausforderungen für die Bauindustrie, SWOT-Analysen sowie Strategien und Managementfunktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Gebaute Umwelt 2050, deutsche Bauindustrie, Nachhaltigkeit, Megatrends, strategische Handlungsoptionen und Managementkompetenzen sind zentrale Begriffe.
Wie verändert der Klimawandel das Bauen bis 2050?
Das Bauen muss sich anpassen durch klimaangepasste Materialien, energetische Sanierung des Bestandes und den Fokus auf Energieeffizienz sowie Null-Emissionen.
Welche Rolle spielen Kooperationen in der Zukunft der Bauwirtschaft?
Kooperationen sind essentiell, um komplexe Projekte zu bewältigen, Innovationen schneller umzusetzen und als Systemanbieter auf dem Markt aufzutreten.
Warum ist das Strategische Management für Bauunternehmen besonders wichtig?
Es bildet die Grundlage, um auf dynamische Marktveränderungen flexibel zu reagieren und die Richtung für zukünftige Entwicklungen aktiv festzulegen.
- Arbeit zitieren
- M.Sc. Gabriele Schubert (Autor:in), 2011, Herausforderungen der Gebauten Umwelt 2050 an die Bauindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179559